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Fox News Channel

Fox News Channel (abgekürzt FNC, häufig bloß Fox News oder Fox genannt) ist ein US-amerikanischer Nachrichtensender mit Sitz in New York.

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Bedeutung
  2. 2. Entstehung und Geschäftsmodell
  3. 3. Politische Ausrichtung und Medienwirkung
  4. 4. Kontroversen um Desinformation
  5. 5. Programm und Publikum
  6. 6. Unternehmensskandale und internationale Angebote

Überblick und Bedeutung

Der Fox News Channel, kurz FNC und meist Fox News genannt, ist ein privater US-Nachrichtensender mit Sitz in New York. Er startete am 7. Oktober 1996 und gehört zur Fox Corporation des australisch-US-amerikanischen Unternehmers Rupert Murdoch. Empfangen wird er über Kabel, Satellit, Satellitenradio und IPTV. Mit bis zu 3,57 Millionen Zuschauern zur Primetime war Fox News der meistgesehene Nachrichtenkanal der USA.

Der Sender verbindet Nachrichten mit politischer Unterhaltung und meinungsbetonten Sendungen. Er wird dem rechtskonservativen Spektrum und der Republikanischen Partei zugerechnet. Fox News beansprucht, auch konservative Positionen angemessen darzustellen; Wissenschaftler, politische Gegner und konkurrierende Medien kritisieren dagegen eine parteiische Berichterstattung und die Verbreitung von Desinformation, „alternativen Fakten“ und Fake News.

Entstehung und Geschäftsmodell

Rupert Murdochs News Corporation übernahm 1985 die Holdinggesellschaft des Filmstudios 20th Century Fox. Nachdem Murdoch im selben Jahr US-Staatsbürger geworden war – eine Voraussetzung der Medienaufsicht FCC für den Besitz amerikanischer Fernsehsender –, kaufte er sechs Stationen von Metromedia. Sie bildeten die Grundlage der Fox Broadcasting Company.

Im Januar 1996 kündigte Murdoch einen 24-Stunden-Nachrichtenkanal nach dem Vorbild von CNN an. Leiter wurde Roger Ailes, ein früherer Berater der Republikanischen Partei und ehemaliger NBC-Mitarbeiter. Beim Sendestart erreichte Fox News 10 Millionen Haushalte, war jedoch zunächst in Großstädten wie Los Angeles und New York City nicht verfügbar und richtete sich eher an ein ländliches Publikum. Um die Verbreitung zu fördern, bot Murdoch Kabelnetzbetreibern anfangs 11 Dollar pro Kunde für die Aufnahme des Senders an.

Tagsüber liefen vor allem Nachrichten, abends Meinungsprogramme. Aktuelle Ereignisse konnten das laufende Programm als „Fox News Alert“ unterbrechen. Von Anfang an setzte der Sender stark auf Infotainment, also die unterhaltsame Vermittlung von Informationen. Sein wirtschaftlicher Erfolg beeinflusste nach Ansicht von Beobachtern auch die Konkurrenz und veränderte das amerikanische Nachrichtenfernsehen. Fox News trug später wesentlich zur Bekanntmachung und Organisation der rechtskonservativen Tea-Party-Bewegung bei.

Politische Ausrichtung und Medienwirkung

Fox News gilt als Beispiel für ausdrücklich parteiische US-Nachrichtensender, die seit den 1990er Jahren an Bedeutung gewannen. Kritiker sehen darin eine Gefahr für den öffentlichen Diskurs, weil Zuschauer selten mit abweichenden Ansichten konfrontiert und in ihrer eigenen Weltsicht bestärkt würden. Der Sender warb zunächst mit „Fair and Balanced“ und „We report. You decide“; 2017 wurde der erste Slogan durch „Most Watched. Most Trusted“ ersetzt.

Nach Einschätzung zahlreicher Wissenschaftler neigt Fox News deutlich zur politischen Rechten und zur Republikanischen Partei. Dies zeigte sich besonders während des Irakkriegs, im Präsidentschaftswahlkampf 2008 und unter Präsident Barack Obama. Außerhalb der eigentlichen Nachrichtensendungen wurden Obama und Bill Clinton meist kritisch, George W. Bush dagegen überwiegend positiv dargestellt. Fox News entgegnet, die übrige US-Medienlandschaft sei liberal geprägt und nur der Sender behandle konservative Ansichten mit demselben Respekt wie liberale.

