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Kammermusik
Der Begriff Kammermusik bezeichnete ursprünglich Musik, die für die fürstliche „Kammer“, sprich den weltlich-repräsentativen Bereich bestimmt war; …
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Begriff und heutiges Verständnis
Kammermusik ist Musik für kleine Instrumentalensembles und wird meist als Gegenbegriff zur Orchestermusik verstanden. Üblich sind Besetzungen von zwei bis neun Spielern, also vom Duo bis zum Nonett. Der Übergang zur Orchestermusik ist jedoch fließend: Kammerorchester und Kammerchöre sind nicht eindeutig klein oder groß besetzt und werden meist dirigiert. Auch eine Kammeroper verwendet oft ein kleines Opernensemble aus Kammerorchester, kleinem Chor und wenigen Solisten.
Im engeren Sinn spielen in der Kammermusik alle Instrumentalisten eigenverantwortlich: Jede Stimme ist nur einmal besetzt, und es gibt keinen Dirigenten. Die Mitwirkenden müssen ihr Zusammenspiel deshalb selbst abstimmen. Bläser- und Streichquartette zählen eindeutig zur Kammermusik. In der Neuen Musik können größere Ensembles bis zu 25 Spieler haben und damit an ein Kammerorchester grenzen.
Der Begriff wandelte sich: Ursprünglich meinte Kammermusik Musik für die fürstliche „Kammer“, den weltlich-repräsentativen Bereich, im Unterschied zur Kirchenmusik. Im Barock wurde der Begriff auf klein besetzte reine Instrumentalmusik eingegrenzt. Seit der Klassik grenzte er sich auch von der entstehenden Konzertmusik ab. Heute werden bei größeren Ensembles zusätzlich Begriffe wie „kammermusikalischer Klang“ und „kammermusikalische Verantwortung“ verwendet. Vokale Kammermusik bezeichnet Vokalmusik und Arrangements für kleinere Vokalensembles. Kammermusik ist nicht mit Hausmusik gleichzusetzen.
Gattungen und Besetzungen
Typische Formen der Kammermusik unterscheiden sich vor allem nach Zahl und Art der Instrumente. Um 1650 gehören dazu die Sonate für Melodie-Instrument und Generalbass sowie die Triosonate.
Wichtige Besetzungen mit Klavier sind Kammermusik für Melodie-Instrument und Klavier, Klaviertrio, Klaviertrio mit Bläsern, Klavierquartett, Klavierquintett, Klavierquintett mit Bläsern, Klaviersextett und Klavierseptett. Eine besondere Dreierbesetzung ist das Horntrio; außerdem gibt es Kammermusik mit Harfe.
Bei Streich- und Bläserensembles sind Streichtrio, Trio mit Bläsern, Bläsertrio, Streichquartett, Quartett mit Bläsern, Streichquintett, Bläserquintett, Streichsextett, Sextett mit Bläsern, Septett, Oktett mit Bläsern, Nonett mit Bläsern, Dezett mit Bläsern sowie Streichoktett und Doppelquartett typische Formen. Das Streichquartett und das Klaviertrio gelten als besonders bekannte Gattungen der klassischen Kammermusik. In der Romantik wurden die vorhandenen musikalischen Mittel konzertanter und virtuoser erweitert.
Kammermusikfestivals im deutschsprachigen Raum
Bekannte Festivals sind das Mizmorim Kammermusik Festival in Basel, das Festival Musikdorf Ernen in Ernen, die Kyburgiade in Kyburg und Winterthur, Allegro Vivo im Waldviertel und das Kammermusikfest Lockenhaus.
Weitere genannte Festivals sind die Eckelshausener Musiktage in Mittelhessen, das GAIA Musikfestival in Thun, das Swiss Chamber Music Festival in Adelboden, das Steirische Kammermusikfestival, CLASSIX Kempten, das Langenberg Festival – Kammermusik zwischen Rhein und Ruhr, die Sommerlichen Musiktage Hitzacker und das Ponte Kammermusikfestival in Ulm.