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Erdoberfläche

Gesamtfläche der Erde, 510.000.000 km², 100 % ; Wasserfläche, 360.570.000 km², 70,7 % ; Landfläche, 149.430.000 km², 29,3 % …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Grundbegriff und Bedeutung
  2. 2. Geowissenschaftliche Sichtweisen
  3. 3. Gliederung der Erdoberfläche
  4. 4. Landflächen und Lebensräume
  5. 5. Wasserflächen und Höhen
  6. 6. Vergleich mit anderen Himmelskörpern

Grundbegriff und Bedeutung

Die Erdoberfläche ist die Grenzfläche zwischen der festen Erdkruste und den Gewässern einerseits und der Atmosphäre andererseits. Sie umfasst also sowohl Landbereiche als auch Wasserflächen. Geländehöhen auf der Erdoberfläche werden auf den mittleren Meeresspiegel bezogen. Diese Niveaufläche heißt Geoid. Das Geoid hat näherungsweise die Form eines Ellipsoids.

Die gesamte Oberfläche der Erde beträgt etwa 510 Millionen km². Davon sind rund 71 % von Meeren bedeckt. In den Daten wird die Gesamtfläche mit 510.000.000 km² angegeben, davon 360.570.000 km² Wasserfläche (70,7 %) und 149.430.000 km² Landfläche (29,3 %). An anderer Stelle werden für die Landfläche etwa 148,9 Mio. km² und für die Wasserfläche etwa 361,2 Mio. km² genannt; die Angaben sind also gerundet und leicht unterschiedlich.

Geowissenschaftliche Sichtweisen

Mehrere Geowissenschaften betrachten die Erdoberfläche aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Die Physische Geographie untersucht die Großformen der Erdoberfläche und ihre Systemzusammenhänge. Die Geomorphologie, ein Teilgebiet der Geographie, erforscht die genaue Form der Erdoberfläche, das Relief, und zusammen mit der Geologie auch seine Entstehung. 37,4 % der Landoberfläche der Erde liegen zwischen 1000 und 2000 m über Meereshöhe.

Die Geodäsie befasst sich mit der Vermessung der Erdoberfläche und der darauf befindlichen Infrastruktur. Gemeinsam mit der Geophysik untersucht sie auch das Erdschwerefeld. Die Bodenkunde untersucht die oberste, organisch geprägte Schicht unterhalb der Erdoberfläche.

In vielen Landgebieten bildet Boden die oberste Schicht unterhalb der Erdoberfläche, besonders in Ebenen und Hügellandschaften feuchter Klimaregionen. Boden entsteht durch Verwitterung von Festgestein und aus Lockergestein, wenn mineralische Stoffe mit organischer Substanz, dem Humus, angereichert werden. Je nach Verwitterung, Eigenschaften des Ausgangsgesteins und Umweltbedingungen entstehen verschiedene Bodenarten und Bodentypen. In Gebirgen, besonders im Hochgebirge, sowie unter extremen klimatischen Bedingungen besteht die Erdoberfläche oft aus nacktem Fels oder aus Lockergestein mit kaum oder gar keiner Bodenbildung.

Gliederung der Erdoberfläche

Die Erdoberfläche kann nach Hemisphären gegliedert werden. In der Geodäsie unterscheidet man Nord- und Südhemisphäre nach der geografischen Breite bezogen auf den Erdäquator. Außerdem unterscheidet man östliche und westliche Hemisphäre nach dem Längengrad bezogen auf den Nullmeridian und den 180. Längengrad. Der einzige Staat, dessen Staatsgebiet in allen vier Erdhemisphären liegt, ist Kiribati, ein Inselstaat im Pazifik.

In der Geomorphologie gibt es außerdem die Wasserhemisphäre und die Landhemisphäre. Die Wasserhemisphäre umfasst den ganzen pazifischen Raum und ist zu 89 % von Meeren bedeckt. Die Landhemisphäre umfasst ungefähr den atlantischen Raum und Eurasien und besteht zu etwa 50 % aus Festland.

Eine weitere Gliederung unterscheidet Wasser und Land. Zur von Gewässern bedeckten Erdoberfläche gehören Seen, Flüsse und Meere. Zur nicht von Gewässern bedeckten Erdoberfläche gehören Festland und Inseln. Bei Land ist die Oberfläche meist die Grenzfläche zwischen Lithosphäre oder Pedosphäre und Atmosphäre, also die Geländeoberkante. Lithosphäre bedeutet feste Gesteinshülle der Erde; Pedosphäre bedeutet Bodenschicht. Bei Gewässern kann mit Oberfläche entweder der sichtbare Wasserspiegel gemeint sein oder der Gewässergrund, also die Grenzfläche zwischen Lithosphäre einschließlich Sedimenten und Wasserkörper. Bei Landmassen kann genauer entweder die von oben sichtbare Fläche mit Vegetation und Bebauung gemeint sein, also die Topographie, oder nur die Geländeoberfläche, also die Orographie. In stark vergletscherten Gebieten wie Arktis und Antarktis ist nicht eindeutig, ob die Oberfläche der Eiskörper zur Erdoberfläche gezählt wird.

