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Königreich Frankreich
Das französische Königreich wurde durch zwei Dynastien beherrscht: Die Karolinger (853–987) und die Kapetingische Dynastie (987–1792). Letztere ist gegliedert …
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Überblick
Das Königreich Frankreich war ein Königreich in Westeuropa. Es bestand in seiner Hauptphase von 987 bis 1791 und erneut während der Restauration 1814/1815 bis 1830 sowie während der Julimonarchie 1830 bis 1848. Es ging aus dem Westfrankenreich hervor, das 843 gegründet wurde. Dieses beruhte auf den Königsrechten der fränkischen Teil- und Gesamtreiche innerhalb des Fränkischen Reiches; noch früher stand das Salfränkische Reich, das Ende des 5. Jahrhunderts die fränkischen Einzelreiche zusammenfasste.
1789 war Frankreich noch ein Königreich mit Paris als Hauptstadt. Die Amtssprache war Französisch, offiziell ab 1539. Die Staats- und Regierungsform war die absolute Monarchie, das Staatsoberhaupt der König. Als Regierungschef wird der Premierminister genannt. Staatsreligion war der römisch-katholische Glaube, die Währung war die Livre. Der Wahlspruch lautete „Montjoie Saint Denis!“
Dynastien
Das französische Königreich wurde von zwei großen Dynastien beherrscht. Zuerst regierten die Karolinger von 853 bis 987. Danach folgte die Kapetingische Dynastie von 987 bis 1792.
Die Kapetingische Dynastie gliederte sich in mehrere Linien: die direkten Kapetinger von 987 bis 1328, das Haus Valois mit Nebenlinien von 1328 bis 1589 sowie das Haus Bourbon mit Nebenlinien von 1589 bis 1792. Auch die späteren Könige bis 1848 entstammten der Dynastie der Kapetinger, aber aus verschiedenen Häusern.
Revolution und spätere Königreiche
Nach der Französischen Revolution von 1789 wurde das konstitutionelle Königreich Frankreich begründet. Eine konstitutionelle Monarchie ist eine Monarchie, in der die Macht des Königs durch eine Verfassung begrenzt wird. Die Verfassung vom 3. September 1791 machte aus der absoluten Monarchie eine konstitutionelle Monarchie.
1792 wurde diese Ordnung durch die Erste Französische Republik abgeschafft. Dennoch bestanden später wieder Königreiche gleichen Namens: während der Restauration von 1814 bis 1830 und während der Julimonarchie von 1830 bis 1848.
Titel der Herrscher
In der karolingischen Epoche bis zur Reichsteilung von Verdun 843 blieb die Titulatur „König der Franken“ bestehen. Karl I., Karl der Große, nahm 800 zusätzlich den Titel eines Römischen Kaisers an; auch seine Nachfolger übernahmen ihn. Die Teilkönigreiche blieben weiterhin wichtig. Aus dem westfränkischen Königreich, das 843 entstand, entwickelte sich das Königreich Frankreich. Die westfränkischen Herrscher behielten den Titel „König der Franken“ bis ins 13. Jahrhundert bei und wurden weiterhin gewählt. Karl II., Karl der Kahle, war ebenfalls römischer Kaiser.
Auch nach dem Dynastiewechsel von den Karolingern zu den Kapetingern im Jahr 987 blieb „König der Franken“ lange in Gebrauch. Das Jahr 987 gilt in der Geschichtsschreibung neben 843 oft als Beginn des französischen Königtums. Mitkönige dienten dazu, den dynastischen Bestand zu sichern.
Philipp II. verwendete um 1190 erstmals den Titel „König von Frankreich“ („Roi de France“, „Franciae Rex“, seltener „Rex Franciae“). Ludwig IX. wechselte während seiner Regierungszeit in der offiziellen Bezeichnung von „König der Franken“ zu „König von Frankreich“. Der ältere Titel blieb aber bis Philipp IV. in Gebrauch; auf Münzen findet sich „Francorum Rex“ sogar bis ins 17. Jahrhundert.
Frankreich und Navarra
Der Titel „König von Frankreich und Navarra“ („Roi de France et de Navarre“) galt von 1285 bis 1328 und wieder ab der Thronbesteigung Heinrichs IV. bis 1789. Zwischen 1328 und 1589 wurde wieder nur „König von Frankreich“ verwendet. Der Zusatz „Allerchristlichster König“ kam unter Karl VII. auf.
Die Verfassung vom 3. September 1791 machte Ludwig XVI. zum „König der Franzosen“ („Roi des Français“). Diesen Titel behielt er bis zur Ausrufung der Republik am 21. September 1792. Die neue Formulierung bezog sich nicht mehr auf das Territorium, sondern auf die Bürger.
Bezeichnungen des Reichs
Parallel zur Veränderung der Herrschertitel änderte sich auch die Bezeichnung des Reiches. Der Ausdruck „Königreich Frankreich“ („Royaume de France“) kam ebenfalls erst im 13. Jahrhundert in Gebrauch. Er ersetzte ältere Bezeichnungen wie „Royaume des Francs“ („Königreich der Franken“) und „Francie occidentalis“ („westliches Franken“).
Zusammengefasst hießen die Herrscher vom 10. Jahrhundert bis zum 12./13. Jahrhundert „König der Franken“ („Rex Francorum“), von 1285 bis 1328 „König von Frankreich und Navarra“, vom 12./13. Jahrhundert bis 1589 „König von Frankreich“, von 1589 bis 1791 wieder „König von Frankreich und Navarra“ und 1791/92 „König der Franzosen“. Das Reich hieß vom 10. bis 13. Jahrhundert „Königreich der Franken“ und vom 13. Jahrhundert bis 1792 „Königreich Frankreich“.