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Gute Nacht, Freunde

Gute Nacht, Freunde ist ein Lied von Reinhard Mey. Er schrieb es unter dem Pseudonym Alfons Yondraschek für das Gesangsduo Inga und Wolf.

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Entstehung und Fassungen
  2. 2. Aussage und Aufbau des Textes
  3. 3. Musikalische Gestaltung
  4. 4. Resonanz und Verwendung
  5. 5. Veröffentlichungen und Coverversionen

Entstehung und Fassungen

„Gute Nacht, Freunde“ ist ein Lied von Reinhard Mey aus dem Jahr 1972, das dem Genre Liedermacher zugeordnet wird und 2:51 Minuten dauert. Mey schrieb es unter dem Pseudonym Alfons Yondraschek zunächst für das Gesangsduo Inga und Wolf. Das Duo sollte damit am Eurovision Song Contest 1972 teilnehmen, erreichte in der deutschen Vorentscheidung jedoch nur den vierten Platz.

Meys eigene Interpretation erschien noch 1972 auf dem Album „Mein achtel Lorbeerblatt“. Er veröffentlichte außerdem „Bonsoir mes amis“ als französische Version im Jahr 1972 sowie „Goede nacht vrienden“ als niederländische Version im Jahr 1975; deren Text stammt von Karel Hille.

Aussage und Aufbau des Textes

Das Lied beschreibt den Abschied eines Menschen von Freunden, bei denen er wieder einmal einen oder mehrere Tage verbracht hat. Er erinnert sich an die Bewirtung und vor allem an die offenen Gespräche. Die besondere Gastfreundschaft wird durch das Bild eines Lichts dargestellt, das bei diesen Freunden „wärmer scheint“.

Den Anfang bildet ein fünfzeiliger Refrain, der mit „Gute Nacht, Freunde“ beginnt. Darauf folgen drei vierzeilige Strophen, jeweils mit einem anschließenden Refrain. Die Strophen verwenden Paarreime, also Reime von zwei unmittelbar aufeinanderfolgenden Zeilen. Der Refrain hat einen umschließenden Reim: Die erste und letzte Zeile reimen sich.

Der Refrain der französischen Fassung „Bonsoir mes amis“ enthält im Unterschied zur deutschen Fassung keine Reime.

Musikalische Gestaltung

Das Lied steht in A-Dur. Nach dem Auftakt folgt unmittelbar die Subdominantparallele, also ein Akkord, der zur Subdominante verwandt ist. Neben den beiden weiteren Dur-Akkorden wird auch die Dominantparallele eingesetzt; der parallele Moll-Akkord kommt nicht vor.

Der Tonumfang reicht vom Grundton aus über eine Oktave. In der Melodie werden viele Töne wiederholt. Die ersten beiden Refrains enden auf der Terz, nicht auf dem Grundton; erst das Liedende vermittelt dadurch einen echten Schluss. Strophe und Refrain beginnen jeweils mit triolenhaften Figuren. Weitere Triolen folgen in den Strophen, wobei Mey diese rhythmischen Motive sehr frei gestaltet.

Resonanz und Verwendung

Das Lied erhielt die Goldene Europa der Europawelle Saar, eine bronzene Statue beim Chansonfestival in Rennes in Frankreich sowie einen Spezial Preis in Zoppot in Polen.

Die niederländische Hörfunksendung „Met het Oog op Morgen“ beginnt und endet seit ihrer ersten Folge im Januar 1976 allabendlich mit einer gekürzten deutschsprachigen Fassung von „Gute Nacht, Freunde“. Am niederländischen nationalen Totengedenktag, dem 4. Mai, wird davon abgewichen. 2010 war ein Aprilscherz über einen angeblichen Ersatz des Liedes Gegenstand der Berichterstattung.

Beim Liedermacherfestival „Songs an einem Sommerabend“ spielte Reinhard Mey das Lied von 1990 bis 1996, während seiner Zeit als Moderator, jeweils zum Abschluss. Später beendeten alle auftretenden Interpreten die Veranstaltung gemeinsam mit dem Lied, unter anderem 2006, 2007, 2008, 2009, 2011, 2014 und 2017. „Bonsoir mes amis“ wird außerdem im Soundtrack des Spielfilms „Französisch für Anfänger“ verwendet.

Veröffentlichungen und Coverversionen

Meys Aufnahme erschien seit 1972 auf weiteren Kompilationen und Livealben, darunter „Alles was ich habe“ (1973), „20 Uhr“ (live, 1974), „Lampenfieber“ (live, 1999), „Mey, Wader, Wecker – das Konzert“ (live, 2003), „!Ich kann“ (live, 2006), „Mr. Lee Live“ (2018) und „In Wien – The Song Maker“ (live, 2022).

Die Single von Inga & Wolf erreichte in Deutschland Platz 22, war ab dem 20.03.1972 16 Wochen platziert und erhielt Gold bei mehr als 500.000 Verkäufen. Weitere Bearbeitungen stammen unter anderem von Karel Gott (1972), Klaus Wunderlich als Instrumentalversion (1975), Peter, Sue & Marc (1976), Dieter Thomas Kuhn (1998 und 1999), Stefan Stoppok (2002), Maybebop (2007 mit leicht verändertem Text im A-cappella-Satz), Gregorian (2015) sowie Crucchi Gang und Francesco Wilking mit „Buonanotte amici“ (2023).

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