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Germanismus
Französisch. Bearbeiten. Im Französischen gibt es einige an die Erfahrungen im ... Ähnlich wie im Französischen wird der deutsche Fragesatz „Was-ist-das?
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Grundbegriff
Ein Germanismus ist ein deutsches Wort, das in einer anderen Sprache als Lehnwort oder Fremdwort integriert wurde. Lehnwort bedeutet: Ein Wort wird aus einer anderen Sprache übernommen und an die eigene Sprache angepasst. Fremdwort bedeutet: Ein übernommenes Wort bleibt oft noch als fremd erkennbar. Der Plural lautet Germanismen.
Germanismen entstehen besonders dort, wo deutsche Sprecherinnen und Sprecher über längere Zeit mit anderen Sprachgemeinschaften Kontakt hatten: durch Handel, Verwaltung, Kolonialzeit, Migration, Handwerk, Technik, Militär, Wissenschaft, Schule, Tourismus oder politische Herrschaft. Viele Beispiele zeigen, dass Wörter beim Übernehmen ihre Aussprache, Schreibweise oder Bedeutung verändern können.
Historische Sprachkontakte
Viele Germanismen hängen mit bestimmten historischen Kontakten zusammen. Im Belarussischen weisen Wörter wie čynš für „Zins“, handal für „Handel“, štempel für „Stempel“, hiešeft für „Geschäft“ und falšavać für „fälschen“ auf deutschen Einfluss in Handel und Verwaltung zur Blütezeit der Hanse im 14. Jahrhundert hin.
Im Estnischen und Lettischen spielten die Eroberung und Besiedlung durch Ritter des Deutschen Ordens sowie deutsche Geistliche, Kaufleute und Handwerker eine wichtige Rolle. Das Estnische übernahm Wörter wie vein („Wein“), klaver („Klavier“), sink („Schinken“), reis („Reise“) und kunst („Kunst“). Im Lettischen werden poltergeists und vunderkinds genannt. Das Litauische enthält mehr als 3000 Germanismen, von denen viele heute nicht mehr verwendet werden. Sie gehen besonders auf Verbindungen zu Preußen, dem Deutschen Reich, Preußisch Litauen und dem Memelland zurück, etwa liktìs („Licht, Kerze“), krūzas („Krug, Becher“), trepai („Treppe“) und buhalteris („Buchhalter“).
Auch im Ungarischen gibt es alte deutsche Einflüsse. Schon nach der Heirat des Staatsgründers Stephan mit Gisela von Bayern im Jahr 996 kam deutsches Wortgut ins Ungarische, darunter herceg von „Herzog“. Später brachten deutsche Geistliche, Hofleute, Bauern und Handwerker Fachwörter mit, zum Beispiel suszter („Schuster“), majszter („Meister“), lakk („Lack“) und colstok („Zollstock“). Während der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie kamen besonders österreichische Wörter hinzu, etwa krampusz, nokedli, smarni und ribizli.
Im Russischen wurden seit der Zeit Peters des Großen viele Wörter aus westlichen Sprachen und besonders aus dem Deutschen übernommen. Peter ließ Wirtschafts- und Verwaltungsfachleute aus Deutschland anwerben und ordnete 1716 an, dass Amtsschreiber Deutsch lernen sollten. Russische Germanismen finden sich im Militär, in Verwaltung, Technik, Bergbau und Wissenschaft, etwa schlagbaum, marschrute, rjucksak, masschtab, schtrafe, ziferblat, wismut, wolfram, gneis, quarz, zink, geolog, gletscher und metallurgia.
Alltag, Technik und Beruf
In vielen Sprachen betreffen Germanismen Alltagsgegenstände, Handwerk, Haushalt und Technik. Im Albanischen des Kosovo gibt es krikëll vom österreichischen „Krügerl“, shalter mit der Doppelbedeutung „Lichtschalter“ und „Postschalter“, außerdem srafciger („Schraubenzieher“), speis („Speisekammer“) und virsle („Würschtle“). Im Rumänischen finden sich bormașină („Bohrmaschine“), ștecher („Stecker“), șurub („Schraube“), șurubelniță („Schraubenzieher“), șnițel („Schnitzel“) und șubler („Schublehre“). Im Bulgarischen sind bormaschina („Bohrmaschine“), auspuch („Auspuff“) und schibidach („Schiebedach“) fast unverändert übernommen; anzug bedeutet dort allerdings „Trainingsanzug“.
