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GEPA – The Fair Trade Company
GEPA – The Fair Trade Company ist der größte europäische Importeur fair gehandelter Lebensmittel und Handwerksprodukte aus den südlichen Ländern der Welt.
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Unternehmen und Bedeutung
GEPA – The Fair Trade Company ist ein Unternehmen des Fairen Handels mit Sitz in Wuppertal, Deutschland. Die im Handelsregister eingetragene Firma heißt Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der Dritten Welt mbH. GEPA wurde am 14. Mai 1975 gegründet, ist eine GmbH und gilt als größter europäischer Importeur fair gehandelter Lebensmittel und Handwerksprodukte aus den südlichen Ländern der Welt. Im Dezember 2024 beschäftigte das Unternehmen 157 Mitarbeitende und erzielte 2024 einen Umsatz von 84,8 Mio. EUR.
Fairer Handel bedeutet bei GEPA, Handelsbeziehungen so zu gestalten, dass Produzentinnen und Produzenten, besonders im Globalen Süden, gegenüber den wirtschaftlichen Nachteilen ihrer Länder und der Weltwirtschaft besser gestellt werden. GEPA verbindet den Warenhandel deshalb mit sozialen, ökologischen und politischen Zielen.
Entwicklung des fairen Handels und der GEPA
Vorformen des Fairen Handels entstanden nach dem Zweiten Weltkrieg. Ten Thousand Villages bezeichnet sich als „Fair Trade Retailer since 1946“. In Europa verkaufte Oxfam UK seit den späten 1950er Jahren in seinen Läden Kunsthandwerk chinesischer Flüchtlinge. 1964 wurde die erste Fair-Trade-Organisation gegründet. Fair Trade Original in den Niederlanden verweist darauf, seit 1959 „eerlijke producten“ zu verkaufen.
1967 begann S.O.S. mit Produkten aus Entwicklungsländern zu handeln; im April 1969 eröffnete in Breukelen der erste Weltladen. In Deutschland kam 1973 mit dem „Indio-Kaffee“ der erste fair gehandelte Kaffee über S.O.S. auf den Markt. Grundlage waren die Kontakte des Hilfswerks MISEREOR zum guatemaltekischen Kooperativenverbund FEDECOCAGUA. Ebenfalls 1973 entstand als deutsche Tochtergesellschaft die Gesellschaft für Handel mit der Dritten Welt, der Vorläufer der GEPA.
Weltläden wurden zu festen Verkaufs- und Informationsorten: 1975 gab es in der Bundesrepublik Deutschland etwa zehn, 1980 bereits 100 und 1985 250. 1978 wurde die Aktion „Jute statt Plastik“ eröffnet. Wichtige internationale Zusammenschlüsse waren die 1989 gegründete International Federation for Alternative Trade (IFAT, heute World Fair Trade Organization, WFTO) sowie die 1990 gegründete European Fair Trade Association (EFTA).
Ab 1989 öffnete GEPA den Vertrieb über Weltläden und Aktionsgruppen hinaus für Bio- und Naturkostläden, den Lebensmitteleinzelhandel, Großverbraucher und Versandhandel. 1990 wurde AHA-Kaffee in 34 Filialen der Gottlieb-Handelsgesellschaft verkauft. Am 7. Oktober 1992 wurde GEPA erster Lizenznehmer von TransFair, heute FAIRTRADE; der erste TransFair-gesiegelte Kaffee kam im Herbst 1992 in den Verkauf. Seit 1992 baut das Unternehmen außerdem den Außer-Haus-Service für Kantinen und ähnliche Einrichtungen aus.
Zur BIOFACH im Februar 2007 änderte GEPA Logo, Verpackungen und Werbeauftritt: Aus „gepa“ wurde „GEPA“ mit dem Claim „THE FAIR TRADE COMPANY“. Seit 2011 hebt das Unternehmen die eigene Marke stärker hervor und verwendet zusätzlich „fair +“. Es verzichtet auf vielen Verpackungen weitgehend auf das Fairtrade-Siegel, weil ein Produktsiegel nach eigener Aussage nicht die gesamte faire Unternehmenspolitik abbilden könne. 2015 ließ sich GEPA nach dem WFTO-Garantiesystem prüfen. Im Zuge stark gestiegener Kaffeeweltmarktpreise wurden 2012 die Kaffeepreise erhöht; die drei damals eigenen regionalen Fair-Handelszentren wurden wegen ihrer nach Unternehmensangaben nicht dauerhaft wirtschaftlichen Struktur geschlossen.
