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Lisa Eckhart

Lisa Eckhart (eigentlich Lisa Lasselsberger; * 6. September 1991 (nach anderen Quellen 1992) in Leoben) ist eine österreichische Kabarettistin, …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Person und Ausbildung
  2. 2. Kabarett, Poetry-Slam und Fernsehen
  3. 3. Romane und weitere Veröffentlichungen
  4. 4. Kritik und Debatte über Kunstfreiheit
  5. 5. Preise und spätere Arbeiten

Person und Ausbildung

Lisa Eckhart ist das Bühnenpseudonym der österreichischen Kabarettistin, Poetry-Slammerin und Romanautorin Lisa Lasselsberger. Sie wurde am 6. September 1991 in Leoben geboren; andere Quellen nennen 1992. Ein wiederkehrendes Stilmittel ihrer Bühnenkunst sind Tabubrüche.

Lasselsberger wuchs zunächst bei ihren Großeltern in Sankt Peter-Freienstein in der Obersteiermark auf und zog mit sechs Jahren zu ihren Eltern nach Graz. 2009 maturierte sie an der Internatsschule Liebenau in Graz. Sie studierte Germanistik und Slawistik an der Université Sorbonne Nouvelle in Paris. Nach einem einjährigen Aufenthalt in London, wo sie Französisch und Deutsch unterrichtete, zog sie nach Berlin. 2014 schloss sie ein Masterstudium an der Freien Universität Berlin sowie an der Université Sorbonne Nouvelle ab. Ihre Masterarbeit behandelte die Figur des Teufels in der deutschsprachigen Literatur.

Nach dem Studium begann sie mit Poetry-Slams. Auf der Bühne verwendet sie den Nachnamen ihres Vaters, Eckhart. Sie lebt in Leipzig und wurde im August 2021 Mutter eines Sohnes.

Kabarett, Poetry-Slam und Fernsehen

Im Oktober 2015 gewann Eckhart als zweite Frau die österreichischen Poetry-Slam-Meisterschaften. Bei der deutschen Poetry-Slam-Meisterschaft 2015 in Augsburg schied sie im Viertelfinale aus: Sie war mit dem späteren Sieger Jan Philipp Zymny punktgleich und verlor den Losentscheid durch Münzwurf.

Ihr Kabarett-Solodebüt gab sie am 30. Oktober 2015 im Kabarett Niedermair mit Als ob Sie Besseres zu tun hätten. Mit diesem Programm trat sie später unter anderem im Wiener Theater am Alsergrund auf und erhielt den Förderpreis des Österreichischen Kabarettpreises. Seit 2018 folgten die Soloprogramme Die Vorteile des Lasters, ab 2022 BOUM und seit 2023 Kaiserin Stasi die Erste. Dessen Premiere fand am 3. Oktober 2023, dem Tag der Deutschen Einheit, im Haus Leipzig statt. Für 2026 ist Ich war mal wer angekündigt. Außerdem entwickelte sie 2017 zusammen mit Sven Kemmler Die Nymphe und der Finstere Förster.

Eckhart war ab 2016 in zahlreichen Fernsehformaten zu sehen, darunter Was gibt es Neues?, Stöckl, Pufpaffs Happy Hour, nuhr ab 18, Mitternachtsspitzen, Ladies Night, Pratersterne, Die Anstalt und DIE.NACHT – fahrlässig. Seit 2019 ist sie Stammgast bei nuhr im Ersten. Als Fernsehsendungen ihrer Programme erschienen Als ob Sie Besseres zu tun hätten (2018, 45 Minuten, 3sat), Die Unmoral von der Geschicht’ (2022, 44 Minuten, 3sat Festival) und Kaiserin Stasi (2025, 44 Minuten, 3sat Festival). Nach Angaben, die sie 2018 nicht verneinte und 2025 bestätigte, arbeitet sie ohne fremde Gagautoren.

Romane und weitere Veröffentlichungen

Neben ihrer Bühnenarbeit veröffentlicht Eckhart Texte und Romane. 2014 erschien unter ihrem bürgerlichen Namen Lisa Lasselsberger ein Beitrag in dem studentischen Campusmagazin FURIOS. Es folgten Bonusmaterial. Zensierte Szenen der Literatur (Selbstverlag, um 2016) und Metrische Taktlosigkeiten: Eine Einführung ins politische Korrektum (2017).

