Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Bielefeld
Neben der großen zentralen Tribüne und der 100-m-Bahn weist es eine besondere Achsensymmetrie auf. ... ↑ Griechische Ergänzungsschule Grundschule. In …
Inhalt6 Abschnitte
Überblick und Lage
Bielefeld ist eine kreisfreie Großstadt im Regierungsbezirk Detmold im Nordosten Nordrhein-Westfalens. Mit 331.419 Einwohnern am 31. Dezember 2025 ist sie die größte Stadt der Region Ostwestfalen-Lippe und deren wirtschaftliches Zentrum. In Nordrhein-Westfalen ist Bielefeld nach der Einwohnerzahl die achtgrößte Stadt, in Deutschland steht sie nach Bevölkerung an 18. Stelle und nach Fläche an 11. Stelle. Die Stadt ist in der Landesplanung als Oberzentrum eingestuft. Die Fläche beträgt 258,83 km², die Bevölkerungsdichte 1280 Einwohner je km². Das Stadtgebiet liegt auf durchschnittlich 118 m über NHN, das Rathaus auf 114 m über NHN.
Bielefeld liegt am Nordende eines Quertals des Teutoburger Waldes und auf der Wasserscheide zwischen Weser und Ems. Der Norden und Nordosten mit dem Stadtzentrum gehören zur Ravensberger Mulde, der Teutoburger Wald durchzieht das Stadtgebiet von Westnordwest nach Ostsüdost, und der Süden gehört zur Münsterländer Bucht mit der Senne. Der Bielefelder Pass war seit jeher eine wichtige Verkehrsader. Der höchste Punkt liegt auf der Bergkuppe Auf dem Polle im Stadtteil Lämershagen bei 320 m NHN, der niedrigste Punkt im Stadtteil Brake an der Aa bei 71 m NHN. Durch das Stadtgebiet verläuft der 52. nördliche Breitengrad.
Die Stadt gliedert sich nach ihrer Hauptsatzung in zehn Stadtbezirke: Mitte, Schildesche, Gadderbaum, Brackwede, Dornberg, Jöllenbeck, Heepen, Stieghorst, Sennestadt und Senne. Für statistische Zwecke gibt es außerdem 72 statistische Bezirke, 170 statistische Raumeinheiten und über 2800 Baublöcke. Im Alltag werden häufig informelle Stadtteile genannt, die oft früher selbstständigen Gemeinden entsprechen. Bielefeld grenzt unter anderem an Herford, Bad Salzuflen, Oerlinghausen, Gütersloh, Halle (Westf.) und Werther (Westf.).
Naturraum, Stadtfläche und Klima
Bielefeld verbindet mehrere Landschaftsräume. Im Norden prägen Felder, Wiesen, Bäche und kleine Flüsse das Ravensberger Hügelland. Im Stadtgebiet liegt auch der künstlich angelegte Obersee, die größte Wasserfläche der Stadt. Der Teutoburger Wald ist fast vollständig bewaldet und dient als wichtiges Naherholungsgebiet. Dort verlaufen zahlreiche Wanderwege, darunter der Hermannsweg, der vom Hermannsdenkmal bei Detmold über die Sparrenburg nach Rheine führt. Die südlich gelegene Senne entstand aus eiszeitlichen Sandablagerungen; heute finden sich dort Äcker, Grünland, kleine Wälder, Trockenrasen, Bruchwälder und Feuchtwiesen.
Von der Stadtfläche werden 43,7 % für Siedlung und Verkehr genutzt, 56,3 % sind Vegetations- und Gewässerflächen. Landwirtschaftsfläche nimmt 86,13 km² oder 33,3 % ein, Waldfläche und Gehölz 57,19 km² oder 22,1 %, Wohnbau-, Industrie- und Gewerbeflächen 57,65 km² oder 22,3 %. Rund 7,5 % der Stadtfläche sind Naturschutzgebiet; 2363 Hektar Wald gehören zum Bielefelder Stadtwald.
Geologisch ist das Stadtgebiet dreigeteilt: in die Westfälische Bucht im Süden, den Teutoburger Wald und das Ravensberger Hügelland im Norden. Im Hügelland liegen Tonmergel-, Kalk- und Sandsteinschichten aus Trias, Jura und Kreide. Der Teutoburger Wald, auch Osning genannt, wird als Bruchfaltengebirge beschrieben. Eiszeitliche Lockergesteine wie Sand, Kies, Löss und Geschiebemergel prägen die Oberfläche der flacheren Teile. Besonders im Ravensberger Hügelland entstanden fruchtbare Lössböden, während in der Senne eher sandige Böden vorherrschen.
