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Niʻihau
Niʻihau (deutsch: Niihau), die „Verbotene Insel“, ist eine vom Tourismus weitgehend unberührte kleine Insel des Hawaii-Archipels. Sie befindet sich in …
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Lage und Grunddaten
Niʻihau, auch Niihau genannt, ist eine kleine Insel des Hawaii-Archipels im Pazifischen Ozean. Sie wird als „Verbotene Insel“ bezeichnet, weil sie vom Tourismus weitgehend unberührt ist und ohne ausdrückliche Genehmigung der Eigentümerfamilie oder Einladung eines ständigen Einwohners nicht betreten werden darf. Die Insel befindet sich seit 1864 in Privatbesitz, nachdem sie für 10.000 Dollar erworben wurde.
Niʻihau liegt bei 21° 54′ N, 160° 10′ W. Die Insel ist 29 km lang und 10 km breit und hat eine Fläche von 179,9 km² beziehungsweise ungefähr 180 km². Höchste Erhebung ist der Mount Pānīʻau mit 381 m. Hauptort ist Puʻuwai. Auf Niʻihau wird hauptsächlich Hawaiisch gesprochen.
Seen und besondere Gewässer
Niʻihau besitzt zwei für Hawaii bedeutende Seen. Der Halāliʻi-See umfasst 350 ha und ist der größte zeitweise austrocknende See der gesamten Inselgruppe. Der Halulu-See ist dagegen der größte dauerhaft gefüllte See Hawaiis.
Bevölkerung und Lebensunterhalt
Bei der Volkszählung von 2020 ermittelte das U.S. Census Bureau 84 Einwohner, also weniger als 1 Einwohner pro km². Der Haupterwerb der Bewohner besteht in der Viehzucht und im Anbau von Binsen, aus denen Matten geflochten werden.
Die Bevölkerungszahl veränderte sich stark. Sie stieg von 714 Einwohnern im Jahr 1850 und 790 im Jahr 1853 auf 647 im Jahr 1860. Danach sank sie auf 325 im Jahr 1866, 233 im Jahr 1872, 177 im Jahr 1878 und 164 im Jahr 1896. Nach 1900 wurden folgende Zensuszahlen erfasst: 172 (1900), 208 (1910), 191 (1920), 136 (1930), 182 (1940), 222 (1950), 254 (1960), 237 (1970), 226 (1980), 230 (1990), 160 (2000) und 84 (2020).
Geschichtliche Entwicklung
Nach der Besiedlung durch Polynesier wurde Kahelelani der erste Aliʻi, also Häuptling, von Niʻihau. Einer seiner Nachfolger, Kā‘eo, besiegte den kriegerischen Kawaihoa und vereinte die Inselbevölkerung. Kā‘eos Sohn Kaumuali‘i (geboren 1790) wurde König von Kauai und Ni‘ihau. Sein Reich war das letzte, das 1810 vom ersten König von Hawaii, Kamehameha I., unterworfen wurde.
1863 kam die Sinclair-Robinson-Familie aus Neuseeland nach Hawaii, um Land für eine Ranch zu erwerben. König Kamehameha IV. bot ihr Niʻihau für 10.000 US-Dollar an. Der Kaufvertrag wurde 1864 unterzeichnet; einige kleine Parzellen blieben ausgenommen, weil ihre Besitzer den Verkauf ablehnten.
Nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor im Dezember 1941 ereignete sich der Niʻihau-Zwischenfall. Dabei erhielt ein notgelandeter japanischer Pilot Unterstützung von drei japanischstämmigen Inselbewohnern.
Ranch, Verwaltung und heutige Zugänge
Die Niʻihau-Ranch gehört den Familien Robinson und Gay. Auf der Insel gibt es keine Geschäfte, Restaurants oder Straßen; Alkohol und Zigaretten gelten als verpönt. Niʻihau wird von Kauaʻi aus verwaltet. Vor Ort gibt es jedoch keine offiziellen Vertreter der Verwaltung, keine Ärzte, Priester oder Polizei sowie kein Wasser- und Stromnetz. Einige Bewohner nutzen Generatoren. Im Schulhaus steht ein mit Solarenergie betriebener Macintosh-Computer. Außerdem gibt es inzwischen einen Helikopter.
Die Niʻihau-Ranch stellte ihren Betrieb 1999 aus Wirtschaftlichkeitsgründen ein. Dadurch gingen bis auf einige Stellen an der Grundschule die Vollzeitarbeitsplätze der Insel verloren. Viele Bewohner zogen nach Kauaʻi, wo ihnen die Regierung Land zur Verfügung stellte. Von Kauaʻi aus werden neben Hubschrauberüberflügen auch Halbtagesausflüge mit Aufenthalt an einem abgelegenen Strand angeboten.
Trotz ihrer Abgeschiedenheit nehmen die Bewohner an US-Präsidentschaftswahlen teil. 2020 stimmten die 43 Wähler der Insel im Wahlbezirk Kaua‘i District 16 – Precinct 06 einstimmig für Donald Trump. In allen anderen Wahlbezirken des Kauai County gewann Joe Biden.
Vorgelagerte Felsen und Inseln
Puʻukole ist ein kleiner Felsen mit den Maßen 70 mal 35 Meter. Er liegt etwa 275 Meter nordwestlich des Puʻukole Point, des nördlichsten Punktes Niʻihaus. Die Insel Lehua befindet sich 1100 Meter vor dem Puʻukole Point. Das Eiland Kaʻula liegt 34,4 km südwestlich von Keʻelināwī Point an der Südwestküste Niʻihaus.
Lehua und Kaʻula sind felsige Vulkaninseln und Vogelschutzgebiete. Sie dürfen nicht oder nur unter bestimmten Auflagen betreten werden.