2020 veröffentlichte sie den Roman Omama im Paul Zsolnay Verlag. Das Buch besteht aus steirischen „Ein-Satz-Milieustudien“ und stand auf verschiedenen Bestsellerlisten in Deutschland und Österreich. Ebenfalls 2020 erschien eine ungekürzte Autorenlesung als Hörbuch mit einer Laufzeit von 720 Minuten.

Der Roman Boum erschien 2022. Er spielt in Paris und wurde von Kritikern unterschiedlich beurteilt. Rainer Moritz beschrieb ihn als sprachlich überschäumenden und pointenreichen Roman. Als kennzeichnend nannte er den häufigen Gebrauch des Zeugmas, einer rhetorischen Figur, bei der ein Wort mit mehreren Satzteilen verbunden wird, obwohl es zu ihnen semantisch unterschiedlich passt. Auch Die Vorteile des Lasters (2022) und Kaiserin Stasi die Erste (2025) erschienen als Doppel-CDs bei WortArt.

Kritik und Debatte über Kunstfreiheit

Eckharts satirische Beiträge wurden wiederholt als antisemitisch kritisiert. Anlass war insbesondere ihr 2018 in der WDR-Sendung Mitternachtsspitzen ausgestrahlter Beitrag Die heilige Kuh hat BSE. In einer sarkastischen Figurenrede thematisierte sie die Frage, wie reagiert würde, wenn gesellschaftlich als „unantastbar“ geltende Gruppen andere sexuell belästigten. Sie nannte dabei unter anderem Juden, Schwarze und Schwule sowie Harvey Weinstein, Roman Polański, Bill Cosby, Morgan Freeman und Kevin Spacey. Kritisiert wurde besonders eine Äußerung über Juden, Geld und Frauen.

Felix Klein, der Antisemitismusbeauftragte der deutschen Bundesregierung, nannte die Einlage „geschmacklos und kritikwürdig“; ihre Pointen beruhten seiner Ansicht nach auf „Antisemitismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit“. Die Jüdische Allgemeine kritisierte ebenfalls ihren Umgang mit antisemitischen Vorurteilen. Der WDR verteidigte die Ausstrahlung mit dem Argument, Eckhart habe Vorurteile entlarven wollen. Auch einzelne Autoren und Kommentatoren verteidigten sie: Sie sahen die Überspitzung als Mittel, gesellschaftliche Vorurteile sichtbar zu machen. Ein ORF-Auftritt vom 9. November 2021 wurde erneut als eindeutig antisemitisch bezeichnet. Eckhart selbst nannte solche Kritik einen Reflex auf Reizworte und ein „boshaftes Missverstehen“. Sie stellte die Frage, ob Antisemitismus und Rassismus tabuisiert oder durch Humor behandelt werden sollten, und erklärte: „Ich bin immer auf der Seite des Humors“.

Im August 2020 sagte das Hamburger Harbour Front Literaturfestival eine geplante Lesung Eckharts ab. Die Leitung begründete dies mit befürchteten Protesten und einer Gefährdung der Sicherheit von Besuchern und Künstlerin. Eine Videolesung für den Wettbewerb um den Kühne-Preis 2020 lehnte Eckhart ab. Der Vorgang löste eine breitere Debatte über ihre Kunst, Cancel Culture sowie Freiheit von Kunst und Rede aus. Nachdem die AfD Hessen ein Foto von Eckhart auf Facebook gepostet hatte, distanzierte sie sich von der Partei; Eckhart und ihr Verlag kündigten rechtliche Schritte an. Navid Kermani erklärte bei der Festivaleröffnung, sie sei wegen ihres Romans Omama eingeladen worden; da eine unabhängige Jury ihn ausgewählt habe, habe sie das gleiche Recht auf den öffentlichen Bühnenraum.

Preise und spätere Arbeiten

Eckhart erhielt mehrere Förder- und Kulturpreise. Dazu zählen der Förderpreis des Österreichischen Kabarettpreises 2016 für Als ob Sie Besseres zu tun hätten, der Jury- und Publikumspreis Freistädter Frischling 2017, der Berliner Bär als Poetry-Slam-Preis 2017, der Prix Pantheon 2017 in der Kategorie Frühreif & Verdorben, der Förderpreis des Deutschen Kabarettpreises 2017, der Förderpreis des Deutschen Kleinkunstpreises 2018 und der Hessische Kabarettpreis – Förderpreis Grie Soß 2018. Weitere Auszeichnungen waren der Salzburger Stier 2019, der Leipziger Löwenzahn 2020 und der Arosa Humorfüller 2022. 2023 war sie für die Goldene Henne in der Kategorie Comedy nominiert.

2025 wirkte sie außerdem im Film Aufputzt is’ mit.

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