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Indirekte Rede in der spanischen Sprache
Das Verb der indirekten Rede steht im Konjunktiv I · Juana sagt: Die Nachbarn braten einen Storch. · Juana sagt, dass die Nachbarn einen Storch braten. · Juana …
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Grundidee und Beteiligte
Die indirekte Rede (spanisch estilo indirecto, lateinisch oratio obliqua) gibt eine Äußerung berichtend und mit Abstand wieder, anders als die direkte Rede (estilo directo, oratio recta). Sie muss nicht wortgetreu sein: Sie kann etwa gekürzt, verändert oder in einer anderen Reihenfolge als im Original wiedergegeben werden.
Zu unterscheiden ist die freie indirekte Rede (estilo indirecto libre). Sie ist ein episches Stilmittel und liegt zwischen direkter und indirekter Rede sowie zwischen Selbstgespräch und Bericht.
Für eine Berichtssituation unterscheidet man: den Sprecher oder Schreiber (emisor) als Produzenten der ursprünglichen Aussage, Rezipient A (receptor A) als ersten Hörer oder Leser, den Reporter (reportero), der die Aussage weitergibt, und Rezipient B (receptor B), der die berichtete Aussage empfängt.
Unterschied zum Deutschen
Im Deutschen steht das Verb der indirekten Rede grundsätzlich im Konjunktiv I. Ist dessen Form mit dem Indikativ identisch, verwendet man den Konjunktiv II.
Beispiel: Aus „Juana sagt: Die Nachbarn braten einen Storch.“ wird nicht „Juana sagt, dass die Nachbarn einen Storch braten“, weil „braten“ im Konjunktiv I und im Präsens Indikativ gleich lautet. Grammatisch korrekt ist: „Juana sagt, die Nachbarn brieten einen Storch.“ Als Umschreibung ist auch die würde-Ersatzform des Konjunktivs II möglich: „Juana sagt, die Nachbarn würden einen Storch braten.“ Diese Form wird nach Becher u. Bergenholtz (1985) auch „Konjunktiv III“ genannt.
Im Spanischen ist dagegen vor allem die Zeitenfolge, die Consecutio temporum, wichtig. Anders als im Deutschen wird der Modus meist nicht verändert und in der indirekten Rede normalerweise kein Subjunktiv verwendet. Eine genannte Ausnahme ist ein ursprünglicher Imperativ.
Bildung der spanischen indirekten Rede
Entscheidend ist die Zeitform des Einführungssatzes. Steht das einleitende Verb in einer gegenwartsbezogenen Zeit, bleibt das Tempus der direkten Rede im mit que eingeleiteten Nebensatz erhalten. Bei einem vergangenheitsbezogenen Einleitungsverb wird das Tempus dagegen nach festen Regeln verschoben.
Die Wiedergabe beginnt meist mit einer Redeeinleitung oder Inquit-Formel, damit Rezipient B erkennt, dass eine fremde Äußerung berichtet wird. Der Reporter verwendet ein Verb des Sagens (verbum dicendi), zum Beispiel decir, comentar, contestar, ordenar, opinar, pedir, preguntar, responder, afirmar, informar oder creer, sowie die Konjunktion que. Werden mehrere Sätze wiedergegeben, wird que jeweils wiederholt. Indirekte Fragen beginnen mit si oder mit einem Fragepronomen wie qué oder quién.
Außerdem werden Ausdrücke an die neue Sprechsituation angepasst: Person und Subjektpronomen, die Richtung von Bewegungsverben, Demonstrativ- und Possessivpronomen sowie Ortsadverbien.
Gegenwartsbezogene Einleitung
Als gegenwartsbezogene Zeiten des einleitenden Verbs gelten Presente de indicativo, Pretérito perfecto de indicativo, Futuro simple und Condicional simple. In diesen Fällen bleibt die Zeitform im Nebensatz (Protasis) gleich: Presente de indicativo bleibt Presente de indicativo, Pretérito perfecto de indicativo bleibt Pretérito perfecto de indicativo, Futuro simple bleibt Futuro simple und Condicional simple bleibt Condicional simple.
Der Imperativo ist die Ausnahme: Er führt nicht zu einer Tempus-, sondern zu einer Modusänderung. In der indirekten Rede wird er zum Presente de subjuntivo.
Vergangenheitsbezogene Einleitung
Steht das einleitende Verb in einer Vergangenheitszeit, etwa im Pretérito indefinido de indicativo, Pretérito imperfecto de indicativo oder Pretérito pluscuamperfecto de indicativo, wird die Zeitform im Nebensatz (Protasis) verändert.
Dabei gilt folgende Zeitenfolge: Presente wird zu Pretérito imperfecto de indicativo. Pretérito indefinido de indicativo wird zu Pretérito pluscuamperfecto de indicativo. Pretérito imperfecto de indicativo bleibt Pretérito imperfecto de indicativo. Pretérito perfecto de indicativo und Pretérito pluscuamperfecto de indicativo werden jeweils zu Pretérito pluscuamperfecto de indicativo. Pretérito anterior de indicativo bleibt Pretérito anterior de indicativo.
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