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Kredithai
Unter Kredithai (englisch loan shark, shylock, gombeen-man) versteht man in der Wirtschaft umgangssprachlich Wirtschaftssubjekte, die bonitätsschwachen …
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Begriff und rechtliche Einordnung
Ein Kredithai ist umgangssprachlich eine natürliche oder juristische Person, die bonitätsschwachen Schuldnern Kredite zu besonders nachteiligen Bedingungen anbietet. Kennzeichnend sind insbesondere Wucherzinsen, also Zinsen, die unangemessen hoch sind.
Kredithaie können das Kreditgeschäft von Kreditinstituten ersetzen, wenn Banken einer Person wegen ihrer Bonität keinen Kredit gewähren. Sie nutzen außerdem die Schwellenangst mancher Menschen aus, bei einer Bank überhaupt einen Kreditantrag zu stellen. Die geringe Bonität bedeutet ein hohes Risiko, dass der Kredit nicht zurückgezahlt wird; Kredithaie verwenden dieses Risiko als Begründung für sehr hohe Zinsen.
Überschreiten die Zinsen die von der Rechtsprechung gezogene Grenze zum Zinswucher, liegt eine Zinsschranke vor. Der Kreditvertrag wird dann als sittenwidrig, also gegen die guten Sitten verstoßend, und damit als nichtig eingestuft.
Typische Angebote und betroffene Kreditnehmer
Kredithaie treten sowohl als Privatpersonen als auch als Unternehmen auf. Sie werben häufig mit „Sofortkrediten“, Krediten ohne besondere Kreditwürdigkeitsprüfung, ohne Schufa-Anfrage oder mit Blankokrediten. Ein Blankokredit ist ein Darlehen ohne besondere Sicherheiten.
Sie richten sich besonders an geschäftsunerfahrene, unwissende oder finanziell bedrängte Personen und nutzen deren Notlage aus. Als Geschäftsbezeichnungen kommen etwa „Finanzmakler“ oder Kreditvermittler vor, die Kleinkredite zu Wucherzinsen vermitteln. Die Bezeichnung allein beweist jedoch keine Unseriosität: Ein großer Teil der Finanzmakler und Kreditvermittler ist seriös.
Auch bei Privatkrediten kann ein privater Kreditgeber als Kredithai auftreten, wenn der Kreditnehmer sittenwidrig geknebelt wird. Damit ist eine besonders belastende Bindung gemeint, durch die der Kreditnehmer unangemessen abhängig oder benachteiligt wird.
Ziele, Kosten und Vorgehen bei Zahlungsausfällen
Die Ziele und Methoden von Kredithaien unterscheiden sich von denen legaler Finanzmakler oder Kreditvermittler. Kredite werden gerade Kunden mit schlechter Bonität gegeben, obwohl die Ausfallwahrscheinlichkeit von Anfang an hoch ist. Kredithaie arbeiten ohne Banklizenz und ohne Aufsicht der Bankenaufsicht; in Deutschland ist dies die BaFin. Das ist illegal.
Die vollständige Rückzahlung des Kredits einschließlich der Zinsen hat für sie oft keine Priorität. Stattdessen zielen sie auf Wucherzinsen, die Bestellung von Kreditsicherheiten und/oder die Unterdrückung der Kreditnehmer. Die tatsächlichen Finanzierungskosten können durch Bearbeitungsgebühren, Provisionen, Restschuldversicherungen und weitere Nebenkosten verschleiert werden. Bei gewerbs- oder geschäftsmäßig tätigen Kredithaien muss der größte Teil dieser Nebenkosten nach § 16 PAngV in den effektiven Jahreszins einbezogen werden. Beim Vergleich des effektiven Jahreszinses können Verbraucher daher die wucherische Tendenz erkennen.
Nicht immer lässt sich beweisen, dass eine Zwangslage bewusst ausgenutzt wurde, um überhöhte Zinsen zu verlangen. Droht wegen der schwachen Bonität ein Forderungsausfall, arbeiten Kredithaie oft mit Inkassobüros zusammen. Bei der Eintreibung fälliger Raten oder Rückzahlungen kann mit illegalen Maßnahmen bis hin zu Gewalt gedroht werden. Illegales Kreditgeschäft steht oft im Zusammenhang mit organisierter Kriminalität.