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Fuß (Einheit)

Das einzige heute noch übliche Fußmaß, der englische Fuß, beträgt 1 ft = 30,48 cm (12 Zoll). Obwohl es sich nicht um eine SI-Einheit handelt, wird die Einheit …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Grundidee und heutige Definition
  2. 2. Frühe Maße und Antike
  3. 3. Mittelalter und regionale Unterschiede
  4. 4. Fußmaße im deutschsprachigen Raum und weltweit
  5. 5. Anwendungen in Gegenwart, Verkehr und Sport
  6. 6. Fußtonzahl im Orgelbau

Grundidee und heutige Definition

Der Fuß ist ein Längenmaß (Einheitenzeichen ft oder ′), das ursprünglich auf dem menschlichen Fuß beruht. Früher besaß er je nach Land meist eine Länge von 28 bis 32 cm, in Extremfällen 25 oder 34 cm. Er gehört wie Fingerbreite, Handbreite, Handspanne, Elle, Schritt und Klafter zu den ältesten Längeneinheiten.

Heute ist vor allem der englische beziehungsweise angloamerikanische Fuß gebräuchlich. Er ist keine SI-Einheit, wurde aber 1959 international exakt festgelegt: 1 ft = 30,48 cm = 12 in = ⅓ yd. Umgekehrt gilt 1 m ≈ 3,2808 ft. Er wird besonders in der See- und Luftfahrt verwendet.

Frühe Maße und Antike

Seit wann der Fuß verwendet wird, ist umstritten. Die Nippur-Elle aus Mesopotamien zeigt Unterteilungen zu 30 Fingerbreiten (digiti) von je 1,73 cm. Daraus ergeben sich ein Fuß von 16 digiti = 27,6 cm und eine Handbreite von 4 digiti. Ob gleiche oder ähnliche Maße verschiedener Kulturen auf ein gemeinsames Urmaß zurückgehen, ist fachlich umstritten; sie können auch durch ähnliche Körpermaße erklärt werden.

Im alten Ägypten wurde die Elle in 28 Teile geteilt. Daraus ergibt sich ein Fuß von ungefähr 29,6 cm; diese Länge entsprach auch dem römischen pes. Der römische Fuß bestand aus vier Handbreiten oder sechzehn Fingerbreiten: pes ≈ 29,6 cm, palmus ≈ 7,4 cm und digitus ≈ 1,85 cm. Neben dem offiziellen pes monetalis kam in Teilen der römischen Nordwestprovinzen der pes drusianus von ungefähr 33,27 cm vor.

Auch griechische Fußmaße unterschieden sich: Der makedonische Fuß maß 27,50 cm, der attische 31,04 cm, der olympische 32,05 cm und der ionische 34,83 cm. Trotz unterschiedlicher Längen wird der Fuß über die Zivilisationsgeschichte hinweg als Maß von 16 Fingerbreiten beschrieben.

Mittelalter und regionale Unterschiede

Im Mittelalter wurde der Fuß meist nicht mehr in 16, sondern in 12 Untereinheiten geteilt. Diese Untereinheit war der Zoll (lateinisch uncia, englisch inch). Der Fuß war bei nahezu allen mittelalterlichen Bauwerken ein Grundbaumaß. Dombauhütten verwendeten jedoch regional unterschiedliche Fußmaße; rekonstruierte Werte liegen zwischen 25 und 35 cm.

Beispiele sind der karolingische Fuß mit 32,24 cm, der Pariser Königsfuß mit 32,48 cm, der Rheinfuß mit knapp 31,4 cm und der Karlsfuß mit 32,5 cm. Mit der Einführung des metrischen Systems in Frankreich 1793 verschwand das klassische, auf den Menschen bezogene Fußmaß im Geltungsbereich des Meters. Im 19. Jahrhundert wurden einzelne Fußmaße zur Vereinfachung metrisch gerundet: in Hessen 25 cm, in Baden und der Schweiz 30 cm sowie in Nassau 50 cm; sie wurden häufig in zehn statt zwölf Zoll geteilt.

