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Konzessivsatz in der spanischen Sprache

Unter einem Einräumungssatz oder Konzessivsatz, oración concesiva versteht man in der Grammatik eine spezielle Form eines adverbialen Nebensatzes.

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Grundfunktion des Konzessivsatzes
  2. 2. Einleitung und wichtige spanische Ausdrücke
  3. 3. Der Indicativo bei gewissem Gegengrund
  4. 4. Der Subjuntivo bei möglichem oder irrealem Gegengrund
  5. 5. Infinitiv, Gerundium und Verbwiederholung

Grundfunktion des Konzessivsatzes

Ein Einräumungssatz oder Konzessivsatz (spanisch: oración concesiva) ist ein adverbialer Nebensatz. Er nennt einen Gegengrund, eine Einschränkung oder eine Bedingung, deren erwartete Wirkung nicht eintritt oder zu einer anderen Folge führt. Die Handlung oder Aussage des Hauptsatzes findet trotz dieses Gegengrunds statt.

Der Nebensatz heißt Protasis, der Hauptsatz Apodosis. Die Protasis formuliert die Einräumung, die Apodosis die Folge. Der zunächst erwartete Kausalzusammenhang bleibt unwirksam. Die passende Frage lautet „Welchem Umstand zum Trotz?“ beziehungsweise auf Spanisch „¿A pesar de qué?“.

Konzessivsätze gehören zu den subordinadas adverbiales, also zu den Nebensätzen mit Adverbialfunktion. Sie stehen wie Konditional-, Komparativ- und Konsekutivsätze in der Gruppe der hypothetischen Satzgefüge. Je nachdem, ob der Gegengrund als gewiss, ungewiss oder irreal dargestellt wird, ändern sich insbesondere Modus und Zeitformen der Verben.

Einleitung und wichtige spanische Ausdrücke

Konzessivsätze werden meistens durch konzessive Konjunktionen eingeleitet. Zu den wichtigen spanischen Ausdrücken gehören:

  • a pesar de – obwohl
  • aun a riesgo de que – selbst auf die Gefahr hin
  • aun cuando – sogar wenn
  • aunque – selbst wenn, obgleich, obschon
  • bien que – wenn auch, gleichwohl
  • con todo – dennoch, trotzdem
  • ni aunque – auch wenn
  • pese a que – trotz, obwohl
  • pese a todo – trotz alledem
  • por más que – wie sehr auch, wie auch immer; auch wenn
  • por mucho que – wie sehr auch immer
  • si bien – wenn gleich
  • en perjuicio de que – unbeschadet dessen
  • por + adjetivo + que sea – so + Adjektiv + es zu sein scheint beziehungsweise so + Adjektiv + es sei

Die spanische Satzstellung und die Zeitenfolge (Consecutio temporum) bleiben bei der Verbindung durch Konjunktionen grundsätzlich so, als würden zwei unabhängige Sätze verbunden. Im Unterschied zum Deutschen steht das finite Verb deshalb nicht grundsätzlich am Ende des Nebensatzes. Je nach Konjunktion kann der Indicativo oder der Subjuntivo verlangt werden.

Auch andere syntaktische Konstruktionen können einen konzessiven Bezug ausdrücken. Bei deutschen Konjunktionen ist außerdem zwischen Nebensatzeinleitern wie „obwohl“ und „obgleich“ und „trotzdem“ zu unterscheiden: „trotzdem“ leitet einen Hauptsatz ein.

Der Indicativo bei gewissem Gegengrund

Der Indicativo wird verwendet, wenn der Sprecher den im Nebensatz eingeräumten Sachverhalt als Tatsache darstellt oder beim Empfänger als Tatsache vorstellt. Handelt es sich nicht um einen bekannten oder als sicher dargestellten Tatbestand, wird der Subjuntivo verwendet.

Beispiel: Hoy voy al teatro aunque Joaquín no viene. – Heute gehe ich ins Theater, obwohl Joaquín nicht kommt.

Die Zeitfolge lautet hier: Futuro próximo + Presente. Entscheidend ist die semantische Absicht des Sprechers: Der Konzessivsatz nennt zwar eine Ursache oder einen Gegengrund, doch diese Ursache führt nicht zur erwarteten Folge im Hauptsatz.

Der Subjuntivo bei möglichem oder irrealem Gegengrund

Der irreale Konzessivsatz (oración concesiva irreal) ähnelt syntaktisch dem irrealen Konditionalsatz (oración condicional irreal). Er kann unter anderem mit aun cuando („auch wenn“, „selbst wenn“) oder cuando („wenn“) eingeleitet werden. Er beschreibt einen möglichen oder wahrscheinlichen Sachverhalt, der lediglich in der Vorstellungswelt des Sprechers konstruiert wird. Der erwartete kausale Zusammenhang würde sich nicht erfüllen.

Der Subjuntivo steht außerdem, wenn der Sprecher die Einschränkung oder den Gegengrund als nicht entscheidend betrachtet.

Beispiele:

  • Me resulta antipático, aunque te extrañe. – Mir ist er unsympathisch, auch wenn dich das erstaunen möge. Presente + Subjuntivo presente.
  • Le dijo la verdad, aun a riesgo de que se enfadara. – Er sagte ihr die Wahrheit, selbst auf die Gefahr hin, dass sie sich ärgerte. Presente + Subjuntivo imperfecto.

Zusammengefasst gilt: Ein gewisser Gegengrund steht im Indicativo, ein ungewisser oder irrealer Gegengrund im Subjuntivo.

Infinitiv, Gerundium und Verbwiederholung

Konzessive Aussagen können auch mit infiniten Konstruktionen gebildet werden. Dazu gehören:

  • con + Infinitiv: Con tanto comer has tenido hambre. – Trotz des vielen Essens hast du noch Hunger. Con ser tan inteligente no encontrarás la resolverás una adivinanza. – Obwohl du sehr intelligent bist, wirst du das Rätsel nicht lösen.
  • a pesar de + Infinitiv: No adelantábamos a pesar de caminar día y noche. – Wir kamen nicht vorwärts, obwohl wir Tag und Nacht wanderten.

Als Ersatzformen für a pesar de + Infinitiv werden aun a riesgo de, aun a sabiendas de, a fuer de und sin embargo de genannt. Außerdem ist die Gerundialkonstruktion aun + gerundio möglich.

Eine weitere konzessive Struktur entsteht durch die Wiederholung eines Verbs zusammen mit einem Relativpronomen oder Relativadverb. Diese Satzstrukturen verlangen obligatorisch den Subjuntivo:

  • venga quien venga – wer auch immer kommen mag
  • Venga quien venga va a ser feliz. – Wer auch immer kommen mag, wird glücklich werden.
  • sea como sea – sei es, wie es sei
  • Sea como sea, estás equivocado. – Sei es, wie es sei, du liegst falsch.

Weitere genannte Beispiele sind vayas a donde vayas, pasara lo que pasara und sean cuando sean.

Lernvideos zu Konzessivsatz in der spanischen Sprache

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