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Notenwert

Ein Notenwert ist die Darstellung der Tondauer einer Note in der Notenschrift. Die Ableitung der absoluten Dauer eines Tons kann nur in Verbindung mit einer …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Grundidee und gebräuchliche Notenwerte
  2. 2. Pausen und Punktierungen
  3. 3. Triolen und andere Unterteilungen
  4. 4. Kennzeichnung und musikalische Ausführung
  5. 5. Mathematische Berechnung unregelmäßiger Teilungen

Grundidee und gebräuchliche Notenwerte

Ein Notenwert stellt in der Notenschrift die Dauer eines Tons dar. Er gibt jedoch nur das Verhältnis zu anderen Notenwerten an. Die absolute Tondauer lässt sich erst zusammen mit einer Tempoangabe bestimmen.

Die gebräuchlichen Notenwerte der westlichen Musiknotation bestehen aus einem leeren oder gefüllten Notenkopf, gegebenenfalls einem Hals sowie Fähnchen oder Balken. Eine ganze Note hat einen leeren Kopf ohne Hals, eine halbe Note einen leeren Kopf mit Hals und eine Viertelnote einen gefüllten Kopf mit Hals. Eine ganze Note dauert so lange wie zwei halbe Noten; eine halbe Note entspricht zwei Viertelnoten.

Die weitere Halbierung wird durch zusätzliche Fähnchen oder Balken dargestellt: Eine Achtelnote besitzt ein Fähnchen oder einen Balken, eine Sechzehntelnote zwei und eine Zweiunddreißigstelnote drei. Das System folgt Zweierpotenzen und kann grundsätzlich beliebig fortgesetzt werden. Auch Vierundsechzigstelnoten und Einhundertachtundzwanzigstelnoten kommen vor, sind wegen der vielen Balken oder Fähnchen aber schlechter lesbar. Folgen mehrere solcher Noten aufeinander, können ihre Fähnchen durch gemeinsame Balken ersetzt werden.

Die Brevis oder Doppelganze ist länger als die ganze Note und erscheint besonders in modernen Ausgaben Alter Musik aus Spätmittelalter und Renaissance. Noch längere Werte der Mensuralnotation sind Longa sowie Maxima oder Longa duplex.

Pausen und Punktierungen

Zu jedem Notenwert gibt es einen gleich langen Pausenwert, etwa die ganze Pause, halbe Pause, Viertelpause oder Achtelpause. Das Zeichen der ganzen Pause hängt an der zweitobersten Notenlinie, während das Zeichen der halben Pause auf der mittleren der fünf Linien liegt.

Eine Pause über mehrere Takte wird durch einen liegenden Balken mit zwei senkrechten Enden dargestellt. Eine Zahl über dem Notensystem nennt ihre Dauer in Takten. Am Ende einer vieltaktigen Pause stehen häufig Stichnoten markanter anderer Stimmen, damit der Musiker seinen Einsatz leichter findet.

Ein Punkt hinter einer Note oder Pause verlängert deren Wert um die Hälfte, also um den nächstkleineren Notenwert. Eine punktierte halbe Note besteht aus einer halben und einer Viertelnote; eine punktierte Viertelnote aus einer Viertel- und einer Achtelnote. Der punktierte Wert ist damit dreimal so lang wie der nächstkleinere Wert. Punktierungen ermöglichen ternäre Werte, die sich in drei kleinere gleiche Werte teilen lassen. Im 6⁄8-Takt bezieht sich der Grundschlag deshalb häufig auf die punktierte Viertelnote und nicht auf die Achtelnote; der 6⁄8-Takt wird daher den zweiteiligen, also binären Taktarten zugerechnet.

Bei einer doppelten Punktierung kommen die Hälfte und zusätzlich ein Viertel des ursprünglichen Wertes hinzu. Eine doppelt punktierte halbe Note entspricht somit einer halben Note plus einer Viertelnote plus einer Achtelnote.

Triolen und andere Unterteilungen

Eine Unterteilung in zwei gleiche Teile heißt binär, eine Unterteilung in drei Teile ternär. Die moderne Notenschrift beruht grundsätzlich auf binären Teilungen wie Halben, Vierteln und Achteln. Für ternäre oder andere ungeradzahlige Unterteilungen gibt es keine eigenen Notenzeichen; deshalb wird die jeweilige Teilungszahl angegeben.

Ersetzt eine Dreierteilung die gewöhnliche Zweierteilung, entsteht eine Triole. Die ternäre Unterteilung einer halben Note ergibt eine Vierteltriole, die einer Viertelnote eine Achteltriole. Ein einzelner Wert einer Achtel-, Viertel- beziehungsweise Halbetriole dauert ein Drittel einer Viertelnote, einer halben Note beziehungsweise einer ganzen Note. Durch zusammengesetzte Dauern und Pausen lassen sich Triolen unterschiedlich rhythmisieren.

