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Geographie Asiens

Asien ist der größte Kontinent der Erde. Mit ca. 44,614 Millionen Quadratkilometer Fläche (ohne Russland 31,7 Millionen Quadratkilometer) umfasst er rund ein …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Lage, Größe und Grenzen
  2. 2. Räumliche Gliederung
  3. 3. Flüsse und Seen
  4. 4. Gebirge, Wüsten und Vulkane
  5. 5. Flora, Fauna und Landschaftszonen

Lage, Größe und Grenzen

Asien ist der größte Kontinent der Erde. Mit ca. 44,614 Millionen Quadratkilometern Fläche, ohne Russland 31,7 Millionen Quadratkilometern, umfasst er rund ein Drittel der gesamten Landmasse. Zusammen mit Europa bildet Asien den Großkontinent Eurasien. Die kontinentale Landmasse liegt fast vollständig in der östlichen Hemisphäre und nördlich des Äquators; eine Ausnahme ist die Tschuktschen-Halbinsel in Ostsibirien, die östlich der Datumsgrenze liegt.

Asien wird im Norden vom Arktischen Ozean, im Osten vom Pazifischen Ozean und im Süden vom Indischen Ozean begrenzt. Im Westen gibt es keine eindeutige geographische oder geologische Grenze zu Europa. Häufig wird sie von Norden nach Süden über Ural-Gebirge, Ural-Fluss, Kaspisches Meer bzw. Manytschniederung, Kaukasus, Südküste des Schwarzen Meeres sowie Bosporus, Marmarameer und Dardanellen gezogen. Diese Grenze ist von der Barentssee bis zum Schwarzen Meer rund 2700 km lang.

Mit Afrika ist Asien über die Halbinsel Sinai verbunden; die Landenge von Sues ist 145 km breit. Im Nordosten liegen Asien und Nordamerika an der Beringstraße etwas mehr als 80 km auseinander. Im Südosten verbindet der Malaiische Archipel Asien mit Australien. Die Küstenlänge Asiens beträgt etwa 82.300 km, davon 15.900 km am Arktischen Ozean, 27.300 km am Pazifischen Ozean, 33.600 km am Indischen Ozean und rund 5500 km am Mittelmeer und Schwarzen Meer zusammen.

Räumliche Gliederung

Asien wird in mehrere Großregionen gegliedert. Eine verbreitete Einteilung, die auch von der UN-Statistikbehörde UNSD verwendet wird, unterscheidet Nordasien, Zentralasien, Vorderasien bzw. Westasien, Südasien, Ostasien und Südostasien. Für Zentralasien gilt der UN-Regionalcode 143, für Vorderasien 145, für Südasien 034, für Ostasien 030 und für Südostasien 035; Nordasien wird von der UN nicht kategorisiert.

Die Grenzen dieser Regionen können je nach Veröffentlichung, Thema und Zweck variieren. Afghanistan wurde früher Zentralasien zugerechnet, heute aber Südasien. Zusätzlich gibt es alternative oder ergänzende Einteilungen, etwa Nordostasien.

Zu den auffälligen Großformen gehören zahlreiche Halbinseln und Inselräume: Kleinasien bzw. Anatolien im Westen, die Arabische Halbinsel im Südwesten, Indien mit Sri Lanka im Süden, Hinterindien mit Indochina, Malaysia und Indonesien im Südosten sowie an der Ostküste die Koreanische Halbinsel, Kamtschatka mit den Kurilen, Sachalin, die japanischen Inseln Hokkaidō, Honshū, Shikoku und Kyūshū sowie die Philippinen. Im Norden prägen Taimyr- und Jamal-Halbinsel sowie die Mündungen großer Ströme die sibirische Küste.

Flüsse und Seen

Asiens Flüsse entwässern in verschiedene Ozeane oder in abflusslose Becken. In Sibirien fließen die wichtigsten Ströme von Süden nach Norden in den Arktischen Ozean. Das erschwerte die Erschließung Sibiriens, weil keine West-Ost-Verbindung auf dem Wasser entstand und die Flüsse nur im Sommer schiffbar sind. Wirtschaftlich sind sie trotzdem wichtig für die Versorgung nördlicher Gebiete. Von West nach Ost sind Ob, Jenissei, Lena und Kolyma besonders bedeutend. Der Jenissei ist 4092 km lang, besitzt ein Einzugsgebiet von 2.554.482 km² und gilt mit etwa 19.600 m³ Wasser pro Sekunde an der Mündung als wasserreichster Fluss Sibiriens. Die Lena ist über 4400 km lang und gehört zu den längsten Flüssen der Erde.

In den Pazifik münden unter anderem Amur, Gelber Fluss, Jangtsekiang und Mekong. Der Jangtsekiang ist mit 6380 km der längste Fluss Asiens und nach Nil und Amazonas der drittlängste Strom der Welt; 2800 km sind schiffbar. Der Mekong liegt in Südostasien, doch Quelle und Länge sind nicht genau bestimmt; die Angaben reichen von 4350 km bis 4909 km. Beim Tonle Sap tritt jährlich ein besonderes Naturphänomen auf: Durch Monsunregen und Schmelzwasser führt der Mekong im Juni bis zu viermal mehr Wasser als in trockenen Monaten, sodass der Tonle-Sap-Fluss seine Fließrichtung wechselt.

In den Indischen Ozean entwässern unter anderem Ayeyarwady, Ganges, Brahmaputra, Indus sowie Euphrat und Tigris über den Schatt al-Arab. Der Ganges ist 2511 km lang, fließt durch Indien und Bangladesch und wird von Hindus als heiliger Fluss verehrt. Der Indus ist mit 3180 km der längste Fluss des indischen Subkontinents und der wichtigste Strom Pakistans.

