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Islamische Festtage

Der Islam kennt zwei Hauptfesttage, das Fest des Fastenbrechens (ʿĪd al-fitr) und das Opferfest (ʿĪd al-Adhā). Die Art, wie diese Festtage als gesetzliche …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Grundlagen islamischer Festtage
  2. 2. Freitag und Ramadan
  3. 3. Die zwei Hauptfeste
  4. 4. Gedenktage und Nächte
  5. 5. Weitere Richtungen und Veranstaltungen
  6. 6. Islamisches Neujahr

Grundlagen islamischer Festtage

Islamische Festtage hängen vor allem mit dem Leben des Propheten Mohammed und mit besonderen Bedeutungen des Koran zusammen. Die zwei Hauptfesttage des Islam sind das Fest des Fastenbrechens (ʿĪd al-fitr) und das Opferfest (ʿĪd al-Adhā). Wie diese Tage als gesetzliche Feiertage anerkannt werden, unterscheidet sich je nach Kultur und auch zwischen islamischen Richtungen wie Sunniten, Schiiten und Sufismus.

Alle islamischen Festtage richten sich nach dem islamischen Kalender. Dieser ist ein Lunarkalender, also ein Kalender nach Mondmonaten. Deshalb verschieben sich die Festtage im Vergleich zum Sonnenjahr jedes Jahr um etwa 11 Tage. Zwischen sunnitischen und schiitischen Kalenderrechnungen kann es Abweichungen von bis zu zwei Tagen geben.

Freitag und Ramadan

Der Freitag ist für Muslime ein besonders wichtiger Wochentag, ähnlich wie der Sonntag für Christen oder der Schabbat für Juden. Er heißt auch Yaum al-Dschumʿa, „Tag der Zusammenkunft“. In islamischen Ländern ist der Freitag nicht allgemein ein Feiertag; in Saudi-Arabien bleiben Geschäfte einen halben Tag geschlossen.

Das Freitagsgebet (Salāt al-Dschumʿa) ist ein gemeinsames Gebet am frühen Freitagnachmittag. Größere Moscheen, in denen dieses Gebet stattfindet, heißen Freitagsmoscheen. Für Männer ist das gemeinschaftliche Freitagsgebet verpflichtend, für Frauen gilt es als erwünscht. Vor dem eigentlichen Gebet wird eine Predigt (Chutba) von einem Prediger (Chatīb), meist dem Imam der Moschee, gehalten.

Der Ramadan ist der islamische Fastenmonat. Muslime nehmen von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang keine Speisen und Getränke zu sich. Das Fasten im Ramadan gehört zu den Fünf Säulen des Islam, also zu den zentralen religiösen Pflichten. Ausgenommen sind unter anderem schwangere, stillende und menstruierende Frauen, Kranke, Kinder, Alte, Behinderte, Reisende und Soldaten.

Ein Fastentag beginnt mit dem rituellen Frühgebet und einem Frühstück in der Familie oder Moschee. Tagsüber sollen sich Muslime mit Gedanken an Allah, stillen Gebeten und der Abkehr von Sünden und schädlichen Neigungen beschäftigen. Sie sollen schändliche Taten, ehelichen Verkehr, unnötigen Ärger und Fluchen vermeiden. Nach Sonnenuntergang wird das Fasten traditionell mit einer, drei oder fünf Datteln und einem Glas Wasser gebrochen; anschließend folgen das Gemeinschaftsgebet und ein gemeinsames Essen.

Die Nacht der Bestimmung (Lailat al-Qadr) fällt in einen der letzten zehn ungeraden Tage des Ramadan und hat in der Fastenzeit besondere Bedeutung.

Die zwei Hauptfeste

Das Fest des Fastenbrechens (ʿĪd al-fitr) beendet den Fastenmonat Ramadan. Es beginnt mit dem Sonnenuntergang des letzten Fastentags. Am frühen Morgen des nächsten Tages, dem ersten Tag des Monats Schawwal, versammeln sich Muslime zum rituellen Festgebet. In Moscheen und Häusern werden Speisen und nichtalkoholische Getränke gereicht. Kinder erhalten oft Süßigkeiten, Geschenke oder Geld; deshalb wird das Fest auch „Zuckerfest“ genannt. Üblich ist auch, Familienmitglieder, Freunde und Bedürftige zu beschenken. Das Fest dauert bis zu drei Tage. Außerdem gilt es als Sunna, im Monat Schawwal sechs weitere beliebige Tage zu fasten.

Das Opferfest (ʿĪd al-Adhā) ist das höchste islamische Fest. Es wird etwa 70 Tage nach dem Fest des Fastenbrechens gefeiert. Es erinnert an den Propheten Abraham, der nach islamischer Überlieferung bereit war, seinen Sohn Ismael als Beweis seiner Loyalität zu Allah zu opfern. Muslime opfern dabei gewöhnlich ein Tier, zum Beispiel eine Kuh oder ein Schaf, um Gott für die Rettung Ismaels zu danken. Das Fleisch wird in drei gleiche Teile geteilt: für den Opfernden, für seine armen Verwandten und für Bedürftige, unabhängig von Religion, Rasse oder Nationalität. Wie beim Fest des Fastenbrechens treffen sich Muslime am Morgen des ersten Tages zum rituellen Festgebet. Das Opferfest dauert vier Tage.