In den südslawischen Sprachen gibt es besonders viele Beispiele aus dem österreichisch-ungarischen Einflussbereich. Im Bosnischen heißen unter anderem rikverc „Rückwärtsgang“, auspuh „Auspuff“, escajg „Besteck“, cigla „Ziegel“, farba „Farbe“, flaša „Flasche“, haustor „Treppenhaus“, šalter „Schalter“, šarafciger „Schraubenzieher“, veš „Wäsche“, fen „Fön“ und špaiz „Speisekammer“. Im Kroatischen erscheinen österreichisch geprägte Wörter wie paradajz („Paradeiser“), špajza („Speisekammer“), knedli („Knödel“), putar („Butter“), šnicla („Schnitzel“), pleh („Blech“), cajger („Zeiger“) und rikverc. Im Serbokroatischen werden viele Germanismen der Umgangssprache, dem Jargon und der Gaunersprache zugerechnet, darunter auspuf, bankrot, ceh, escajg, fajront, flaša, majstor, rajsferšlus, šalter, šrafciger, šnicla, špajz, šverc und vic.
Auch in außereuropäischen Sprachen gibt es solche Übernahmen. Im Japanischen stammen Wörter aus Arbeit, Alpinismus und Medizin: arubaito bedeutet „Nebenerwerb“ oder „Studentenjob“, hyutte „Berghütte“, gerende „Skigebiet“, aizen „Steigeisen“, ryukkusakku „Rucksack“, kuranke „Patient“, karute „Krankenkarte“, gipusu „Gipsverband“, arerugī „Allergie“ und noirōze „Neurose“. Im Koreanischen gibt es entsprechende Wörter wie areubaiteu („Nebenbeschäftigung“), allereugi („Allergie“), noiroje („Neurose“), gipseu („Gips“), aijen („Steigeisen“), jail („Seil“) und bibak („Biwak“).
Bedeutungswandel und falsche Freunde
Germanismen können beim Übergang in eine andere Sprache ihre Bedeutung verändern. Solche Wörter können für Lernende „falsche Freunde“ sein, also Wörter, die vertraut aussehen, aber etwas anderes bedeuten.
Im Russischen ist галстук galstuk kein Halstuch, sondern eine Krawatte. парикмахер parikmacher, wörtlich aus „Perückenmacher“, bedeutet „Friseur“. Auch andere Sprachen zeigen Bedeutungswandel: Im Bulgarischen bedeutet anzug nicht allgemein „Anzug“, sondern „Trainingsanzug“. Im Norwegischen haben vorspiel und nachspiel keine sexuelle Bedeutung, sondern bezeichnen gemeinsames Trinken vor oder nach einem Discobesuch oder Kneipenabend; vors entspricht eher dem deutschen „Vorglühen“. Im Italienischen bedeutet un lager kein Lagerbier, sondern ist eine Verkürzung von „Konzentrationslager“. Im Französischen kann ersatz umgangssprachlich eine zweitklassige Nachahmung oder „Pfusch“ bezeichnen.
Typische Beispiele
Ein besonders bekanntes deutsches Wort im Englischen ist Kindergarten. Der erste Kindergarten außerhalb des deutschsprachigen Raumes wurde 1851 in London gegründet. Fünf Jahre später führte Margarethe Schurz den ersten Kindergarten in den USA in Watertown ein. 1882 gab es in den USA bereits 348 Kindergärten. Heute ist vielen US-Amerikanern die deutsche Herkunft des Wortes nicht mehr bewusst. Kindergartner bezeichnet heute das Kind, das den Kindergarten besucht; die Kindergärtnerin heißt kindergarten teacher. Weitere englische Beispiele sind uber in Zusammensetzungen wie ubergeek, foosball für Tischfußball, gesundheit nach dem Niesen und verboten, das im Concise Oxford Dictionary als „forbidden by an authority“ erklärt wird.
Im Hebräischen kamen viele Germanismen über das Jiddische in die Umgangssprache. Im handwerklichen Bereich gibt es stecker, spachtel und diebel für „Dübel“. שניצל ist „Schnitzel“, oft in lateinischer Schrift als shnitzel. Besonders anschaulich ist שטרודל, „Strudel“: Wegen der gerollten Form des Gebäcks bezeichnet es im Hebräischen das Zeichen @ in E-Mail-Adressen. Auch schlafstunde wird für eine Siesta verwendet; bei diesem Wort ist unklar, ob deutschsprachige Juden diese Gewohnheit in Israel übernommen oder aus Deutschland mitgebracht haben.
Im Chinesischen gibt es nur wenige deutsche Lehnwörter. In Qingdao heißt der „Gullydeckel“ abweichend vom übrigen China guli, weil die Chinesen Gullys mit der Kanalisation im deutschen Pachtgebiet Jiaozhou kennenlernten. Auch daman für „Damen“ und 阿司匹林 āsīpǐlín für Aspirin werden genannt. Deutsche Firmennamen werden in China häufig übersetzt oder lautnah übertragen, etwa Opel als 欧宝 Oubao („europäischer Schatz“), Volkswagen als 大众汽车 Dazhong qiche („Auto der großen Masse“) und Commerzbank als 商业银行 Shangye Yinhang („Handels-Bank“).