Auch Seen spielen eine große Rolle. Abflusslose Seen sind Seen ohne natürlichen oberirdischen Abfluss; viele von ihnen sind Salzseen. Der Aralsee war einst mit etwa 66.900 km² der viertgrößte See der Welt, schrumpfte aber stark, weil Wasser aus Amudarja und Syr-Darja zur Bewässerung abgezweigt wurde. Weitere abflusslose Seen sind unter anderem Balchaschsee, Totes Meer, Yssykköl, Vansee, Urmiasee und Qinghai-See. Der Baikalsee ist volumenmäßig der größte, tiefste und älteste Süßwassersee der Erde. Das Kaspische Meer ist flächenmäßig der größte See der Erde; es besitzt heute keine natürliche Verbindung zu den Ozeanen, ist aber über Wolga, Wolga-Don-Kanal und Don schiffbar mit dem Schwarzen Meer, dem Mittelmeer und dem Atlantik verbunden.

Gebirge, Wüsten und Vulkane

Asien enthält die höchsten Gebirge der Erde. Nördlich des indischen Subkontinents liegen die Gebirge, in denen alle vierzehn Achttausender vorkommen. Im Himalaya befindet sich der Mount Everest mit 8848 m als höchster Gipfel. Westlich schließen das Karakorum-Gebirge mit dem K2 (8611 m), weiter südöstlich der Hindukusch mit dem Tirich Mir (7699 m) und nordwestlich der Pamir mit dem Kongur (7649 m) an. Das Hochland von Tibet wird als „Dach der Welt“ bezeichnet und ist die höchstgelegene und größte Hochebene der Erde.

Weitere bedeutende Gebirge sind Tian Shan, Altai, Ural, Kaukasus, Pontisches Gebirge, Zāgros-Gebirge und Elburs-Gebirge. Der Ural, bis 1894 m hoch, bildet die Begrenzung des westsibirischen Tieflandes und des asiatischen Kontinents. Der Kaukasus mit dem Elbrus (5642 m) wird teils als Teil der innereurasischen Grenze, teils als europäisches Gebirge betrachtet.

Zu den großen Trockenräumen gehören Gobi, Karakum, Taklamakan, Lop Nor und Thar. Die Karakum nimmt etwa 90 % der Fläche Turkmenistans ein und ist über 400.000 km² groß. Die Taklamakan ist nach der Rub al-Chali die zweitgrößte Sandwüste der Erde. Die Wüste Thar im Westen Indiens geht auf pakistanischer Seite in die Cholistan über; zusammen umfassen beide etwa 273.000 km².

Vulkane liegen in großer Zahl am pazifischen Feuerring, in Asien besonders auf Kamtschatka, in Japan, auf den Philippinen und in Indonesien. Auf Kamtschatka gibt es allein 160 Vulkane, darunter den 4750 m hohen Kljutschewskaja Sopka; 28 sind aktiv. Auf den Philippinen sind rund 20 Vulkane aktiv, darunter Pinatubo (1486 m) und Mayon (2462 m). In Japan gibt es rund 240 Vulkane, davon 40 aktive; der Fujisan ist 3776 m hoch und hat im Shintō eine besondere Bedeutung.

Flora, Fauna und Landschaftszonen

Biogeographisch, also nach der Verbreitung von Pflanzen und Tieren, gehört Asien zu mehreren großen Regionen. Bei der Pflanzenwelt werden Holarktis und Paläotropis unterschieden; ihre Grenze liegt im Bereich des Himalaya. Bei der Tierwelt umfasst die Paläarktis den Norden und Westen Asiens sowie Europa und Nordafrika. Die Orientalis liegt in Südasien und deckt sich mit dem östlichen Teil der Paläotropis. Ein kleiner Teil der südlichen Arabischen Halbinsel wird meist zur Afrotropis gezählt.

Von Norden nach Süden lassen sich wichtige Klimazonen und Landschaftszonen unterscheiden. Nördlich des Polarkreises liegt die baumlose Tundra. Für nomadisch lebende Bewohner wie die Nenzen sind Rentiere wichtige Tiere. Südlich davon folgen Wälder der gemäßigten Zone, darunter die Taiga in Sibirien etwa zwischen Polarkreis und Transsibirischer Eisenbahn sowie Laubwälder im Fernen Osten und im Gebiet des Kaspischen Meeres. Dort leben unter anderem seltene Amurtiger und Amurleoparden sowie Hirsche, Wildschweine, Luchse und Bären.

In den kontinentalen Graslandschaften und Steppen kommen natürlicherweise Wildpferde, Saiga-Antilopen, Mongoleigazellen, Wölfe und Ziesel vor. Gebirgs- und Wüstenlandschaften sind oft vegetationsarm und von großen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht geprägt. In den Gebirgen leben unter anderem Steinböcke, Gorale, Seraue und Wildschafe; der wichtigste Prädator der zentralasiatischen Gebirge ist der Schneeleopard. Wüstengebiete sind Lebensraum von Halbeseln, Wildkamelen, Geparden und Gazellen.

Weiter südlich gibt es tropische Savannen, Trockenwälder, Regenwälder und Monsungebiete. Auf dem Indischen Subkontinent und in Südostasien leben charakteristische Großtiere wie Löwen, Hirschziegenantilopen, Nilgauantilopen und verschiedene Hirsche; der Löwe ist dort heute auf den Gir-Nationalpark beschränkt. In tropischen Regenwäldern führt Rodung häufig zu Monokulturen wie Palmöl-Plantagen, zum Beispiel in Sabah auf Borneo. In tropischen Monsungebieten wie dem Mekongdelta dominieren Reisanbau, Geflügel- und Schweinehaltung sowie Fischfang.

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