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Kanton Uri

Vom Vierwaldstättersee bis zu den alpinen Gipfeln im Gotthardgebiet ist in Uri eher ein sanfter Tourismus realisiert. Laut Bundesamt für Statistik (BFS) im …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Raum
  2. 2. Bevölkerung, Sprache und Religion
  3. 3. Demokratie, Regierung und Gerichte
  4. 4. Wirtschaft und Steuern
  5. 5. Tourismus, Verkehr und Bildung
  6. 6. Gemeinden und weitere Gliederung

Überblick und Raum

Uri (Kürzel UR) ist ein deutschsprachiger Kanton der Schweiz in der Grossregion Zentralschweiz (Innerschweiz). Hauptort und bevölkerungsreichster Ort ist Altdorf. Uri trat 1291 dem Bund bei und ist zusammen mit Schwyz und Unterwalden einer der drei Urkantone, also Gründungsmitglieder der Eidgenossenschaft.

Der Kanton umfasst 1076,53 km² und reicht von 430 bis 3630 m ü. M. Er liegt zwischen Vierwaldstättersee im Norden und Gotthardpass im Süden. Sein Gebiet entspricht weitgehend dem Einzugsgebiet des Oberlaufs der Reuss und des südlichen Vierwaldstättersees, des Urnersees. Dazu kommen der Oberlauf der Engelberger Aa und der Urnerboden. Uri grenzt an Graubünden, Tessin, Wallis, Bern, Obwalden, Nidwalden, Schwyz und Glarus.

Etwa 56 Prozent der Fläche sind gebirgig und unproduktiv. Deshalb leben rund drei Viertel der Einwohner im untersten Kantonsteil, in der Reussebene. Uri besteht aus 19 selbstständigen politischen Gemeinden. Nach Fläche liegt es unter den 26 Kantonen auf Rang 11, nach Einwohnerzahl auf Rang 25.

Bevölkerung, Sprache und Religion

Die Einwohner heissen Urner. Am 30. September 2025 hatte Uri 38'533 Einwohner und eine Bevölkerungsdichte von 36 Einwohnern pro km²; der Schweizer Durchschnitt betrug 220 Einwohner pro km². Der Ausländeranteil, also gemeldete Einwohner ohne Schweizer Bürgerrecht, lag bei 15,8 Prozent, gegenüber 27,6 Prozent landesweit. Die Arbeitslosenquote betrug am 31. Januar 2026 1,2 Prozent; auf eidgenössischer Ebene waren es 3,2 Prozent.

Amtssprache ist Deutsch. Das örtlich gesprochene Urnerdeutsch gehört zum Höchstalemannischen. 2012 nannten 94,1 Prozent der Bevölkerung Deutsch als Hauptsprache.

Die römisch-katholische Konfession dominiert: 2017 bekannten sich 80,6 Prozent der Gesamtbevölkerung dazu. Die römisch-katholische Landeskirche hat 23 Kirchgemeinden und 24 Pfarreien. 4,7 Prozent gehörten 2017 der evangelisch-reformierten Kirche an; diese ist seit 2003 selbständig organisiert und umfasst drei Kirchgemeinden. Beide Landeskirchen sind Körperschaften des kantonalen öffentlichen Rechts.

Für die gesamte Religionszugehörigkeit liegen seit der Volkszählung 2000 ausserhalb der Landeskirchen keine vollständigen Zahlen vor. In der BFS-Stichprobenerhebung 2017 für Personen ab 15 Jahren waren 80 Prozent römisch-katholisch, 5 Prozent evangelisch-reformiert, je 2 Prozent gehörten anderen christlichen Konfessionen beziehungsweise dem Islam an, 9 Prozent waren konfessionslos und 2 Prozent machten andere oder keine Angaben. Unter Befragten mit ausländischer Staatsangehörigkeit lagen die Anteile bei 52 Prozent römisch-katholisch, 7 Prozent andere christliche Konfessionen, 10 Prozent muslimisch, 18 Prozent konfessionslos und 13 Prozent andere oder keine Angabe.

