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Kaiserin-Friedrich-Gymnasium

Als private Lateinschule im Jahr 1550 gegründet, ist das Gymnasium mit heute 1351 Schülern und 116 Lehrkräften zu einer der größten Schulen des …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Profil und Bedeutung
  2. 2. Von der Lateinschule zum anerkannten Gymnasium
  3. 3. Schule im 20. Jahrhundert
  4. 4. Namensgeberin und heutiges Schulprofil
  5. 5. Zweisprachiger Unterricht und Angebote

Profil und Bedeutung

Das Kaiserin-Friedrich-Gymnasium (KFG) in Bad Homburg vor der Höhe ist ein Gymnasium und zugleich ein altsprachliches Gymnasium. Es gehört neben der Humboldtschule zu den zwei Gymnasien der Stadt und zählt zu den ältesten Schulen im deutschen Sprachraum. Seine Ursprünge liegen in einer privaten Lateinschule, die nachweislich 1550 gegründet wurde. Das KFG ist heute eine der größten Schulen des Hochtaunuskreises.

Die Schule liegt im Stadtteil Gonzenheim. Träger ist der Hochtaunuskreis. Als Kooperationspartner werden die Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main und die Bundesagentur für Arbeit genannt. Am 3. Dezember 2010 erhielt das KFG die MINT-EC-Zertifizierungsplakette für seine mathematisch-naturwissenschaftliche Ausrichtung. Die Angaben zur Schülerzahl unterscheiden sich im Artikel: In den aktuellen Angaben werden 1351 Schüler und 116 Lehrkräfte genannt, die Infobox nennt 1503 Schüler am 19. August 2013.

Von der Lateinschule zum anerkannten Gymnasium

Im damaligen Homburg bestand 1550 nachweislich eine städtische Lateinschule. Wegen der 1528 eingeführten Reformation wird vermutet, dass sie bereits um 1530 entstanden sein könnte. Um 1800 verlor sie durch Geldmangel, sinkende Schülerzahlen und die Gründung eines Lehrinstituts an Bedeutung. Ihr genaues Ende ist nicht eindeutig belegt: Möglich sind 1819 oder eine kurze Wiederbelebung zwischen 1826 und 1830. Sicher ist, dass sie 1831 nicht mehr bestand. 1834 entstand an ihrer Stelle eine private Lateinschule.

Diese Schule bestand bis 1865. Unter Wilhelm Goepel wurde zunächst eine gymnasiale Mittelstufe und anschließend eine Realabteilung mit Schwerpunkt auf neuen Sprachen und Naturwissenschaften eingerichtet. 1865 übernahm die städtische höhere Knabenschule 160 Schüler. Sie umfasste eine dreiklassige Realschule und einen dreiklassigen gymnasialen Zweig. 1867 wurde sie zur Realschule II. Ordnung, bis 1870 auf sechs Klassen erweitert. Die Schüler erlangten das kleine Reifezeugnis.

Der Ausbau zum Realprogymnasium wurde 1890 abgeschlossen. Zwischen 1891 und 1896 bestanden an derselben Schule gleichzeitig ein Progymnasium, ein auslaufendes Realgymnasium und eine im Aufbau befindliche Realschule. 1896 beschloss der Magistrat den Ausbau zu einem Vollgymnasium mit angegliederter Realschule. 1899 wurde die Schule als Gymnasium anerkannt. Am 21. Februar 1900 erhielt sie den Namen Kaiserin-Friedrich-Gymnasium; Ostern 1901 legten die ersten Schüler dort ihr Abitur ab.

Schule im 20. Jahrhundert

1915 wurde die Schule verstaatlicht. Preußen übernahm die Verwaltungskosten, während die Gebäude Eigentum der Stadt blieben. Wegen Raummangels verlangte der Staat einen Neubau, der jedoch erst 1955 fertiggestellt wurde. Einen geplanten Abbau der gymnasialen Oberstufe konnte die Schule von 1921 bis 1930 verhindern. Ab 1929 begann unter Friedrich Bunnemann die Umwandlung zum Reformrealgymnasium; die seit 1865 bestehende Realschule wurde aufgelöst. 1937 wurde die Schule in „Kaiserin-Friedrich-Schule, staatliche Oberschule für Jungen“ umbenannt. Die letzten humanistischen Abiturienten wurden Ostern 1938 verabschiedet.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden Schule und Unterricht gleichgeschaltet. Viele Schüler erschienen in Hitlerjugend-Uniform, und der Samstagsunterricht entfiel zugunsten von Treffen der Hitlerjugend. Bunnemann wurde von NS-Parteikreisen als untragbar angesehen und nach Marburg versetzt. Sein Nachfolger Theodor Szymanski, NSDAP-Mitglied, setzte die Umwandlung im Sinne des NS-Regimes und der 1937 eingeführten achtjährigen Deutschen Oberschule um. Im Zweiten Weltkrieg wurden zahlreiche Lehrkräfte und Schüler zum Kriegsdienst eingezogen. Beim schwersten Luftangriff auf Bad Homburg am 8. März 1945 wurde die Schule von Brandbomben getroffen. Wegen der Schäden am Homburger Lyzeum wurde ein Lazarett in die Schule verlegt; der Unterricht wurde eingestellt.