Eine Umfrage von 2007 ergab, dass 31 % der Befragten Fox News für konservativ voreingenommen hielten, 15 % für links voreingenommen und 36 % für unvoreingenommen. 2019 bezeichneten sich 93 % der Erwachsenen, die Fox News als wichtigste politische Informationsquelle nannten, als republikanisch oder den Republikanern zuneigend.

Studien beschreiben messbare politische Wirkungen. Laut einer Untersuchung der University of California, Berkeley aus dem Jahr 2007 erhöhte die Einführung von Fox News in lokalen Fernsehmärkten zwischen 1996 und 2000 den republikanischen Stimmenanteil bei der Präsidentschaftswahl 2000. Je nach verwendeter Zuschauermessung habe der Sender 3 bis 28 Prozent seiner Zuschauer dazu gebracht, republikanisch zu wählen. Eine Studie der Fairleigh Dickinson University kam 2011 zu dem Ergebnis, Fox-News-Zuschauer seien über das aktuelle politische Geschehen im Durchschnitt sogar schlechter informiert als Menschen, die keine Nachrichten sahen.

Kontroversen um Desinformation

Während Barack Obamas Präsidentschaft warf das Weiße Haus Fox News 2009 einen „Krieg gegen Barack Obama und das Weiße Haus“ vor. Fox News erklärte, die Nachrichten zwischen 9 und 16 Uhr sowie zwischen 18 und 20 Uhr EST seien objektiv; andere Formate seien erkennbare Meinungssendungen. Der Sender beschäftigte mehrere republikanische Politiker als Moderatoren oder Kommentatoren und berichtete intensiv über die Tea-Party-Bewegung. 2017 bezeichneten Wissenschaftler seine Berichterstattung über Obamas Gesundheitsreform als Propaganda statt Journalismus.

Unter Donald Trump galt Fox News als dessen Sprachrohr und Propagandasender. Bereits 2011 diskutierte der Sender in mehr als 50 Beiträgen Trumps widerlegte Behauptung, Obama sei in Kenia geboren. Nach der Präsidentschaftswahl 2020 verbreitete Fox News die haltlose Behauptung eines groß angelegten Wahlbetrugs sowie Verschwörungstheorien über Wahlsoftware. Interne Unterlagen zeigten später, dass Redaktion und Eigentümer Rupert Murdoch wussten, dass die Vorwürfe unbegründet waren. CEO Suzanne Scott bezeichnete Faktenchecks zur Wahl als „schlecht fürs Geschäft“. Im April 2023 vereinbarte Fox News im Verleumdungsverfahren des Wahlmaschinenherstellers Dominion Voting Systems eine Zahlung von 787,5 Millionen Dollar. Zugleich hatte der Sender die Wahlergebnisse 2020 verkündet, ohne Trumps Betrugsvorwürfe vollständig zu übernehmen, weshalb Trump sich zeitweise One America News zuwandte.

In der COVID-19-Pandemie spielten Moderatoren und Gäste die Gefahren herunter und behaupteten, Demokraten und andere Medien übertrieben sie, um Trump zu schaden. Mitte März 2020 glaubten 79 % der Fox-News-Konsumenten an eine Übertreibung durch die Medien. Ende Mai hielten 50 % der Menschen, die sich hauptsächlich über Fox News informierten, die Verschwörungstheorie für wahr, Bill Gates habe das Virus geschaffen, um Menschen durch Impfungen Überwachungsmikrochips einzusetzen. Eine 2021 veröffentlichte Studie führte geringere räumliche Distanzierung und weniger häufiges Zuhausebleiben bei stärkerem Fox-News-Konsum ursächlich auf die dort verbreiteten Informationen zurück, nicht bloß auf die konservative Haltung des Publikums.

