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Iranisch-israelische Beziehungen
Israel betrachtete im Nahostkonflikt Iran als Alliierten gegenüber den arabischen Staaten. Iran war neben Israel auch mit den USA verbündet, was die …
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Grundzüge des Verhältnisses
Iran und Israel haben keine gemeinsame Grenze. Bis zur Islamischen Revolution von 1979 waren ihre Beziehungen freundschaftlich und von wirtschaftlicher, diplomatischer und militärischer Zusammenarbeit geprägt. Seit der Revolution erkennt die Islamische Republik Iran Israel nicht als legitimen Staat an. Die Zerstörung des jüdischen Staates wurde laut Artikel Teil der iranischen Staatsdoktrin; Iran fordert stattdessen einen palästinensischen Staat auf dem Gebiet des heutigen Israel und bezeichnet Israel als „zionistisches Regime“.
Iran unterstützt bewaffnete islamistische Organisationen wie Hisbollah, Hamas und Islamischer Dschihad. Dadurch entstand ein „Stellvertreterkrieg“, also ein Konflikt, in dem verbündete Gruppen anstelle der beteiligten Staaten kämpfen. Israel sieht die iranische Führung als seinen größten Feind. Besonders das iranische Atomprogramm verschärfte die Spannungen: Iran bestreitet, Atomwaffen zu entwickeln, während Israel, die USA und weitere Staaten eine solche Entwicklung befürchten. Seit 2024 kam es auch zu unmittelbaren wechselseitigen Angriffen zwischen Iran und Israel.
Historische und biblische Verbindungen
Die Beziehungen reichen nach den biblischen Überlieferungen bis in die persische Antike zurück. Die Bücher Daniel, Esra, Nehemia, Ester sowie das 1. und 2. Buch der Chronik berichten vom Leben der Juden in Persien. Nach dem Buch Esra erlaubte ein persischer König den Juden die Rückkehr nach Jerusalem und den Wiederaufbau des zerstörten Tempels. Esra 6,14 verbindet den Tempelbau mit Dekreten von Kyros II., Dareios I. und Artaxerxes I. Der Neubau wird auf das späte 6. Jahrhundert v. Chr. datiert.
Juden beziehungsweise Israeliten leben seit mehr als 2700 Jahren auf dem Gebiet des heutigen Iran. Eine erste Gemeinde entstand nach der assyrischen Eroberung des israelitischen Nordreichs 722 v. Chr., als Teile der Oberschicht unter anderem nach Medien verschleppt wurden. Nach der Eroberung Judas durch die Babylonier kamen 586 v. Chr. weitere Menschen ins Babylonische Exil.
Zusammenarbeit bis 1979
Unter Schah Mohammad Reza Pahlavi bestanden gute Beziehungen. Iran gehörte zu den ersten Staaten, die Israels Existenzrecht und seine 1948 erlangte Unabhängigkeit anerkannten. Israel betrachtete Iran im Nahostkonflikt als Verbündeten gegenüber den arabischen Staaten. Beide Länder waren zudem mit den USA verbündet. Eine ständige israelische Delegation in Teheran erfüllte die Aufgaben einer Botschaft.
Nach dem Sechstagekrieg lieferte Iran Öl an Israel. Israel baute 1968 die Eilat-Ashkelon-Pipeline, über die iranisches Öl nach Europa transportiert wurde. Israelische Baufirmen und Ingenieure arbeiteten in Iran. Auch militärisch kooperierten beide Länder. 1977 beschlossen ihre Verteidigungsvertreter unter dem Codewort „Flower“ beziehungsweise „Projekt Blume“ die Entwicklung einer Wasser-Wasser-Rakete mit Atomsprengkopf und etwa 200 km Reichweite; das Vorhaben wurde jedoch nie umgesetzt.
Trotz der engen Beziehungen stimmte Iran 1975 für die UN-Resolution 3379. Diese stellte Israel in eine Reihe mit Südafrika und Rhodesien und bezeichnete Zionismus als eine Form von Rassismus und Rassendiskriminierung.
Bruch nach der Revolution
Nach der Islamischen Revolution ließ Revolutionsführer Ajatollah Ruhollah Chomeini alle politischen, wirtschaftlichen und sonstigen Kontakte abbrechen und frühere Verträge annullieren. Die Hinrichtung des Vorsitzenden der Jüdischen Gesellschaft Teherans, Habib Elghanian, am 9. Mai 1979 gilt als Ausgangspunkt für die starke Auswanderung jüdischer Iraner: Ihre Zahl sank laut Artikel von ursprünglich 65.000 auf etwa 8700. Der von Chomeini ausgerufene jährliche „Al-Quds-Tag“ wurde Teil der staatlichen antiisraelischen Propaganda.
Dennoch kaufte Iran während des Iran-Irak-Kriegs jährlich Waffen im Wert von ungefähr 500 Millionen US-Dollar aus Israel. Nach 1985 verkaufte Israel der Islamischen Republik vor allem amerikanische Raketen und Ersatzteile für Jagdbomber im Gesamtwert von etwa 2 Milliarden US-Dollar. Dies trug 1987 zur Iran-Contra-Affäre bei. Spätere israelische Waffenverkäufe fanden nur noch sporadisch statt.
Unter Chomeinis Nachfolger Ali Chamenei blieb die Feindschaft bestehen. Die UN-Generalversammlung hob Resolution 3379 am 16. Dezember 1991 mit 111 zu 25 Stimmen bei 13 Enthaltungen durch Resolution 46/86 auf; weder Iran noch ein arabischer Staat stimmte dafür. Zugleich leben etwa 250.000 Israelis iranischer Abstammung in Israel und pflegen persische Kultur und Traditionen.