Anfang Dezember 1945 begann der Unterricht zunächst in der Landgraf-Ludwig-Grundschule. Nach dem Auszug der amerikanischen Verwaltung konnte das alte Gebäude am 6. Februar 1946 wieder bezogen werden. Einige Lehrer durften wegen ihrer NS-Vergangenheit nicht zurückkehren. Die Schule war nun ein Realgymnasium mit den Sprachenfolgen Englisch/Latein, Französisch/Französisch oder Latein; seit 1946 dauerte der Schulbesuch wieder neun Jahre.

1950 wurde das altsprachliche Gymnasium wieder aufgebaut. Der Neubau am südöstlichen Rand des Kurparks konnte am 21. Mai 1955 bezogen werden und bot Platz für 24 Klassen, einen naturwissenschaftlichen und einen Verwaltungstrakt. 1956 wurde die Oberstufe in einen neusprachlichen und einen mathematisch-naturwissenschaftlichen Zweig gegliedert. Mädchen wurden zunächst in der Oberstufe aufgenommen, wenn sie Latein bis zum Abitur belegen wollten; 1967 wurde die Koedukation in allen Zweigen eingeführt. Anbauten erfolgten 1970 und 1985.

Am 21. Februar 2000 erhielt die Schule ihren Namen Kaiserin-Friedrich-Gymnasium zurück. 2001 wurden Aula und Sporthalle eingeweiht. 2011 erwarb der Hochtaunuskreis das benachbarte Sanatorium Dr. Goldschmidt als Erweiterungsmöglichkeit. Der sogenannte Turm wurde von August 2017 bis August 2019 für 7,9 Millionen Euro saniert. Im Februar 2020 übernahm Jochen Henkel die Schulleitung.

Namensgeberin und heutiges Schulprofil

Namensgeberin ist Victoria von Großbritannien und Irland (1840–1901). Wilhelm II. genehmigte den Namen 1900. Victoria lebte damals unter der Bezeichnung „Kaiserin Friedrich“ auf Schloss Friedrichshof in Kronberg im Taunus, nachdem ihr Mann Friedrich III. gestorben war. Ihre Kontakte zur Schule beschränkten sich auf Schriftverkehr. Sie starb am 5. August 1901 und galt als modern, liberal und weltoffen.

Seit dem Schuljahr 2004/2005 gilt die achtjährige Gymnasialzeit G8. Dadurch wurde die Ganztagsschule für die Sekundarstufe I verbindlich. Bereits ab dem Schuljahr 1999/2000 gab es für leistungsstarke Schüler eine Projektklasse. Sie bearbeiteten den Stoff der Jahrgangsstufen 6 bis 10 in vier statt fünf Jahren und wechselten anschließend gemeinsam mit den Regelklassen in die nächsthöhere Jahrgangsstufe. Im ersten Jahr der Oberstufe, der Einführungsphase, findet der Unterricht im Kurssystem statt.

Das KFG bietet drei Wege für die Fremdsprachenfolge:

  • Latein ab Jahrgangsstufe 5, Englisch ab 6 sowie Griechisch, Französisch, Russisch oder Spanisch ab 8.
  • Englisch ab 5, Französisch ab 6 sowie Griechisch, Latein, Russisch oder Spanisch ab 8.
  • Englisch ab 5, Latein ab 6 sowie Französisch, Griechisch, Russisch oder Spanisch ab 8.

Zusätzlich gibt es Arbeitsgemeinschaften in Neugriechisch und Früh-Englisch für Lateinanfänger ab der fünften Jahrgangsstufe.

Zweisprachiger Unterricht und Angebote

Zum Schuljahresbeginn 2008/2009 wurde zweisprachiger Unterricht in der fünften Jahrgangsstufe eingeführt. In Englisch und Deutsch wird zweisprachig unterrichtet. Ab der siebten Jahrgangsstufe sollen die Schüler in drei bis vier Fächern ausschließlich auf Englisch lernen. Schüler aus zweisprachigen Klassen können jederzeit in Regelklassen wechseln; der umgekehrte Wechsel ist nicht möglich. In der fünften Klasse haben die zweisprachigen Klassen sieben statt fünf Unterrichtsstunden, in der siebten Klasse fünf Stunden wie die anderen Klassen.

Die Schulbibliothek umfasst etwa 10.000 Bücher, darunter Kinder- und Jugendliteratur, Sach- und Fachbücher, didaktische Literatur sowie Bücher aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Zur Leseförderung gibt es Vorlesewettbewerbe, Autorenlesungen und Lesenächte. Weitere Arbeitsgemeinschaften decken unter anderem Chor, Mathematik, Naturwissenschaften, Informatik, Orchester, Sport, Sprachen und Literatur sowie Theater ab.

Das KFG führt Schüleraustausche mit sechs internationalen Schulen in Großbritannien, den Vereinigten Staaten, Frankreich, Argentinien und Russland durch. Seit 2012 besteht außerdem eine Partnerschaft mit der Musalala Primary School und der Musalala Secondary School in Kenia. Bei Besuchen werden unter anderem Projekte zur Wasserversorgung und zu Schulgebäuden durchgeführt. Als besondere bauliche Einrichtung verfügt die Schule über ein eigenes Parkhaus. Ein neues Gebäude für Bibliothek und Kunsträume ist auf dem vorderen Schulhof geplant.

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