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Jürgen Ulrich
Von 1953 bis 1963 studierte er an der Hochschule für Musik Detmold Komposition, Musiktheorie, Gehörbildung und Klavier, u. a. bei Johannes Driessler und …
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Überblick
Jürgen Ulrich (* 21. November 1939 in Berlin; † 8. Juni 2007 in Bielefeld) war ein deutscher Komponist und Hochschullehrer. Er ist vor allem durch Kompositionen für verschiedene Besetzungen und durch seine Lehrtätigkeit an der Hochschule für Musik Detmold bekannt. Dort wirkte er seit 1974 als Professor für Komposition und Musiktheorie und übernahm später wichtige Leitungsaufgaben.
Ausbildung und beruflicher Weg
Ulrich begann sehr früh zu komponieren: Mit 10 Jahren unternahm er erste kompositorische Versuche, mit 15 Jahren schrieb er seine erste Schuloper. Mit 17 Jahren wurde erstmals eines seiner Werke im Rundfunk übertragen, und zum Abitur wurde seine Schüler-Sinfonie aufgeführt.
Von 1953 bis 1963 studierte er an der Hochschule für Musik Detmold Komposition, Musiktheorie, Gehörbildung und Klavier, unter anderem bei Johannes Driessler und Giselher Klebe. Danach arbeitete er als Klavierlehrer an der Jugendmusikschule Frankfurt und als Tonsatz- und Klavierlehrer am Pädagogischen Fachinstitut Jugenheim (Bergstraße). Von 1967 bis 1968 war er Dozent für Tonsatz und Gehörbildung am Bergischen Konservatorium Wuppertal.
Anschließend wurde er an die Hochschule für Musik Detmold berufen. Seit 1974 war er dort Professor für Komposition und Musiktheorie. Seit 1978 leitete er das Seminar für Musikschullehrer und selbständige Musiklehrer. Von 1989 bis 2005 war er Prorektor der Hochschule. Im September 2005 trat er in den Ruhestand.
Musikvermittlung, Verbände und Auszeichnungen
Zwischen 1982 und 1991 organisierte Ulrich mehrere Gesprächskonzert-Serien mit dem Titel „Neue Musik zum Einsteigen“ für Schüler, Eltern und Lehrer. Diese fanden größtenteils an Musikschulen und anderen Institutionen in Nordrhein-Westfalen statt. Damit verband er kompositorische Arbeit mit Musikvermittlung, also dem Erklären und Zugänglichmachen von Musik.
Er war Mitglied im Deutschen Komponistenverband (DKV) und seit 1978 im Deutschen Tonkünstlerverband (DTKV). Im DTKV war er seit 1993 Landesvorsitzender in Nordrhein-Westfalen und seit 1999 Vizepräsident im Bundespräsidium. Außerdem war er Mitglied des Hauptausschusses „Jugend musiziert“.
Seit 1984 arbeitete er auch in Fortbildungskursen der außerschulischen Jugendbildung, unter anderem an Musikschulen, am Jugendhof Vlotho, beim Lippischen Sängerbund und an der Landesmusikakademie NRW e.V. Heek-Nienborg. Als Komponist gewann er mehrere Preise bei Musikwettbewerben: 1964 und 1967 in Stuttgart, 1990 in Uelzen, 1977 in Braunschweig und Hamm sowie 1980 in Aachen. Ulrich war verheiratet und hatte drei Kinder.
Kompositorisches Werk
Jürgen Ulrich komponierte vor allem Solo-Konzerte, Orchesterwerke, Kammermusik, Musik für Gitarre und Schlaginstrumente. Dazu gehörte auch Musik für Jugendliche und Laien, also für Menschen, die Musik nicht beruflich ausüben oder sich noch in Ausbildung befinden.
Zu den genannten wichtigen Werken gehören „ABAC-US“ für Schlagzeugquartett, „Black & White“ für Klavier, „Gran duo C.“ für Viola und Klavier, „Im kuehlen August“ für Flöte, Klavier und Streichtrio, „Klingen – sonar...“ für Orchester und Instrumentalgruppen, „Nächtliche Fanfare“ für Trompete und Klavier, „Ostinati“, „Preludio misterioso“ für Schlagzeug solo und Akkordeonorchester, „Raum-Musik“ für 3 Trompeten und 3 Posaunen, 1977 komponiert, „Rondo totale“ für eine oder mehrere Musikschulen, „Scenarotta“ für Zupforchester, „Sonata serena“ für Fagott und Orchester, „Suite ancienne“ für Flöte, Cembalo und Streichorchester, „Suite populaire“ für Blasorchester sowie „crescendo“ für 3 Trompeten, 3 Posaunen und 3 Schlagzeuger.
Seine Werke erschienen überwiegend bei verschiedenen Musikverlagen. Genannt werden der frühere Verlag Wilhelm Hansen, dessen Verwertungsrechte zum Teil bei Sikorski beziehungsweise Chester Music in London/New York liegen, außerdem Möseler Verlag, Schott Music, Moeck Musikinstrumente + Verlag, Zimmermann Musikverlag, Grenzland-Verlag Th. Hüsgen, Charles Verlag sowie die Verlage Trekel und Waldkauz. Auch die AG Musik in Ostwestfalen-Lippe veröffentlichte im Rahmen ihrer Praxisbeiträge verschiedene Kompositionen von Jürgen Ulrich.
Lehrwerk
Als Lehrwerk wird „Harmonielehre für die Praxis“ genannt. Es wurde von Dorothea Ohly und Joachim Thalmann herausgegeben und erschien 2008 bei Schott Music. Die ISBN lautet 978-3-7957-8738-7. Harmonielehre ist ein Bereich der Musiktheorie, der sich mit Akkorden und ihrem Zusammenwirken beschäftigt.