Fußmaße im deutschsprachigen Raum und weltweit

Im deutschsprachigen Raum entsprach dem Fuß regional auch die Bezeichnung Schuh. Alte deutsche Fußmaße wurden durch die Gesetze des Norddeutschen Bundes, die Reichsgründung von 1871 und den deutschen Beitritt zur Meterkonvention 1875 aufgegeben. In Österreich galt überwiegend der pous metrios mit 31,61 cm.

Die Maße unterschieden sich deutlich, etwa 282 mm in Weimar, 285 mm in Frankfurt am Main, 292 mm in Bayern, 296 mm in Augsburg, 304 mm in Nürnberg, 314 mm in Preußen und 316 mm in Wien. Daneben gab es Sondermaße wie den Lübecker Schiffsfuß mit 291 mm, den Kurhessischen Katasterfuß mit 284,91 mm und den Bayerischen Artilleriefuß mit 292,87 mm.

Auch außerhalb Europas gibt es ähnliche Einheiten. Das chinesische Chi ist heute als ⅓ m festgelegt, das japanische Shaku als 10/33 m. Beide entsprechen ungefähr der Länge eines westlichen Fußes, leiten sich aber von der Handspanne ab.

Anwendungen in Gegenwart, Verkehr und Sport

Von 1893 bis 1959 war der Fuß in den USA als 1200/3937 Meter definiert. Dieser U.S. survey foot wurde für Landvermessungen bis 2022 in der Mehrheit der US-Bundesstaaten genutzt. Der international foot ist exakt 0,999998-mal so groß; seit 2023 wird der U.S. survey foot nicht mehr verwendet. In der Wissenschaft gilt das metrische System, auch in den USA.

In der Logistik bestimmen Fußmaße die Klassen weltweit verbreiteter ISO-Container, besonders mit 20′, 40′ und 45′ Länge. In der Luftfahrt ist der Fuß die gebräuchlichste Einheit für Flughöhen. Oberhalb der Übergangshöhe heißen Flugflächen flight level (FL) und werden in Vielfachen von 100 Fuß bezeichnet: FL120 bedeutet 12000 ft über der Standard-Bezugsfläche. Höhen in Luftfahrtkarten heißen bei Fußangabe Elevation (ELEV).

In der Schifffahrt beruhen viele Maße auf Fuß und Zoll. Beispielsweise entsprechen 2 Fuß Relinghöhe 610 mm, und der Abstand von Stützen darf höchstens 7 Fuß = 2134 mm betragen. Eine Registertonne sind 100 Kubikfuß. Amerikanische amtliche Seekarten geben Wassertiefen in Fuß an, während Karten der britischen Admiralität inzwischen fast vollständig metrisch sind.

Im Sport beträgt die Höhe eines Basketballkorbs 10 ft = 3,048 m. Ein Fußballtor ist 8 ft = 2,44 m hoch und 8 yds = 24 ft = 7,32 m breit; beide Angaben stehen weiterhin parallel im FIFA-Regelwerk. Die Maße eines Baseball-Spielfeldes sind grundsätzlich Fußmaße.

Fußtonzahl im Orgelbau

Im Orgelbau bezeichnet die Fußtonzahl die klingende Tonhöhe eines Orgelregisters. Bei einem 8′-Register erklingt beim Drücken der Taste C ebenfalls C; bei einem 4′-Register erklingt c⁰. Ausgangspunkt ist eine theoretische Standardpfeife für die Taste C. Für die heutige Stimmung entspricht ein Fuß im Orgelbau ungefähr 32 cm.

Die tatsächliche Pfeifenlänge kann bei gleicher Tonhöhe je nach Bauart abweichen. Historische regionale Fußmaße spielten für die Fußtonzahl keine entscheidende Rolle, weil diese nur grob angegeben wurde: 2 2/3′ wurde beispielsweise regelmäßig als 3′ notiert.

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