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Klosters
Geschichte und Ortsbild. Bearbeiten. Landquart zwischen Klosters und Monbiel ... Klosters hat seinen Namen von dem 1222 erstmals urkundlich erwähnten, dem …
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Überblick und Lage
Klosters ist eine politische Gemeinde im Schweizer Kanton Graubünden und Hauptort der Region Prättigau/Davos. Bis Ende 2020 hiess sie offiziell Klosters-Serneus; bereits bis 1973 hatte sie den Namen Klosters getragen. Die Gemeinde liegt auf 830 bis 3297 m ü. M., umfasst 219,80 km² und hatte am 31. Dezember 2025 4499 Einwohner. Daraus ergibt sich eine Bevölkerungsdichte von 20 Einwohnern pro km².
Als oberste Gemeinde des Prättigaus besteht Klosters aus acht Fraktionen: Platz, Dorf, Selfranga, Aeuja, Monbiel, Serneus, Mezzaselva und Saas im Prättigau. Das Gemeindegebiet entspricht weitgehend dem Einzugsgebiet der oberen Landquart. Seine Grenzen verlaufen deshalb häufig auf Wasserscheiden zu Montafon, Unterengadin, Landwassertal und Schanfigg. Nachbargemeinden sind Arosa, Conters im Prättigau, Davos und Zernez sowie Gaschurn und St. Gallenkirch im österreichischen Vorarlberg.
Die Landschaft wird durch den breiten Talkessel geprägt, in dem Landquart, Stützbach und Schlappinbach zusammentreffen. Im Osten und Norden erheben sich Gebirgszüge der Silvretta und des Rätikons. Der höchste Punkt der Gemeinde ist das Verstanclahorn mit 3298 m; weitere bedeutende Gipfel sind Silvrettahorn, Grosses Seehorn, Gross Litzner und Flüela Wisshorn. Im Westen liegen unter anderem Casanna, Gotschnagrat und das Gebiet beim Weissfluhjoch.
Das Siedlungszentrum bilden die zusammengewachsenen Ortsteile Platz auf 1206 m und Dorf auf 1124 m. Daran schliesst Selfranga an. Aeuja und Monbiel liegen weiter östlich. Unterhalb von Klosters Dorf befinden sich Serneus und die Streusiedlung Mezzaselva, die bis 1872 gemeinsam die selbstständige Gemeinde Serneus bildeten. Schlappin auf 1658 m war bis ins 17. Jahrhundert ganzjährig bewohnt.
Geschichtliche Entwicklung und Ortsbild
Der Name Klosters geht auf das 1222 erstmals urkundlich erwähnte Prämonstratenserkloster Klösterli im Walt zurück, das dem Heiligen Jakob geweiht und eine Tochtergründung von Churwalden war. Die Siedlung entwickelte sich im Spätmittelalter vor allem aus den Höfen der Propstei St. Jakob. Dazu kamen Rodungshöfe vermutlich aus Davos eingewanderter Walser. Im Schlappintal bestand bis ins 16. Jahrhundert eine walserische Dauersiedlung; im frühen 16. Jahrhundert war die Germanisierung abgeschlossen.
Während der Reformation wurde die Propstei St. Jakob 1526 aufgehoben und ihr Besitz säkularisiert, also in weltlichen Besitz überführt. Im Prättigauerkrieg brannte das Klostergebäude 1621 ab. Von ihm blieb vor allem der romanische Turm der 1921 erneuerten reformierten Pfarrkirche erhalten. Gegenüber steht das Alte Rathaus oder Jeuchenhaus von 1680, ein Holzhaus im Prättigauer Stil. Das Heimatmuseum Nutli Hüschi befindet sich in einem wieder eingerichteten Bauernhaus aus dem 16. Jahrhundert. Die katholische Kirche wurde 1921/1922 errichtet und 1963 neu gebaut. Im Jahr 2000 waren fast zwei Drittel der Bevölkerung reformiert und ein Viertel katholisch.
Klosters bildete eine Gerichtsgemeinde, deren Landesherren nacheinander die Freiherren von Vaz, die Grafen von Toggenburg, die Grafen von Montfort und von 1477 bis 1649 Habsburg-Österreich waren. 1436 schloss sich Klosters mit anderen toggenburgischen Gerichten zum Zehngerichtenbund zusammen. Aus der Aufhebung des Klosters entstand ein langer Streit mit Habsburg-Österreich. Bei österreichischen Angriffen wurden 1621 und 1622 über 300 Häuser und damit ungefähr drei Viertel des Ortes verbrannt; 1623 folgte eine Hungersnot. 1649 kaufte die Gerichtsgemeinde die landesherrlichen Rechte frei. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts führten Hexenverfolgungen zu etwa 50 Hinrichtungen. Ein Bergsturz in Monbiel tötete 1770 insgesamt 19 Menschen.
Neben der Viehwirtschaft und Viehexporten nach Oberitalien wurde vom 15. bis zum 19. Jahrhundert Korn angebaut. Versuche, Silber, Blei und Eisen zu gewinnen, blieben langfristig erfolglos. Einen entscheidenden Wandel brachte 1889 die Eröffnung der Bahnstrecke Landquart–Davos: Der Fremdenverkehr und besonders der Wintersport entwickelten sich stark. Die Bergbahn Gotschna nahm 1950, die Bergbahn Madrisa 1966 den Betrieb auf. Der 1991 begonnene Vereinatunnel wurde 1999 eröffnet.
