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Refrain
Ein Refrain ([ʀəˈfʀɛ̃ː]; von altfranzösisch refraindre „wiederholen“; deutsch Kehrreim oder Kehrvers) ist die regelmäßige Wiederholung von Versen innerhalb …
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Definition und Grundformen
Ein Refrain, auf Deutsch auch Kehrreim oder Kehrvers, ist die regelmäßige Wiederholung von Versen innerhalb strophischer Gedichte und Lieder. Er kann bloße Laut- oder Tonfolgen wiederholen; dann spricht man von einem Tonrefrain, etwa beim Jodler. Werden Wörter oder Wortfolgen wiederholt, handelt es sich um einen Wortrefrain.
Ein fester Kehrreim bleibt bei jeder Wiederholung identisch. Ein flüssiger Kehrreim wird dagegen passend zum Inhalt der jeweiligen Strophe verändert.
Position im Gedicht oder Lied
Nach der Position der wiederholten Verse unterscheidet man:
- Endkehrreim oder Schlussrefrain: Er steht am Ende jeder Strophe und ist die häufigste Form.
- Anfangskehrreim, Anfangsrefrain oder Gegenrefrain: Er steht am Anfang jeder Strophe.
- Binnenkehrreim: Er befindet sich im Inneren der Strophe.
Beim innen- oder binnenstrophigen Kehrreim wird ein Vers innerhalb derselben Strophe wiederholt. Eine besondere Form ist der Rahmenreim: Der Anfangsvers einer Strophe erscheint an ihrem Ende erneut. Diese Form gehört zu den Gedichtformen Rondeau und Triolett.
Wiederholungsmuster und Sonderformen
Ein periodischer Kehrreim erscheint nicht in jeder Strophe, sondern nur in bestimmten Abständen. In Georg Herweghs Aufruf steht der Anfangskehrreim beispielsweise in der 1., 4. und 7. Strophe. Es können auch ganze Strophen in Abständen wiederholt werden, wie in Friedrich Rückerts Aus der Jugendzeit.
Beim alternierenden Kehrreim wechseln sich zwei unterschiedliche Kehrreime an derselben Position der Strophen ab.
Eine Sonderform ist der Kettenkehrreim, der nach jeder Strophe um einen Vers erweitert wird. Ein bekanntes Beispiel ist das Weihnachtslied The Twelve Days of Christmas. Beim rückwärts laufenden Kettenkehrreim wird der neue Vers jeweils am Anfang des Refrains eingefügt; dies kommt etwa im Lied Jan Hinnerk vor.
Funktionen
Der Refrain bündelt, wiederholt und verstärkt zentrale Inhalte und Stimmungen. Er verbindet die Strophen miteinander und gliedert das Gedicht als Ganzes. Besonders in erzählenden Gedichten, Balladen und Liedern kann er die Grundstimmung bestimmen. Ein bekanntes Beispiel ist Nevermore in Edgar Allan Poes Gedicht The Raven.
Ein Refrain kann auch die Gesamtaussage eines Gedichts zusammenfassen, etwa der flüssige, titelgebende Endkehrreim in Adelbert von Chamissos Die Sonne bringt es an den Tag oder der Schlagwortrefrain Der Freiheit eine Gasse! in Georg Herweghs gleichnamigem Gedicht. Zusammen mit Reim und Versmaß erleichtert der Refrain das Auswendiglernen und ist deshalb für die mündliche Überlieferung wichtig.
Popmusik, Rap und Liturgie
In der Popmusik ist der Refrain häufig der tragende Teil, um den das gesamte Lied aufgebaut wird. In der zweiten Hälfte eines Stücks kann er ständig wiederholt werden. Für eine letzte Steigerung wird er manchmal um einen Halbton nach oben versetzt, also sequenziert, bevor das Lied langsam ausgeblendet wird; dieses Ausblenden heißt Fade-Out. Häufig wird der englische Begriff Chorus verwendet.
In der Rapmusik bildet der oft gesungene Refrain häufig den Höhepunkt des Stücks, die sogenannte Hookline. Daher wird dort auch Hook als Bezeichnung für den Refrain gebraucht.
Im liturgischen Zusammenhang bezeichnet Kehrvers die Antwort der Gemeinde auf Textteile, die ein Kantor solistisch vorträgt, beispielsweise beim Psalmengesang.