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W

W bzw. w (gesprochen: [veː]) ist der 23. Buchstabe des modernen lateinischen Alphabets und in den meisten Sprachen, in denen er verwendet wird, ein Halbvokal.

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Grundlagen und Verwendung
  2. 2. Entwicklung des Buchstabens
  3. 3. Name und Aussprache
  4. 4. Besonderheiten in einzelnen Sprachen
  5. 5. Weitere Zeichenverwendungen und Lautbeziehungen

Grundlagen und Verwendung

W beziehungsweise w, gesprochen [veː], ist der 23. Buchstabe des modernen lateinischen Alphabets. In den meisten Sprachen, die ihn verwenden, bezeichnet er einen Halbvokal, also einen Laut zwischen Vokal und Konsonant. Der Buchstabe entstand im Mittelalter als Ligatur, das heißt als Verbindung zweier Zeichen: VV beziehungsweise UU.

In deutschen Texten besitzt W eine relative Häufigkeit von 1,89 % und ist damit der 17.-häufigste Buchstabe. Im Fingeralphabet für Gehörlose und Schwerhörige wird W mit einer vom Körper weg zeigenden flachen Hand dargestellt. Zeige-, Mittel- und Ringfinger weisen gespreizt nach oben; der Daumen liegt auf dem Fingernagel des kleinen Fingers.

Entwicklung des Buchstabens

Die Geschichte des W ist eng mit U und V verbunden; auch Y und F sind verwandt. Über Lautwert und Bedeutung des entsprechenden Zeichens in der protosinaitischen Schrift ist nichts bekannt. Das Symbol stellte einen Haken oder eine Keule mit rundem Kopf dar.

Im phönizischen Alphabet wurde daraus ein Zeichen in Form eines abgerundeten Y. Es hieß Waw und stand für [w], also ein unsilbisches [u]. Das griechische Alphabet übernahm den Buchstaben als Ypsilon, dessen Lautwert im Frühgriechischen der entsprechende Vokal [u] war.

Die Etrusker übernahmen das frühgriechische Ypsilon. Mit der Zeit verschwand dessen untere Spitze, sodass die Form V entstand. Da das Etruskische sowohl den Vokal [u] als auch den entsprechenden Halbvokal [w] kannte, wurde dasselbe Zeichen für beide Laute verwendet. Die Römer übernahmen den Buchstaben und beide Lautwerte. Neben der spitzen Form entstand in der Spätantike eine abgerundete Variante, die dem heutigen U ähnelt.

Ebenfalls in der Spätantike entwickelte sich das unsilbische [w] zu [v]. Als gegen Ende des ersten Jahrtausends n. Chr. germanische Sprachen mit dem weiterhin vorhandenen Laut [w] in lateinischer Schrift geschrieben wurden, erschien V dafür nicht mehr passend. Deshalb bildete man die Ligatur VV beziehungsweise UU, aus der das W hervorging. Damals wurde noch nicht zwischen dem Konsonantenbuchstaben V und dem Vokalbuchstaben U unterschieden.

Name und Aussprache

Der Ursprung als verdoppeltes V oder U ist in mehreren Buchstabennamen erhalten. Im Englischen heißt W double u beziehungsweise double-u („Doppel-u“), im Französischen double vé, im Italienischen doppia vu und im Spanischen uve doble; die drei letzten Bezeichnungen bedeuten sinngemäß „doppeltes V“.

Der deutsche w-Laut war ursprünglich ein unsilbisches [u], ähnlich dem heutigen englischen w-Laut. Im Mittelalter entwickelte er sich zu [v]. Einige Phonetiker vertreten allerdings die Auffassung, dass das deutsche W nicht als stimmhafter labiodentaler Frikativ [v], sondern als stimmhafter labiodentaler Approximant [ʋ] gesprochen werde. Ein Approximant entsteht durch eine Annäherung der Sprechorgane ohne die für einen Frikativ typische starke Reibung; die Aussprache wäre damit dem niederländischen W vergleichbar.

Im Englischen blieb die ursprüngliche Aussprache [w] erhalten. Dieser Laut ist ein unsilbisches [u] beziehungsweise ein labiovelarer Approximant und ähnelt dem Übergangslaut im deutschen Wort „Bauer“.

Besonderheiten in einzelnen Sprachen

In Schweden wurde W erst 2006 durch die Schwedische Akademie in die 13. Ausgabe ihres Wörterbuchs aufgenommen und damit als selbstständiger Buchstabe anerkannt. Es steht als 23. Buchstabe des schwedischen Alphabets zwischen V und X. Zuvor galt es wegen der gleichen Aussprache von V und W als Variante des V, also als „Doppel-V“. Schwedische Wörter mit W am Anfang sind meist Fremdwörter wie „whisky“, „wok“ oder „webb“. Der Buchstabe erscheint außerdem in Eigennamen wie „Wasa“, „Wilhelmina“ und „Woxna“. Dort wurde W häufig anstelle von V verwendet; inzwischen hat die Schreibung mit V das W weitgehend verdrängt.

Im Walisischen kann W sowohl Konsonant als auch Vokal sein. Als Konsonant steht es vor Vokalen und am Wortanfang. In seiner Funktion als Vokal kann es nach den Regeln der Vokalverlängerung auch einen Zirkumflex tragen: Ŵ beziehungsweise ŵ.

Weitere Zeichenverwendungen und Lautbeziehungen

Rapper und Hip-Hopper der US-amerikanischen Westküste verwenden ein mit den Fingern geformtes W als Erkennungssymbol für die „Westcoast“. Ring- und Mittelfinger werden übereinandergelegt und bilden die mittlere Spitze; kleiner Finger und Zeigefinger formen die äußeren Schenkel.

Das Grimmsche Wörterbuch berichtet, dass im Mittelhochdeutschen im Bairischen sehr häufig b für w und umgekehrt w für b geschrieben wurde. Dies wird dort mit einer Annäherung der Laute erklärt, nicht mit ihrem vollständigen Zusammenfall. Auch in anderen Fällen bestehen Beziehungen zwischen b- und v-Lauten: Das lateinische b wird im Deutschen mitunter zu v, etwa bei „caballarius“ und „Kavallerie“. In Spanien wird „VW“ außerdem als „B Uwe“ ausgesprochen.

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