Landflächen und Lebensräume

Die Landfläche beträgt etwa 148,9 Mio. km², also ungefähr 29 % der Erdoberfläche. Sie verteilt sich auf Kontinente und Inseln. Asien ohne Polarinseln hat 44,4 Mio. km² und damit 31 % der Landfläche. Amerika ohne Polargebiete hat 38,3 Mio. km² und 27 %. Afrika umfasst 29,3 Mio. km² und 20 %. Antarktika umfasst 13,2 Mio. km² und 9 %. Europa ohne Island, Nowaja Semlja und atlantische Inseln hat 9,9 Mio. km² und 7 %. Australien mit Tasmanien hat 7,7 Mio. km² und 5 %.

Bezogen auf die eisfreien Gebiete der Erde, also ohne den Großteil von Grönland und der Antarktis, prägen natürliche und vom Menschen beeinflusste Großlebensräume die Landfläche. Anfang des 21. Jahrhunderts umfasste der Dauernutzungsraum des Menschen, also Wohngebiete, Infrastruktur und intensiv genutzte Flächen, im Jahr 2004 etwa 72.084.920 km² oder 53 %. Landwirtschaftlich genutzte Fläche umfasste 2009 etwa 48.827.330 km² oder 35,9 %. Extensiv oder saisonal genutzter Naturraum umfasste 2004 etwa 42.162.880 km² oder 31 %. Die gesamte Waldfläche, genutzt und ungenutzt, betrug 2010 etwa 40.204.320 km² oder 29,6 %. Ungenutzte, „wilde“ Naturräume umfassten 2004 etwa 21.761.480 km² oder 16 %.

Wasserflächen und Höhen

Die Wasserfläche beträgt etwa 361,2 Mio. km², also ungefähr 71 % der Erdoberfläche. Das Wasser verteilt sich hauptsächlich auf Ozeane. Der Pazifische Ozean macht 47 % der Ozeanfläche aus und hat eine mittlere Tiefe von 3870 m. Der Atlantische Ozean macht 24 % aus und hat eine mittlere Tiefe von 3380 m. Der Indische Ozean macht 20 % aus und hat eine mittlere Tiefe von 3600 m. Der Südliche Ozean macht 5 % aus, der Arktische Ozean 4 %.

Die Höhenverteilung der Erdoberfläche wird Hypsometrie genannt. Die mittlere Höhe der Festlandsflächen liegt bei ungefähr 700 m. Für Europa werden 300 m angegeben, für Asien 880 m, für Amerika 610 m, für Afrika 660 m sowie für Ozeanien und Australien 300 m. Den höchsten Punkt der Erdoberfläche erreicht der Mount Everest mit 8.848 m über dem Meeresspiegel. Der tiefste frei zugängliche Punkt liegt am Ufer des Toten Meeres, dessen Wasseroberfläche 423 m unter dem Meeresniveau liegt. Der tiefste Punkt der Oberfläche der kontinentalen Erdkruste liegt unter dem Denman-Gletscher des Antarktischen Eisschildes bei etwa 3.500 m unter dem Meeresspiegel. Die mittlere Tiefe der Meere beträgt etwa 3.500 m. Die tiefste Stelle der Oberfläche der Erdkruste beziehungsweise Lithosphäre liegt im Marianengraben bei ungefähr 11.000 m unter dem Meeresspiegel.

Vergleich mit anderen Himmelskörpern

Die Oberfläche der Erde wird im Artikel auch mit anderen Himmelskörpern des Sonnensystems und dem Erdmond verglichen. Die Erde hat eine Oberfläche von 510.100.000 km². Die Venus liegt mit 460.200.000 km² in einer ähnlichen Größenordnung. Der Mars hat 144.600.000 km², Merkur 74.760.000 km² und der Mond 37.960.000 km².

Die großen Gasplaneten haben deutlich größere berechnete Oberflächen: Jupiter 61.420.000.000 km², Saturn 42.610.000.000 km², Uranus 8.083.000.000 km² und Neptun 7.620.000.000 km². Dabei ist wichtig, dass Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun Gasplaneten ohne feste Oberfläche sind. Ihre „Oberfläche“ wird anhand des Nullniveaus berechnet. Dieses Nullniveau ist per Definition das Niveau, bei dem der Gasdruck 1 Bar beträgt.

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