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Islam in Europa

Viele christlich geprägte europäische Länder und die Islamische Welt teilen eine über dreizehnhundertjährige gemeinsame Geschichte. Über viele Jahrhunderte …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Gegenstand und zentrale Entwicklung
  2. 2. Frühe Expansion, al-Andalus und mittelalterliche Kontakte
  3. 3. Reconquista und Erinnerung
  4. 4. Osmanisches Reich, Feindbilder und Austausch
  5. 5. Kolonialismus, Sakralbauten und regionale Entwicklungen
  6. 6. Muslime im heutigen Europa und Integrationsforschung

Gegenstand und zentrale Entwicklung

Der Artikel behandelt die Geschichte und die heutige Lage des Islams in Europa. Europa und die Islamische Welt verbindet eine mehr als 1300-jährige Geschichte. Über lange Zeit standen Regionen unter muslimischer Herrschaft, die geografisch zu Europa gehören, darunter Sizilien, große Teile des heutigen Spaniens und Portugals sowie der europäische Teil des Osmanischen Reichs, Rumelien. Bosnien-Herzegowina, der Kosovo und Albanien sind seit Jahrhunderten muslimisch geprägt.

Die Beziehungen waren sowohl von Kriegen als auch von Handel, Diplomatie und kulturellem Austausch bestimmt. Dabei entstanden Vorstellungen vom jeweils „Anderen“, die häufig stereotyp und zur Stärkung der eigenen kulturellen Identität konstruiert waren. Seit der Zuwanderung aus Vorderasien und Nordafrika ab den 1950er Jahren leben in vielen westeuropäischen Ländern zahlenstarke muslimische Minderheiten. Seit den 1980er Jahren konzentrieren sich nationale Integrationsdebatten besonders stark auf Muslime.

Die Geschichte wechselte zwischen friedlicheren Phasen, etwa am Hof Friedrichs II. oder im muslimisch beherrschten al-Andalus, und kriegerischen Epochen. Ereignisse wie die Eroberung Konstantinopels 1453, die Umwandlung der Hagia Sophia in eine Moschee, die Seeschlacht von Lepanto und die Schlacht am Kahlenberg erhielten im westeuropäischen kollektiven Gedächtnis Symbolcharakter.

Frühe Expansion, al-Andalus und mittelalterliche Kontakte

Die Hedschra im September 622 markiert den Beginn der islamischen Zeitrechnung. In den folgenden Jahrzehnten besiegten arabisch-islamische Heere das Byzantinische Reich und die persischen Sassaniden. Die Übernahme und Weiterentwicklung antiker, auch christlicher Kulturen führte zu einer frühen Blüte islamischer Wissenschaft. Werke islamischer Gelehrter, deren Namen in Europa oft in latinisierter Form bekannt wurden, blieben bis ins 16. Jahrhundert hinein europäische Standardwerke.

Am 30. April 711 landete ein Heer aus Arabern und Berbern unter Tariq ibn Ziyad in Gibraltar und besiegte in der Schlacht am Río Guadalete den westgotischen König Roderich. In sieben Jahren wurde der größte Teil der Iberischen Halbinsel erobert. 718 errang Pelayo in Nordspanien die Unabhängigkeit und gründete Asturien. Muslimische Truppen überschritten außerdem die Pyrenäen, besetzten Teile Südfrankreichs und wurden 732 in der Schlacht von Tours von den Franken unter Karl Martell geschlagen. Ihre Herrschaft auf dem größten Teil der Iberischen Halbinsel blieb jedoch bestehen.

Abd ar-Rahman ibn Mu'awiya begründete nach seiner Landung 755 und dem Sieg über den Statthalter Yusuf al-Fihri im Mai 756 das westumayyadische Reich. Al-Andalus war zunächst Provinz des Umayyaden-Kalifats (711–750), danach Emirat von Córdoba (756–929), Kalifat von Córdoba (929–1031), Taifa-Königreiche sowie Herrschaftsgebiet der Almoraviden und Almohaden. Bis 1492 blieb es unter muslimischer Herrschaft. Córdoba wurde besonders während des Kalifats ein bedeutendes kulturelles, wirtschaftliches und wissenschaftliches Zentrum.

