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Homogenität (Wirtschaft)
Vollkommene Märkte · Marktteilnehmer verhalten sich rational im Sinne der Gewinn- oder Nutzenmaximierung, · keine Qualitätsunterschiede der Handelsobjekte, · keine …
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Kernbegriff
Homogenität ist in der Volkswirtschaftslehre die Eigenschaft von Gütern und Dienstleistungen, völlig einheitlich und undifferenziert zu sein. Das bedeutet: Es gibt weder Qualitätsunterschiede noch Präferenzen der Marktteilnehmer für bestimmte Anbieter, Nachfrager oder einzelne Mengeneinheiten.
Der Begriff ist wichtig, weil er in ökonomischen Modellen verwendet wird, um Märkte zunächst als Idealzustand zu untersuchen. Solche Idealzustände kommen im Alltag kaum vor, helfen aber dabei, wirtschaftliche Zusammenhänge klar zu analysieren. Danach können Modelle schrittweise näher an die Realität angepasst werden. Der Normalfall in der Wirklichkeit ist nicht Homogenität, sondern Heterogenität: Märkte, Güter und Dienstleistungen unterscheiden sich meist in irgendeinem Merkmal.
Bedingungen für Homogenität
Ein homogener Markt liegt vor, wenn Nachfrager keine Präferenzen für die auf dem Markt gehandelten Güter oder Dienstleistungen haben. Präferenzen sind Vorlieben oder Bevorzugungen. Wenn ein Markt homogen ist, ist es den Nachfragern also gleichgültig, von welchem Anbieter sie kaufen, solange es sich um dasselbe Gut oder dieselbe Dienstleistung handelt.
Homogene Güter sind unterschiedslose und nicht voneinander unterscheidbare Güter. Ihre einzelnen Mengeneinheiten sind aus Sicht der Nachfrager völlig gleichartig. Deshalb gibt es keine Qualitätsunterschiede und keinen Grund, eine bestimmte Einheit, einen bestimmten Anbieter oder ein qualitativ höherwertiges Gut vorzuziehen. Ebenso haben Anbieter keinen Grund, bestimmte Nachfrager zu bevorzugen.
Weil homogene Güter unterschiedslos sind, sind sie gegenseitig vollständig substituierbar. Substituierbar bedeutet, dass ein Gut ein anderes vollständig ersetzen kann. Der Gegensatz zu homogenen Gütern sind heterogene Güter.
In der Realität sind diese Bedingungen kaum vollständig erfüllt. Schon kleine Unterschiede können die Homogenität aufheben, zum Beispiel verschiedene Lieferbedingungen oder Zahlungsbedingungen der Lieferanten oder Unterschiede bei Bonität und Zahlungsverhalten der Kunden.
Homogene und heterogene Güter
Homogene und heterogene Güter unterscheiden sich nach Marktform, Marktteilnehmern und Preisbildung.
Homogene Güter kommen nach dem Artikel lediglich auf Börsen und teilweise im Versandhandel vor. Bei ihnen interagieren die Marktteilnehmer indirekt. Verkäufer und Käufer übergeben die Handelsobjekte nicht unmittelbar untereinander; dazwischen stehen zum Beispiel Börsenmakler oder Postunternehmen. Die Preisbildung erfolgt durch Auktionen oder kontinuierliche Preisanpassung.
Heterogene Güter kommen in Geschäften und Kaufhäusern vor. Dort interagieren Marktteilnehmer direkt miteinander. Die Preisbildung erfolgt über Listenpreise oder individuelle Preisverhandlungen.
Rolle auf vollkommenen Märkten
Ein vollkommener Markt ist ein Gedankenmodell der Volkswirtschaftstheorie. Seine Voraussetzungen können in der Realität nicht verwirklicht werden. Homogenität ist eine der Prämissen, also Grundannahmen, eines vollkommenen Marktes.
Auf vollkommenen Märkten gelten mehrere Bedingungen: Die Marktteilnehmer verhalten sich rational im Sinne der Gewinn- oder Nutzenmaximierung. Es gibt keine Qualitätsunterschiede der Handelsobjekte und keine zeitlichen, örtlichen, sachlichen oder persönlichen Präferenzen. Außerdem gilt ein einheitlicher Marktpreis, und die Marktteilnehmer passen sich unendlich schnell an. Alle Marktteilnehmer besitzen vollständige Markttransparenz. Es gibt keine Transaktionskosten, unendlich viele Anbieter und Nachfrager, also ein Polypol, sowie einen räumlichen und zeitlichen Punktmarkt.
Diese Bedingungen sind rein theoretisch und können annähernd nur von Börsen erfüllt werden. Homogene Güter sind auf vollkommenen Märkten Handelsobjekte, über die alle Marktteilnehmer vollständige Informationen zu Marktdaten wie Angebot, Nachfrage, Preis und Produktqualität besitzen.
Preis und Verhalten der Marktteilnehmer
Auf einem vollkommenen Markt gibt es einen einheitlichen Marktpreis. Unterschiedliche Preise würden durch Arbitrage ausgeglichen. Arbitrage bedeutet, Preisunterschiede auszunutzen, indem man dort kauft, wo der Preis niedriger ist, und dort verkauft, wo der Preis höher ist.
Alle Marktteilnehmer verhalten sich als Mengenanpasser. Das heißt: Sie nehmen den Preis als gegeben hin. Der Preis ist ein Datenparameter, also eine vorgegebene Größe. Das Marktvolumen ist dagegen ein Aktionsparameter, also die Größe, über die Marktteilnehmer handeln können.