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Französisch für Anfänger
Französisch für Anfänger ist eine deutsch-französische romantische Filmkomödie des Regisseurs Christian Ditter aus dem Jahr 2006. Der Spielfilm basiert auf …
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Überblick
Französisch für Anfänger ist eine deutsch-französische romantische Filmkomödie von Christian Ditter aus dem Jahr 2006. Ditter führte Regie und schrieb auch das Drehbuch. Der Film dauert 93 Minuten, ist ab FSK 6 freigegeben und wurde in deutscher, französischer und englischer Sprache produziert. Im Mittelpunkt steht die Liebesgeschichte der Münchner Mitschüler Henrik und Valerie, gespielt von François Goeske und Paula Schramm.
Wichtig für das Verständnis des Films ist der Schüleraustausch nach Frankreich: Henrik hat eigentlich eine starke Abneigung gegen den Französischunterricht und gegen alles Französische. Weil er sich in Valerie verliebt, nimmt er trotzdem an dem Austausch teil. Seine mangelnden Sprachkenntnisse, kulturelle Missverständnisse und Eifersucht treiben die Handlung voran. Der Film verbindet damit eine Teenager-Liebesgeschichte mit Culture-Clash-Komik.
Handlung
Henrik ist Gymnasiast und hasst den Französischunterricht bei Monsieur Nouvelleville. Er verliebt sich ausgerechnet in Valerie, die durch ihre französische Mutter mit der Sprache und Kultur vertraut ist und an der Organisation eines Schüleraustauschs beteiligt ist. Um ihr näherzukommen, meldet sich Henrik zusammen mit seinem Freund Johannes für den Austausch an.
In Frankreich merkt Henrik schnell, wie schwer die Verständigung für ihn ist. In Paris verpasst er eine Gelegenheit, Valerie näherzukommen. Später erfährt er, dass Valerie bereits einen französischen Freund namens Mathieu hat. Henrik wird eifersüchtig und fühlt sich außerdem von den ungewohnten französischen Gepflogenheiten überfordert, die er bei seinem Austauschpartner Cyril auf einem Bauernhof erlebt.
Als Mathieu Valerie mit Charlotte betrügt, trennt sie sich von ihm. Valerie ist nun offen für ein Treffen mit Henrik. Auf dem Weg zu einer Party kommt Henrik jedoch zu spät, weil er nicht damit gerechnet hat, dass in Frankreich spät am Abend ausführlich gegessen wird. Charlotte versucht, ihn zu verführen. Henrik bringt später die betrunkene Valerie nach Hause und nutzt ihre Lage nicht aus.
Bei der Abschlussfeier beeindruckt Henrik Valerie, indem er statt einer unsicheren Dankesrede das Chanson „Bonsoir mes amis“ anstimmt. Danach kommt es erneut zu Missverständnissen mit Charlotte. Als Valerie Henrik und Charlotte zusammen im Bett sieht, will sie enttäuscht zu ihrem Onkel in die Bretagne fahren. Henrik erfährt davon, entführt den Reisebus der Gruppe und erreicht Valerie am Bahnhof. Dort überzeugt er sie von seiner ehrlichen Liebe; sie vergibt ihm, und beide küssen sich.
Entstehung
Christian Ditter verarbeitete in dem Film eigene Erfahrungen aus einem Schüleraustausch, den er als 16-Jähriger in der Region Rhône-Alpes erlebt hatte. Der französische Titel Échangé bedeutet „ausgetauscht“. Ditter schrieb das Treatment in einer Nacht; eine erste Drehbuchfassung entstand nach wenigen Wochen. Während der Arbeit am Drehbuch kehrte er nach Saint-Symphorien-sur-Coise zurück, wo er früher gewohnt hatte, um sich weiter inspirieren zu lassen.
Ditter wollte sich bewusst von Jugendkomödien absetzen, in denen nach seiner Einschätzung oft vor allem Sex im Mittelpunkt steht. Er beschrieb Französisch für Anfänger als „echten Liebesfilm für Teenager“, in dem Verliebtheit, tiefe Gefühle und emotionale Erfahrungen zentral sind.
