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Friedrich III. (Sachsen)
Friedrich III. oder Friedrich der Weise von Sachsen (* 17. Januar 1463 in Torgau; † 5. Mai 1525 in Lochau) war von 1486 bis zu seinem Tod 1525 Kurfürst von …
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Person und Herrschaft
Friedrich III., genannt Friedrich der Weise, war von 1486 bis zu seinem Tod am 5. Mai 1525 Kurfürst von Sachsen. Er wurde am 17. Januar 1463 in Torgau auf Schloss Hartenfels geboren und starb in Lochau. Seine Eltern waren Kurfürst Ernst von Sachsen (1441–1486) und Elisabeth von Bayern (1443–1484), eine Tochter Herzog Albrechts III. von Bayern.
Nach dem Tod seines Vaters erhielt der 23-jährige Friedrich aus der ernestinischen Linie der Wettiner das sächsische Kurland und die Kurwürde. Die übrigen, weit verstreuten Herrschaftsgebiete regierte er gemeinsam mit seinem Bruder Johann dem Beständigen. Grundlage dieser Aufteilung war die Leipziger Teilung von 1485 zwischen der ernestinisch-thüringischen und der albertinisch-meißnischen Linie der Wettiner. Friedrich baute Torgau deshalb zu seiner wichtigsten Residenzstadt aus.
Seine finanzielle Unabhängigkeit wurde durch die Einnahmen aus den sächsischen Silberbergwerken und seinen Anteil am Schlagschatz der Münzstätten in Freiberg, Leipzig, Annaberg, Buchholz, Zwickau, Schneeberg und Langensalza gesichert. Sein Brustbild auf dem Bartgroschen von 1492 gilt als das erste Bildnis eines Regenten auf Münzen der sächsischen Münzgeschichte. Im Mai 1500 beschloss er gemeinsam mit Johann dem Beständigen und Herzog Georg dem Bärtigen die Leipziger Münzordnung. Damit begann in Sachsen der erste Abschnitt der sächsischen Talerwährung.
Friedrich war nicht verheiratet, hatte aber mit Anna Weller mehrere Kinder. Papst Leo X. verlieh ihm 1518 die Goldene Rose, die höchste päpstliche Auszeichnung für besondere Verdienste um die katholische Kirche. Nach dem Artikel sollte diese Ehrung Friedrich jedoch vor allem dazu bewegen, Martin Luther an das Ketzergericht auszuliefern.
Bildung, Frömmigkeit und Kultur
Friedrich lebte nach den religiösen Vorstellungen seiner Zeit. Dazu gehörten der tägliche Besuch der Messe, Werkfrömmigkeit, Marien- und Heiligenverehrung sowie der Reliquienkult. Er sammelte mit großer Leidenschaft Reliquien: Seine Sammlung umfasste über 19.000 Stück und entsprach einem Gegenwert von rund zwei Millionen Jahren Ablass. Den Grundstock bildeten Reliquien, die er von seiner Wallfahrt ins Heilige Land im Jahr 1493 mitbrachte. Durch planmäßige Erweiterung entstand die drittgrößte Reliquiensammlung seiner Zeit. Lucas Cranach der Ältere beschrieb diese Heiligtumssammlung 1509 in der Wittenberger Schlosskirche ausführlich mit Holzschnitten. Cranach war 1505 als Hofmaler nach Wittenberg berufen worden; zuvor hatte Jacopo de’ Barbari von 1503 bis 1505 für Friedrich gearbeitet.
Die 1502 von Friedrich gegründete Universität Wittenberg entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einer der bedeutendsten Universitäten. Zu Friedrichs Lebzeiten lag ihre besondere Bedeutung vor allem in der Förderung des Renaissance-Humanismus, also einer an der Wiederentdeckung antiker Bildung und am Menschen orientierten Geistesbewegung. Später wurde Wittenberg international als Ausgangspunkt und Lehrstätte der Reformation bedeutsam.
Friedrich ließ mehrere Schlösser neu errichten oder grundlegend umgestalten, darunter Schloss Wittenberg, Schloss Hartenfels in Torgau und Schloss Colditz. Im Jahr 1493 wurde er in Jerusalem gemeinsam mit weiteren Edelleuten zum Ritter des Ritterordens vom Heiligen Grab geschlagen.
Reichspolitik und Unterstützung Luthers
Am 8. August 1507 übertrug König Maximilian I. Friedrich auf dem Reichstag von Konstanz die Generalstatthalterwürde. Dieses Amt erlosch, nachdem Maximilian nach seiner Wahl zum römischen Kaiser am 4. Februar 1508 aus Trient zurückgekehrt war. Auf Münzen Friedrichs, den sogenannten Locumtenenstalern, erscheint erstmals die Würde des Reichsvikars mit der lateinischen Bezeichnung „Imperique locumtenens generalis“, auf Deutsch „Reichsgeneralstatthalter“.
Friedrichs politisches Reformdenken zielte auf eine stärkere Stellung der Territorialfürsten, eine Begrenzung der kaiserlichen Zentralgewalt und eine Schwächung der finanziellen und machtpolitischen Ansprüche des Papsttums. Dies erklärt nach der Darstellung des Artikels wesentlich seine Unterstützung für Martin Luther. Theologische Überzeugungen Luthers standen dabei nicht im Vordergrund; Friedrich blieb ihnen gegenüber zurückhaltend und empfing Luther während seiner gesamten Regierungszeit nie persönlich. Häufig vermittelte Degenhart Pfaffinger, Friedrichs oberster Sekretär und Schatzmeister, zwischen dem Kurfürsten, Luther und dem Papst.
