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Harmonik
Harmonik (von altgriechisch ἁρμονία harmonía „Ebenmaß“, „Harmonie“) ist ein umfassender Begriff aus der Musiktheorie. Sie beschäftigt sich mit der Ordnung …
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Bedeutung und Gegenstand
Harmonik ist ein umfassender Begriff der Musiktheorie. Sie untersucht die Ordnung des Klangs beziehungsweise die Klangsprache eines Musikstücks oder Musikwerks. Während Rhythmik, Melodik und Tonalität vor allem horizontale, also zeitlich aufeinanderfolgende Vorgänge betreffen, berücksichtigt die Harmonik auch die vertikale Komponente: Töne und Stimmen, die gleichzeitig erklingen.
Harmonik wird traditionell im Fach Tonsatz an Musikhochschulen als „Harmonielehre“ unterrichtet. Sie gehört außerdem zum Unterricht an Musikschulen und Gymnasien.
Umfang und Entwicklung
In der Antike entsprach Harmonik der Theorie der Tonsysteme. Mit der Entwicklung der Mehrstimmigkeit wurde der Begriff im abendländisch-europäischen Kulturraum zunehmend auf den gleichzeitigen Zusammenklang verschiedener Stimmen eingegrenzt.
In diesem engeren Sinn umfasst Harmonik unterschiedliche Formen des musikalischen Zusammenklangs: von der frühen Mehrstimmigkeit des europäischen Mittelalters über die Musik des 18. Jahrhunderts bis zu den Klangstrukturen der Avantgarde. Im 18. Jahrhundert wurden Dissonanzen genutzt und chromatische Töne zunehmend zunächst als ausschmückende „Farbtupfer“ eingesetzt. Dissonanzen sind spannungsreich wirkende Zusammenklänge; Chromatik bezeichnet die Verwendung von Tönen außerhalb der jeweils grundlegenden Tonleiter.
Tonale und moderne Harmonik
Die Harmonielehre erfasst systematisch die Akkordgestalten und den tonalen Klangraum der dur-moll-tonalen Musik des 17. bis 19. Jahrhunderts. Ein Akkord ist ein Zusammenklang mehrerer Töne; „dur-moll-tonal“ bezeichnet Musik, deren Tonordnung auf Dur oder Moll und einem tonalen Zentrum beruht.
In Teilen der Avantgarde, etwa in der seriellen Musik, wird Harmonik erstmals nicht mehr über Grundtöne entworfen. Stattdessen werden gleichzeitig erklingende Klänge und melodische Linien aus denselben zugrunde liegenden Reihenstrukturen gewonnen. Bei der Betrachtung nicht-europäischer Musik können außerdem Alternativen zu den in der europäischen Harmonik entstandenen Grenzen und Einseitigkeiten berücksichtigt werden.