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Hawaii

Auf dem den Schwimmkörpern entgegengesetzten Ende der Balken saß eine teilweise überdachte, leichtgebaute Plattform mit einer Tragfähigkeit für bis zu 100 …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Überblick und geografische Lage
  2. 2. Natur, Artenvielfalt und Umweltprobleme
  3. 3. Bevölkerung und Geschichte
  4. 4. Politik und Unabhängigkeitsfragen
  5. 5. Wirtschaft, Verkehr und Inseln
  6. 6. Kultur, Bildung und Alltag

Überblick und geografische Lage

Hawaii ist eine Inselkette im Pazifischen Ozean und zugleich ein Bundesstaat der Vereinigten Staaten. Der Archipel liegt etwa 3686 km südwestlich des amerikanischen Festlands und gehört kulturell zum polynesischen Raum sowie geografisch zu Ozeanien. Hawaii ist der einzige US-Bundesstaat, der vollständig aus Inseln besteht, der einzige in den Tropen und neben Alaska einer der beiden nicht zusammenhängenden Bundesstaaten. Seit dem 21. August 1959 ist Hawaii der 50. Staat der USA. Hauptstadt und größte Stadt ist Honolulu auf Oʻahu.

Zum Bundesstaat gehören 137 Inseln und Atolle mit einer Gesamtfläche von 16.625 km² Landfläche. Die acht größten Inseln sind von West nach Ost Niʻihau, Kauaʻi, Oʻahu, Molokaʻi, Lānaʻi, Kahoʻolawe, Maui und Hawaii, die größte Insel, die inoffiziell Big Island heißt. Die Inseln sind fünf Countys zugeordnet; eine Besonderheit ist der sehr kleine Kalawao County auf der Kalaupapa-Halbinsel von Molokaʻi. Das Midway-Atoll gehört geografisch zur Hawaii-Inselkette, aber nicht zum US-Bundesstaat.

Hawaii ist vulkanischen Ursprungs und Teil der Hawaii-Emperor-Kette. Auf Big Island liegen einige der größten Vulkane der Erde. Der Mauna Kea erreicht 4205 m über dem Meer; von seiner Basis in 5400 m Meerestiefe bis zur Spitze misst er rund 9600 m. Der aktive Mauna Loa gilt nach dem Pūhāhonu seinem Volumen nach als zweitgrößter Vulkan der Erde. Der Kīlauea ist ebenfalls aktiv; seine jüngste Eruption dauerte von 1983 bis 2018. Südöstlich davon liegt der unterseeische Vulkan Kama‘ehuakanaloa, der jüngste Vulkan der Hawaii-Vulkankette.

Das Klima ist tropisch, aber durch den Nordost-Passat mild und ausgeglichen. Die Luvseiten der Inseln sind feucht und tragen tropische Vegetation, die Leeseiten sind deutlich trockener. Ausgeprägte Jahreszeiten gibt es nicht; von Oktober bis März fällt mehr Regen. In Honolulu liegen die mittleren Tageshöchsttemperaturen im Jahresmittel bei 29,1 °C, die mittleren Tiefsttemperaturen bei 21,1 °C, die Jahresniederschläge bei 559,3 mm.

Natur, Artenvielfalt und Umweltprobleme

Vor der Ankunft des Menschen war Hawaii wegen seiner Abgeschiedenheit eine besondere Inselwelt. Es gab außer der Eisgrauen Fledermaus keine Landsäugetiere sowie keine Landreptilien und Amphibien. Viele Arten entwickelten sich nur auf Hawaii; solche Arten heißen endemisch. Durch adaptive Radiation, also die Aufspaltung einer Stammart in viele neue Arten, entstanden zum Beispiel zahlreiche Kleidervögel und rund 1000 Arten von Taufliegen. Die flugfähige Hawaiigans Nēnē überlebte bis heute, während große flugunfähige Vögel wie Moa-Nalos ausstarben.

Der Mensch veränderte diese Tier- und Pflanzenwelt stark. Schon die ersten polynesischen Siedler brachten Nutzpflanzen, Haustiere und Schädlinge mit. Mehr als die Hälfte der ursprünglich dort lebenden Vogelarten starb aus. Besonders Ratten, verwilderte Hunde, eingeschleppte Mücken und die durch sie übertragene Vogelmalaria schädigten einheimische Arten. Später kamen viele weitere Neozoen und Neophyten hinzu, also eingewanderte oder eingeführte Tier- und Pflanzenarten, etwa verschiedene Vögel, Ratten, Hirsche, Geckos, Amphibien und Kulturpflanzen wie Zuckerrohr, Ananas, Kaffee, Bananen und Reis.