Grundsätze, Ziele und Kontrolle
GEPA nennt als zentrale Elemente fairer Handelsbeziehungen den Dialog über Entwicklungsziele, faire Preise, langfristige Handelsbeziehungen und Beratung bei Produktentwicklung sowie Exportabwicklung. Produzenten können auf Anfrage Vorfinanzierung erhalten, etwa für den Kauf von Saatgut. Außerdem fördert GEPA biologische Landwirtschaft.
Nach Angaben des Unternehmens kann diese Unterstützung unter anderem zu besserer Strom-, Wasser- und Gesundheitsversorgung, Schulen und Bildungseinrichtungen, weniger ausbeuterischer Kinderarbeit, mehr Mitspracherecht der Produzenten, geregelten Arbeitszeiten mit Pausen und mehr Arbeitsmöglichkeiten beitragen. Weitere Ziele sind bessere Produktqualität durch biologischen Anbau sowie mehr Wertschöpfung im Anbauland.
Bei Mischprodukten wie Schokolade oder Gebäck strebt GEPA einen möglichst hohen Anteil fair zertifizierter Rohwaren an. 88,5 Prozent des Lebensmittelumsatzes erzielte das Unternehmen im Dezember 2024 mit Produkten aus zertifiziert ökologischem Anbau. GEPA will außerdem das Kaufverhalten in Industrieländern verändern, durch Lobbyismus strukturelle Veränderungen in der Weltwirtschaft fördern und die Preisbildung für Kundinnen und Kunden transparent machen; dafür stellt sie Musterkalkulationen auf ihrer Website bereit.
Als Unternehmen ist GEPA nach dem WFTO-Garantie-System geprüft. Zusätzlich arbeitet sie mit Zertifizierungs- und Monitoringsystemen wie FLO-Cert und Naturland Fair zusammen. Mitglied ist sie in WFTO, EFTA und Forum Fairer Handel. Über die EFTA wirkte sie an der Kampagne „Climate Justice – Let's Do It Fair“ mit; im Forum Fairer Handel beteiligt sie sich an der Fairen Woche.
Sortiment und Absatzwege
GEPA verkauft Lebensmittel in Weltläden, vielen Supermärkten und Bioläden, online, in Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung sowie an Firmenkunden und Bildungseinrichtungen. Zum Sortiment gehören Kaffee als Mahlkaffee, ganze Bohnen, Espresso, Instantkaffee und Pads; Tee wie Ceylon, Darjeeling, Assam, grüner Tee, Rooibos- und Gewürztee; Schokoladentafeln, Riegel und Dragees; Honig; Brotaufstriche; Kakao; Gebäck, Bonbons, Nüsse und Trockenfrüchte; Rohrzucker; Quinua, Reis und Nudeln; Chutneys und Soßen; Weine und Fruchtsäfte. Hinzu kommen saisonale Artikel, etwa Nikolaus-Figuren und Osterartikel.
Handwerksprodukte werden fast ausschließlich über Weltläden und online angeboten. Dazu zählen Korbwaren und Taschen, Heimtextilien, Pyjamas und Socken, Kerzen, Seifen, Wohnaccessoires und Deko-Artikel wie Essgeschirr, Kerzenhalter oder Seifenschalen sowie Kokosblöcke als Blumenerde aus Kokosfasern.
Acht regionale Fair-Handelszentren versorgen etwa 900 Weltläden und rund 3.000 Aktionsgruppen. Supermärkte und andere Lebensmitteleinzelhändler führen ebenfalls GEPA-Produkte. Der Außer-Haus-Service beliefert beispielsweise Unternehmenskantinen, Studentenwerke und Tagungshäuser. Zusätzlich besteht ein Onlineshop. GEPA betreibt nur ein eigenes regionales Zentrum, den „GEPA-Store“ für die Region West in Wuppertal; die übrigen Zentren sind selbständig getragen.
Verpackung und Auszeichnungen
Auf jeder Verkaufsverpackung nennt GEPA beispielhaft die Handelspartner, von denen die fair gehandelten Rohwaren stammen. Das Logo zeigt eine Spirale mit einem G im Zentrum.
GEPA-Schokolade wird nicht in Aluminiumfolie verpackt. Stattdessen verwendet das Unternehmen eine weiße Aromaschutzfolie, die bis zu 94 % aus nachwachsenden Rohstoffen, nämlich Zellulose, besteht. Sie soll verhindern, dass Fremdstoffe aus der Umverpackung in die Schokolade gelangen. Laut Artikel wird Aluminium umweltschädlich produziert und kann die Gesundheit gefährden.
Zu den genannten Auszeichnungen gehören der Deutsche Nachhaltigkeitspreis für Unternehmen 2026 in der Kategorie Kaffee, Tee, Gewürze, der German SDG-Award 2023 in der Kategorie „Unternehmen“ sowie der CSR-Preis der Bundesregierung 2020 für „Verantwortungsvolles Lieferkettenmanagement“.