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Ist das Leben nicht schön?
Ist das Leben nicht schön? (Originaltitel It's a Wonderful Life) ist eine US-amerikanische Tragikomödie von Frank Capra aus dem Jahr 1946, basierend auf der …
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Überblick
Ist das Leben nicht schön? (Originaltitel: It’s a Wonderful Life) ist eine US-amerikanische Tragikomödie von Frank Capra aus dem Jahr 1946. Der Film basiert auf der Kurzgeschichte The Greatest Gift von Philip Van Doren Stern, wurde von Liberty Films produziert und von RKO Pictures verliehen. Er dauert 125 Minuten, ist in englischer Originalsprache gedreht und in Deutschland ab 6 Jahren freigegeben.
Im Mittelpunkt steht George Bailey, gespielt von James Stewart. George ist ein hilfsbereiter Bürger der Kleinstadt Bedford Falls, der seine eigenen Träume immer wieder zurückstellt, um anderen zu helfen. Am Weihnachtsabend gerät er durch einen Geldverlust und eine drohende Anklage in eine schwere Krise und will sich das Leben nehmen. Der Engel Clarence zeigt ihm daraufhin, wie die Welt ohne ihn aussehen würde. So macht der Film anschaulich den Ripple-Effekt sichtbar: Das Leben einer einzigen Person kann durch viele kleine Entscheidungen und Handlungen das Leben zahlreicher anderer Menschen verändern.
Obwohl der Film bei seiner Veröffentlichung wirtschaftlich scheiterte, wurde er später zu einem Weihnachtsklassiker und gilt heute vielen Kritikern als einer der besten Filme.
Handlung
Am Weihnachtsabend beten viele Menschen in Bedford Falls für George Bailey. Zwei himmlische Kräfte hören diese Gebete und schicken den Engel Clarence, der nach fast 200 Dienstjahren noch keine Flügel hat. Clarence wird zunächst Georges Lebensgeschichte gezeigt.
1919 rettet der 12-jährige George seinen Bruder Harry aus einem zugefrorenen Gewässer und verliert dadurch dauerhaft das Hörvermögen auf dem linken Ohr. Später verhindert er als Junge, dass der Apotheker Mr. Gower versehentlich Gift an ein krankes Kind ausliefert. Als Erwachsener möchte George eigentlich studieren, reisen und reich werden. Nach dem Tod seines Vaters übernimmt er jedoch die Building and Loan, eine Bausparkasse, die einfachen Menschen zu eigenen Häusern verhilft. Damit stellt er sich gegen den reichen und hartherzigen Henry F. Potter, der die Stadt wirtschaftlich beherrschen will.
George heiratet Mary Hatch. Während eines Bankansturms nach dem Schwarzen Donnerstag 1929 verzichten beide auf ihre Hochzeitsreise und verwenden ihr Geld, um die Kunden der Building and Loan auszuzahlen. Später gründet George Bailey Park, ein Wohngebiet für ärmere Familien. Im Zweiten Weltkrieg kann er wegen seines tauben Ohres nicht dienen; sein Bruder Harry wird dagegen Jagdflieger und rettet einen US-Truppentransport.
Am Heiligabend 1945 verliert Onkel Billy durch ein Missgeschick 8000 US-Dollar, die ausgerechnet Potter findet und unterschlägt. Wegen einer Bilanzprüfung drohen der Building and Loan Bankrott und George eine Haftstrafe. Verzweifelt wünscht George, nie geboren worden zu sein. Clarence erfüllt diesen Wunsch: Bedford Falls wird zu Pottersville, einer düsteren Stadt voller Spielbanken und Striplokale. Mr. Gower ist ein verachteter Alkoholiker, Harry ist als Kind gestorben, Bailey Park existiert nicht, Mary ist allein, und viele Menschen sind unglücklich oder ruiniert.
George erkennt, welchen Wert sein Leben hatte, und bittet darum, wieder leben zu dürfen. Als die ursprüngliche Welt zurückkehrt, eilt er nach Hause. Seine Freunde und Verwandten sammeln Geld für ihn; Sam Wainwright schickt 25.000 Dollar. Harry nennt George schließlich „den reichsten Mann der Stadt“. Als ein Glöckchen klingelt, sagt Georges Tochter Zuzu: „Jedes Mal, wenn ein Glöckchen klingelt, bekommt ein Engel seine Flügel.“ Clarence hat seine Aufgabe erfüllt.
Entstehung
Die Vorlage The Greatest Gift entstand im November 1939. Philip Van Doren Stern fand zunächst keinen Verlag und verschickte die Geschichte 1943 als Weihnachtskarte an 200 Bekannte. RKO Pictures kaufte die Filmrechte für 10.000 US-Dollar und plante zunächst eine Verfilmung mit Cary Grant. Frank Capra erkannte später das Potenzial der Geschichte, kaufte sie RKO ab und produzierte den Film mit seiner unabhängigen Firma Liberty Films.
Am Drehbuch arbeiteten Frances Goodrich, Albert Hackett, Jo Swerling, Frank Capra sowie weitere Autoren wie Michael Wilson und Dorothy Parker. Der Film erhielt statt The Greatest Gift den Titel It’s a Wonderful Life. Wegen des Hays Codes mussten bestimmte Wörter gestrichen werden. Eine Regel verlangte außerdem, dass Verbrechen im Film bestraft werden; Capra ignorierte dies, denn Potter bleibt trotz der Unterschlagung der 8000 US-Dollar unbestraft. Dafür musste Capra eine Strafe an die Motion Picture Association of America zahlen.