Die Meereswelt ist artenreich, weil Meerestiere abgelegene Inseln leichter erreichen als Landtiere. Um Hawaii leben viele Tiere typischer Korallenriffe, darunter über 1250 Fischarten, Grüne Meeresschildkröten, Hawaii-Mönchsrobben, Spinnerdelfine und Zwerggrindwale. Bekannte Meeresräume wie die Hanauma Bay beherbergen Korallen und zahlreiche Riffarten.

Heute steht Hawaii vor großen Umweltproblemen. Plastikmüll aus dem gesamten Pazifikraum wird durch Meeresströmungen an die Strände gespült; der Great Pacific Garbage Patch trägt dazu bei, dass Strände wie Kamilo Beach besonders stark verschmutzt sind. Rund 88.000 Senkgruben leiten täglich schätzungsweise 53 Millionen Gallonen unbehandeltes Abwasser in die Umwelt, was Grundwasser, Meere, Korallenriffe sowie Menschen und Tiere gefährdet. Der Klimawandel lässt den Meeresspiegel steigen; bis 2100 könnten bis zu 75 Prozent der Landfläche der flachen nordwestlichen Inseln verschwinden. Zudem nehmen Dürren, Brände und andere Extremereignisse zu.

Bevölkerung und Geschichte

Hawaii hat laut Zensus 2020 1.455.271 Einwohner. Etwa zwei Drittel der Bevölkerung leben auf Oʻahu, wo auch Honolulu liegt. Der Bundesstaat ist demografisch sehr vielfältig. Nach Angaben für das Jahr 2000 bildeten Asiaten mit 41,6 % die größte Gruppe, darunter Menschen japanischer, philippinischer und chinesischer Herkunft. Menschen europäischer Herkunft machten 24,3 % aus, Polynesier 7,9 %, darunter 6,6 % ursprüngliche Hawaiier. Englisch, Hawaiisch und Hawaii Creole English sind verbreitet; außerdem werden Minderheitensprachen wie Japanisch und Chinesisch gesprochen. Seit 2010 ziehen wegen hoher Lebenshaltungskosten mehr Menschen weg als hinzu, und seit 2020 ist die Bevölkerungsentwicklung insgesamt rückläufig.

Die erste Besiedlung erfolgte durch Polynesier. Nach einer Darstellung kamen sie zwischen dem zweiten und sechsten Jahrhundert von den Marquesas-Inseln, nach anderer Ansicht etwa seit 800 n. Chr.; eine zweite Siedlerwelle folgte etwa im 11. Jahrhundert von Tahiti. Die Polynesier nutzten große Doppelrumpfboote und navigierten über Sterne, Strömungen, Dünung, Wolken, Vögel, Fischschwärme und Treibholz. Die Gesellschaft war hierarchisch gegliedert: An der Spitze standen Adlige, die Aliʻi, deren Macht mit dem Kapu-System verbunden war. Kapu bezeichnete Verbote und heilige Regeln.

Der erste bekannte Nicht-Polynesier auf Hawaii war James Cook, der am 20. Januar 1778 auf Kauaʻi landete und die Inseln „Sandwich Islands“ nannte. Seine Besatzung brachte auch Krankheiten mit. In den folgenden Jahrzehnten sank die indigene Bevölkerung stark; im Artikel wird ein Rückgang von 300.000 bis zu einer Million Menschen auf weniger als 40.000 im Jahr 1890 genannt. Cook wurde am 14. Februar 1779 in der Kealakekua-Bucht getötet, nachdem es nach seiner Rückkehr zu Missverständnissen und Konflikten gekommen war.

Kamehameha I. einigte die Inseln gewaltsam und war ab 1810 alleiniger Herrscher des Königreichs Hawaiʻi. Die Kamehameha-Dynastie regierte bis 1872; danach folgten drei gewählte Könige. Das Königreich wurde international anerkannt, stand aber zunehmend unter ausländischem Einfluss. Missionare kamen ab 1820, die USA erkannten die Souveränität 1842 an, das Vereinigte Königreich und Frankreich 1843. Gleichzeitig wuchs der wirtschaftliche und politische Einfluss der USA, besonders durch Zuckerexporte und die Übernahme von Pearl Harbor als Marinestützpunkt 1887.

1893 wurde Königin Liliʻuokalani durch eingewanderte Europäer und US-Amerikaner gestürzt. 1894 entstand die Republik Hawaii unter Sanford Dole. Am 7. Juli 1898 annektierten die USA Hawaii, der formelle Akt folgte am 12. August 1898. Nach dem Angriff Japans auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 traten die USA in den Zweiten Weltkrieg ein; auf Hawaii galt acht Jahre lang Kriegsrecht. 1959 wurde Hawaii nach einem Volksentscheid der 50. US-Bundesstaat.