Das Klima liegt im ozeanisch-kontinentalen Übergangsbereich Mitteleuropas und wird durch den Teutoburger Wald beeinflusst. Die Winter sind meist mild, die Sommer mäßig warm, und die Niederschläge verteilen sich relativ gleichmäßig. Die Jahresmitteltemperatur liegt in der Mitte bei etwa 8,5 °C, im Süden bei etwa 9 °C und in den Höhenlagen des Osnings bei etwa 7,5 bis 8 °C. Bielefeld zählt zu den niederschlagsreichsten Großstädten Nordrhein-Westfalens. Je nach Lage fallen meist etwa 800 bis 1000 mm Niederschlag pro Jahr; im Stadtzentrum etwa 890 mm, am Süd- und Randbereich des Osning teils deutlich über 1000 mm.
Geschichte und Bevölkerung
Die erste Erwähnung des Ortes reicht in die Mitte des 9. Jahrhunderts zurück, als dem Kloster Corvey ein Mansus in Bylanuelde übertragen wurde. Als Stadt wird Bielefeld erstmals 1214 erwähnt. Die Stadt entstand im Hochmittelalter planmäßig an der Südgrenze der Grafschaft Ravensberg. Sie sollte Handel fördern, den Pass durch den Teutoburger Wald sichern und die Herrschaft des Landesherrn stärken. Um 1240 begann der Bau der Sparrenburg, die als Wohnsitz, Schutzburg und Sicherung des Passes diente. Ab 1293 entstand die Neustadt unterhalb der Burg. Der Beitritt zur Hanse im 15. Jahrhundert stärkte Handel und Wohlstand.
Im 17. Jahrhundert entwickelte sich Bielefeld zur „Leinenstadt“. Bauern im Ravensberger Land bauten staatlich geförderten Flachs an und verarbeiteten ihn in Heimarbeit zu Leinen. Um 1830 geriet das Leinenhandwerk durch maschinell gewebte Stoffe aus Irland, England und Belgien in eine Krise. Die wirtschaftliche Not trug zu Unruhen während der Revolution von 1848 bei; viele Menschen wanderten nach Amerika aus. Der Anschluss an die Cöln-Mindener Eisenbahn, die ab 1847 durchgehend in Betrieb war, förderte die Industrialisierung. Die Spinnerei Vorwärts nahm 1852 den Betrieb auf, die Ravensberger Spinnerei wurde 1857 eröffnet und entwickelte sich zur größten Flachsspinnerei Europas. Um 1870 liefen in Bielefeld etwa 10,5 % aller Spindeln und 11 % aller Webmaschinen Deutschlands.
Neben der Textilindustrie entstanden Tabakproduktion, Maschinenbau und später Nahrungsmittelindustrie. 1867 wurden die Von Bodelschwingh’schen Anstalten Bethel im heutigen Gadderbaum gegründet. Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Nahrungsmittelindustrie mit dem Oetker-Konzern besonders wichtig.
In der Zeit des Nationalsozialismus wurde die jüdische Gemeinde verfolgt. 1938 lebten etwa 900 jüdische Bürger in Bielefeld. Die Synagoge von 1905 wurde in der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 ausgeraubt und niedergebrannt. Am 12. November 1938 wurden 406 Männer aus Bielefeld und Ostwestfalen-Lippe nach Buchenwald verschleppt. Ab 1941 folgten Deportationen; bisher konnten 1604 Menschen jüdischer Herkunft ermittelt werden, die zwischen 1941 und 1945 von Bielefeld aus verschleppt wurden. Die Gesamtzahl der Holocaust-Opfer liegt deutlich höher.
Der schwerste Luftangriff im Zweiten Weltkrieg traf Bielefeld am 30. September 1944. Er kostete 649 Menschen das Leben und zerstörte fast den gesamten mittelalterlichen Stadtkern um den Burgberg. Am 4. April 1945 wurde Bielefeld von amerikanischen Truppen eingenommen. Während des Krieges starben in Bielefeld mehr als 1300 Menschen durch Bomben. Nach dem Krieg wurde zerstörte historische Bausubstanz meist durch moderne Bauten ersetzt; die Industrie wurde rasch wieder aufgebaut, während die Textilindustrie an Bedeutung verlor. Die Universität Bielefeld wurde 1969 gegründet. Von 1945 bis 2020 waren britische Streitkräfte in Bielefeld stationiert.