Mit dem iranischen Atomprogramm begann der israelische Auslandsgeheimdienst Mossad laut Artikel, iranische Atomwissenschaftler zu töten und Atomanlagen zu sabotieren. Der frühere iranische Präsident Ali Akbar Haschemi Rafsandschani erklärte am 14. Dezember 2001, eine einzige Atombombe könne Israel zerstören. Israel sieht sich deshalb durch eine mögliche atomare Bewaffnung Irans existenziell bedroht.
Eskalation von 2005 bis 2021
Präsident Mahmud Ahmadineschad vertrat von 2005 bis 2013 die antiisraelische Staatsdoktrin besonders offensiv. Er bezeichnete Israel als „zionistisches Besatzerregime“, leugnete wiederholt den Holocaust und veranstaltete im Dezember 2006 in Teheran eine Konferenz, auf der Teilnehmer aus 30 Staaten den Holocaust und Israels Existenzrecht infrage stellten. Sein 2009 zum Stellvertreter ernannter Freund Esfandiar Rahim Maschaie hatte dagegen erklärt, die Beziehungen zum israelischen Volk seien nicht feindselig. Nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl musste er auf Druck konservativer Kräfte zurücktreten. Die offiziell anerkannte jüdische Minderheit in Iran wurde nach Darstellung des Artikels häufig diskriminiert; Auswanderung ließ ihre Zahl stark sinken.
Unter Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Ehud Barak erwog Israel wegen des Atomprogramms zunehmend einen Militärschlag. Die iranischen Anlagen liegen etwa 1500 bis 3000 km von Israel entfernt. Israel wäre bei einem Luftangriff auf amerikanische Hilfe zur Luftbetankung angewiesen gewesen und hätte Vergeltungsangriffe iranischer Verbündeter befürchten müssen. US-Präsident George W. Bush lehnte 2008 israelische Wünsche nach modernen bunkerbrechenden Bomben und Überflugrechten über dem Irak ab. Der US-Generalstab erwartete, dass ein Angriff das Atomprogramm nur um zwei Jahre verzögern könnte; zudem drohte Iran mit einer Blockade der Straße von Hormus. 2013 beschlossen die USA Defensivwaffenlieferungen an Israel im Wert von etwa 3 Milliarden US-Dollar.
Hassan Rohani gewann die Präsidentschaftswahl am 14. Juni 2013 mit 51 Prozent. Obwohl er im Atomstreit als kompromissbereit galt, strebte auch er keine Beziehungen zu Israel an. 2015 sagte Chamenei Israels Zerstörung innerhalb von 25 Jahren voraus; öffentlich aufgestellte Uhren zählten bis 2040. Im März 2016 testete Iran Raketen mit bis zu 2000 km Reichweite, die laut der staatlichen Agentur Fars mit einer Forderung nach der Auslöschung Israels beschriftet waren.
Nach dem amerikanischen Ausstieg aus dem Atomabkommen am 8. Mai 2018 machte Israel die iranische Quds-Einheit für 20 auf israelische Stellungen auf den Golanhöhen abgefeuerte Raketen verantwortlich. Israel griff daraufhin mehr als 50 Iran zugeordnete Ziele in Syrien an. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete mindestens 23 Tote, konnte aber nicht angeben, wer zuvor die Raketen abgefeuert hatte. Weitere israelische Angriffe richteten sich gegen eine militärische Etablierung Irans in Syrien. 2020 wurde der Atomwissenschaftler Mohsen Fachrisadeh als sechster iranischer Atomwissenschaftler laut Artikel vom Mossad getötet. 2021 wurden die Stromversorgung der Atomanlage Natanz sowie israelisch verbundene Frachtschiffe angegriffen. Beim Drohnenangriff auf die Mercer Street starben ein Brite und ein Rumäne; die USA, das Vereinigte Königreich, Israel und Rumänien machten Iran verantwortlich.
Direkte Konfrontation seit 2021
Während der Präsidentschaft Ebrahim Raisis vom 3. August 2021 bis zu seinem Tod am 19. Mai 2024 wurden mehrere Operationen Israel zugeschrieben. Israelische und arabische Medien berichteten von einem israelischen Drohnenangriff auf einen iranischen Luftwaffenstützpunkt im Februar 2022, bei dem eine nicht genauer bezifferte „große Zahl“ iranischer Militärdrohnen zerstört worden sei. Auch die Erschießung eines hochrangigen Offiziers der Quds-Einheit im Mai 2022 wurde in westlichen Medien dem Mossad zugeschrieben. Nach Angaben der New York Times unter Berufung auf US-Beamte war der Mossad zudem für einen Drohnenangriff auf mindestens eine iranische Militärproduktionsstätte verantwortlich.
Nach einem israelischen Luftangriff auf das iranische Konsulat in Damaskus im April 2024 griff Iran Israel mit Drohnen an. Noch im selben Jahr folgten wechselseitige Luftangriffe. Damit entwickelte sich der langjährige Stellvertreterkonflikt zu einer unmittelbaren militärischen Konfrontation.
Massud Peseschkian wurde 2024 iranischer Präsident. Auch er hatte das „Verschwinden des zionistischen Regimes [Israel] von der Landkarte“ gefordert. Im Juni 2025 ließ Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu Einrichtungen des iranischen Atomprogramms angreifen. Dabei wurden beteiligte Wissenschaftler und hochrangige iranische Militärs getötet. Iran antwortete in den folgenden Tagen mit mehreren Hundert Raketen. Ein Großteil wurde abgefangen; dennoch gab es auf israelischer Seite Tote und Verletzte.