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La Chaux-de-Fonds
Es ist die grösste Stadt im Hochjura und die sechstgrösste Stadt in der französischsprachigen Westschweiz (Romandie). La Chaux-de-Fonds liegt auf rund 1000 m ü.
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Kernprofil und Lage
La Chaux-de-Fonds ist eine Stadt im Schweizer Kanton Neuenburg. Sie liegt im Neuenburger Jura nahe der Grenze zu Frankreich, rund 15 km nordnordwestlich der Kantonshauptstadt Neuenburg. Mit einer Höhe von rund 1000 m ü. M. (Bahnhof: 994 m; Gemeindegebiet 609–1330 m ü. M.) gehört sie zu den höchstgelegenen Mittelstädten Europas. Die Stadt hatte am 31. Dezember 2025 37'858 Einwohner auf 55,71 km²; die Einwohnerdichte betrug 680 Einwohner pro km², der Ausländeranteil 33,5 %.
La Chaux-de-Fonds ist besonders als Zentrum der Schweizer Uhrenproduktion bekannt, zusammen mit Biel/Bienne und Le Locle. Wegen der engen Verbindung von Stadtplanung und Industrie wurde La Chaux-de-Fonds 2009 gemeinsam mit Le Locle zum UNESCO-Welterbe erklärt. Die Stadt gilt als Planstadt: Ihr rechtwinkliges Strassennetz und die breiten Strassen hängen mit der Uhrenindustrie, dem Bedarf an Licht in Werkstätten und der Schneeräumung im Hochjura zusammen.
Naturraum und Klima
Das Hauptsiedlungsgebiet liegt in einem breiten Hochtal ohne oberirdisches Fliessgewässer. Dieses Hochtal ist eine Synklinale im Faltenjura, also eine nach unten gebogene geologische Falte. Es ist bis zu 1 km breit, etwa 7 km lang und verläuft südwest-nordostwärts. Im Norden und Nordwesten liegen Höhen wie Pouillerel (1276 m ü. M.), im Südosten unter anderem Mont Sagne (1215 m ü. M.). Der höchste Punkt des Gemeindegebiets liegt auf der Roche aux Cros mit 1329 m ü. M.
1997 bestanden 16 % der Gemeindefläche aus Siedlungen, 28 % aus Wald und Gehölzen und 55 % aus Landwirtschaft; etwas weniger als 1 % war unproduktives Land. Zur Gemeinde gehören neben der Kernstadt unter anderem Les Eplatures, Le Crêt-du-Locle, Les Joux Derrière und Teile von La Cibourg.
Das Klima ist wegen der Höhenlage rau. An der Messstation La Chaux-de-Fonds auf 1018 m ü. M. beträgt die Jahresmitteltemperatur 7,0 °C. Die kältesten Monatsmittelwerte liegen im Januar bei −1,0 °C, die wärmsten im Juli bei 15,6 °C. Im Mittel gibt es 127 Frosttage und 26 Eistage. Die Stadt hat durchschnittlich 1754 Sonnenstunden im Jahr, weil sie im Winter oft oberhalb der Hochnebel- oder Inversionsschicht liegt. Der Jahresniederschlag beträgt 1389 mm und verteilt sich relativ gleichmässig über das Jahr.
Bevölkerung und Stadtentwicklung
La Chaux-de-Fonds war bis zur Vergrösserung der Stadt Neuenburg am 1. Januar 2021 die grösste Stadt des Kantons; seither ist sie die zweitgrösste. Die Bewohner werden Les Chaux-de-Fonniers genannt. Im Jahr 2000 waren 85,5 % französischsprachig, 3,6 % italienischsprachig und 3,2 % portugiesischsprachig. Der Anteil der Deutschsprachigen lag früher deutlich höher: 1880 betrug er 31 %, heute nur noch 2,4 %.
Die religiöse Zusammensetzung war 2014 vielfältig: 72 % gehörten einer christlichen Kirche an. Davon waren 43,4 % katholisch, 27,1 % reformiert und 1,2 % Mitglieder anderer christlicher Kirchen. 7,8 % bekannten sich zum Islam, 3,2 % zu anderen Religionen, 0,3 % zum Judentum und 15,1 % waren konfessionslos.