Um 1800 hatte Bielefeld etwa 5500 Einwohner. 1900 waren es über 60.000, 1930 wurde die Marke von 100.000 überschritten, wodurch Bielefeld zur Großstadt wurde. 1973 wuchs die Einwohnerzahl durch große Eingemeindungen auf mehr als 320.000. Die Reform umfasste unter anderem Brackwede, Sennestadt, Senne I, Gadderbaum, Heepen, Jöllenbeck und viele weitere Gemeinden; der Kreis Bielefeld wurde aufgelöst.
Religion, Politik und Stadtzeichen
Die religiöse Struktur Bielefelds war historisch stark vom Protestantismus geprägt, ist heute aber vielfältig. Im Mai 2002 waren 44,2 % der Bevölkerung evangelisch und 15,4 % römisch-katholisch; 34,2 % gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder waren konfessionslos. Am 31. Dezember 2025 waren noch 27,4 % evangelisch und 12,4 % katholisch. Die größte Gruppe, 206.820 Personen oder 60,2 %, gehörte einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder war konfessionslos. Der Anteil der Muslime lag nach einer Berechnung aus den Zensuszahlen 2011 bei 10,2 %; Anfang 2024 lebten rund 50.000 Muslime in Bielefeld, etwa 15 % der Bevölkerung.
Die Reformation verbreitete sich um 1553 von der Neustädter Marienkirche aus in Stadt und Grafschaft Ravensberg. Nach 1817 vereinigten sich die lutherischen und reformierten Gemeinden in Preußen; heute umfasst der Kirchenkreis Bielefeld 33 evangelische Kirchengemeinden, einige südliche Gemeinden gehören zum Kirchenkreis Gütersloh. Katholische Gemeinden wuchsen im 19. Jahrhundert durch Industrialisierung und nach dem Zweiten Weltkrieg durch Flüchtlinge wieder an. Bielefeld gehört zum Erzbistum Paderborn. Die jüdische Gemeinde, im 20. Jahrhundert durch Verfolgung und Holocaust zerstört, besteht heute wieder mit rund 320 Mitgliedern (Stand 2018) und nutzt seit 2008 die Synagoge Beit Tikwa. Daneben gibt es unter anderem orthodoxe, neuapostolische, freikirchliche, islamische und jesidische Gemeinden.
Kommunalpolitisch besitzt Bielefeld einen Stadtrat und eine direkt gewählte Oberbürgermeisterin. Seit 1994 gibt es keine Doppelspitze mehr in der Stadtverwaltung; der hauptamtliche Oberbürgermeister ist Repräsentant der Stadt, Vorsitzender des Rates und Leiter der Verwaltung. Seit 2025 ist Christiana Bauer von der CDU Oberbürgermeisterin. Der Rat hatte in der Wahlperiode 2026–2031 laut Text unter Einbeziehung des Oberbürgermeisters 67 Mitglieder; zugleich wird für die Sitzverteilung 2025 eine Gesamtzahl von 78 Sitzen angegeben. Bei der Stadtratswahl 2025 erreichte die CDU 29,4 %, die SPD 21,7 %, die Grünen 15,0 %, die AfD 12,2 %, Die Linke 10,5 % und die FDP 4,8 %.
Das Wappen zeigt in goldenem Feld unter einem roten, zinnenbewehrten offenen Mauerbogen einen silbernen Schild mit drei roten Sparren. Die Grundform ist seit 1263 belegt. Seit 1973 ist das Wappen in Schildform und ohne Löwen offizielles Stadtwappen. Die Sparren erinnern an die Grafschaft Ravensberg, deren Hauptstadt Bielefeld einst war. Bielefeld unterhält Städtepartnerschaften unter anderem mit Rochdale, Enniskillen, Concarneau, Nahariya, Weliki Nowgorod, Rzeszów und Estelí; die Partnerschaft mit Estelí wurde wegen Berichten über Gewalt gegen Demonstranten vorerst auf Eis gelegt, während zivilgesellschaftliche Projekte weiterlaufen.