Nichtmuslime aus den Schriftreligionen galten nach islamischem Recht als Schutzbefohlene, als Dhimmis. Unter Abd ar-Rahman III. und al-Hakam II. herrschte für damalige Verhältnisse eine besonders ausgeprägte religiöse Toleranz; jüdische Kaufleute, Gelehrte und Gewerbetreibende konnten zu Wohlstand gelangen. Zugleich gab es Verfolgungen: Im 9. Jahrhundert wurden in Córdoba 48 Christen wegen religiöser Vergehen gegen den Islam hingerichtet. Die Forschung untersucht daher sowohl das multikulturelle Zusammenleben als auch dessen Grenzen.

Die Schlacht von Tours und Poitiers wurde später als Ende der islamischen Expansion im Westen Europas gedeutet. Diese Bedeutung schrieb ihr erst Edward Gibbon 1788 zu; mittelalterliche Chronisten des 11. Jahrhunderts erwähnten sie teilweise nicht. Der arabischen Niederlage vor Konstantinopel 718 wird eine größere Bedeutung zugeschrieben. Die byzantinischen Niederlagen bei Manzikert 1071 und Myriokephalon 1176 ermöglichten später die Besiedlung Kleinasiens durch turkstämmige Oghusen und die Entstehung des Sultanats der Rum-Seldschuken.

Im Hochmittelalter wurden muslimische Herrschaften zunächst vor allem als militärische Bedrohung wahrgenommen. Die Kreuzzüge begannen nach dem Aufruf Papst Urbans II. am 27. November 1095. Das Königreich Jerusalem bestand etwa 90 Jahre; Saladin eroberte bis 1187 große Teile der Region zurück. Der Vierte Kreuzzug führte 1204 zur Eroberung und Plünderung Konstantinopels durch Kreuzfahrer. Die Kreuzzüge betrafen nur einen kleinen Teil der islamischen Welt, verschlechterten aber dauerhaft das Verhältnis zwischen westeuropäischen Christen und der islamischen Welt. Gleichzeitig brachten sie Europäer erstmals in engeren Kontakt mit der hoch entwickelten islamischen Kultur.

Nach der Eroberung Toledos 1085 und Siziliens durch christliche Herrscher setzte eine intensive Übersetzertätigkeit ein. Mehrsprachige Bevölkerungen sowie arabische und griechische Gelehrte erleichterten die Übertragung wissenschaftlicher, medizinischer und philosophischer Werke ins Lateinische. Besonders die Übersetzerschule von Toledo trug im 12. Jahrhundert zur sogenannten hochmittelalterlichen Renaissance bei. 1142 entstand die erste lateinische Koranübersetzung. Sie sollte den Islam aus seinen Quellen heraus widerlegen und prägte teilweise ein polemisches Bild Mohammeds. In Dantes Göttlicher Komödie erscheinen Mohammed, Avicenna, Averroes und Saladin unterschiedlich, aber weiterhin innerhalb eines schematischen europäischen Weltbilds.

Reconquista und Erinnerung

Die christlichen Reiche im Norden der Iberischen Halbinsel weiteten ihr Herrschaftsgebiet seit dem frühen 8. Jahrhundert im Rahmen der Reconquista aus. Am 2. Januar 1492 übergab der letzte Emir Muhammad XII. Granada an die „Katholischen Könige“; damit endete die muslimische Herrschaft auf der Iberischen Halbinsel.

Die zunächst zugesicherte Religionsfreiheit wurde bald eingeschränkt. Ab 1502 begann die Zwangsbekehrung der Mudéjares; muslimische religiöse Einrichtungen wurden enteignet. Nach einem Aufstand in Granada um 1499 ordnete die Monarchie Bekehrung oder Deportation an. Viele der nun Morisken genannten Konvertierten praktizierten den Islam heimlich weiter und wurden von der Inquisition verfolgt. Das Alhambra-Edikt vom 31. März 1492 ordnete außerdem die Vertreibung der Juden aus Kastilien und Aragón zum 31. Juli 1492 an, sofern sie nicht zum Christentum übertraten. Viele sephardische Juden fanden danach, ebenso wie nach 1496/97 aus Portugal, Zuflucht im Osmanischen Reich.

