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Germanwatch

Dabei konzentriert sich der Verein auf Politik und Wirtschaft der Länder des globalen Nordens und setzt sich für Gerechtigkeit für die Menschen des globalen …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Auftrag und Arbeitsweise
  2. 2. Aufbau und Finanzierung
  3. 3. Projekte und internationale Zusammenarbeit
  4. 4. Publikationen und öffentliche Kritik
  5. 5. Auszeichnungen

Auftrag und Arbeitsweise

Germanwatch e. V. ist eine 1991 gegründete gemeinnützige Entwicklungs- und Umweltorganisation. Der eingetragene Verein hat seinen Sitz in Bonn und ein weiteres Büro in Berlin. Sein Zweck ist Entwicklung und globale Klimagerechtigkeit. Germanwatch setzt sich für globale Gerechtigkeit und den Erhalt natürlicher Lebensgrundlagen ein. Dabei richtet die Organisation ihre Arbeit besonders auf Politik und Wirtschaft der Länder des globalen Nordens, um mehr Gerechtigkeit für Menschen im globalen Süden zu erreichen.

Germanwatch betreibt gemeinwohlorientierte Lobby-, Kampagnen-, Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit. Wegen seiner wissenschaftlich gestützten Fachpublikationen gilt der Verein außerdem als Denkfabrik. Im Mittelpunkt stehen der Dialog mit Politik und Wirtschaft sowie die Information und Mobilisierung der Zivilgesellschaft. Grundlage dafür sind wissenschaftliche Analysen und der Austausch mit Entwicklungs- und Umweltorganisationen sowie Akteuren aus Politik und Wirtschaft. Kontakte bestehen unter anderem zu Gewerkschaften, Verbraucherschutzorganisationen und Unternehmen.

Die wichtigsten Arbeitsfelder sind internationale Klimapolitik, deutsche und europäische Klimapolitik, Welternährung, Landnutzung und Handel, Unternehmensverantwortung, zukunftsfähige Finanzflüsse sowie Bildung für nachhaltige Entwicklung. Germanwatch gehört unter anderem dem Deutschen Naturschutzring, dem Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe deutscher Nichtregierungsorganisationen und der Klima-Allianz Deutschland an.

Aufbau und Finanzierung

Germanwatch wird durch ein ehrenamtliches Präsidium und einen Vorstand geleitet. Das Präsidium umfasst mindestens drei und höchstens zwölf Personen. Es wird alle zwei Jahre von der Mitgliederversammlung gewählt und beruft den Vorstand. Es berät den Vorstand, überwacht dessen Geschäftsführung und entscheidet nach der Satzung über strategische Fragen von grundlegender oder wesentlicher Bedeutung. Der Vorstand trifft die übrigen wichtigen Entscheidungen, sofern diese nicht dem Präsidium vorbehalten oder an andere Personen delegiert sind.

Als Vorsitz beziehungsweise Leitung nennt der Artikel Silvie Kreibiehl im Präsidium, Christoph Bals als politischen Vorstand und Gerold Kier als administrativen Vorstand. Christoph Bals wird zudem als Geschäftsführer Vorstand Politik bezeichnet.

Die Angaben zur Mitgliederzahl unterscheiden sich: Im Überblick werden 2.214 Mitglieder für 2026 genannt, während der Abschnitt zur Struktur von rund 1.200 Mitgliedern spricht. Nicht alle Mitglieder sind stimmberechtigt. In den Büros arbeiten rund 100 Beschäftigte; diese Zahl wird auch für 2024 angegeben. Hinzu kommen Praktikanten, Freiwillige und ehrenamtliche Unterstützer.

Der Verein finanziert sich überwiegend über Projektmittel öffentlicher und privater Zuschussgeber. Weitere Mittel stammen aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden, Zuschüssen und Programmförderungen der Germanwatch-Stiftung sowie der Germanwatch nahestehenden Stiftung Zukunftsfähigkeit. Für 2023 wird ein Umsatz von 8.167.958 Euro angegeben.

Projekte und internationale Zusammenarbeit

Germanwatch führt Projekte und Kampagnen gegen den Klimawandel und für nachhaltige Entwicklung durch. Die Klimaexpedition macht den Klimawandel für Schulklassen anhand von Live-Satellitenbildern sichtbar. Die Loss and Damage in Vulnerable Countries Initiative unterstützt die Gruppe der am wenigsten entwickelten Länder dabei, von der internationalen Gemeinschaft mehr Maßnahmen gegen klimawandelbedingte Schäden einzufordern.