Politik und Unabhängigkeitsfragen

Hawaii ist heute ein US-Bundesstaat mit eigener Staatsregierung. Amtssprachen sind Englisch und Hawaiisch. Das Staatsmotto lautet „Ua Mau ke Ea o ka ʻĀina i ka Pono“, auf Deutsch etwa: „Das Leben des Landes wird durch die Rechtschaffenheit bewahrt.“ Der Gouverneur ist Josh Green von der Demokratischen Partei.

Bei US-Präsidentschaftswahlen gilt Hawaii traditionell als sicherer Staat für demokratische Kandidaten. Seit 1964 stellt Hawaii vier Wahlleute im Electoral College. Nur 1972 und 1984 gingen die Wahlmännerstimmen an Republikaner. Barack Obama wurde in Hawaii geboren; sein bestes Ergebnis dort waren 2008 rund 72 %. Lyndon B. Johnson erreichte 1964 mit rund 79 % ein noch höheres Ergebnis. Im 119. Kongress vertreten Edward Espennet Case und Jill Tokuda Hawaii im Repräsentantenhaus, Mazie Keiko Hirono und Brian Emanuel Schatz im Senat; alle vier gehören der Demokratischen Partei an.

Die Annexion und ihre Folgen bleiben politisch umstritten. 1993 verabschiedeten die USA die Apology Resolution, in der sie den Putsch gegen die Monarchie von 1893 für unrechtmäßig erklärten und sich entschuldigten. Die Annexion wurde dadurch aber nicht widerrufen. Teile der polynesischen Urbevölkerung fordern mehr Unabhängigkeit, Rechte und Land für Hawaiier oder eine Sezession von den USA. 2019 lebten etwa 350.000 Nachkommen der Urbevölkerung in Hawaii.

Die Unabhängigkeitsbewegung ist aktiv, aber zersplittert. 2005 wehrten sich indigene Gruppen gegen den Status „Native Americans“, weil sie darin eine Schwächung ihrer Freiheitsbestrebungen sahen. 2008 besetzte eine Aktivistengruppe den ehemaligen Königspalast in Honolulu und rief die Unabhängigkeit aus. Einzelne Stimmen wie David Keanu Sai vertreten die Ansicht, Hawaii sei nie rechtmäßig Teil der USA geworden, sondern militärisch besetzt; andere Initiativen brachten das Thema vor internationale Gremien. Der Artikel nennt außerdem, dass viele indigene Hawaiier wegen hoher Lebenshaltungskosten bereits auf dem amerikanischen Festland leben.

Wirtschaft, Verkehr und Inseln

Hawaiis Wirtschaft war früher stark von Plantagen geprägt, besonders vom Anbau und Export von Zuckerrohr und Ananas. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurden dafür Vertragsarbeiter aus China, Japan, Portugal und anderen Regionen angeworben. Die letzte Zuckerrohrplantage wurde 2016 stillgelegt; die meisten Ananasplantagen existieren ebenfalls nicht mehr. Heute werden unter anderem Blumen, Macadamia-Nüsse, Kaffee, Bananen, Papayas, Guaven, Kokosnüsse und andere tropische Früchte angebaut. Außerdem gibt es Orchideenzucht, Rinderweidewirtschaft und Fischfang, besonders Thunfisch.

Der wichtigste Wirtschaftszweig ist der Tourismus. 2019 erreichte Hawaii mit 10,425 Millionen Touristen einen historischen Höchststand. Die Besucher gaben vor der COVID-19-Pandemie 17,8 Milliarden US-Dollar aus und erzeugten Steuereinnahmen von 2,0 Milliarden US-Dollar. Auch militärische Einrichtungen wie Pearl Harbor, die Joint Base Pearl Harbor-Hickam und das Tripler Army Medical Center sind wirtschaftlich bedeutend. Das reale Bruttoinlandsprodukt pro Kopf lag 2016 bei 58.742 US-Dollar. Die Hauspreise sind sehr hoch: Im Juni 2021 lag der mittlere Preis eines Einfamilienhauses auf Maui bei 1,12 Mio. US-Dollar, auf Kauaʻi bei 1,10 Mio., auf Oʻahu bei 978.000 und auf Big Island bei 465.000 US-Dollar.

Die Inseln haben unterschiedliche Schwerpunkte. Oʻahu ist die drittgrößte Insel, beherbergt aber 75 % der Bevölkerung. Dort liegen Honolulu, Waikīkī, Diamond Head, die North Shore und Pearl Harbor. Maui ist die zweitgrößte Insel und zieht viele Besucher mit weißen Sandstränden und Lāhainā an. Big Island ist die größte und jüngste Insel und besitzt 11 der 13 Klimazonen der Erde. Kauaʻi gilt als älteste und grünste Insel und ist für die Nā-Pali-Küste und den Waimea Canyon bekannt. Lānaʻi ist 364 km² groß, zu 98 % im Privatbesitz von Larry Ellison und wird trotz eingestelltem Ananasanbau noch „Ananasinsel“ genannt.