Zum 1. Januar 2016 wurde Saas im Prättigau nach Zustimmung beider Gemeinden in Klosters-Serneus eingemeindet. Ein zuvor untersuchtes grösseres Fusionsprojekt mit Küblis, Saas im Prättigau, St. Antönien und Luzein war 2012 abgebrochen worden.
Bevölkerung, Politik und Wappen
Die Einwohnerzahl stieg langfristig deutlich, schwankte jedoch zuletzt: 1850 lebten 1302 Menschen in Klosters, 1900 waren es 1555, 1930 bereits 2558 und 1950 insgesamt 2978. Im Jahr 2000 wurden 3890, 2010 dann 4650 und 2020 noch 4416 Einwohner gezählt. Am 31. Dezember 2025 waren es 4499; der Anteil der Einwohner ohne Schweizer Bürgerrecht betrug 20,5 %.
Die geltende Gemeindeverfassung stammt vom 29. Dezember 2008 und wurde später geändert. Die Exekutive, also die ausführende Gemeindebehörde, ist der fünfköpfige Vorstand. Als Legislative, die politische Beschlüsse und Regeln berät, dient seit 1970 der Gemeinderat mit 15 Mitgliedern. Für 2021 nennt der Artikel folgende Sitzverteilung: 6 Sitze für die BDP, 5 für die FDP, 3 für die SVP und 1 für die GLP.
Das seit dem 16. Jahrhundert verwendete Siegelbild zeigt das Gemeindewappen. Seine Blasonierung, also die heraldische Beschreibung, lautet: «In Gold stehender Wilder Mann, in der Rechten blaue Fahne mit silbernem Kreuz».
Tourismus, Wirtschaft und Verkehr
Klosters ist ein Kur- und Wintersportort. Rund um die Gemeinde gibt es zahlreiche Abfahrtspisten sowie mehr als 40 km gespurte Langlaufloipen. Der Gotschnagrat auf 2285 m ist mit einer Seilbahn von Klosters Platz erreichbar und gilt als Hausberg von Klosters. Von der Mittelstation Gotschnaboden auf 1780 m führt eine 3,2 km lange Schlittelbahn ins Tal. Das besonders bei Familien beliebte Gebiet Madrisa wird seit Herbst 2005 durch eine erneuerte Umlaufbahn mit Viererkabinen ab Klosters Dorf erschlossen. Im Sommer sind Wanderungen sowie Kletter-, Gletscher- und Bergtouren möglich; als Stützpunkte dienen Fergenhütte, Seetalhütte und Silvrettahütte.
Lange Zeit führte der gesamte Strassenverkehr von Landquart nach Davos oder ins Unterengadin durch den Ort. Die Umfahrung mit der Sunnibergbrücke und dem anschliessenden Gotschnatunnel entlastet Klosters weitgehend vom Durchgangsverkehr. Beide Bauwerke wurden am 9. Dezember 2005 durch Bundesrat Moritz Leuenberger und den britischen Thronfolger Prinz Charles eröffnet. Der Tunnel endet bei der Autoverladestation Selfranga.
Seit 1889 liegt Klosters an der Strecke Landquart–Davos Platz der Rhätischen Bahn. Zunächst war der Bahnhof ein Kopfbahnhof; seit 1930 ist er durch den 400 m langen Klosters-Kehrtunnel ein Durchgangsbahnhof. Die Vereinalinie schuf eine moderne Verbindung ins Engadin, während in Selfranga ein Bahnhof für den Autoverlad entstand. Zur Gemeinde gehören die Bahnstationen Klosters Dorf, Klosters Platz und Cavadürli auf 1352 m.
Seit dem 1. Dezember 1985 verfügt Klosters zudem über ein Ortsbusnetz. Die sechs Linien 231 bis 237 werden von Postauto Graubünden betrieben; zentraler Umsteigeplatz ist die Haltestelle beim Bahnhof Klosters Platz.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Zu den wichtigen historischen Bauwerken gehören die reformierte Kirche, die katholische Kirche Sankt Josef, das Alte Rathaus sowie das Ortsmuseum Nutli Hüschi. Das Museum vermittelt in einem alten Walserhaus die Geschichte und Heimatkunde der Gemeinde. Weitere Sehenswürdigkeiten sind das Pfarrhaus mit Kirchgemeindesaal von 2008 und das Hotel Chesa Grischuna. Auf dem Bahnhofplatz von Klosters Platz steht das 3,5 m hohe «Wildmändli», eine 2015 geschaffene Holzstatue von Christian Bolt, die auf den Wilden Mann im Gemeindewappen verweist.
Das Kulturangebot umfasst den Kulturschuppen, die Wärchstuba und die Gemeindebibliothek in den über 300 Jahre alten Räumen des Alten Rathauses. Der 2002 gegründete Kulturschuppen bietet Kino, Jazz, Kleintheater, Lesungen und Vorträge. Seit 2026 befindet er sich im alten Schulhaus an der Landstrasse. Die Kulturgesellschaft Klosters organisiert dort und an weiteren Orten Veranstaltungen, darunter die Klosterser Sommerkonzerte in der Kirche St. Jakob. Die 1971 von Bergbäuerinnen gegründete Wärchstuba bietet jährlich mehr als 100 Kurse, etwa zu Kochen, Kunsthandwerk, Persönlichkeitsbildung und Sport.