Produziert wurde der Film von NEOS Film in Co-Produktion mit Rat Pack Filmproduktion und Hector Films. Fördermittel kamen unter anderem vom FilmFernsehFonds Bayern, GFP II Medienfonds, dem deutsch-französischen Filmförderabkommen Minitraité, Eurimages, Rhône-Alpes Cinema, dem Centre National de la Cinématographie und der Filmförderungsanstalt. Das Budget betrug rund zwei Millionen Euro. Der Film war zugleich Ditters Abschlussfilm an der Hochschule für Fernsehen und Film München.
Die Dreharbeiten fanden vom 1. August bis zum 28. September 2005 statt, unter anderem in München, Paris, Saint-Martin-en-Haut und Saint-Symphorien-sur-Coise. Rund zwei Drittel der Motive lagen in Frankreich. Die Arbeit wurde durch französische Jugendschutzbestimmungen erschwert, weil mit den jungen Schauspielern nur bis 22 Uhr gedreht werden durfte. Wegen vieler Nachtsequenzen arbeitete das Team häufig mit Ausnahmegenehmigungen.
Musik
Musik spielt im Film eine besondere Rolle. Das Lied „Aurélie“ der Band Wir sind Helden verweist gleich zu Beginn auf Schwierigkeiten bei deutsch-französischen Begegnungen. Zwei weitere Titel der Band, auch in französischer Sprache, gehören ebenfalls zum Soundtrack. Das Chanson „Bonsoir mes amis“ stammt von Reinhard Mey und wird in der Handlung wichtig, weil Henrik es bei der Abschlussfeier singt.
Der Soundtrack erschien am 9. Juni 2006 bei Königskinder Schallplatten. Er enthält 22 Titel, darunter Stücke von Philipp F. Kölmel, Wir sind Helden, Elke Brauweiler, Reinhard Mey, Christophe, Maxïmo Park, 2raumwohnung und Super 700. Die DVD erschien am 9. November 2006 und enthält neben üblichen Extras auch das Musikvideo „Pourquoi tu vis“ von Elke Brauweiler, in das Szenen aus dem Film integriert sind.
Kritik und Erfolg
Die Kritik fiel überwiegend positiv aus, auch wenn einzelne Schwächen benannt wurden. Filmz.de beschrieb den Film als „erfrischenden Gute-Laune-Film“ über Freundschaft, erste Liebe und Eifersucht. Gelobt wurden besonders François Goeske und Paula Schramm, die die erste Liebe glaubwürdig und mit ungewolltem Witz vermitteln würden.
Stern.de lobte, dass der Film die Gefühle der Jugendlichen ernst nehme und nicht bloß auf Sex setze. Kritisiert wurden aber die finalen Szenen, die im Vergleich zur sonst eher authentischen Umsetzung „zu amerikanisch und übertrieben“ wirkten. Cinema sah einen „drolligen Teenie-Ulk“ mit Humor und Romantik statt derben Witzen und hob Goeskes komisches Talent hervor. Filmstarts.de hielt den Film für ein junges Publikum geeignet, sah aber deutliche Erinnerungen an La Boum – Die Fete. Der General-Anzeiger lobte gut beobachtete Blicke, Sprachlosigkeit und unbeholfene Gesten, fand aber, der Film nutze das Komik-Potenzial der Mentalitätsunterschiede nur zaghaft.
Französisch für Anfänger feierte am 7. Juni 2006 im Berliner Zoo Palast Premiere und kam am 8. Juni 2006 in die deutschen Kinos. Nach dem ersten Vorführwochenende hatte der Film 39.711 Besucher in 150 Kinos und erreichte Platz vier der deutschen Kinocharts hinter The Da Vinci Code – Sakrileg, Das Omen und X-Men: Der letzte Widerstand. Bis Jahresende sahen ihn mehr als 261.657 Kinobesucher. Das Einspielergebnis in Deutschland betrug rund 1,25 Millionen Euro; damit belegte der Film Platz 25 der erfolgreichsten deutschen Produktionen des Jahres.