Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Rhythmus (Musik)

Der Grundschlag unterteilt in der Musik die dahinfließende Zeit durch gleichmäßige (akustische) Impulse, den Grundschlag oder auch Puls. Der Grundschlag …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Grundidee des Rhythmus
  2. 2. Grundschlag, Metrum, Takt und Tempo
  3. 3. Grundelemente und Notation
  4. 4. Besondere rhythmische Formen
  5. 5. Beispiele

Grundidee des Rhythmus

Rhythmus ist in der Musik die unterschiedliche Betonung und die zeitliche Gliederung von Klangereignissen in lange und kurze Notenwerte einschließlich Pausen. Diese Ereignisse treten mit einer gewissen Regelmäßigkeit auf. Der Rhythmus ist damit ein zeitliches Gestaltungs- und Ordnungsmuster der Musik.

Besteht Musik aus mehreren Klangfolgen mit unterschiedlichen rhythmischen Strukturen, kann der Rhythmus auf verschiedene Arten wahrgenommen werden. Nach Lucia Kessler-Kakoulidis (2019) sind seine Erscheinungsformen im engeren Sinn durch auditive, taktile und visuelle Sinneseindrücke erfahrbar, also etwa durch Hören, körperliches Spüren und Sehen.

Grundschlag, Metrum, Takt und Tempo

Der Grundschlag oder Puls gliedert die fortlaufende Zeit durch gleichmäßige akustische Impulse. Sein Tempo wird in Schlägen pro Minute angegeben, englisch „Beats per minute“ (BPM).

Das Metrum bezeichnet die Betonungsverhältnisse dieser Impulse. Die Metrik beschreibt entsprechend, wie betonte und unbetonte Töne bei einem gleichmäßigen Puls wechseln oder aufeinanderfolgen.

Ein Takt ist eine Gruppe zusammengehöriger Grundschläge, die sich zyklisch wiederholt. Takte teilen die Musik formal in zeitlich gleich lange Abschnitte oder Notengruppen. Der erste Schlag eines Taktes wird betont; bei zusammengesetzten Takten können unterschiedliche Betonungs- und Zählmuster vorkommen.

Das Tempo ergibt sich aus dem Verhältnis von „langsam und schnell“ und beeinflusst, wie lange ein einzelner Ton gehalten wird. Rhythmus, Metrum und Tempo sind die zeitlichen Gestaltungsmittel der Musik.

Grundelemente und Notation

Der Rhythmus beruht auf mindestens drei grundlegenden Elementen:

  • Das Verhältnis von akzentuierten und nicht akzentuierten, also „schweren und leichten“, Klängen bildet die Grundlage der Takte.
  • Das Verhältnis von langen und kurzen Tönen ist der eigentliche Rhythmus. Es beschreibt die Dauer der Töne sowie deren Beziehung und Abfolge.
  • Das Verhältnis von langsam und schnell bestimmt das Tempo und damit die Dauer, für die ein Ton gehalten werden soll.

Zusammenfassend wird Rhythmus als „zeitliche Gliederung der Melodie aus Tonstärke (Betonung), Tondauer und Tempo“ definiert.

Notiert wird er durch unterschiedliche Noten- und Pausenwerte, beispielsweise ganze, halbe und Viertelnoten beziehungsweise die entsprechenden Pausen. Diese Zeichen halten lange und kurze Klang- und Pausendauern schriftlich fest.

Besondere rhythmische Formen

Ein Rhythmus, dessen Akzente gegen den Grundschlag des Taktes gesetzt sind, heißt synkopiert. Wie spannungsreich er wirkt, hängt davon ab, in welchem Verhältnis und auf welche Weise seine Akzente mit dem Grundschlag zusammenfallen oder von ihm abweichen.

Tanzrhythmen sind stets an einen Takt gebunden. Beispiele sind Marsch-, Walzer-, Samba- und Tangorhythmus.

Ein Polyrhythmus ist die Schichtung mehrerer Rhythmen mit gleicher Gesamtdauer. Polyrhythmik ist in der afrikanischen und indischen Musik verbreitet. Außerhalb der abendländischen Musik gibt es außerdem Rhythmik, die nicht vom Taktsystem abhängt, etwa den Tala in der indischen Musik.

Beispiele

Als einfaches Beispiel nennt der Artikel ein Vierertakt-Trommelmuster mit Viertelnoten, das häufig als Grundlage in der Gebrauchsmusik dient.

Ein weiteres Beispiel ist eine Clave über drei Takte, der ein stabiler Viertelnotentakt vorausgeht. Dieses Muster wird gegenüber dem vorherigen Beispiel im doppelten Takt notiert: in einem statt in zwei Viertakttakten.

Als musikalisches Werk wird die „Sinfonia 9“ in f-Moll im 4/4-Takt, BWV 795, von Johann Sebastian Bach genannt. Sie wird sowohl als originales als auch als auf den Rhythmus reduziertes Hörereignis angeführt.

Lernvideos zu Rhythmus (Musik)

Weiterlesen

Musik Musik kann neben körperlichen Reaktionen auch seelische Empfindungen oder Assoziationen unterschiedlicher Art und Intensität hervorrufen. ... Da sich der … Akzent (Musik) Ein Akzent (entlehnt von lateinisch accentus) ist eine Betonung (englisch accent bzw. emphasis) und in der musikalischen Notation auch eine Vortragsanweisung, … Notenwert Ein Notenwert ist die Darstellung der Tondauer einer Note in der Notenschrift. Die Ableitung der absoluten Dauer eines Tons kann nur in Verbindung mit einer … Auditive Wahrnehmung Das Außenohr besteht aus Ohrmuschel, Ohrläppchen und Gehörgang. · Das Mittelohr besteht aus einem Hebelapparat mit drei Gehörknöchelchen (Hammer, Amboss, … Sinn (Wahrnehmung) Die klassischen fünf Sinne des Menschen · Hören, die auditive Wahrnehmung mit den Ohren (Gehör) · Riechen, die olfaktorische Wahrnehmung mit der Nase (Geruch) … Grundschlag Der Grundschlag ist in der Musik die Unterteilung der dahinfließenden Zeit durch gleichmäßige Impulse. Andere Bezeichnungen sind Grundpuls oder Puls. Takt (Musik) Der Takt (die Taktart) eines Stückes beschreibt in der Regel ein Muster gleicher Grundschläge und Zählzeiten, wodurch die grundlegende zeitliche Struktur des … Metrum (Musik) von metiri: „ab-, aus-, vermessen; zumessen, zuteilen; ermessen, beurteilen“; „Versmaß, kleinste rhythmische Verseinheit; in der Musik Zeitmaß, Taktart, … Aristoxenos In der mittelalterlichen Musik bekamen die aristoxenische Formen der Oktave, die auch als Oktavgattungen bezeichnet werden, eine praktische Bedeutung für die … Notation (Musik) Als Notation bezeichnet man in der Musik das grafische Festhalten von musikalischen Parametern wie Tonhöhe, -dauer und -lautstärke in einer dazu … Synkope (Musik) Als Synkope bezeichnet man in der Musik rhythmische Konstellationen, die einen Konflikt zwischen dem intendierten metrischen Betonungsschema einer Taktart … Samba (Musik) Samba ist der Oberbegriff für verschiedene Musiktypen wie den Samba-Enredo der Karnevalsumzüge, den im kleinen Kreis gespielten Samba pagode, den traditionellen …