Gedenktage und Nächte

Aschura ist der zehnte Tag des islamischen Monats Muharram. Seine Bedeutung unterscheidet sich je nach islamischer Richtung. Schiiten gedenken an diesem Tag öffentlich der Schlacht von Kerbela im Jahr 680 im heutigen Irak, bei der Husain ibn Ali getötet wurde. Zu den Ritualen gehören Erzählungen (Rouza-chwani), Trauerprozessionen in Trauerkleidung, Selbstgeißelung (Sinazani) und die kultische Inszenierung des Martyriums Husains (Ta'zieh). Für Aleviten ist Aschura dagegen ein Feiertag nach 12-tägigem Fasten, also am dreizehnten Tag. Für Sunniten ist Aschura ein freiwilliger Fastentag und steht mit der Errettung Moses durch Gott während der Flucht aus Ägypten in Verbindung; er gilt als Tag der Freude und Dankbarkeit.

Mawlid an-Nabi ist ein Ehrentag zur Geburt Mohammeds, des Gründers und Propheten des Islam. Sunniten feiern ihn am 12. Tag des Monats Rabīʿ al-awwal, Schiiten am 17. Tag dieses Monats. Der Tag wird oft als Lichterfest begangen, bei dem Moscheen erleuchtet sind und bei Zusammenkünften Geschichten und Legenden aus dem Leben des Propheten erzählt werden. Einige Muslime lehnen die Feier als unzulässige Neuerung (Bidʿa) und verbotene Vergötterung Mohammeds ab. Andere verweisen darauf, dass Mohammed und seine Gefährten seinen Geburtstag durch Fasten, nicht durch Festlichkeit, begangen hätten.

Eid-e Mabʿas bezeichnet das Fest der göttlichen Erwählung Mohammeds zum Propheten. Die Nachtreise des Propheten (Lailat al-isrāʾ) erinnert an die Überlieferung, nach der Mohammed vom Erzengel Gabriel zur „Entfernten Moschee“, der al-Aqsa-Moschee in Jerusalem, und in den Himmel geführt worden sein soll. Dieses Ereignis wird von vielen Muslimen am 27. des Monats Radschab begangen.

Lailat al-Barā'a, die Nacht der Vergebung oder Nacht der Befreiung vom Feuer, liegt in der Nacht zwischen dem 14. und 15. Schaʿbān. Nach der Überlieferung teilte Mohammed am 15. Tag des Monats seinen Anhängern mit, dass Engel Allahs die Taten der Menschen aufzeichnen. Viele Muslime betrachten die Nacht als Zeit besonderer göttlicher Barmherzigkeit und besonderen Segens. Sie wird mit Koranrezitationen und besonderen Gebeten verbracht. Über ihre Bedeutung gehen die Ansichten in den islamischen Strömungen auseinander.

Weitere Richtungen und Veranstaltungen

Neben den allgemein bekannten Fest- und Gedenktagen gibt es zusätzliche Festtage einzelner islamischer Gemeinschaften. Schiiten begehen unter anderem den Tasu'a-Tag, den Arba'in-Tag und die Geburtstage der schiitischen Imame. Der Artikel kennzeichnet diesen Abschnitt als überarbeitungsbedürftig.

In der Ahmadiyya-Gemeinschaft wird zusätzlich die Jalsa Salana abgehalten. Sie ist eine meist mehrtägige spirituelle Veranstaltung der Ahmadiyya Muslim Jamaat zur Ehre Allahs und des Propheten Mohammed und dient der spirituellen Erbauung. Ihr Begründer Mirza Ghulam Ahmad, der mit seiner Bewegung eine Reform des Islam anstrebte, initiierte die Jalsa Salana; sie fand am 27. Dezember 1891 erstmals in Qadian in Indien statt.

In Qadian findet die Jalsa Salana seitdem am letzten Wochenende im Dezember statt. In Pakistan ist sie seit 1984 offiziell verboten. Die erste Jalsa Salana im Vereinigten Königreich fand 1966 statt; seit dem Verbot in Pakistan gilt die Jalsa Salana UK als internationale Jalsa Salana und findet jährlich in der Nähe Londons statt. In Deutschland fand die erste Veranstaltung 1976 in Frankfurt-Sachsenhausen statt. Seit 2011 findet die Jalsa Salana Deutschland jährlich in der Messe Karlsruhe statt. Mit durchschnittlich 30.000 Besuchern ist sie die größte islamische Veranstaltung in Europa.

Islamisches Neujahr

Das islamische Neujahr, auch Hijri-Neujahr oder Arabisches Neujahr genannt, markiert den Beginn eines neuen Mond-Hijri-Jahres. An diesem Tag wird die Jahreszahl erhöht. Der erste Tag des islamischen Jahres ist der erste Tag des Monats Muharram und wird von Muslimen festlich begangen.

Das islamische Neujahr ist wichtig, weil es mit der Hidschra verbunden ist: der Auswanderung des Propheten Mohammed mit seinen Anhängern von Mekka nach Medina im Jahr 622. Der 16. Juli 622 gilt deshalb als erster Tag des ersten Jahres und als Beginn der islamischen Zeitrechnung.

Da der islamische Kalender nach Mondjahren rechnet, ist das islamische Jahr im Vergleich zum Gregorianischen Kalender elf Tage kürzer. Es hat 354 Tage, in Schaltjahren 355 Tage. Die islamischen Monate wandern dadurch durch das Sonnenjahr. 33 Mondjahre entsprechen 32 Sonnenjahren. Der Anfang eines Monats richtet sich nach dem Neumond, weshalb das islamische Neujahr jedes Jahr an einem anderen Tag gefeiert wird. Für 2025 nennt der Artikel den Zeitraum vom Abend des Mittwoch, 25. Juni 2025, bis Donnerstag, 26. Juni 2025.

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