Der Hafen von Honolulu ist ein Zentrum der transpazifischen Passagier- und Frachtschifffahrt. Der Internationale Flughafen Honolulu ist ein wichtiger Luftverkehrsknoten im Pazifik. Hawaiian Airlines verbindet Hawaii mit Nachbarinseln, Nordamerika, Australien, Asien und dem Pazifikraum; direkte Flüge nach Europa gibt es nicht. Fähren verkehren nur zwischen Maui und Lānaʻi. Öffentliche Bussysteme bestehen auf Oʻahu, Maui, Kauaʻi und Big Island. In Honolulu gibt es seit 2023 mit der Skyline eine überwiegend als Hochbahn gebaute Metrolinie.

Kultur, Bildung und Alltag

Hawaii gehört zum polynesischen Kulturraum. Die hawaiische Sprache, ʻōlelo Hawaiʻi, ist neben Englisch Amtssprache. Da eine Schriftsprache erst im 19. Jahrhundert eingeführt wurde, sind mündliche Überlieferungen besonders wichtig: Erzählungen heißen moʻolelo, Gesänge oli, Lieder mele und Tanz hula. Auch Personen- und Ortsnamen bewahren Traditionen. Die erweiterte Familie, ʻOhana, bildet eine wichtige Grundlage des Zusammenlebens. Ältere und Vorfahren, kupuna beziehungsweise kūpuna, werden geehrt; Familiengottheiten heißen ʻaumākua.

Fischfang und Landwirtschaft waren traditionell hoch entwickelt. Die Nutzung der Natur wurde durch die Aufteilung der Inseln in Bereiche, ahupuaʻa, geregelt. Zentrale Werte sind die Verbindung zum Land, ʻāina, und Respekt gegenüber der gesamten Natur. Hula ist ein polynesischer Tanzstil, der als Steh- oder Sitztanz mit erzählendem Gesang und Begleitung durch Pahu, eine Kesseltrommel, oder Ipu, eine Kalebasse, aufgeführt wird. Hoʻoponopono ist ein traditionelles psycho-spirituelles Verfahren zur Aussöhnung, Vergebung und Konfliktlösung; eine moderne synkretistische Version wurde um 1976 von Morrnah Simeona vorgestellt.

Die traditionelle hawaiische Religion war eine polynesische Religion mit Ahnenkult, mehreren Göttern und den zentralen Begriffen Mana und Kapu. Mana bezeichnet eine übertragbare transzendente Macht, Kapu etwas Heiliges oder Verbotenes. Nach 1778 wurde diese Religion stark geschwächt; 1819 wurde etwa das Tabu aufgehoben, dass Frauen und Männer nicht gemeinsam essen durften. Ab 1820 kamen evangelikale Missionare, später katholische Missionare, Mormonen, Methodisten und Anglikaner. Mit chinesischen und japanischen Einwanderern kamen außerdem Konfuzianismus, Daoismus, Buddhismus, Shintoismus und weitere buddhistische Schulen.

Im Bildungswesen ließ König Kamehameha III. 1840 ein staatliches Schulsystem nach westlichen Traditionen errichten. Später entstanden mehrere Hochschulen, darunter 1907 die University of Hawaiʻi, 1955 die Chaminade University of Honolulu und 1965 die Hawaiʻi Pacific University. Die bedeutendste staatliche Hochschule ist die University of Hawaiʻi at Mānoa mit rund 18.000 Studierenden.

Typische Speisen sind Poi aus Taro, Lomi-Lomi-Lachs, Ahi Poke, Kālua Pig aus dem Imu-Erdofen, Loco Moco und Shave Ice. Pizza Hawaii und Toast Hawaii sind trotz ihres Namens keine hawaiischen Gerichte, sondern kanadische beziehungsweise deutsche Erfindungen. Bekannte Sportarten und Wettbewerbe sind Wellenreiten, auf Hawaiisch heʻe nalu, Ironman Hawaii, Auslegerkanu und die Molokai-Hoe-Regatta. Hawaii besitzt wichtige Natur- und Kulturdenkmäler, darunter den Haleakalā-Nationalpark, den Hawaiʻi-Volcanoes-Nationalpark, das Papahānaumokuākea Marine National Monument, mehrere National Historical Parks sowie den ʻIolani-Palast, den einzigen Königspalast eines US-Bundesstaates.

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