Fox News gilt außerdem als Schlüsselmedium der Klimawandelleugnung. Entgegen dem Forschungsstand bestreitet der Sender den menschlichen Anteil an der gegenwärtigen Erwärmung und verbreitet Behauptungen, sie sei ungefährlich oder habe keinen Zusammenhang mit Waldbränden im Westen der USA. Eine Studie von 2012 ergab, dass Fox News häufiger als andere Fernsehsender über die globale Erwärmung berichtete, jedoch in stärker ablehnender Weise; mit zunehmendem Konsum stieg die Ablehnung des Klimawandels.

Programm und Publikum

Das Programm trennt grundsätzlich zwischen Nachrichtensendungen und meinungsbetonten Formaten, wobei besonders die abendlichen Sendungen meist rechtskonservativ ausgerichtet sind. Zu den genannten Formaten gehören die politische Morningshow „Fox & Friends“, die Wirtschaftssendung „Your World with Neil Cavuto“, die Talkshow „The Five“, Sean Hannitys Meinungssendung „Hannity“ und „The Ingraham Angle“ mit Laura Ingraham. Hannity und Ingraham unterstützten Donald Trump. In „The Five“ standen vier konservativen Teilnehmern mit Juan Williams zeitweise ein Liberaler gegenüber.

Zu den früheren Sendungen zählen „Hannity & Colmes“, in der republikanische und demokratische Standpunkte aufeinandertrafen, sowie „The O’Reilly Factor“, lange die meistgesehene Talkshow im US-Kabelfernsehen. „Glenn Beck“ griff fast ausschließlich die Obama-Regierung an. Megyn Kelly und Shepard Smith fielen dagegen durch offene Kritik an Trump aus dem üblichen Profil des Senders. „Tucker Carlson Tonight“, ausgestrahlt von 2016 bis 2023, verteidigte regelmäßig Trumps Politik; Carlson wurde im April 2023 entlassen.

Seit Januar 2002 ist Fox News der meistgesehene Kabel-Nachrichtensender der USA. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 und zu Beginn des Irakkriegs 2003 profitierte er von patriotischer und kriegsbefürwortender Berichterstattung. Auf dem Höhepunkt des Konflikts stieg die tägliche Zuschauerschaft um bis zu 300 % auf durchschnittlich 3,3 Millionen. Den historischen Rekord erzielte Fox News am 22. Oktober 2012: Das dritte Fernsehduell vor der Präsidentschaftswahl sahen 11,5 Millionen Menschen. 2015 lag der Durchschnitt bei 1,35 Millionen. Im zweiten Quartal 2020 erreichte „Tucker Carlson Tonight“ 4,33 Millionen Zuschauer und damit die bis dahin höchste Quote im amerikanischen Nachrichtensegment. Im Juni 2020 verzeichnete Fox News auf YouTube rund 245 Millionen Videoaufrufe.

Unternehmensskandale und internationale Angebote

Roger Ailes leitete Fox News seit der Gründung zwanzig Jahre lang. 2016 verklagte die frühere Moderatorin Gretchen Carlson ihn wegen sexueller Belästigung; weitere Mitarbeiterinnen schlossen sich den Vorwürfen an. Ailes trat im Juli 2016 zurück. Recherchen ergaben 2017, dass der Sender etwa 13 Millionen Dollar für außergerichtliche Einigungen mit Frauen gezahlt hatte, die Moderator Bill O’Reilly sexuelle Übergriffe vorwarfen. Nachdem wichtige Werbekunden seine Sendung gemieden hatten, trennte sich Fox News im April 2017 von ihm.

Weitere Kontroversen betrafen unter anderem die ablehnende Berichterstattung über ein muslimisches Gemeindezentrum nahe Ground Zero, einen vielfach zurückgewiesenen Vergleich Dänemarks mit Venezuela und die unzensierte Veröffentlichung eines 22-minütigen Videos der Ermordung des jordanischen Piloten Muʿādh al-Kasāsba durch den IS.

Zum Unternehmen gehören weitere Angebote: Fox News Radio wurde 2003 gegründet und liefert Inhalte an US-Radiostationen. Das Fox Business Network sendet seit dem 15. Oktober 2007 als Konkurrent von CNBC USA. Im August 2020 richtete Fox News einen internationalen Streamingdienst ein. Er startete unter anderem in Mexiko, Deutschland, Großbritannien und Spanien, sollte bis Ende 2020 in 20 Ländern verfügbar sein und monatlich 6,99 Dollar kosten.

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