Die Bevölkerungsentwicklung folgte stark der wirtschaftlichen Lage der Uhrenstadt. 1750 hatte La Chaux-de-Fonds 2'363 Einwohner, 1900 bereits 35'968 und 1910 37'751. Der Höchststand wurde 1967 mit rund 43'000 Einwohnern erreicht. Danach führten Wirtschaftskrisen, besonders in der Uhrenindustrie, zu Abwanderung. Seit 1980 schwankte die Einwohnerzahl nur noch wenig.
Geschichte und Uhrenindustrie
Vor dem Mittelalter gibt es nur wenige Hinweise auf menschliche Anwesenheit im Gebiet. Der Ort wurde 1350 als la Chaz de Fonz erstmals urkundlich erwähnt. Ursprünglich diente das Hochtal Bauern aus dem tiefer gelegenen Val de Ruz als Sömmerungsweide. Die Entwicklung verlief lange langsam, auch weil es kein oberirdisches Fliessgewässer gab, das Mühlen oder Sägereien antreiben konnte. 1656 wurde La Chaux-de-Fonds zur Gemeinde mit eigenem Niedergerichtsbezirk erhoben und durfte Märkte abhalten.
Der wirtschaftliche Aufschwung begann im 18. Jahrhundert. Zunächst spielte Heimarbeit in der Spitzenklöppelei eine Rolle, dann wurde die Stadt zu einem Zentrum der Uhrenindustrie. Uhrenteile wurden arbeitsteilig von Bauernuhrmachern hergestellt, oft im Winterhalbjahr. Der Établisseur koordinierte diese Heimarbeit im Verlagssystem. Nach einem Brand in der Nacht vom 4. zum 5. Mai 1794, der 172 Familien obdachlos machte, konnte die Stadt nach einem planmässigen, rechtwinkligen Grundriss neu geordnet werden. 1835 wurden entsprechende Vorgaben genehmigt.
Nach der Neuenburger Revolution vom 1. März 1848 wurde La Chaux-de-Fonds Bezirkshauptort. Im 19. Jahrhundert wuchs die Stadt eng mit der Uhrenindustrie zusammen. Ein Einschnitt war der sogenannte «Schock von Philadelphia» 1876: An der Centennial Exhibition wurde sichtbar, dass die USA Uhren und Uhrenteile industriell in hoher Stückzahl herstellen konnten. Das setzte das ältere Établissage-Modell unter Druck und beschleunigte die Modernisierung. Jüdische Unternehmer und Firmen wie Movado, Invicta und Ebel spielten dabei eine wichtige Rolle.
Im 20. Jahrhundert blieben Industrie, soziale Konflikte und Migration prägend. Seit 1918 hatten sozialdemokratisch und kommunistisch orientierte Parteien meist Mehrheiten in General- und Stadtrat. 1972 arbeiteten im Bezirk La Chaux-de-Fonds 74,3 % aller Beschäftigten in der Uhrenindustrie. Die Quarzkrise und Rezession der 1970er Jahre führten zu Betriebsschliessungen, Arbeitslosigkeit und Abwanderung. Am 24. Juli 2023 verursachte ein 6,5 Minuten dauernder Sturm mit einer Böenspitze von 217,4 km/h schwere Schäden, ein Todesopfer und rund 40 Verletzte; abschliessend wurden Schäden von 117,15 Millionen Franken in 2989 Fällen genannt.
Politik, Wirtschaft und Verkehr
Die Legislative der Gemeinde ist der Generalrat, der alle vier Jahre im Proporzwahlverfahren gewählt wird. Er umfasst 41 Abgeordnete und entscheidet unter anderem über Budget, Rechnung und Gemeindereglemente sowie über die Kontrolle der Exekutive. Die Exekutive ist der Gemeinderat mit fünf Mitgliedern, gewählt im Majorzwahlverfahren. Seit den Erneuerungswahlen vom 21. April 2024 gehören Thierry Brechbühler (SVP), Théo Bregnard (PdA – POP), Ilinka Guyot (Grüne), Théo Huguenin-Elie (SP) und Jean-Daniel Jeanneret-Grosjean (FDP) dem Gemeinderat an. Bei der Nationalratswahl 2023 erreichten POP/Sol 22,8 %, SP 20,3 %, Grüne 17,3 %, SVP 16,0 %, FDP 12,7 %, glp 5,3 %, Die Mitte 3,9 %, EVP 1,0 % und EDU 0,7 %.