Die Erinnerung an die gemeinsame Geschichte wurde durch Erzählungen und Rituale geprägt. Saladin blieb in Westeuropa als „edler Heide“ und ritterlicher Gegner bekannt; im 19. Jahrhundert förderte unter anderem die Orientreise Wilhelms II. 1898 das Interesse an ihm in der islamischen Welt. In Spanien erinnern bis heute Feste wie „Moros y Cristianos“ mit Schaukämpfen, Paraden, historischen Kostümen und Feuerwerk an die Reconquista. Solche Formen können Geschichte vergegenwärtigen, beruhen aber zugleich auf vereinfachenden Gegensätzen zwischen „Mauren“ und „Christen“.

Osmanisches Reich, Feindbilder und Austausch

Ab der Mitte des 14. Jahrhunderts trat das Osmanische Reich als islamische Großmacht in die europäische Geschichte ein. Osmanische Siege an der Mariza 1371, auf dem Amselfeld 1389 und bei Nikopolis 1396 brachten das Reich in unmittelbare Nachbarschaft Europas. Nach der Eroberung Konstantinopels 1453 nahm Mehmed II. den Titel „Kaiser der Römer“ an und stellte sich damit in die Tradition des Oströmischen Reichs. Die Kontakte zwischen 1453 und dem Frieden von Zsitvatorok 1606 verbanden Krieg, Diplomatie, Handel und kulturellen Austausch.

Süleyman I. erhob einen umfassenden Herrschaftsanspruch und zielte politisch auf das Heilige Römische Reich. Er verbündete sich mit François I. von Frankreich und suchte auch die Unterstützung deutscher protestantischer Fürsten gegen Kaiser Karl V. In Westeuropa entstand das Bild des „Türken“ als „Erzfeind des Christentums“. Katholiken und Protestanten verwendeten dieses Feindbild für soziale und politische Zwecke. Es war jedoch ambivalent: Europäische Berichte betonten einerseits Grausamkeit und angebliches Heidentum, andererseits Disziplin, Frömmigkeit und Fleiß der Osmanen. Mit dem Sieg am Kahlenberg 1683 endete die Wahrnehmung einer unmittelbaren osmanischen Bedrohung.

Parallel bestanden enge Verbindungen. Seit spätestens dem 13. Jahrhundert handelten Venedig und das Osmanische Reich intensiv miteinander. Mehmed II. sammelte europäische Bücher, Karten und Kunstwerke, ließ sich von Gentile Bellini porträtieren und förderte eine osmanische Porträtkunst mit europäischem Einfluss. Unter Süleyman I. und Karl V. nahmen diplomatische, kulturelle und wirtschaftliche Kontakte weiter zu. Europäische Reisende veröffentlichten Berichte und Darstellungen des Osmanischen Reichs; osmanische Hofwerkstätten fertigten Porträts europäischer Herrscher an.

Der Austausch umfasste auch Waren und Techniken. 1537/38 wurde in Venedig der erste Koran mit beweglichen Lettern gedruckt. Europäische und osmanische Manufakturen beeinflussten sich bei Glaswaren, Teppichen und anderen Luxusgütern. England unterhielt zwischen dem späten 16. und frühen 17. Jahrhundert politische und Handelsbeziehungen mit Marokko und bemühte sich um osmanische Unterstützung gegen Spanien und Portugal.

Im 17. und 18. Jahrhundert vertieften Aufklärung, Handel und Diplomatie die europäische Kenntnis der islamischen Welt. 1613 erschien Thomas Erpenius’ arabische Grammatik, 1653 Golius’ Lexicon Arabico-Latinum. Die Werke blieben bis ins 19. Jahrhundert wichtige Standardwerke. Große islamische Manuskriptsammlungen entstanden unter anderem in Oxford, Leiden, Paris, im Escorial und im Vatikan. 1698 veröffentlichte Ludovico Marracci die erste nach sprachwissenschaftlichen Kriterien korrekte lateinische Koranübersetzung; zusammen mit George Sales englischer Übersetzung von 1734 blieb sie bis ins 19. Jahrhundert maßgeblich. Zugleich prägten Autoren wie Lessing, Voltaire und Goethe unterschiedliche Bilder von Islam und islamischer Welt.

