Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Kulturkampf

Der Begriff Kulturkampf bezeichnet den Kampf um die Dominanz bestimmter kultureller Wertvorstellungen und Weltanschauungen.

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und heutige Verwendung
  2. 2. Beispiele gegenwärtiger Deutungen
  3. 3. Kulturkampf im 19. Jahrhundert
  4. 4. Der Konflikt im Deutschen Kaiserreich

Bedeutung und heutige Verwendung

Kulturkampf bezeichnet einen Kampf um die Dominanz kultureller Wertvorstellungen und Weltanschauungen. Der Ausdruck wird, in Anlehnung an das englische „culture wars“, allgemein für Konflikte zwischen verschiedenen Kulturkreisen oder für Auseinandersetzungen um kulturelle Vorherrschaft und kulturelle Identitäten innerhalb einer Gesellschaft verwendet.

In gegenwärtigen politischen Debatten wird der Begriff unter anderem im Zusammenhang mit rechtsgerichteten Kreisen, der Alt-Right-Bewegung, der „Neuen Rechten“ und dem von Armin Mohler geschaffenen Konstrukt der „Konservativen Revolution“ gebraucht. Genannt werden dabei Diskussionen in den USA unter Trump, in Argentinien unter Milei, in Brasilien unter Bolsonaro sowie in europäischen Staaten wie Frankreich, Italien, Russland, Ungarn und Deutschland.

Zentrale Streitpunkte sind Werte der Französischen Revolution – Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – sowie Begriffe wie Leitkultur, Identitätspolitik, Political Correctness, Cancel Culture, Wokeness und Wertewandel. Als Gegner werden etwa die 68er-Bewegung, die Neue Linke und die Neuen Sozialen Bewegungen bezeichnet und kritisiert.

Beispiele gegenwärtiger Deutungen

Heinz Josef Algermissen, Bischof von Fulda, erklärte im September 2008 auf einem Kongress des Forums Deutscher Katholiken, er sehe Katholiken in Deutschland angesichts der Diskussion über Gender-Mainstreaming und einer angeblichen „Propagierung der Homosexualität“ in einem neuen Kulturkampf um die „reale Stärkung der Familie“.

Anders Behring Breivik vertrat in seinem Prozess und in einem umfangreichen „Manifest“ die Ansicht, Westeuropa werde schrittweise von „Marxisten und Multikulturalisten“ übernommen. Die Presse bezog sich bei dieser Vorstellung auf den Begriff Kulturkampf. Auch außerhalb Deutschlands wird das deutsche Wort verwendet: Le Monde schrieb von „Le Kulturkampf“ und verwies dabei auf den amerikanischen Soziologen James Davison Hunter und dessen Buch „Culture Wars“ von 1991.

Kulturkampf im 19. Jahrhundert

Im 19. Jahrhundert bezeichnet Kulturkampf Auseinandersetzungen zwischen Staat und katholischer Kirche in mehreren Staaten Europas und Südamerikas. Grundsätzlich ging es um den Versuch, das Verhältnis von Staat und Kirche gewaltsam neu zu ordnen. Dabei standen sich zwei konkurrierende Weltanschauungen gegenüber: eine konservative und eine liberale.

Die Schweiz hatte dabei eine gewisse Vorreiterrolle. Auch der badische und der bayerische Kulturkampf fanden zeitlich vor dem preußischen statt.

Der Konflikt im Deutschen Kaiserreich

In Deutschland bezieht sich Kulturkampf vor allem auf den Konflikt zwischen Preußen beziehungsweise später dem Deutschen Kaiserreich unter Reichskanzler Otto von Bismarck und der katholischen Kirche unter Papst Pius IX. Die Auseinandersetzungen eskalierten nach der Reichsgründung 1871: Der protestantisch geprägte erste deutsche Nationalstaat begann gegen die katholische Minderheit vorzugehen.

Die Konflikte wurden bis 1878 beendet und 1887 diplomatisch beigelegt.

Weiterlesen

Wertvorstellung Enthält eine Werteordnung einen alleinigen Anspruch auf Wahrheit, ist sie das Kennzeichen einer Ideologie. Individuelle Werte und Einstellungen untersucht die … Weltanschauung Weltanschauungen sind teils soziokulturell bestimmt, also traditionsgebunden, teils geprägt durch transkulturelle philosophische oder religiöse Vorstellungen, … Kulturelle Identität Der Begriff der kulturellen Identität ist Mitte der 1990er Jahre im Zusammenhang mit der Kontroverse um das 1996 erschienene Buch Kampf der Kulturen (The Clash of Civilizations and the Remaking of World Order) des US-amerikanischen Politikwissenschaftlers Samuel P. Huntington in die Kritik geraten. Politische Rechte (Politik) Politische Rechte wollen die traditionelle gesellschaftliche Ordnung sowie deren Werte und Normen wesentlich bewahren (konservative Rechte), in einen … Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten ; Amtssprache · Englisch ; Hauptstadt · Washington, D.C. ; Staats- und Regierungsform · föderale präsidentielle konstitutionelle Republik. Donald Trump Donald John Trump [ˈdɑn.əld dʒɑn tɹɐmp] (* 14. Juni 1946 in Queens, New York City) ist ein US-amerikanischer Politiker der Republikanischen Partei. Europa Europa ; 10.523.000 km² · 746 Millionen (2020) · 70 Einwohner/km² · ca. 50 · UTC±0 (Island) bis UTC+5 (Russland) … Frankreich Die Französische Republik wird in ihrer Verfassung als unteilbar, laizistisch, demokratisch und sozial erklärt. Ihr Grundsatz lautet: „Regierung des Volkes … Italien Mit knapp 59 Millionen Einwohnern ist es das viertbevölkerungsreichste vollständig zu Europa zählende Land. Die Hauptstadt und bevölkerungsreichste Stadt ist … Russland Russia: The Migration Dimension of the War in Ukraine . Brain Drain from Russia after February 24th 2022. In: Russian Analytical Digest (RAD) Deutschland Deutschland (; Vollform des Staatsnamens: Bundesrepublik Deutschland) ist ein Bundesstaat in Mitteleuropa. Es besteht aus 16 Ländern und ist als … Konservative Revolution Konservative Revolution ist ein Sammelbegriff für politische Strömungen, die sich in der Weimarer Republik entwickelten. Gemeinsam waren diesen Strömungen …