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Kīlauea
Der Kīlauea (deutsch Kilauea) ist ein aktiver Schildvulkan auf der zu Hawaii gehörenden Insel Big Island. In der hawaiischen Sprache bedeutet kīlauea …
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Steckbrief und Bedeutung
Der Kīlauea, deutsch Kilauea, ist ein aktiver Schildvulkan auf Big Island, einer zu Hawaii gehörenden Insel in den USA. Mit 1247 m Höhe und den Koordinaten 19° 25′ 16″ N, 155° 17′ 12″ W gehört er zu den aktivsten Vulkanen der Erde. Sein Gestein ist Basalt. Ein Schildvulkan besitzt flachere, weit ausgedehnte Hänge; beim Kīlauea quillt überwiegend dünnflüssige Lava aus dem Erdinneren und fließt als Lavaströme ab.
In der heute erstarrten Caldera liegt der Halemaʻumaʻu-Krater. Eine Caldera ist eine große, meist durch Einbruch entstandene Senke am Vulkangipfel. Bis Mai 2018 befand sich im Boden des Halemaʻumaʻu ein aktiver Lavasee; seit Dezember 2020 bildete sich dort erneut ein Lavasee. Die Angaben zur jüngsten Aktivität werden im Artikel unterschiedlich dargestellt: In der Übersicht ist eine unregelmäßige, seit dem 23. Dezember 2024 andauernde Aktivität genannt; im Text werden außerdem einzelne Ausbrüche am 23. Dezember 2024 und am 25. Januar 2026 beschrieben.
Lage und geologischer Aufbau
Der Kīlauea ist einer von fünf Vulkanen, die die Insel Hawaiʻi, auch Big Island genannt, bilden. Auf Big Island liegen außerdem die aktiven Vulkane Mauna Loa und Hualālai sowie die vermutlich inaktiven Vulkane Mauna Kea und Kohala.
Der Vulkan gehört zur Hawaii-Emperor-Kette, einer langen Kette von Vulkanen und Inseln, die sich vom Nordwest-Pazifik bis nach Hawaii erstreckt. Sie entstand, weil sich der ozeanische Meeresgrund über einen örtlich festliegenden Hot-Spot im Erdmantel bewegte. Dieser Hot-Spot schuf im Verlauf von Jahrmillionen die Inselkette. Heute sind nur noch wenige ihrer Inseln an der Oberfläche zu sehen; die nördlichste ist Midway.
Die Gipfelcaldera des Kīlauea ist drei bis vier Kilometer groß. Unter ihr liegt eine Magmakammer, von der aus Magma über Verbindungswege zu Nebenkratern und in die östliche Riftzone gelangt. Eine Riftzone ist ein langgestreckter Bruchbereich, in dem Magma aufsteigen kann. Zu den Nebenkratern der östlichen Riftzone gehören unter anderem Mauna Ulu und Puʻu ʻŌʻō. Lava kann durch Lavaröhren bis zur Küste fließen; dabei verläuft sie nicht die gesamte Strecke oberirdisch.
Ausbruchsweise und physikalische Grundlagen
Die meisten Ausbrüche des Kīlauea sind effusiv. Das bedeutet, dass Lava aus dem Erdinneren aufsteigt und in kontinuierlichen Strömen abfließt, statt hauptsächlich explosionsartig ausgestoßen zu werden. Die Lava hawaiischer Vulkane besitzt eine sehr geringe Viskosität, ist also dünnflüssig. Dadurch können eingeschlossene Gase vor einem Ausbruch leichter entweichen, sodass sich weniger hoher Druck aufbaut. Die Viskosität wird von der Temperatur, der chemischen Zusammensetzung und dem Gasgehalt der Lava beeinflusst.
Es gibt jedoch auch explosive Ausnahmen. Vom 11. bis 27. Mai 1924 ereigneten sich im Halemaʻumaʻu-Krater starke Explosionen. Dabei wurden tonnenschwere Gesteinsbrocken mehrere Kilometer weit geschleudert. Ursache waren große Mengen einströmenden Grundwassers, die beim Kontakt mit Magma schlagartig verdampften. Der entstehende Dampfdruck sprengte das darüber liegende Gestein weg.
