Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Fundamentalgleichung

Die Legendre-Transformation der Fundamentalrelation führt auf die thermodynamischen Potentiale: freie Energie, Enthalpie und Gibbs-Energie. Literatur.

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Grundidee
  2. 2. Natürliche Variablen
  3. 3. Differentielle Form
  4. 4. Folgen

Grundidee

Die Fundamentalgleichung der Thermodynamik, auch Fundamentalrelation oder Gibbssche Fundamentalgleichung nach Josiah Willard Gibbs genannt, ist ein Ausgangspunkt der formalen Thermodynamik. Sie beschreibt die innere Energie U eines thermodynamischen Systems im Gleichgewicht als Funktion aller extensiven Größen X_i. Extensive Größen sind Zustandsgrößen, die von der Größe oder Stoffmenge des Systems abhängen.

Allgemein lautet die Beziehung: U = U(X_i). Damit ist die innere Energie eine charakteristische Funktion des Systems: Sie enthält die vollständige thermodynamische Information über das betrachtete System.

Natürliche Variablen

Für nichtmagnetische Einstoffsysteme vereinfacht sich die Fundamentalgleichung zu U = U(S,V,n). Dabei ist S die Entropie, V das Volumen und n die Stoffmenge.

Für nichtmagnetische Mehrstoffsysteme mit k verschiedenen Stoffen lautet sie entsprechend: U = U(S,V,n_1,...,n_k). Die Stoffmengen der einzelnen Stoffe werden also getrennt als n_1 bis n_k angegeben.

Äquivalent kann die Fundamentalrelation auch nach der Entropie geschrieben werden: S = S(U,V,n_1,...,n_k). Beide Formen enthalten jeweils die gesamte thermodynamische Information des Systems. Die mathematische Struktur der Thermodynamik ist dadurch festgelegt; weitere physikalische Inhalte entstehen durch den Anschluss an die Hauptsätze der Thermodynamik.

Differentielle Form

Häufig wird die Fundamentalgleichung in differentieller Schreibweise verwendet. Für ein Mehrstoffsystem lautet sie:

dU = (∂U/∂S){V,n_i} dS + (∂U/∂V){S,n_i} dV + Σ_{i=1}^{k} (∂U/∂n_i)_{V,S} dn_i.

Die partiellen Ableitungen beschreiben, wie sich die innere Energie ändert, wenn jeweils eine Variable verändert wird und die anderen angegebenen Größen konstant bleiben. Mit den Definitionen von Temperatur T, Druck p und chemischem Potential μ folgt daraus:

dU = T dS - p dV + μ dn.

Bei konstanter Stoffmenge, also dn = 0, vereinfacht sich die Gleichung zu:

dU = T dS - p dV.

Folgen

Aus der differentiellen Form erkennt man, dass Zustandsgleichungen im Prinzip die ersten Ableitungen der Fundamentalgleichung sind. Sie geben also an, wie thermodynamische Größen wie Temperatur, Druck oder chemisches Potential aus der Fundamentalrelation hervorgehen.

Aus mathematischen Sätzen über differenzierbare Funktionen mehrerer Variablen lassen sich Beziehungen zwischen zweiten Ableitungen gewinnen. Diese Beziehungen heißen Maxwell-Beziehungen. Aus zweiten Ableitungen kann außerdem die Abhängigkeit der freien Enthalpie von Druck und Temperatur hergeleitet werden.

Durch eine Legendre-Transformation der Fundamentalrelation erhält man weitere thermodynamische Potentiale: freie Energie, Enthalpie und Gibbs-Energie.

Lernvideos zu Fundamentalgleichung

Weiterlesen

Josiah Willard Gibbs In diesen Artikeln wandte Gibbs die Thermodynamik an, um physikochemische Erscheinungen zu interpretieren. ... Er definierte ebenso die Gibbs-Energie G = U + p V … Thermodynamik Außerdem wird die Wertigkeit der Energieformen über die Entropie erfasst. Beispielsweise ist es möglich, mechanische, elektrische oder chemische Energie … Innere Energie Die innere Energie ist eine extensive Zustandsgröße und ein thermodynamisches Potential des Systems. Aus der kalorischen Zustandsgleichung des Systems ergibt … Funktion (Mathematik) In der Mathematik ist eine Funktion (lateinisch functio) oder Abbildung eine Beziehung (Relation) zwischen zwei Mengen, die jedem Element der einen Menge … Magnetismus Magnetfelder entstehen zum einen bei jeder Bewegung von elektrischen Ladungen. Das ist Grundlage von Elektromagneten und wegen des Induktionsgesetzes auch der … Volumen Volumen-Berechnung ; senkrechter Kreiskegel, V = 1 3 π r 2 h {\displaystyle V={\frac {1}{3}}\pi r^{2}h} {\displaystyle V={\frac {1}{3}}\ ; Torus, V = 2 π 2 R r 2 … Stoffmenge enthält die durch die Avogadro-Konstante (NA = 6.02214076e23 mol−1) festgelegte Teilchenzahl. Die Avogadro-Konstante ist der Proportionalitätsfaktor … Differentialrechnung Die Differential- oder Differenzialrechnung ist ein wesentlicher Bestandteil der Analysis und damit ein Gebiet der Mathematik. Temperatur Die Temperatur ist eine physikalische Zustandsgröße aus der Thermodynamik. Sie wird mit einem Thermometer in den SI-Einheiten Kelvin (K) und Grad Celsius … Druck (Physik) In der Physik ist der Druck die Wirkung einer flächenverteilten Kraft, die senkrecht auf einen Körper wirkt. Der Druck ist positiv, wenn er zum Körper hin … Chemisches Potential Das chemische Gleichgewicht ist durch die chemischen Potentiale der Komponenten der Gleichgewichtsreaktion gegeben. Daraus kann das chemische … Gibbs-Energie Die Gibbs-Energie (auch freie Enthalpie), benannt nach Josiah Willard Gibbs, ist eine extensive thermodynamische Zustandsgröße mit der Dimension Energie und …