Kolonialismus, Sakralbauten und regionale Entwicklungen

Im 19. und frühen 20. Jahrhundert führte Europas politische und wirtschaftliche Dominanz zu Kolonialismus und zur Aufteilung islamischer Länder in Interessensphären. Reformbewegungen in islamischen Ländern gewannen an Bedeutung. Der europäische Orientalismus reduzierte die islamische Welt häufig auf das Exotisch-Fremde; die kritische Debatte darüber untersucht den eurozentrischen Blick und wurde auch mit einem verstärkten Interesse an der eigenen Vergangenheit in der islamischen Welt, besonders in der modernen Türkei, verbunden.

Sakralbauten wurden zu Symbolen religiöser Aneignung und Integration. Nach der Eroberung Konstantinopels wurden in der Hagia Sophia christliche Mosaiken und Dekorationen entfernt oder verdeckt, Glocken beseitigt und Minarette errichtet. Nach der Reconquista wurde in die Moschee von Córdoba ab 1523 eine gotische Kirche eingebaut. Die Hagia Sophia wurde 1935 Museum und am 24. Juli 2020 auf Anweisung des türkischen Präsidenten Erdogan wieder als Moschee genutzt, nachdem das Oberste Verwaltungsgericht am 10. Juli 2020 die erneute Sakralisierung ermöglicht hatte. Seit dem frühen 20. Jahrhundert entstanden in Europa Moscheen; moderne Zentralmoscheen, etwa in Köln, und Minarette werden teilweise kontrovers diskutiert.

Regional war der islamische Einfluss unterschiedlich. Auf dem Balkan standen Bosnien-Herzegowina 420 Jahre, Nordmazedonien 540 Jahre, Bulgarien rund 500 Jahre, Albanien über 400 Jahre, Serbien 400 Jahre, die Dobrudscha 380 Jahre und Griechenland 370 Jahre unter osmanischer Herrschaft. Nur Albaner und Bosniaken wurden mehrheitlich Muslime. In Bulgarien, Rumänien, Griechenland und Nordmazedonien bestehen bis heute muslimische Minderheiten. Der muslimische Bevölkerungsanteil beträgt laut Artikel unter anderem 33 % in Nordmazedonien, 18 % auf Zypern, 12–15 % in Bulgarien und 0,3 % in Rumänien.

In Russland und der Ukraine ist der Islam besonders von Wolga- und Krimtataren geprägt. Nach der Definition von Ural und Kaukasus als Grenze zwischen Europa und Asien liegen die drei größten Moscheen Europas in Grosny, Kasan und Machatschkala; nach der Strahlenberg-Definition zählt der Nordkaukasus zum asiatischen Landesteil. In Spanien dauerte die muslimische Herrschaft in Granada fast 800 Jahre, von der Eroberung 711 bis zur Vertreibung 1614 sogar über 900 Jahre. Sizilien stand von 827 bis 1091 unter arabischer Herrschaft; der muslimische Bevölkerungsanteil erreichte dort im Mittelalter etwa 50 %. Frankreich war das einzige europäische Land mit einer dauerhaften Allianz mit türkischen Muslimen gegen christliche Nachbarn. In Deutschland und Österreich ist der heutige Islam überwiegend westasiatisch und besonders türkisch geprägt, in Großbritannien dagegen vor allem indisch, pakistanisch und bengalisch. Österreich erkannte den Islam 1912 als staatliche Religion an; dies umfasst unter anderem Religionsunterricht, Seelsorge und seit 2016 die staatliche Imam-Ausbildung an der Universität Wien. In Polen, Litauen und Belarus besteht seit rund 600 Jahren eine kleine, assimilierte tatarische Minderheit.

