Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Tanpura
Tanpura, auch tambura, ist eine gezupfte Langhalslaute, die in der indischen Musik als begleitendes Borduninstrument verwendet wird. Tanpura.
Inhalt3 Abschnitte
Tanpura als Borduninstrument
Die Tanpura, auch Tambura, ist eine gezupfte Langhalslaute der indischen Musik. Sie dient als begleitendes Borduninstrument: Ihre Saiten werden ungegriffen gezupft und erzeugen einen fortlaufenden Grundklang, den Bordun. Dieser richtet sich nach dem Raga, also dem jeweils gespielten melodischen Grundmodell.
Wie die Sitar erzeugt die Tanpura einen obertonreichen Klang. Korpus und Hals ähneln der Sitar, doch die Tanpura besitzt keine Bünde. Sie wird meist aus dem harten Holz des Brotfruchtbaumes geschnitzt und hat gewöhnlich vier oder fünf Metallsaiten. Als einfacherer Vorläufer gilt die Tandura aus der Volksmusik Rajasthans. Die verwandte Tanburo wird in der pakistanischen Provinz Sindh als Bordun- und Rhythmusinstrument gespielt.
Formen und Größen
Für die Tanpura gibt es keine festen Regeln für die Bauformen. Die vocal tanpura ist größer als die instrumental tanpura. Die instrumental tanpura ist flach gebaut, meist mit fünf dünnen Saiten bespannt und klingt hell. Sie begleitet Melodieinstrumente wie die Sitar, ist meist 95 bis 115 cm lang und hat ihren Grundton etwa bei C.
Die female tanpura ist mittelgroß, 120 bis 130 cm lang und mit vier Saiten bespannt. Ihr Grundton ist meist auf G gestimmt. Sie hat einen bauchigen Kürbiskorpus und begleitet Sängerinnen. Die male tanpura ist mit 140 bis 150 cm besonders groß. Sie besitzt dicke Saiten, hat ihren Grundton meist auf C und wird wegen ihres vollen Klangs traditionell zur Begleitung von Sängern verwendet.
In Konzerten ersetzen manche Musiker die Tanpura durch eine elektronische Tanpura. Dieser kleine elektronische Kasten ähnelt einer Shrutibox. Im 19. Jahrhundert gab es außerdem die Sursotta: eine halslose, tiefbauchige Variante von nur 37 Zentimetern Länge.
Offene Stimmungen
Die Tanpura wird in verschiedenen offenen Normalstimmungen gespielt. „Offen“ bedeutet hier, dass die Saiten ohne Greifen in ihrer festgelegten Stimmung erklingen. Welche Stimmung gewählt wird, hängt vom gespielten Raga ab.
Für eine viersaitige male tanpura mit C als Grundton werden unter anderem folgende Stimmungen genannt:
- Quinte – Oktave – Oktave – Grundton: Pa – Sa^ – Sa^ – Sa
- Quarte – Oktave – Oktave – Grundton: Ma – Sa^ – Sa^ – Sa
- Septime – Oktave – Oktave – Grundton: Ni – Sa^ – Sa^ – Sa
- Sexte – Oktave – Oktave – Grundton: Dha – Sa^ – Sa^ – Sa
Die häufigste Stimmung ist Quinte – Oktave – Oktave – Grundton (Pa – Sa^ – Sa^ – Sa). In der indischen Musik gibt es keine einheitliche Notation. In diesen Beispielen kennzeichnet ^ die höhere Oktave.