Wird umgekehrt ein ternärer Wert, beispielsweise eine punktierte Viertelnote, binär geteilt, entsteht eine Duole. Die binäre Teilung eines 3⁄8-Takts ergibt etwa eine Achtelduole. Weitere Unterteilungen ersetzen jeweils eine bestimmte Zahl regulärer Noten gleicher Form: Eine viergliedrige Quartole tritt für drei oder sechs Noten ein, eine fünfgliedrige Quintole für drei, vier oder sechs, eine sechsgliedrige Sextole für vier und eine siebengliedrige Septole oder Septimole für sechs oder acht. Weitere Formen heißen Oktole, Nonole oder Novemole, Dezimole, Undezimole und so weiter.

Eine Sextole kann als zweimal drei oder als dreimal zwei Noten gruppiert werden. Zweimal drei gilt als Doppeltriole, dreimal zwei als eigentliche Sextole. Die im Artikel verwendeten Sprachrhythmen ordnen vier gleiche Werte „Ap-fel-stru-del“, die Doppeltriole „Groß-mut-ters He-fe-zopf“ und die Sextole „Scho-ko-sah-ne-tor-te“ zu.

Kennzeichnung und musikalische Ausführung

Eine Triole wird durch die Zahl 3 über oder unter der Notengruppe gekennzeichnet, eine Quartole durch die Zahl 4 und weitere Unterteilungen entsprechend durch ihre jeweilige Zahl. Die Zahl steht mittig und wird häufig mit einem kurzen, einem Legatobogen ähnlichen Bogen ergänzt. Fehlt ein durchgehender Balken, kann eine eckige Klammer Anfang und Ende der Gruppe markieren. In komplizierten Fällen wird ein Zahlenverhältnis angegeben.

Ein Beispiel ist Takt 6 aus Karlheinz Stockhausens Klavierstück I im 2⁄4-Takt: Die Angabe 5 : 4 bedeutet, dass fünf Achtel an die Stelle von vier Achteln treten. Die ersten zwei dieser vier Achtel tragen zusätzlich die Angabe 7 : 8, die übrigen drei die Angabe 11 : 12. Dabei treten sieben beziehungsweise elf Noten an die Stelle von acht beziehungsweise zwölf Zweiunddreißigsteln.

Bei einer dauerhaft beibehaltenen, also modalen Unterteilung wird die Teilungsangabe oft weggelassen. So verläuft durch den ganzen ersten Satz von Ludwig van Beethovens sogenannter Mondscheinsonate eine Achteltriolenbewegung, ohne dass die Triolen einzeln gekennzeichnet sind. Auch andere unregelmäßige Unterteilungen werden nicht immer ausdrücklich notiert. Wenn sich die Werte eines Takts nicht zur regulären Gesamtmenge addieren, muss daher sorgfältig ermittelt werden, an welchen Stellen beispielsweise Quartolen oder Quintolen gemeint sind.

Für die historische und stilistische Interpretation nennt der Artikel Aussagen, die ausdrücklich als nicht hinreichend belegt gekennzeichnet sind: Im Hoch- und Spätbarock sollen notierte Rhythmen teilweise triolisch ausgeführt werden, etwa zur Angleichung verschiedener Stimmen. In französischer oder französisch geprägter Barockmusik können reine Achtelketten als notes inégales triolisch gespielt werden.

Im Blues, Jazz und in der Rockmusik bezeichnet Triolenfeeling oder Shuffle eine Ausführung, bei der notierte Achtel wie eine Lang-Kurz-Folge behandelt werden. Dieses Verhältnis kann kontinuierlich variieren. Je nach Tempo können schärfere Verhältnisse wie 3:1, 4:1 oder 5:1 sowie weniger scharfe Verhältnisse wie 2:1, 3:2 oder 4:3 als Shuffle wahrgenommen werden. Entscheidend ist, dass die längere Dauer als metrischer Schwerpunkt und Anfang der Lang-Kurz-Gestalt empfunden wird.

Mathematische Berechnung unregelmäßiger Teilungen

Um einen triolisierten Wert mit einem regulären binären Wert zu vergleichen, wird die übergeordnete Dauer in das kleinste gemeinsame Vielfache der Teilungszahlen zerlegt. Bei binärer und ternärer Teilung gilt 2 × 3 = 6: Ein reguläres Achtel dauert drei Sechstel, ein triolisiertes Achtel zwei Sechstel einer Viertelnote.

Sollen X Zählzeiten in Y gleiche Teile geteilt werden, kann man die Zeitachse mithilfe des kleinsten gemeinsamen Vielfachen V = kgV(X,Y) gleichmäßig aufteilen. Dadurch erhält jede vorkommende Zählzeit einen passenden Schlag auf der feineren Skala.

Die Grundzählzeiten mit X Schlägen liegen auf der Skala mit V Schlägen bei: V_{X,i} = i · X + 1, mit 0 ≤ i < V/X.

Die Zählzeiten der Teilung mit Y Schlägen liegen bei: V_{Y,j} = j · Y + 1, mit 0 ≤ j < V/Y.

Soll eine Quartole mit Y = 4 Zählzeiten auf X = 3 Grundzählzeiten verteilt werden, ist V = kgV(3,4) = 12. Der gesamte Zeitraum wird also in zwölf gleiche Abschnitte zerlegt. Die drei Grundzählzeiten liegen auf den Positionen 1, 5 und 9; die vier Zählzeiten der Quartole liegen auf 1, 4, 7 und 10.

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