Demokratie, Regierung und Gerichte

Die Kantonsverfassung stammt von 1984 und wurde geändert. Das gesetzgebende Organ ist der Landrat mit 64 Mitgliedern und einer Amtszeit von vier Jahren. Die 19 Gemeinden bilden Wahlkreise. In den vier grössten Gemeinden gilt Proporz mit wahlkreisübergreifendem Ausgleich, ein doppeltproportionales Zuteilungsverfahren; die übrigen Gemeinden wählen nach Majorz, also Mehrheitswahl. Der Landrat tagt normalerweise neun- bis zehnmal jährlich öffentlich im Urner Rathaus.

Verfassungs- und Gesetzesänderungen müssen zwingend vors Volk. Gegen Landratsverordnungen können 300 Wahlberechtigte ein Referendum ergreifen. 600 Wahlberechtigte können durch Volksinitiative den Erlass, die Änderung oder Aufhebung von Verfassungs-, Gesetzes- oder Verordnungsbestimmungen sowie die Abberufung einer Behörde verlangen. Nach den Wahlen vom 21. April 2024 verteilten sich die Sitze auf Mitte 22, SVP 17, FDP 12, SP 4, Unabhängige 4, GLP 3 und Grüne 2. Uri entsendet zwei Mitglieder in den Ständerat und einen Vertreter in den Nationalrat.

Die Exekutive ist der direkt nach Mehrheitswahlrecht gewählte Regierungsrat mit sieben Mitgliedern für vier Jahre. Landammann und Landesstatthalter werden jeweils für zwei Jahre gewählt. Für Mai 2024 bis Mai 2028 gehören ihm Christian Arnold (SVP, Landammann), Daniel Furrer (CVP, Landesstatthalter), Céline Huber, Urban Camenzind und Hermann Epp (CVP) sowie Georg Simmen und Urs Janett (FDP) an.

Erste Gerichtsinstanz ist das Landgericht in Altdorf. Zweite Instanz und Verwaltungsgericht ist das Obergericht in Altdorf mit 13 Mitgliedern sowie zivilrechtlicher, strafrechtlicher und verwaltungsrechtlicher Abteilung. Alle Richter werden direkt vom Volk gewählt; die vorgeschaltete Schlichtungsbehörde in Zivilsachen wählt das Obergericht.

Wirtschaft und Steuern

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP), der Wert der im Kanton erzeugten Güter und Dienstleistungen, betrug 2022 2,2 Milliarden Schweizer Franken. Damit lag Uri auf Rang 25 der 26 Kantone. Das BIP pro Kopf betrug 58'392 Franken und lag auf dem letzten Rang. 2021 gab es 19'232 Beschäftigte: 1'430 im primären Sektor (Urproduktion), 5'344 im sekundären Sektor (Industrie) und 12'458 im tertiären Sektor (Dienstleistungen). Von 2'796 Arbeitsstätten entfielen 557 auf den primären, 405 auf den sekundären und 1'834 auf den tertiären Sektor. 2020 bewirtschafteten 61 Betriebe 15,6 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche biologisch.

Uri trägt Kosten für Infrastruktur von interregionaler Bedeutung, darunter Autobahn, Gotthardtunnel und fünf Passstrassen. Daher wird ein Teil dieser Kosten durch andere Kantone mitfinanziert; Uri profitiert am meisten vom Finanzausgleich. Da der Kanton kein eigenes kantonales BIP erhebt, wird seine Konjunktur indirekt über einen synthetischen Indikator beurteilt. Dieser beruht auf offenen Stellen, Fahrzeugneuzulassungen, Importen, Exporten, Logiernächten sowie Arbeitsvorrat und Auftragseingang im Bauhauptgewerbe. Seit etwa Mitte 2000 entwickelte sich die wirtschaftliche Tätigkeit asynchron zur Gesamtschweiz.