Friedrich weigerte sich, das 1518 in Rom ausgesprochene Ketzerurteil gegen Luther anzuerkennen. Er sicherte Luther freies Geleit zum Reichstag zu Worms zu und ließ ihn nach dessen Ächtung auf der Wartburg unterbringen. Dadurch entstand ein offener Interessenkonflikt mit der römischen Kurie und dem Kaiser. Friedrichs beharrliches, auf Ausgleich gerichtetes und wenig kriegerisches Vorgehen trug wesentlich zu seinem Beinamen „der Weise“ bei.
Bei der Wahl des römisch-deutschen Königs von 1519 spielte Friedrich eine entscheidende Rolle. Papst Leo X. unterstützte ihn zunächst, weil er weder Franz I. von Frankreich noch den Kaiserenkel Karl als Kaiser wünschte. Auch die französische Seite akzeptierte Friedrich zeitweise als möglichen Kompromisskandidaten. Obwohl er gute Chancen auf die Kaiserwürde gehabt hätte, lehnte Friedrich sie vor der Wahl ab und vermittelte lieber im Kurfürstenkollegium. Am 28. Juni 1519 wurde in Frankfurt der 19-jährige Habsburger einstimmig gewählt. Karl V. musste anschließend die wesentlich von Friedrich entworfene Wahlkapitulation unterschreiben, die die Mitentscheidungsgewalt der Reichsstände stärkte und die kaiserliche Zentralmacht begrenzte.
Friedrich schützte Luther sowohl vor der kirchlichen Gerichtsbarkeit als auch vor dem Vollzug der kaiserlichen Acht und trug dadurch entscheidend zur Ausbreitung reformatorischer Ideen bei. Während der Bauernkriege gehörte er zu den wenigen Fürsten, die gegen die Vernichtung der Bauern waren und ihre Forderungen erfüllen wollten. Erst auf dem Sterbebett empfing er das Abendmahl in protestantischer Form, was als spätes Bekenntnis zur protestantischen Konfession verstanden werden kann. Mit seinem Tod endete auch der letzte Widerstand gegen einen Krieg mit den Bauern. Friedrich wurde in der von ihm erbauten und ausgestatteten Wittenberger Schlosskirche beigesetzt; sein Bruder Johann der Beständige übernahm die Kurwürde.
Beitrag zur Reitkunst
Friedrich der Weise gehörte zu den ersten deutschen Kurfürsten, die Pferde des Typs „Türken“ nach Deutschland importierten. Diese Pferde basierten auf dem medischen Nisäer. Friedrich ließ sie in seinen Gestüten in Bleesern und Torgau züchten. Dadurch wurde Bleesern zum ältesten erhaltenen zahmen Gestüt Mitteleuropas.
Friedrich stand in dieser Frage auch mit dem Geschlecht der Gonzaga in Verbindung, das in Mantua entsprechende Pferde züchtete. Die Pferde ermöglichten nach der Darstellung des Artikels den Beginn der Entwicklung der Reitkunst in Deutschland. Sie trugen dazu bei, die ritterliche Reitweise mit durchgedrücktem Bein, die als „à la brida“ oder „Ghisa“ bezeichnet wurde, zu ersetzen.
Einen weiteren Aufschwung erlebte die Reitkunst nach der Übernahme Bleeserns durch die Albertiner und der Ankunft des neapolitanischen Rittmeisters Carlo Theti in Dresden unter August von Sachsen und Christian I.
Erinnerung und Herkunft
Friedrichs Andenken wird an verschiedenen Orten und in mehreren Kalendern bewahrt. Auf dem Marktplatz von Buchholz im Erzgebirge steht ein Standbild. Friedrich hatte die Stadt 1501 gegründet; das Standbild wurde zum 400. Stadtjubiläum im Jahr 1901 aufgestellt. Zum 400-jährigen Reformationsjubiläum prägte das Königreich Sachsen 1917 eine silberne Gedenkmünze zu 3 Mark. Geplant waren 330.000 Stück, tatsächlich wurden wegen der Lage auf dem Silbermarkt während des Krieges nur 100 Exemplare geprägt; mehr als die Hälfte soll wieder eingeschmolzen worden sein.
Sein Gedenktag steht im Evangelischen Namenkalender der Evangelischen Kirche in Deutschland am 6. Mai und im Kalender der Lutherischen Kirche – Missouri-Synode am 5. Mai. Außerdem erinnert ein Gedenkstein nordwestlich-westlich von Annaburg, nördlich des Waldgebiets Nachthainigte, an ihn. Als weitere Erinnerung an Friedrich gilt sein Epitaph von Peter Vischer dem Jüngeren in der Wittenberger Schlosskirche.
Die Ahnentafel führt Friedrich über mehrere Generationen in die sächsischen, bayerischen, braunschweigischen, österreichischen, pommerschen, litauischen und italienischen Adelsfamilien zurück. Für sein unmittelbares familiäres Umfeld sind besonders sein Vater Ernst von Sachsen, seine Mutter Elisabeth von Bayern sowie sein Bruder Johann der Beständige von Bedeutung.