Die Dreharbeiten liefen vom 15. April bis zum 27. Juli 1946. Das Budget betrug fast 3,2 Millionen US-Dollar. Gedreht wurde vor allem auf der Encino Movie Ranch im San Fernando Valley in Los Angeles. Für Bedford Falls entstand eine große Filmstadt mit einer 275 Meter langen Hauptstraße, 75 Geschäften, Wohngebieten und Industrieflächen. Für Schneeszenen ließ Capra einen neuen Kunstschnee aus einem Löschschaum-Seifen-Wasser-Gemisch entwickeln; knapp 23.000 Liter wurden verwendet, dazu 300 Tonnen Gips, 300 Tonnen Putz und 3000 Tonnen zerstoßenes Eis. Die Effekte-Abteilung von RKO erhielt dafür einen Technik-Preis der Motion Picture Academy.
Mitwirkende
Die Hauptrolle des George Bailey spielte James Stewart, der nach fünf Jahren Kriegsdienst mit diesem Film sein Comeback gab. Donna Reed spielte Mary Hatch Bailey. Lionel Barrymore verkörperte Mr. Potter; da Barrymore wegen Arthritis auf einen Rollstuhl angewiesen war, wurde auch Potter im Film im Rollstuhl gezeigt. Henry Travers spielte den Engel Clarence. Weitere wichtige Rollen hatten Thomas Mitchell als Onkel Billy, Beulah Bondi als Georges Mutter, Samuel S. Hinds als Georges Vater, Todd Karns als Harry Bailey, H. B. Warner als Mr. Gower und Gloria Grahame als Violet Bick.
Die deutsche Synchronfassung entstand für die Erstausstrahlung am 16. Dezember 1961 in der ARD. Sie wurde bei der Realfilm-Atelier Betriebsgesellschaft m.b.H. in Hamburg unter der Gesamtleitung von Gyula Trebitsch hergestellt. Das Dialogbuch schrieb Rosemarie Riegner, die Dialogregie führte Hans Harloff.
Rezeption und Bedeutung
Die Premiere fand am 20. Dezember 1946 in New York statt. Die zeitgenössischen Kritiken waren gemischt. Bosley Crowther von der New York Times lobte zwar Schauspieler wie James Stewart und Donna Reed, kritisierte aber Sentimentalität und Realitätsferne. Die Zeitschrift Time nannte den Film dagegen einen „ziemlich wunderschönen Film“ und hob Capras Ideenreichtum, Humor und Menschlichkeit hervor.
Finanziell war der Film zunächst ein Misserfolg. Er spielte in den USA rund 3,3 Millionen US-Dollar ein und war der 26.-erfolgreichste Film des Jahres, verlor wegen der hohen Produktionskosten aber 525.000 US-Dollar. Zeitweise untersuchte das FBI den Film wegen seiner Kapitalismuskritik und sah in der negativen Darstellung von Bankiers mögliche kommunistische Tendenzen.
Seine spätere Bekanntheit hängt auch mit den Filmrechten zusammen. 1974 verfielen durch einen Formfehler bei der National Telefilm Associates die Urheberrechte am Film, während die Rechte an der Vorlage The Greatest Gift geschützt blieben. Viele US-Fernsehsender zeigten den Film daraufhin als günstigen Weihnachtsfilm. In den 1980er-Jahren wurde er zum Klassiker. 1993 setzte Republic Pictures Urheberrechte gerichtlich durch; seit 1998 liegen die Rechte bei Paramount Pictures.
Heute wird der Film sehr positiv bewertet. Rotten Tomatoes führt ihn mit 94 %, Metacritic mit 89/100. Das Lexikon des internationalen Films beschreibt ihn als „Meisterliche Capra-Komödie“ und als Hymne auf Nachbarschaftsgeist und Kleinstadtvertrautheit. Der Film erhielt fünf Oscar-Nominierungen, darunter Bester Film, Beste Regie und Bester Hauptdarsteller, gewann diese aber nicht. Für den Kunstschnee gab es einen Spezialoscar für Technische Verdienste. Weitere Ehrungen waren 1947 ein Golden Globe Award für Frank Capra, 1949 ein Cinema Writers Circle Award als bester ausländischer Film und 1990 die Aufnahme in das National Film Registry. Das American Film Institute setzte ihn 2006 auf Platz 1 der 100 inspirierendsten Filme aller Zeiten.
Nachwirkung
Der Film wurde mehrfach nachkoloriert. Frank Capra war zunächst an einer Colorierung interessiert, wandte sich später aber gegen Veränderungen am Film. Fassungen entstanden unter anderem 1986, 1989 und 2007; die Version von 2007 wurde mit Zustimmung der Capra-Nachlassverwalter produziert.
Es entstanden mehrere Adaptionen und Bearbeitungen. Schon 1947 gab es zwei Radio-Adaptionen mit James Stewart und Donna Reed. 1986 wurde das Musical A Wonderful Life uraufgeführt. 1977 erschien der Fernsehfilm It Happened One Christmas, in dem Mary die Hauptfigur ist. Ein angekündigtes inoffizielles Sequel mit Karolyn Grimes als Zuzu Bailey wurde bisher nicht verwirklicht.
Ist das Leben nicht schön? wird in vielen späteren Filmen und Serien zitiert, parodiert oder als Vorbild genutzt. Häufig übernehmen andere Produktionen die Grundidee, dass eine Figur sieht, wie die Welt ohne sie oder ohne eine wichtige Entscheidung aussehen würde. Beispiele aus dem Artikel sind unter anderem Kevin – Allein zu Haus, Die Simpsons, Eine schrecklich nette Familie, The Big Bang Theory und Club der roten Bänder. Auch eine politische Kampagne namens „Move your Money“ nutzte 2010 Ausschnitte aus dem Film, um kleine lokale Banken den großen Investmentbanken gegenüberzustellen.