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Lateinische Zahlwörter
Grundzahlen (Kardinalzahlen) (eins, zwei, drei, …) · Ordnungszahlen (Ordinalzahlen) (der erste, der zweite, der dritte, …) · Verteilungszahlen (Distributivzahlen) …
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Grundformen und Zahlensystem
Lateinische Zahlwörter (Numeralia) bezeichnen Mengen, Reihenfolgen, Verteilungen und Wiederholungen. Es gibt vier Grundarten: Kardinalzahlen für die Anzahl (ūnus „ein“, duo „zwei“), Ordinalzahlen für die Reihenfolge (prīmus „erster“, secundus „zweiter“), Distributivzahlen für eine Verteilung je Gruppe (singulī „je ein“, bīnī „je zwei“) und Iterativzahlen für Wiederholungen (semel „einmal“, bis „zweimal“).
Die Grundreihe lautet unter anderem ūnus, duo, trēs, quattuor, quīnque, sex, septem, octō, novem, decem; die Zehner sind vīgintī „zwanzig“, trīgintā „dreißig“, quadrāgintā „vierzig“ bis nōnāgintā „neunzig“. centum bedeutet „hundert“, mīlle „tausend“. Bei Hunderten stehen ab 200 meist flektierbare Formen wie ducentī, -ae, -a „zweihundert“, trecentī, -ae, -a und quadringentī, -ae, -a. Für größere Zahlen wird mit mīlia gearbeitet, etwa duo mīlia „zweitausend“ und centum mīlia „hunderttausend“. Eine Million heißt deciēs centēna mīlia oder deciēs centum mīlia.
Römische Zahlzeichen werden in der Tabelle mitgeführt; ihr eigenes System wird nicht durch die Zahlwörter erklärt.
Bildung zusammengesetzter Zahlen
Zahlen wie 21 und 22 können in beiden Wortfolgen stehen: vīgintī (et) ūnus oder ūnus (et) vīgintī bedeutet „einundzwanzig“; entsprechend vīgintī (et) duo oder duo (et) vīgintī „zweiundzwanzig“. Diese Möglichkeit besteht auch bei den zugehörigen Ordnungs-, Verteilungs- und Wiederholungszahlen.
Zahlen, die auf 8 oder 9 enden, werden vorwiegend subtraktiv ausgedrückt: duo-de-vīgintī „18“ heißt wörtlich „zwei von zwanzig herab“, un-de-vīgintī „19“ „eins von zwanzig herab“. Entsprechend stehen duodētrīgintā „28“ und undētrīgintā „29“, ferner beispielsweise undeoctōgintā „79“, duodēcentum „98“ und undēcentum „99“.
Die Formen der vier Reihen sind regelmäßig miteinander verbunden: vīgintī „zwanzig“, vīcēsimus „zwanzigster“, vīcēnī „je zwanzig“ und vīciēs „zwanzigmal“. Bei 13 lautet die Kardinalzahl trēdecim oder decem (et) trēs; die Ordinalzahl ist tertius decimus oder decimus et tertius.
Deklination wichtiger Zahlwörter
Dekliniert werden grundsätzlich alle Ordinalzahlen sowie die Distributivzahlen unter tausend. Bei den Kardinalzahlen werden ūnus, duo und trēs, die Hunderter ab ducentī sowie der Plural mīlia flektiert. Die übrigen Kardinalzahlen sind in der Regel nicht flektierbar.
ūnus hat Singularformen für alle drei Geschlechter, etwa Nominativ ūnus, ūna, ūnum; Genitiv ūnīus; Dativ ūnī; Akkusativ ūnum, ūnam, ūnum; Ablativ ūnō, ūnā, ūnō. duo hat duo, duae, duo im Nominativ und duōs/duo, duās, duo im Akkusativ; Dativ und Ablativ lauten duōbus, duābus, duōbus. Bei trēs lautet das Neutrum tria, der Genitiv trium und Dativ/Ablativ tribus.
Der Plural von mīlle ist mīlia. Zum Beispiel heißt „zweitausend“ duo mīlia, im Genitiv duōrum mīlium und im Dativ/Ablativ duōbus mīlibus. Zahlsubstantive wie uniō werden ebenfalls flektiert; uniō ist feminin, binio und ähnliche Wörter sind maskulin.
Weitere Zahlwörter und Sonderfälle
Neben den vier Grundarten gibt es Multiplikativa und Proportionalia für „einfach“, „zweifach“ usw.: simplex – simplus, duplex – duplus, triplex – triplus und quadruplex – quadruplus. Hierarchische Ordinalformen sind prīmarius, secundarius und tertiarius; für die meisten höheren Zahlen sind sie ungebräuchlich.
Beim Multiplizieren verwendet man Iterativ- und Distributivzahlen. V · IV = XX heißt quīnquiē(n)s quaterna sunt vīgintī: „fünfmal je vier sind zwanzig“.
Eigentliche Bruchzahlen (Partitiva) wie deutsches „Drittel“ oder „Viertel“ gibt es nicht. Bei Zähler 1 steht pars: 1/2 ist dimidia pars „halber Teil“, 1/3 tertia pars „dritter Teil“. Ist der Zähler genau um eins kleiner als der Nenner, steht partes, etwa 2/3 duae partes und 3/4 tres partes. Sonst steht für den Nenner der Genitiv der Ordinalzahl, zum Beispiel 3/5 tres quintae. dimidia ist eine Sonderbildung zu dīmidius, -a, -um „halb, nicht ganz“.
Zahlbestandteile kommen auch in Zusammensetzungen vor, etwa ūnifōrmis „einförmig“, trivium „Dreiweg, Weggabelung“, quadrātus „viereckig“ und quīnquennium „Jahrfünft“. Für „nicht etwas“ und „nichts“ gab es nullum und nihil; die Römer kannten jedoch weder ein Zahlzeichen noch einen eigenen mathematischen Zahlwert „Null“.