Muslime im heutigen Europa und Integrationsforschung

Seit den 1950er Jahren nahm die Zahl der Muslime in Europa durch Zuwanderung aus islamisch geprägten Ländern zu. Zunächst waren vor allem Frankreich, Großbritannien, Skandinavien, die Beneluxstaaten sowie Deutschland, Österreich und die Schweiz wichtige Zielländer; später kamen Spanien und Italien hinzu. Die Zuwanderer stammen überwiegend aus Nordafrika, der Türkei oder Pakistan. In Deutschland leben laut Artikel etwa fünf Prozent Muslime; bei den Geburten beträgt der Anteil von Kindern mit muslimischem Hintergrund bereits mehr als 10 %. Die meisten Muslime kamen in den 1970er und 1980er Jahren als Gastarbeiter, mehrheitlich aus der Türkei und von türkischen Kurden. In der Schweiz bilden Bosnienkriegsflüchtlinge der 1990er Jahre die größte Gruppe, in Österreich stehen muslimische Bosnier nach den Türken an zweiter Stelle.

Für 2005 nennt der Artikel 42 bis 53 Millionen Muslime in Europa, also etwa 6 bis 7,5 % von mehr als 700 Millionen Einwohnern. Etwa 14–22 Millionen ethnische Muslime entfielen auf Russland, etwa 16 Millionen auf die Europäische Union und knapp 10 Millionen auf den europäischen Teil der Türkei. Albanien, Kosovo und Bosnien-Herzegowina werden als europäische Staaten mit muslimischer Mehrheit genannt. Die Länderangaben sind teilweise uneinheitlich: Für Deutschland nennt der Artikel 4,5 %, an anderer Stelle über 5 %, für Belgien 3,6 %, anderen Angaben zufolge 5 %, für die Niederlande 4,9 beziehungsweise 5,7 % und für Österreich 3,0 beziehungsweise 4,2 %. Frankreich und Deutschland haben innerhalb der EU die größten muslimischen Minderheiten, mit 5–6 Millionen beziehungsweise über 4 Millionen Menschen.

Die Türkei und Marokko beantragten 1987 die Aufnahme in die Europäische Union. Mit der Türkei wurden nach langem Zögern Beitrittsverhandlungen geführt; Marokkos Antrag wurde aus geografischen Gründen 1991/92 und 1997 abgelehnt. Albanien und Bosnien-Herzegowina, deren muslimische Bevölkerungsanteile mit 59 % beziehungsweise 50,7 % angegeben werden, erhielten 2014 beziehungsweise 2022 den Status von EU-Beitrittskandidaten.

Das 21. Jahrhundert ist von wissenschaftlichen Bemühungen geprägt, historische Feindbilder zu erkennen und ein gemeinsames Verständnis der europäischen und islamischen Geschichte zu entwickeln. Gleichzeitig bestimmen Debatten über den Euro-Islam, das Kopftuch, Karikaturen, islamistisch geprägte Parallelgesellschaften, Christenverfolgung, islamistische Terroranschläge und die Flüchtlingskrise die öffentliche Diskussion.

Das EurIslam-Projekt befragte in Deutschland, Frankreich, dem Vereinigten Königreich, den Niederlanden, Belgien und der Schweiz mehr als 7000 Personen. Verglichen wurden die jeweilige Mehrheitsbevölkerung sowie muslimische Einwanderer aus der Türkei, Marokko, Pakistan und dem ehemaligen Jugoslawien. Unterschieden wurden die 1., 1,5. und 2. Generation. Nach einer Analyse von Ruud Koopmans aus dem Jahr 2015 hatten alle muslimischen Gruppen eine deutlich höhere Arbeitslosenquote als die Vergleichsgruppe; bei Menschen aus der Türkei und Pakistan war sie zwei- bis dreimal so hoch. Muslimische Frauen waren besonders häufig arbeitslos. Als statistisch signifikant für die Arbeitsmarktintegration erwiesen sich vor allem Sprachkenntnisse, Kontakte zu Einheimischen und das Rollenbild der Frau. Der Faktor erlebte Diskriminierung war in dieser Studie nicht statistisch signifikant; die Sprachkenntnisse hatten den größten Einfluss.

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