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X

Im Französischen ist „x“ am Wortende stumm (Ausnahmen sind six und dix [s] ... h/ (vgl. septem – ἑπτά hepta), also ksi – khi – chi zu tun. Unsere …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Grundwissen zum Buchstaben X
  2. 2. Aussprache in verschiedenen Sprachen
  3. 3. Schreibung und Herkunft
  4. 4. Zeichen in Fachgebieten und Alltag
  5. 5. Kreuz, Kennzeichnung und weitere Verwendungen

Grundwissen zum Buchstaben X

X, x [ʔɪks] ist der 21. Buchstabe des klassischen und der 24. Buchstabe des modernen lateinischen Alphabets. Er bezeichnet ursprünglich die Konsonantenverbindung [ks]. In deutschen Texten beträgt seine durchschnittliche Häufigkeit 0,03 %; damit ist er einschließlich ß der 26. häufigste und zweitseltenste Buchstabe.

Als römische Ziffer hat X den Dezimalwert 10. Im Fingeralphabet für Gehörlose bzw. Schwerhörige zeigt eine geschlossene, nach links weisende Hand mit nach oben angewinkeltem Zeigefinger den Buchstaben X.

Aussprache in verschiedenen Sprachen

Der Buchstabe X ist nicht mit dem IPA-Zeichen [x] zu verwechseln: Dieses bezeichnet den stimmlosen velaren Frikativ, den Ach-Laut wie in „ach“. Im Deutschen steht X immer für [ks]; dies ist gewöhnlich auch im Niederländischen, Englischen, Dänischen, Norwegischen und Italienischen so. Im Polnischen, Tschechischen und Slowenischen hat X ebenfalls diese Aussprache, kommt aber nur in wenigen Fremdwörtern vor.

In anderen Sprachen kann X andere Laute bezeichnen. Im modernen Spanisch steht es im Wortinnern vor Vokalen für [ɣs], vor Konsonanten für [s] und am Wortanfang für [s], etwa examen [ɛɣˈsamen], experto [esˈpɛrto] und xenofobia [senoˈfoβia]. Früher wurde der Laut [x] auch mit X geschrieben; deshalb lautete Don Quijote früher Don Quixote. In México und Texas ist diese ältere Schreibweise besonders im amerikanischen Spanisch erhalten.

Im Portugiesischen und Katalanischen lautet X meist /ʃ/ wie deutsches „sch“, teils aber /z/, /ks/ oder im Portugiesischen auch /s/. Maltesisch, Baskisch und Nahuatl verwenden X für /ʃ/; Kurdisch, Tatarisch, Aserbaidschanisch und Usbekisch für /x/. Weitere Beispiele sind Französisch mit meist /(g)z/ und stummem X am Wortende, Albanisch mit /dz/, Pinyin mit [ɕ], Somali mit /ħ/, Afar mit /ɗ/ und Oromo mit /tʼ/. In einigen Bantusprachen wie isiXhosa steht X für Schnalzlaute.

In englisch geprägten Kurzwörtern kann X für „ex-“ stehen, etwa Xtreme oder Xtra. Es kann auch „Christ-“ in X-mas oder wegen seiner Kreuzform „cross-“ in X-ing vertreten.

Schreibung und Herkunft

Historisches x wird in nordeuropäischen und lateinisch geschriebenen slawischen Sprachen meist als ks geschrieben, beispielsweise dänisch Sakskøbing, schwedisch eksempel und polnisch eksport. Die deutsche Schreibweise chs für [ks], etwa in Sachsen und Achse, wird mit oberdeutscher Aussprache erklärt: Im Alemannischen wird „Achse“ tatsächlich [ʔaχsə] gesprochen.

