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Geldwirtschaft
Geldwirtschaft ist in einem Wirtschaftssystem das Wirtschaften mit Geld als allgemeinem Zahlungsmittel, das in einer Volkswirtschaft als Geldumlauf kursiert …
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Begriff und Grundprinzip
Geldwirtschaft bezeichnet das Wirtschaften mit Geld als allgemeinem Zahlungsmittel. In einer Volkswirtschaft zirkuliert Geld im Geldumlauf. Ihr Gegenstück ist die Güterwirtschaft.
Im Unterschied zu Naturalwirtschaft und Tauschhandel wird ein Tauschvorgang in zwei unabhängige Kaufakte aufgeteilt: Geld wird gegen Waren oder Dienstleistungen getauscht, und Waren oder Dienstleistungen werden gegen Geld getauscht. Dadurch kann ein Kauf zeitlich, räumlich und zwischen unterschiedlichen Wirtschaftsteilnehmern getrennt erfolgen.
Die Geldwirtschaft wird auch als Kreditwirtschaft bezeichnet, weil Geld hauptsächlich in Form von Krediten beziehungsweise Kreditgeld fließt. Wirtschaftlich lassen sich die Kaufakte in einzelne Transaktionen zerlegen. Die Zahlung des Kaufpreises gehört zum Geldmarkt, während die Transaktion der gekauften Güter oder Dienstleistungen dem Gütermarkt zugeordnet wird. Die daraus entstehenden Zahlungsströme und Güterströme bilden gemeinsam den Wirtschaftskreislauf.
Entwicklung der Geldwirtschaft
Bereits das Römische Reich verfügte über eine ausgeprägte Geldwirtschaft. Dazu gehörten eine systematische Münzprägung und Prägerechte, die auch für den römischen Staatshaushalt wichtig waren.
Im nachantiken Europa setzte von der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts erstmals wieder eine bedeutende Münzproduktion ein. Zugleich verbreitete sich das Wirtschaften mit Geld anstelle des Tauschs Ware gegen Ware. Auch Bauern produzierten zunehmend für regionale Märkte und verkauften ihre Waren gegen Geld.
Im 14. Jahrhundert setzte sich der Wechsel zunächst im Handel der oberitalienischen Städte durch. Ein Wechsel verpflichtete einen Schuldner schriftlich, ein Darlehen an einem anderen Ort und in einer anderen Währung zurückzuzahlen. Dadurch wurde bargeldloses Bezahlen möglich.
Geldwechsler in Oberitalien prüften die zahlreichen einheimischen und fremden Währungen. Diese Vielfalt hing mit der Münzhoheit zusammen, die Städte und Fürsten in Europa besaßen. Die Wechsler nahmen außerdem Einlagen auf Girokonten entgegen, die Privatleute oder Kaufleute bei ihnen eröffnen konnten. Auf mündliche Anweisung wurden Gelder zwischen Konten oder zu anderen Wechslern übertragen. Daraus entwickelten sich Tätigkeiten, die heutigen Banken ähneln: Überziehungskredite sowie Darlehen für Kaufleute, Handwerker und den Staat.
Wohlhabende Großbauern und Kaufleute begannen ebenfalls, Bauern und Handwerkern Geld gegen die Beleihung von Äckern oder Häusern zu leihen. Eine weitere Neuerung des 16. und 17. Jahrhunderts waren öffentliche Banken. Seit dem Ende des 15. Jahrhunderts erschlossen die Entdeckung neuer Seewege sowie die wirtschaftliche und militärische Expansion europäischer Staaten nach Asien, Afrika und Amerika große Teile der Erde für den Warenaustausch Europas.
Märkte und Wirtschaftskreislauf
Zur Geldwirtschaft gehört die Finanzwirtschaft mit ihrem gesamten Finanzsystem und den Finanzmärkten. Dazu zählen Börsen sowie Devisen-, Geld- und Kapitalmärkte.
Auch die Realwirtschaft, also die Wirtschaft mit ihren Gütermärkten, ist Teil der Geldwirtschaft, wenn Nachfrager Güter oder Dienstleistungen mit Geld bezahlen. Die Unterscheidung zwischen Geld- und Gütermarkt zeigt, dass eine Geldwirtschaft zwischen Vermögensmarkt und Gütermarkt unterscheidet. Geld- und Güterströme stehen dabei miteinander in Verbindung und bilden den Wirtschaftskreislauf.