Sehenswürdigkeiten, Kultur und Sport
Das bekannteste Wahrzeichen Bielefelds ist die Sparrenburg. Sie wurde nach neueren Erkenntnissen um 1200 erbaut, besitzt einen 37 m hohen Burgturm und unterirdische Gänge, die besichtigt werden können. Zu den wichtigen Kirchen gehören die Altstädter Nicolaikirche, die 1236 zur Pfarrkirche erhoben wurde, die Neustädter Marienkirche von 1293, die Süsterkirche aus dem 16. Jahrhundert und die katholische Kirche St. Jodokus, die ursprünglich zu einem Franziskanerkloster gehörte. Die Neustädter Marienkirche gilt kunsthistorisch als besonders wertvolles Baudenkmal und war 1553 Ausgangspunkt der Reformation in Bielefeld.
Von den bürgerlichen Wohnbauten sind nur wenige mittelalterliche und frühneuzeitliche Häuser erhalten, aber es gibt zahlreiche Villen und Straßenzüge aus der Gründerzeit und der Zeit um 1900. Das Haus Müller in der Obernstraße wurde dendrochronologisch auf 1485 datiert und gilt als ältestes bekanntes Bürgerhaus. Das Crüwell-Haus ab 1530 ist eines der bekanntesten Wohngebäude. Auch mehrere Adelshöfe sind erhalten, darunter der Waldhof, der Spiegelshof und der Grestsche Hof. Reste der Stadtmauer aus dem 13. Jahrhundert sind unter anderem im Welle-Haus museal sichtbar.
Bielefeld besitzt viele Grün- und Erholungsflächen. Teile der Stadt liegen in den Naturparks TERRA.vita und Teutoburger Wald/Eggegebirge. Unter den deutschen Städten mit mehr als 250.000 Einwohnern hat Bielefeld den größten Anteil an Grünfläche. Wichtige Ziele sind der Botanische Garten, der Heimat-Tierpark Olderdissen mit über 430 Tieren aus 100 heimischen Tierarten, der Obersee mit einer 80 Hektar großen Grünanlage, der Bürgerpark, der Ravensberger Park, der Nordpark, der Japanische Garten in Gadderbaum und der 88,8 km lange Wappenweg. Der Sennefriedhof gehört mit knapp 100 ha zu den größten Friedhöfen Deutschlands.
Die Kultur wird von Museen, Theatern, Musik und Veranstaltungen geprägt. Das Historische Museum zeigt Stadt- und Industriegeschichte in der ehemaligen Ravensberger Spinnerei. Die Kunsthalle Bielefeld wurde 1966–1968 nach Plänen von Philip Johnson erbaut und zeigt Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Weitere Museen sind unter anderem das Naturkunde-Museum, das Bauernhausmuseum, das Museum Wäschefabrik, der Museumshof Senne, die Ausstellung Archäo Welle und das 2022 eröffnete MuMa-Forum zu Friedrich Murnau und Joseph Massolle. Das Theater Bielefeld bietet Musiktheater, Tanztheater und Schauspiel; Spielstätten sind das Stadttheater von 1904 und das Theater am Alten Markt. Musikalisch wichtig sind unter anderem die Bielefelder Philharmoniker, das Freie Sinfonieorchester Bielefeld, die Jungen Sinfoniker und die Musik- und Kunstschule mit rund 7500 Schülern.
Im Sport ist Arminia Bielefeld das bekannteste Aushängeschild. Der 1905 gegründete Fußballverein stieg 1970 erstmals in die Bundesliga auf und spielte insgesamt 17 Jahre in der höchsten deutschen Spielklasse. Seine Heimspiele trägt er in der SchücoArena aus, die traditionell Alm genannt wird und 26.515 Plätze hat. Weitere Sportarten mit Bedeutung sind unter anderem Radsport, Handball, Basketball, Volleyball, Schach, Eishockey, Eiskunstlauf, Grasbahnrennen und Schwimmsport. Bekannte regelmäßige Veranstaltungen sind der Leinewebermarkt, der Carnival der Kulturen, das Sparrenburgfest, der Weihnachtsmarkt, die Nachtansichten, das Tanzfestival Bielefeld, die Big Brother Awards, das Kinderkulturfest Wackelpeter, die Spielewelt und der Hermannslauf.