Im Adaptation Fund NGO Network arbeitet Germanwatch mit Nichtregierungsorganisationen und weiteren Akteuren zusammen. Das Bündnis beobachtet die Entwicklung eines Fonds, der finanzielle Mittel für Anpassungsmaßnahmen bereitstellt. Das europäische Projekt makeITfair sensibilisierte und mobilisierte von 2010 bis 2014 für faire und umweltfreundliche IT-Produkte. Das Projekt Mensch Macht Milch zeigte eine Fotoausstellung über die EU-Agrarpolitik und die bäuerliche Landwirtschaft im globalen Norden und Süden. Das sechs Quadratmeter große „Wimmelbild der Zukunft“ stellt Ideen und Anregungen zu den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen dar.

Von September 2018 bis August 2019 arbeitete Germanwatch in mehreren internationalen Partnerschaften an Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Klimaresilienz, also der Widerstandsfähigkeit gegenüber Klimafolgen. Gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Partnern in Marokko und der Friedrich-Ebert-Stiftung sollte die klimapolitische Zivilgesellschaft in der MENA-Region gestärkt werden. In Afrika unterstützte Germanwatch zusammen mit afrikanischen und internationalen Organisationen den Ausbau erneuerbarer Energien. Mit Transparency International entstand in Kenia eine Partnerschaft verschiedener Akteure zu Klimarisikoversicherungen.

In Indien arbeitete Germanwatch mit Think Tanks und Nichtregierungsorganisationen daran, Investitionsrisiken im Solarsektor zu verringern. Eine weitere Kooperation mit dem Climate Action Network South Asia (CAN-SA) und dem Centre for Environment Education (CEE) sollte nachhaltige Lebensstile in Indien fördern.

Publikationen und öffentliche Kritik

Germanwatch veröffentlicht eigene Publikationen und arbeitet dabei auch mit anderen Organisationen und Verlagen zusammen. Der jährlich erscheinende Climate Risk Index, auf Deutsch Klima-Risiko-Index, untersucht, welche Länder besonders stark von Wetterextremen betroffen sind. Der ebenfalls jährlich veröffentlichte Climate Change Performance Index beziehungsweise Klimaschutz-Index vergleicht und bewertet die Klimaschutzleistungen von 56 Staaten und der Europäischen Union. Der E-Mail-Newsletter Germanwatch°Kompakt informiert über Aktivitäten, Veröffentlichungen und Veranstaltungen des Vereins.

Der Klima-Risiko-Index war Gegenstand öffentlicher Kritik. Im Januar 2021 kritisierte Axel Bojanowski in der Zeitung Die Welt den von Germanwatch erstellten Index und dessen aus seiner Sicht unkritische Übernahme durch Medien. Germanwatch antwortete darauf mit einer ausführlichen Stellungnahme. Der Artikel führt die Kritik und die Reaktion an, entscheidet den Streit aber nicht.

Auszeichnungen

Germanwatch erhielt Auszeichnungen für seine Bildungs-, Nachhaltigkeits- und Öffentlichkeitsarbeit. Dazu zählen 2023 das WIRKT!-Siegel von Phineo und der Bröckemännche-Preis des Bonner Medien-Clubs. 2019 erhielt die Organisation den Deutschen Lokalen Nachhaltigkeitspreis ZeitzeicheN in der Kategorie „BNE – außerhalb von Lehrplan und Klassenzimmer“; BNE steht für Bildung für nachhaltige Entwicklung. Der Germanwatch-Hand Print wurde beim WeltWeitWissen Kongress 2018 ausgezeichnet.

Der Kurzfilm „Die Rechnung“ erhielt 2010 den Spinning Planet Award und den Best Short Award. 2006 wurden Germanwatch der Public Eye Award beziehungsweise Positive Award für das Engagement im Euzkadi-Fall und die Sonderbriefmarke Klimaschutz: Grünes Album zugesprochen. Die Klimaexpedition wurde 2005 als UN-Dekade-Projekt ausgezeichnet. Außerdem erhielt die Germanwatch-Webseite einen Poldi Award.

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