Die Stadt bietet rund 23'000 Arbeitsplätze. Etwa 2 % der Beschäftigten arbeiten im primären Sektor, 44 % im industriellen Sektor und 54 % im Dienstleistungssektor. Die Uhrenindustrie bleibt wichtig: 27 % der Erwerbstätigen arbeiten in diesem Bereich. Neben Uhrenmarken und Zulieferern sind Präzisionsmechanik, Medizinaltechnologie, Mikromechanik, Elektronik, Maschinenbau, Metallbau, chemische Industrie und Dienstleistungen vertreten. La Chaux-de-Fonds ist auch ein regionales Dienstleistungszentrum.
Verkehrlich ist die Stadt ein Knotenpunkt. Der Bahnhof verbindet Normalspur- und Schmalspurstrecken, darunter Linien nach Neuenburg, Le Locle, Biel/Bienne, Les Ponts-de-Martel und Saignelégier. Städtische Buslinien werden von transN betrieben; seit 2020 gibt es abends MobiCité für Aussenquartiere. Die wichtigste Strassenverbindung nach Neuenburg ist seit Ende 1994 die Schnellstrasse H20 mit Tunneln unter Mont Sagne und Vue des Alpes. Südwestlich der Stadt liegt der 1926 eröffnete regionale Flugplatz Les Eplatures.
Kultur, Architektur und Freizeit
Das Stadtbild ist ein Hauptmerkmal von La Chaux-de-Fonds. Nach dem Brand von 1794 entstand ein rechteckiges Blockmuster, das Werkstätten viel Tageslicht geben sollte. Gebäude wurden häufig gemischt genutzt: mit Arbeitsräumen für Industrie und Gewerbe sowie Wohnungen im selben Haus. Die Stadterweiterungen von 1835 bis 1841 folgten dem Plan des Architekten Charles-Henri Junod. Wichtige Strassen sind die Avenue Léopold-Robert, genannt le Pod, und die Rue Numa-Droz.
Architektonisch prägend sind Jugendstil, Heimatstil, Arbeiterhäuser des 19. Jahrhunderts, Bauten der Nachkriegszeit und Werke im Umfeld von Le Corbusier, der als Charles-Édouard Jeanneret in der Stadt geboren wurde. Der regionale Jugendstil style sapin, also «Tannenstil», wurde um 1905 von Charles L’Eplattenier geprägt. 1994 erhielt La Chaux-de-Fonds den Wakkerpreis für Restaurierung und Erhalt des schachbrettartigen Stadtbildes; 2009 folgte die Aufnahme ins UNESCO-Welterbe zusammen mit Le Locle.
Zu den wichtigen Museen gehören das Musée international d’horlogerie, das Musée des Beaux-Arts, das Musée d’histoire, das Musée des civilisations de l’Islam, das Naturkundemuseum Muzoo, das Musée paysan et artisanal und der Ausstellungsort Quartier Général. Das Kulturleben umfasst Kinos, Bibliotheken, das Théâtre populaire romand, die Salle de Musique, den Club 44, Festivals wie Ludesco, La Plage des Six Pompes, 1000jazz und die Braderie-Horlofolies.
Für Sport und Freizeit gibt es unter anderem den FC La Chaux-de-Fonds, Schweizer Meister 1954, 1955 und 1964, den HC La Chaux-de-Fonds, sechsfacher Schweizer Meister, das Stade de la Charrière, das Patinoire des Mélèzes, Langlauf- und Skigebiete am Stadtrand sowie Parks wie den Parc des Crêtets, den Parc Gallet, den Bois du Petit-Château, den Parc de l’Ouest und den Jardin japonais.