Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Kongruenz (Geometrie)

In der absoluten Geometrie heißen zwei Figuren kongruent, wenn eine Bewegung des Punktraumes existiert, durch die die eine Figur bijektiv auf die andere …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Grundidee der Kongruenz
  2. 2. Zeichen und Beispiel
  3. 3. Dreiecke prüfen
  4. 4. Vielecke und Raumgeometrie

Grundidee der Kongruenz

In der Geometrie heißen zwei Figuren kongruent, wenn sie durch eine Kongruenzabbildung ineinander überführt werden können. Kongruenzabbildungen, auch Bewegungen genannt, sind Parallelverschiebung, Drehung, Spiegelung und Verknüpfungen dieser Abbildungen.

Anschaulich bedeutet Kongruenz bei ebenen Figuren: Man könnte eine Figur ausschneiden und so auf die andere legen, dass beide exakt übereinander liegen. Solche Figuren nennt man auch deckungsgleich. Figuren, die nicht kongruent sind, heißen inkongruent.

Kongruente Figuren unterscheiden sich nur durch ihre Lage. Sie haben die gleiche Form und die gleiche Größe. Bei kongruenten ebenen Vielecken und räumlichen Polyedern müssen alle entsprechenden Streckenlängen und Winkelgrößen übereinstimmen. In der absoluten Geometrie wird dies so formuliert: Zwei Figuren sind kongruent, wenn es eine Bewegung des Punktraumes gibt, durch die die eine Figur bijektiv auf die andere abgebildet wird.

Zeichen und Beispiel

Ein verbreitetes Zeichen für Kongruenz ist ≅, also ein Gleichheitszeichen mit einer Tilde darüber. Es entspricht Unicode U+2245, HTML ≅ und wird im LaTeX-math-Modus mit \cong geschrieben.

Das Beispiel im Artikel unterscheidet kongruente, ähnliche und nicht ähnliche Figuren: Die ersten beiden gezeigten Figuren sind kongruent. Eine dritte Figur hat zwar die gleiche Form, ist aber kleiner. Sie ist deshalb ähnlich, aber nicht kongruent. Eine weitere Figur hat nicht dieselbe Form und ist daher weder ähnlich noch kongruent zu den T-förmigen Figuren.

Dreiecke prüfen

Für Dreiecke gibt es fünf Kongruenzsätze. Sie liefern einfache Kriterien, mit denen man überprüfen kann, ob zwei ebene Dreiecke kongruent sind. Stimmen zwei Dreiecke in einem dieser Kriterien überein, dann stimmen auch die übrigen Seitenlängen und Winkelmaße überein.

Die fünf Kongruenzsätze sind: sss, wenn drei Seitenlängen übereinstimmen; sws, wenn zwei Seitenlängen und der eingeschlossene Winkel übereinstimmen; ssw, wenn zwei Seitenlängen und der Winkel übereinstimmen, der der längeren Seite gegenüberliegt; wsw, wenn eine Seitenlänge und die beiden anliegenden Winkel übereinstimmen; wws, wenn eine Seitenlänge, ein anliegender Winkel und der gegenüberliegende Winkel übereinstimmen.

Beim ebenen Dreieck beträgt die Maximalzahl unabhängiger Bestimmungsstücke drei. Bestimmungsstücke sind Größen, die die Kongruenz bestimmen. Das können nicht nur Seitenlängen oder Winkelmaße sein, sondern auch Inkreisradius, Umkreisradius, Höhe, Länge einer Seitenhalbierenden, Fläche und ähnliche Größen.

Vielecke und Raumgeometrie

Bei einem ebenen n-Eck, also einem Polygon mit n Ecken, braucht man zur kongruenten Festlegung für jede zusätzliche Ecke zwei zusätzliche Bestimmungsstücke. Deshalb ist die Maximalzahl unabhängiger Bestimmungsstücke für ein n-Eck 2n - 3.

In der Stereometrie, also der Raumgeometrie, wird Kongruenz auch bei Polyedern betrachtet. Bei Polyedern kann man gegebenenfalls von der Kongruenz von Ecken sprechen. Zwei Ecken sind dabei kongruent, wenn sie dieselbe Anzahl von Kanten und Flächen mit gleichen Winkeln in derselben Reihenfolge vereinigen. Dabei müssen nicht nur die Winkel in den Seitenflächen des Polyeders gleich sein, sondern auch alle Winkel zwischen entsprechenden Kantenpaaren. Die eine Ecke muss sich gegebenenfalls durch eine Kongruenzabbildung in die andere überführen lassen.

Lernvideos zu Kongruenz (Geometrie)

Weiterlesen

Geometrie Dieser Artikel behandelt das Teilgebiet der Mathematik. Zum Werk von René Descartes siehe La Géométrie. Einerseits versteht man unter Geometrie die zwei- und … Geometrische Figur Eine Geometrische Figur ist ein Begriff aus der Geometrie, der uneinheitlich verwendet wird und häufig undefiniert bleibt. Oft versteht man darunter … Kongruenzabbildung Das heißt, dass jede Figur auf eine zu ihr kongruente abgebildet wird. Insbesondere lassen Kongruenzabbildungen den Abstand zwischen zwei beliebigen Punkten … Bewegung (Mathematik) In der Geometrie ist eine Bewegung eine Abbildung des euklidischen Raums auf sich selbst. Es handelt sich um eine bijektive, abstandserhaltende und … Parallelverschiebung Die Parallelverschiebung oder Translation ist eine geometrische Abbildung, die jeden Punkt der Zeichenebene oder des Raumes in dieselbe Richtung um dieselbe … Drehung Unter einer Drehung versteht man in der Geometrie eine Selbstabbildung des euklidischen Raumes mit mindestens einem Fixpunkt, die alle Abstände invariant … Spiegelung (Geometrie) Spiegelungen sind in der Geometrie bestimmte Kongruenzabbildungen der Zeichenebene oder des (euklidischen) Raumes. Eine Gleitspiegelung ist die Kombination … Verknüpfung (Mathematik) Das Wort Verknüpfung wird auch verwendet, um die Hintereinanderausführung (Verkettung) von Funktionen zu bezeichnen. Eine Verknüpfung legt allgemein fest, Polyeder Drehsymmetrie · Achsensymmetrie · Punktsymmetrie. Die platonischen Körper definieren außerdem Symmetriegruppen, nämlich die Tetraedergruppe, die Oktaedergruppe … Strecke (Geometrie) Die Begrenzung einer Strecke durch diese Punkte unterscheidet sie von Geraden, die beidseitig unbegrenzt sind, und von Halbgeraden (Strahlen), die nur auf einer … Winkel Winkelmaße und Maßeinheiten für Winkel ; Bogenmaß · Radiant, 2π ; Gradmaß, Grad (Bogenminute, Bogensekunde), 360 ; Geodätisches Winkelmaß, Gon (veraltet: Neugrad) … Unicode [ ˈjuːnikoːt]) legt fest, wie Schrift elektronisch gespeichert werden kann, z. B. auf einem Computer oder Telefon. Der durch den Standard festgelegte …