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ICAO-Alphabet

Das ICAO-Buchstabieralphabet für Sprechfunk (engl. International Civil Aviation Organization Radiotelephony Spelling Alphabet) ist in der jetzigen Version …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Zweck und Geltungsbereich
  2. 2. Buchstaben und Schlüsselwörter
  3. 3. Normen und Einsatz
  4. 4. Entwicklung und Eisenbahn
  5. 5. Ziffern, Zahlen und Sonderregeln

Zweck und Geltungsbereich

Das ICAO-Buchstabieralphabet für Sprechfunk (englisch: International Civil Aviation Organization Radiotelephony Spelling Alphabet) ist eine internationale Buchstabiertafel: Jeder Buchstabe wird durch ein festgelegtes Wort ersetzt, damit Buchstaben im Funkverkehr nicht verwechselt werden. ICAO bedeutet International Civil Aviation Organization (Internationale Zivilluftfahrtorganisation).

In der heutigen Form gilt es seit 1955 in der zivilen Luftfahrt verpflichtend. Für NATO-Staaten ist es seit dem 1. Januar 1956 als „Phonetic Alphabet“ verbindlich. Es wird deshalb oft NATO-Alphabet genannt. Auch ITU und IMO verwenden die Tafel; dort heißen die Regelungen unter anderem „Phonetic alphabet and figure code“ beziehungsweise Standard Marine Navigational Vocabulary (SMNV). Nach DIN 5009:2022-06 kann sie im deutschen Wirtschafts- und Verwaltungswesen auf Wunsch der beteiligten Personen anstelle der Deutschen Buchstabiertafel für Wirtschaft und Verwaltung genutzt werden.

Buchstaben und Schlüsselwörter

Die 26 Buchstaben werden so gesprochen: A Alfa, B Bravo, C Charlie, D Delta, E Echo, F Foxtrot, G Golf, H Hotel, I India, J Juliett, K Kilo, L Lima, M Mike, N November, O Oscar, P Papa, Q Quebec, R Romeo, S Sierra, T Tango, U Uniform, V Victor, W Whiskey, X X-ray, Y Yankee und Z Zulu.

Die Wörter und ihre Aussprache sind international festgelegt. Die Aussprache orientiert sich überwiegend am britischen Englisch, etwa [ˈɛko] für Echo und [ˈlima] für Lima. Einzelne Schreibweisen weichen absichtlich vom Standard-Englischen ab: „Alfa“ statt „Alpha“, weil „ph“ nicht überall selbstverständlich wie „f“ gesprochen wird, und „Juliett“ statt „Juliet“, damit frankophone Sprecher das abschließende t nicht als stumm auffassen.

Normen und Einsatz

Für die zivile Luftfahrt standardisiert die ICAO das Alphabet im Annex 10, Volume II, Chapter 5, Figure 5-1 zum Abkommen über die internationale Zivilluftfahrt. Bei Zweifeln über Namen oder Betriebsabkürzungen im internationalen Flugfunk müssen diese nach den ICAO-Vorgaben buchstabiert werden.

Die ITU veröffentlichte die Tafel in der Vollzugsordnung für den Funkdienst (VO Funk), Anhang 14, Appendix 14 [Revision WRC-07], Nr. 1 und 2. Bei Bedarf sind Rufzeichen, Betriebsabkürzungen und Wörter danach auszusprechen; dies ist für international arbeitende Funkdienste verbindlich. Die IMO legte die Tafel 1977 als SMNV verbindlich fest; eine Änderung erfolgte 1985.

Verwendet wird sie unter anderem im internationalen Funkverkehr, im Seefunkdienst, im Amateurfunk und in der militärischen Kommunikation der NATO. Sie dient außerdem zur Bezeichnung von Positionen, Meldepunkten, Zeitzonen oder Schlüsselwörtern. Im Amateurfunk ist ihre Kenntnis für das Amateurfunkzeugnis nötig, auch wenn dort in der Praxis teils Mischformen mit älteren oder lokalen Buchstabiertafeln vorkommen.

Entwicklung und Eisenbahn

1947 stellte die ICAO fest, dass die damals im internationalen Flugfunk verwendete Tafel „Able, Baker, Charlie, …“ für nicht-englische Muttersprachler ungeeignet war. Die Universität Montreal entwickelte 1948 und 1949 eine neue Tafel, die 1951 in Kraft trat. Diese enthielt noch „Coca“ statt Charlie, „Metro“ statt Mike, „Nectar“ statt November, „Union“ statt Uniform und „Extra“ statt X-ray. Wegen Schwierigkeiten mit diesen Wörtern ersetzte die ICAO sie im April 1955 durch Edition 4 des Annex 10; diese Fassung gilt bis heute.

1959 übernahm die ITU die Tafel und ergänzte ihre bereits 1947 eingeführten Doppelschlüsselwörter für Zahlen. In der Seefahrt übernahm die IMCO, Vorläuferin der IMO, die internationale Tafel 1965; die überarbeitete Fassung trat am 1. April 1969 als Teil des Internationalen Signalbuchs in Kraft.

Die Durchführungsverordnung (EU) 2023/1693 vom 10. August 2023 legt für den europäischen Zugverkehr die englische Aussprache des phonetischen Alphabets und der Zahlen fest. Mit dem großen Fahrplanwechsel am 14./15. Dezember 2025 wird das ICAO-Alphabet gemäß Bahnrichtlinie auch im deutschen Eisenbahnverkehr verwendet. Zusätzlich sind ä, ö und ü definiert; Zahlen werden deutsch ausgesprochen. Dies soll bei Befehlen Verwechslungen etwa bei Namen, Zahlen, Signalbegriffen und Weichenbezeichnungen verhindern.

Ziffern, Zahlen und Sonderregeln

Die ICAO spricht Ziffern als Zero (ZE-RO), One (WUN), Two (TOO), Three (TREE), Four (FOW-er), Five (FIFE), Six (SIX), Seven (SEV-en), Eight (AIT) und Nine (NIN-er). Groß geschriebene Silben werden besonders betont; bei ZE-RO und TOU-SAND werden beide Silben gleich betont, bei FOW-er und HUN-dred nur die erste.

Für Zahlen gelten unter anderem Decimal (DAY-SEE-MAL) als Dezimaltrennzeichen, HUN-dred für .00 und Thousand (TOU-SAND) für .000. Die Zahl 238 wird „Two three eight“ (TOO TREE AIT) gesprochen. Ein Dezimalpunkt und ein Dezimalkomma werden stets „Decimal“ genannt; ein Punkt als Satzzeichen heißt dagegen „Stop“.

Zur Vermeidung von Missverständnissen heißt 4 zweisilbig „fower“ [ˈfoʊə], 9 „niner“ [ˈnaɪnə]; außerdem wird das th von Three und Thousand als t gesprochen: [ˈtriː] und [ˈtaʊzənd]. Die ITU nutzt abweichend Doppelschlüsselwörter: 0 Nadazero, 1 Unaone, 2 Bissotwo, 3 Terrathree, 4 Kartefour, 5 Pantafive, 6 Soxisix, 7 Setteseven, 8 Oktoeight und 9 Novenine.

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