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H
H beziehungsweise h (gesprochen: [haː]) ist der achte Buchstabe des klassischen und modernen lateinischen Alphabets. Er ist ein Konsonant (auch wenn er …
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Grundlagen und Bedeutung
H beziehungsweise h, gesprochen [haː], ist der achte Buchstabe des klassischen und modernen lateinischen Alphabets. Er gilt als Konsonant, obwohl er unter bestimmten Bedingungen nicht gesprochen wird. In deutschen Texten beträgt seine durchschnittliche Häufigkeit 4,76 Prozent; damit ist H der neunthäufigste Buchstabe.
Das große H besteht aus zwei senkrechten Strichen, die durch einen waagerechten Strich miteinander verbunden sind.
Laut und Rechtschreibung im Deutschen
In seiner Grundfunktion bezeichnet H den Laut [h]. Dieser kommt im Deutschen nur am Anfang einer Silbe vor einem Vokal vor, etwa in „Hand“, „holen“ und „Anhalter“.
In einigen Wörtern wurde das H früher gesprochen, ist aber heute in den meisten Sprachvarietäten stumm, beispielsweise in „sehen“, „Ehe“, „gehen“ und „hohe“. Diese Entwicklung beeinflusste die Rechtschreibung: Ein geschriebenes h kann als Dehnungs-h die Länge eines vorausgehenden Vokals anzeigen, auch wenn diesem Vokal nie ein gesprochenes H folgte. Beispiele sind „Jahr“, „Vieh“ und „Bahn“.
Außerdem ist h Bestandteil des Digraphen „ch“ und des Trigraphen „sch“. Ein Digraph ist eine Verbindung aus zwei Buchstaben, ein Trigraph eine Verbindung aus drei Buchstaben, die gemeinsam eine lautliche Einheit darstellen.
Verwendung in anderen Sprachen
Im Englischen steht H ebenfalls für den Laut [h]. Am Anfang einiger aus dem Alt- und Mittelfranzösischen stammender Wörter wird es jedoch nicht gesprochen, etwa in „hour“, „heir“ und „honour“. In volkstümlicher Lautschrift kann h wie im Deutschen als Zeichen für einen langen Vokal dienen, beispielsweise <ah> für [aː]. Zudem kommt es in den englischen Digraphen „ch“, „th“, „wh“ und „sh“ vor.
In romanischen Sprachen wie Spanisch, Italienisch und Französisch wird h generell nicht ausgesprochen. Im Französischen gab es früher allerdings das aus dem Altfränkischen übernommene, ausgesprochene „h aspiré“. Es ist heute ebenfalls verstummt, verhält sich sprachlich aber weiterhin wie ein Konsonant. Ein tatsächlich gesprochenes /h/ kennen alle Varianten des Galloitalischen und das Toskanische sowie südspanische und lateinamerikanische Varietäten.
Entwicklung des Buchstabens
In der protosinaitischen Schrift stellte das Zeichen einen Zaun dar. Daraus entstand im phönizischen Alphabet der Buchstabe Chet. Ihm war der Lautwert [ħ] zugeordnet, ein stimmloser pharyngaler Frikativ, der im Artikel als eine Art leichtes H beschrieben wird.
Die Griechen übernahmen den Buchstaben zunächst als Heta mit dem Lautwert [h]. Der Lautwert [h] war im phönizischen Alphabet ursprünglich dem Buchstaben He zugeordnet gewesen; die Griechen verwendeten He jedoch für [e]. Bis zum klassischen Griechisch wurden Name und Lautwert des Heta erneut verändert: Es entwickelte sich zum Eta und bezeichnete nun [eː].
Die Etrusker übernahmen H in seiner archaischen Form als ein in der Mitte geteiltes Rechteck. Da ihre Sprache den Laut [h] kannte, behielten sie diesen Lautwert bei. Die Römer übernahmen den Buchstaben von den Etruskern, passten seine Form aber an das Aussehen des griechischen Buchstabens an.
Darstellung im Fingeralphabet
Im Fingeralphabet für gehörlose beziehungsweise schwerhörige Menschen wird H mit einer geschlossenen, zum Körper weisenden Hand dargestellt. Zeige- und Mittelfinger zeigen dabei parallel vom Körper weg.
Historische Beschreibung
Das angeführte historische Wörterbuchzitat beschreibt H als achten Buchstaben des lateinischen und gotischen Alphabets; im gotischen Alphabet hatte er außerdem den Zahlenwert 8. Im altnordischen Runenalphabet war H der siebte Buchstabe. Für das Hochdeutsche unterscheidet das Zitat drei Funktionen: H kann als gesprochener „Hauchlaut“ auftreten, in Wörtern wie „sehen“, „wehen“, „ziehen“, „blühen“, „hoher“ und „floh“ ohne Lautwert sein oder lediglich die Dehnung eines Vokals anzeigen.
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