Das lateinische X gelangte wahrscheinlich über das in Süditalien heimische Westgriechisch ins Etruskische und dann ins Lateinische. Sein Vorbild war ein X-förmiges westgriechisches Ksi mit dem Lautwert [ks]. Das ostgriechische Zeichen Ξ steht ebenfalls für Ksi, hat dieselbe Alphabetstelle und den Zahlenwert 60. Als mögliche Vorbilder des Zeichens werden ein Stützpfeiler und ein Fischgerippe genannt.

Die heutige Buchstabenbezeichnung „iks“ wird im Artikel mit Marcus Terentius Varro verbunden: Das lateinische X [ks] erhielt zunächst die Aussprache „eks“, weil es wegen des enthaltenen s zu den semivocales gerechnet wurde. Später wurde der Anlaut unter Einfluss des griechischen Xi zu „iks“.

Zeichen in Fachgebieten und Alltag

In Mathematik und Logik steht x meist für eine unbekannte Größe in Gleichungen und für die unabhängige Variable einer Funktion, häufig neben y und z. In der Digitaltechnik kennzeichnet X einen nicht zu berücksichtigenden Don’t-Care-Wert. Die Verwendung von x für eine Unbekannte wird auf das arabische شيء / šaiʾ („Sache“) zurückgeführt, das bei al-Chwarizmi und Omar Chajjam verwendet und in altspanischer Umschrift mit x wiedergegeben wurde.

Obwohl × das eigene Multiplikationszeichen ist, wird x besonders handschriftlich gelegentlich als Malzeichen benutzt, etwa „4 x 100-m-Staffel“ statt „4 × 100-m-Staffel“. Im naturwissenschaftlichen Zusammenhang soll dies wegen der Verwechslungsgefahr mit der Variablen x vermieden werden; möglich ist dort auch der mittig gesetzte Punkt ⋅. Im Italienischen wird x informell für per verwendet, zum Beispiel xché statt perché.

Weitere fachliche Bedeutungen sind: x für den Stoffmengenanteil und X für den Teilchenzahlanteil in der Chemie; X für einen Schwingquarz in elektronischen Schaltplänen; x beziehungsweise × für eine Kreuzung oder Hybridform in der biologischen Nomenklatur; x für einen Schlagzug in der Schachnotation. In Stimmzetteln oder beim Lotto markiert ein X die gewünschte Auswahl. In Tabellen der amtlichen Statistik kann x für ein gesperrtes Tabellenfach stehen, weil eine Aussage nicht sinnvoll ist. TX kann unter anderem Transplantation, Transaktion oder Sender (transmitter) bedeuten; Xtalk wird etwa für Übersprechen verwendet.

Kreuz, Kennzeichnung und weitere Verwendungen

Als Kreuzsymbol heißt X Andreaskreuz oder Schragenkreuz. In Wappen und Flaggen heißt die entsprechende Anordnung schragenweise; auch X-Beine werden nach ihrer Form so bezeichnet.

X kann für Geheimnisvolles oder Unerforschtes stehen, etwa in „X-Strahlen“, X-Faktor, Terra X, Generation X und X-Men. Es wird außerdem als Abkürzung für „Experimental-“ gebraucht, etwa in X-Planes, und kann allgemein „ex-“ oder ein damit beginnendes Wort ersetzen.

In Kunst und Mode kennzeichnet „x“ die Zusammenarbeit von Personen oder Gruppen, beispielsweise Takashi Kawashima x Aaron Koblin. Diese aus Japan stammende Schreibweise wird auch außerhalb der Kunst für Kooperationen verwendet. Ein bis drei vorangestellte X stehen bei Oberbekleidung für Sondergrößen, wobei X für Extra steht.

XXX bedeutet im Englischen „kiss kiss kiss“ oder kennzeichnet sexuelle und pornografische Inhalte (X-Rating). X oder Xx kann auch als informeller Gruß unter nahestehenden Personen in Kurznachrichten dienen. X oder XTC steht für die Droge Ecstasy. Daneben hat X Bedeutungen in der Straight-Edge-Szene und bei Studentenverbindungen als Abkürzung im Zusammenhang mit Charge.

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