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Polypol

Das Polypol (altgriechisch πολυ poly „viel“ und altgriechisch πωλεῖν pōlein, „verkaufen“; also „Verkauf durch viele“) ist in der Wirtschaft eine Marktform, die …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Einordnung
  2. 2. Arten des Polypols
  3. 3. Wettbewerb, Preise und Nachfrage
  4. 4. Preis-Absatz-Funktion nach Gutenberg

Begriff und Einordnung

Ein Polypol ist eine Marktform mit vielen Marktteilnehmern. Marktteilnehmer sind auf Güter- oder Finanzmärkten die Anbieter und Nachfrager. Marktformen werden danach unterschieden, wie viele Anbieter und Nachfrager vorhanden sind.

Bei vielen Anbietern und vielen Nachfragern liegt ein Polypol vor. Viele Anbieter bei wenigen Nachfragern bilden ein Oligopson, viele Anbieter bei einem Nachfrager ein Monopson. Wenige Anbieter stehen vielen Nachfragern im Oligopol gegenüber; ein Anbieter und viele Nachfrager bilden ein Monopol. Daneben gibt es unter anderem das bilaterale Oligopol und das bilaterale Monopol.

Arten des Polypols

Man kann zwischen Angebotspolypol und Nachfragepolypol unterscheiden: Beim Angebotspolypol gibt es viele Anbieter, beim Nachfragepolypol viele Nachfrager.

Ein homogenes Polypol setzt vollständige Konkurrenz voraus. Dabei wird ein homogenes Gut gehandelt, und es bestehen keine sachlichen, persönlichen, räumlichen oder zeitlichen Präferenzen. Außerdem muss vollständige Markttransparenz herrschen, also ein vollständiger Überblick der Marktteilnehmer über die Marktverhältnisse. Fehlt mindestens eine dieser Bedingungen, liegt ein heterogenes Polypol mit heterogenen Gütern vor.

Das homogene Polypol gilt als realitätsfremd; Börsen kommen diesem Idealfall am nächsten. Homogene Polypole auf einem vollkommenen Markt führen zu vollkommener Konkurrenz. Heterogene Polypole auf einem unvollkommenen Markt führen zu monopolistischer Konkurrenz.

Wettbewerb, Preise und Nachfrage

Weil auf einer oder auf beiden Marktseiten viele Teilnehmer vorhanden sind, besitzt keiner von ihnen genügend Marktmacht, um seine Interessen gegenüber der anderen Marktseite durchzusetzen. Der Wettbewerb kann deshalb zu maximaler Effizienz führen; Polypole werden als „bestmögliche Marktform der Marktwirtschaft“ bezeichnet. Anders als bei Oligopolen und Oligopsonen ist koordiniertes Verhalten, etwa durch Kartelle zur Übervorteilung der anderen Marktseite, wegen der großen Teilnehmerzahl unwahrscheinlich.

Auf einem vollkommenen Markt können Anbieter oder Nachfrager wegen ihres kleinen Marktanteils den Marktpreis nicht beeinflussen. Sie sind Preisnehmer. Ein Preisnehmer erzielt maximalen Gewinn, wenn er die maximal mögliche Menge, also bis zur Kapazitätsgrenze, produziert.

Gütermärkte sind meist unvollkommen. Anbieter sind dann Preisfixierer: Sie haben einen gewissen Spielraum bei der Preisfestsetzung, müssen bei Preiserhöhungen aber mit sinkender Absatzmenge rechnen. Auch ein Monopolist kann Preise nicht beliebig erhöhen, weil Kunden auf das Produkt verzichten können. Je höher die Nachfrageelastizität ist, desto ähnlicher sind Marktpreise und Mengen in Polypol und Monopol und desto geringer ist die Marktmacht des Monopolisten.

Preis-Absatz-Funktion nach Gutenberg

Die doppelt geknickte Preis-Absatz-Funktion von Erich Gutenberg gilt in der Betriebswirtschaftslehre als theoretisch fundiert und wurde für Polypol und Oligopol empirisch mehrfach bestätigt. Die Preis-Absatz-Funktion beschreibt den Zusammenhang zwischen Preis und nachgefragter beziehungsweise abgesetzter Menge.

Nach Gutenberg führen Preisänderungen im relativ unelastischen mittleren Bereich nur zu geringfügigen Nachfrageänderungen. In den elastischen Randbereichen lösen Preisänderungen dagegen starke Nachfrageänderungen aus. Der grundsätzliche Verlauf dieser Funktion ist im Polypol und im Oligopol gleich.

Lernvideos zu Polypol

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