Seit 2006 wurden Steuern für natürliche und juristische Personen schrittweise gesenkt und eine «Flat Rate Tax» eingeführt. Stand 2023 beträgt etwa der Kinderabzug 8'200 CHF statt 4'000 CHF, der Gewinnsteuersatz 11 Prozent statt bis zu 22 Prozent und der maximale Vermögenssteuersatz je nach Gemeinde 5,7 ‰ statt 7,2 ‰. Der Kinderbetreuungsabzug ist gegen Nachweis unbeschränkt statt auf maximal 2'000 CHF begrenzt.

Tourismus, Verkehr und Bildung

Uri setzt vom Vierwaldstättersee bis zu den Gipfeln des Gotthardgebiets eher auf sanften Tourismus. Der Kanton hatte laut BFS rund 70 Hotelbetriebe; sie erzeugten 2022 insgesamt 304'459 Logiernächte. Rund 39 Bergbahnen führen auf die Berge. Seit 2011 entwickelt Samih Sawiris bei Andermatt das Resort Andermatt Swiss Alps mit Hotels, Ferienappartements und einem Golfplatz mit 18 Löchern.

Der Gotthardübergang verursacht seit Jahrhunderten ein hohes Verkehrsaufkommen. Seine Bedeutung nahm mit dem Ausbau der Schöllenenschlucht ab etwa 1220 und der ersten Teufelsbrücke von 1230 zu. Der Gotthard-Eisenbahntunnel wurde 1882 eröffnet, der Gotthard-Strassentunnel 1980. Im Dezember 2016 ging der rund 57 Kilometer lange, damals längste Eisenbahntunnel der Welt als Teil der NEAT in Betrieb. Der Motorisierungsgrad lag 2025 bei 566,3 Personenwagen pro 1'000 Einwohner.

Die Schulzeit beginnt mit zwei Jahren Kindergarten, davon ist ein Jahr obligatorisch. Es folgen sechs Jahre Primarschule und anschliessend drei Jahre Oberstufe oder die ersten drei Jahre des Gymnasiums; die obligatorische Schulzeit dauert somit normalerweise zehn Jahre. In der Oberstufe gibt es je nach Gemeinde integrierte Modelle mit Niveaus A und B oder Sekundar- und Realklassen. Die Kantonale Mittelschule Uri in Altdorf führt ein sechsjähriges Gymnasium vom siebten bis zum zwölften Schuljahr und vergibt einen eidgenössisch anerkannten Maturitätsausweis. Uri hat keine Universität und keine Fachhochschulen.

Gemeinden und weitere Gliederung

Die Einwohnergemeinde ist Trägerin der lokalen Selbstverwaltung. Neben den Einwohnergemeinden gibt es Kirchgemeinden sowie die Korporationsbürgergemeinden Uri und Ursern, die zu den grössten Landeigentümern gehören. Gemeinden mit mehr als 1'500 Einwohnern am 31. Dezember 2025 waren Altdorf (10'618), Schattdorf (5'555), Erstfeld (3'985), Bürglen (3'923), Silenen (2'080), Seedorf (2'054), Flüelen (2'048), Attinghausen (1'781) und Andermatt (1'603).

Uri ist politisch nicht in Bezirke eingeteilt; das BFS führt den ganzen Kanton jedoch als Bezirk mit der Nummer 0400. Die Gerichtsorganisation unterschied Uri und Ursern als Gerichtsbezirke, wobei der Landrat am 5. September 2018 die Aufhebung des Gerichtsbezirks Ursern guthiess. Korporationsrechtlich ist das Gebiet in die Korporation Uri mit 16 Gemeinden von Seelisberg bis Göschenen und die Korporation Ursern mit Andermatt, Hospental und Realp geteilt. Ihnen gehört praktisch das gesamte Gebiet mit Wasser, Boden und Alpen.

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