Wirtschaft, Verkehr und Bildung
Bielefelds wirtschaftliche Entwicklung geht auf die Leinenweberei zurück, die seit dem 9. Jahrhundert nachweisbar ist. 1309 schlossen sich Kaufleute der Wollweber und Tuchhändler zur „Johannisbrüderschaft“ zusammen. Mit dem Eisenbahnanschluss 1847 begann die Industrialisierung, weil Kohle aus dem Ruhrgebiet nun günstiger geliefert werden konnte. Neben Spinnereien und Webereien entstanden metallverarbeitende Unternehmen wie die Dürkopp-Werke und Kochs Adler Nähmaschinen Werke. Ende des 19. Jahrhunderts wurde die industrielle Herstellung von Backpulver durch August Oetker wichtig; 1906 verkaufte Oetker bereits 50 Millionen Päckchen Backin.
Heute wird Bielefeld durch verarbeitendes Gewerbe, Nahrungs- und Genussmittel, Metallverarbeitung, Maschinenbau, Chemie, Bekleidung, Handel und Dienstleistungen geprägt. Wichtige Unternehmen sind unter anderem August Oetker, Böllhoff, Dürkopp Adler, DMG Mori, Möller Group, Thyssenkrupp, Schüco, Goldbeck und Seidensticker. Die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel sind mit 18.449 Arbeitsplätzen in Bielefeld der größte Arbeitgeber der Stadt. Das Bruttoinlandsprodukt betrug 2016 innerhalb der Stadtgrenzen 12,860 Milliarden Euro, das BIP pro Kopf 38.588 Euro. 2017 gab es etwa 202.300 Erwerbstätige. Die Arbeitslosenquote lag im Februar 2025 bei 9,3 % und damit über dem nordrhein-westfälischen Durchschnitt von 7,9 %.
Verkehrlich liegt Bielefeld an der Bahnstrecke Hamm–Minden der ehemaligen Köln-Mindener Eisenbahn. Der Hauptbahnhof ist ein wichtiger Knotenpunkt, weitere Strecken führen unter anderem nach Lemgo, Altenbeken, Osnabrück und Paderborn. Der öffentliche Nahverkehr besteht aus vier Stadtbahnlinien, Regionalbahnen und Bussen; die Stadtbahn fährt im Innenstadtbereich unterirdisch. Bielefeld ist heute die größte Stadt Deutschlands ohne S-Bahn-Anschluss, soll aber bis 2035 in die S-Bahn Münsterland und bis 2040 in die S-Bahn OWL eingebunden werden. Durch das Stadtgebiet führen die Autobahnen A 2 und A 33 sowie die Bundesstraßen B 61 und B 66. Der nächstgelegene internationale Flughafen ist Paderborn/Lippstadt in 45 km Entfernung; im Süden der Stadt liegt außerdem der Flugplatz Bielefeld.
Bielefeld verfügt über bedeutende öffentliche Einrichtungen, darunter die Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe, die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld, mehrere Gerichte, die Bundesbank-Filiale und Einrichtungen des Gesundheitswesens. Zu den elf Krankenhäusern gehören das Klinikum Bielefeld und das Evangelische Klinikum Bethel, die Teil des Universitätsklinikums OWL sind.
Im Bildungsbereich gibt es 105 Schulen im primären und sekundären Bereich mit etwa 50.000 Schülern. 2023 bestanden unter anderem 48 Grundschulen, 13 Förderschulen, neun Berufskollegs, fünf Gesamtschulen, elf Gymnasien, acht Realschulen und drei Sekundarschulen. Die letzte Hauptschule wurde 2022 geschlossen. Die Universität Bielefeld wurde 1969 gegründet und hat etwa 22.000 Studierende. Die Hochschule Bielefeld bietet Studiengänge unter anderem in Ingenieurwissenschaften, Gestaltung, Sozialem, Pflege, Gesundheit und Wirtschaft an und hat etwa 6600 Studierende. Weitere Hochschulen sind unter anderem die Fachhochschule der Diakonie, die Fachhochschule des Mittelstands und die Fachhochschule der Wirtschaft. Seit 2019 läuft außerdem das geförderte Projekt Open Innovation City, mit dem Bielefeld als erste „Open Innovation“-Stadt Deutschlands entwickelt werden soll.