Bei älteren und jüngeren Ausbrüchen gelangte Lava teilweise bis in den Pazifik. Die über 1100 Grad Celsius heiße Lava kühlte beim Kontakt mit dem Meerwasser sehr schnell ab. Von 2008 bis 2018 befand sich im Halemaʻumaʻu ein etwa 200 m großer und 60 bis 150 m tief eingesenster Lavasee. Von Juli 2019 an sammelte sich dort zunächst ein See aus Wasser, der beim Beginn des Ausbruchs vom 20. Dezember 2020 bis Mai 2021 verdampfte und einem neuen Lavasee wich.
Wichtige Ausbrüche und Folgen
Eine mehr als dreißigjährige Aktivitätsphase dauerte von 1983 bis 2018. Die Ausbrüche fanden überwiegend nicht im Hauptkrater, sondern im etwa 15 km entfernten Puʻu-ʻŌʻō-Krater statt. Nach 90 Tagen Inaktivität wurde diese Eruption am 5. Dezember 2018 für beendet erklärt.
Am 3. Mai 2018 öffneten sich im östlichen Grabenbruch, etwa 40 km östlich der Caldera, im Puna-Distrikt Spalten. Sie lagen in besiedelten Waldgebieten, unter anderem in Leilani Estates und später in Lanipuna Gardens, und aus ihnen quoll Lava. Die Spalteneruptionen wurden von Erdbeben begleitet. Das stärkste erreichte die Magnitude 6,9; es war die heftigste Erschütterung auf Hawaii seit 1975, als ein Beben der Magnitude 7,1 zwei Todesopfer gefordert hatte.
Am 3. Mai 2018 wurden 1700 Personen zum Verlassen des Gebiets aufgefordert; weiteren 10.000 Bewohnern des Puna-Distrikts wurde eine vorsorgliche Evakuierung empfohlen. Außerdem wurde der Notstand ausgerufen. Der Hawaiʻi-Volcanoes-Nationalpark schloss am 11. Mai. Das Hawaiian Volcano Observatory erklärte, ein befürchteter katastrophaler Abbruch entlang des Hilina-Grabens sei extrem unwahrscheinlich.
Am 15. und 17. Mai bildete sich teilweise nach Explosionen eine große Aschewolke über dem Halemaʻumaʻu. Am 19. Mai erreichten Lavaströme nach der Überquerung der Hawaiʻi State Route 137 zwischen Pohoiki und Opihikao den Ozean. Später verlagerte sich die Hauptaktivität auf Spalte Nr. 8. Ein Lavastrom überquerte am 2. Juni erneut die Hawaiʻi State Route 137 bei „Four Corners“, schnitt die bereits 1960 durch Lava zerstörte und danach verlegte Ortschaft Kapoho ab und begrub sie anschließend nahezu vollständig. Am 4. Juni erreichte der Strom den Ozean. Die Lavamassen füllten außerdem den Green Lake, den größten Süßwassersee der Insel, und ließen sein Wasser verdampfen.
Während des Ausbruchs nahm die seismische Aktivität im Hauptkrater zu. Der Boden und die Ränder des Halemaʻumaʻu brachen nahezu täglich ein; diese Vorgänge standen mit dem Lavafluss aus Spalte Nr. 8 in Verbindung. Das letzte Absacken des Kraterbodens wurde am 2. August registriert, die seismische Aktivität ging am 4. August zurück, und der Lavakanal aus Spalte 8 wurde am 6. August in seiner Nähe als leer bezeichnet.
Am 29. September 2021 begann ein weiterer Ausbruch, der bis zum 9. Dezember 2021 dauerte und erneut einen Lavasee entstehen ließ. Am 5. Januar 2023 begann ein auf den Halemaʻumaʻu-Krater begrenzter Ausbruch. Am 23. Dezember 2024 kam es zu einem erneuten, dem dritten Ausbruch dieses Jahres. Für den 25. Januar 2026 nennt der Artikel einen heftigen Ausbruch mit 500 m hohen Lavafontänen, einer 12 km hohen Aschesäule und Tephra, die mehrere Kilometer weit geschleudert wurde.
Tourismus und Mythologie
Der Kīlauea und seine Nebenkrater gehören zum Hawaiʻi-Volcanoes-Nationalpark auf Big Island. Er zählt zu den am häufigsten von Touristen besuchten aktiven Vulkanen.
In der hawaiischen Religion gilt der Halemaʻumaʻu-Krater in der Caldera des Kīlauea als Sitz der Vulkangöttin Pele.