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Flughafen Frankfurt-Hahn
Als Frachtflughafen ist Frankfurt-Hahn der fünftgrößte Deutschlands (Stand 2025). Im Passagierverkehr wird er hauptsächlich durch Low-Cost-Carrier bedient.
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Überblick und Lage
Der Flughafen Frankfurt-Hahn ist ein Verkehrsflughafen im Hunsrück in Rheinland-Pfalz. Er trägt den IATA-Code HHN und den ICAO-Code EDFH. Seit 1993 wird der frühere US-Militärflugplatz zivil genutzt. Er ist vor allem ein Flughafen für Billigfluggesellschaften (Low-Cost-Carrier) im Passagierverkehr und für Luftfracht. Als Frachtflughafen war er 2025 der fünftgrößte Deutschlands.
Der Name verweist auf Frankfurt am Main, doch besteht weder eine besondere Verbindung noch räumliche Nähe zur Metropole: Die Straßenentfernung beträgt etwa 125 km. Der Flughafen liegt 503 m über dem Meeresspiegel auf einer Hochfläche des Hunsrück-Hauptkamms. Das 560 ha große Gelände liegt überwiegend in den Gemeinden Lautzenhausen, Hahn und Büchenbeuren; ein kleiner westlicher Teil gehört zu Lötzbeuren. Nächstgelegene Oberzentren sind Trier, Koblenz und Mainz.
2025 wurden 2.196.229 Passagiere, 106.640 t Luftfracht und 18.855 Flugbewegungen gezählt. Betreiber ist seit Mai 2023 die TRIWO Hahn Airport GmbH. Flughafen und ansässige Unternehmen beschäftigen nach Angabe für 2023 mehr als 2.000 Menschen und sind wichtige Arbeitgeber der strukturschwachen Hunsrückregion.
Vom Militärflugplatz zum Zivilflughafen
Das französische Militär begann 1951 mit dem Bau eines Militärflugplatzes; 1952 übernahm ihn die United States Air Force. Gegen Ende des Kalten Krieges waren auf der Hahn Air Base drei F-16-Fliegende Staffeln stationiert. Mit Personal und Familien lebten dort etwa 13.000 Menschen. Nach dem Einsatz einer Staffel im zweiten Golfkrieg 1991 und der Verlegung der übrigen Staffeln in die USA gab die US Air Force den Standort auf. Am 30. September 1993 übergab sie ihn der zivilen Verwaltung.
Rheinland-Pfalz plante die Umwandlung in einen internationalen Flughafen, der Frankfurt Main entlasten sollte. Wesentliche Voraussetzungen waren die Nachtfluggenehmigung und die vergleichsweise gute Erweiterbarkeit. Der erste zivile Flug, ein Charterflug nach Palma de Mallorca, startete am 22. Mai 1993. Ryanair fliegt den Flughafen seit dem 7. April 1999 an.
Die Bezeichnung „Hahn“ stammt aus der US-Zeit, obwohl der Flughafen hauptsächlich auf dem Gebiet von Lautzenhausen liegt. Zunächst war auch „Rhein-Mosel-Flughafen“ gebräuchlich. Nach gerichtlichen Entscheidungen, besonders zwischen Lufthansa und Ryanair, wurde er offiziell Frankfurt-Hahn genannt. Seit Mitte 2023 lautet die Eigenbezeichnung des Betreibers „Hahn Airport“.
Die wirtschaftliche Entwicklung war lange problematisch. Im August 2012 standen 44 Millionen Euro Eigenkapital 138 Millionen Euro Verbindlichkeiten gegenüber. Rheinland-Pfalz stellte 2013 bis 2017 weitere 120 Millionen Euro bereit, um die Zahlungsfähigkeit zu sichern; der Verlust 2014 betrug 45,2 Millionen Euro. Ein Verkaufsversuch an Shanghai Yiqian Trading scheiterte 2016, nachdem Zweifel an den Käuferunternehmen und gefälschten Unterlagen aufkamen. Der Verkauf an HNA führte schließlich zur Insolvenz der Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH im Oktober 2021. Ein zunächst vorgesehener Verkauf an Swift Conjoy scheiterte am ausbleibenden Kaufpreis. Im April 2023 wurde der Verkauf an Triwo bekanntgegeben; seit Mai 2023 ist die Triwo AG offiziell Eigentümerin.
Anlagen und Flugbetrieb
Die Start- und Landebahn 03/21 ist 3.800 m lang, 45 m breit und asphaltiert. Sie wurde 2005 von 3.040 m auf 3.800 m verlängert, damit Langstrecken-Frachtflugzeuge sie nutzen können. Eine 2013 fertiggestellte RESA-Fläche (Runway End Safety Area, Sicherheitsfläche am Bahnende) war unter anderem für Boeing 747-8F wichtig.
Der Flughafen besitzt ein Befeuerungssystem für Anflug und Landung sowie ein PAPI-System zur optischen Anzeige des richtigen Gleitwegs. Für Richtung 03 steht ein CAT-I-Verfahren zur Verfügung, für die Hauptanflugrichtung 21 CAT IIIb. CAT IIIb ist eine Kategorie für Anflüge bei sehr schlechter Sicht; die minimale Pistensichtweite beträgt 75 m. Ein DME dient als Entfernungsmessgerät.
Östlich der Bahn liegen Passagier- und Frachtgebäude. Das Passagierterminal hat keine Fluggastbrücken; sein Vorfeld kann Flugzeuge bis zur Größe einer Boeing 737-900 oder eines Airbus A320-200 aufnehmen. Für die allgemeine Luftfahrt gibt es ein separates General Aviation Terminal. Vier Frachthallen sind für Flugzeuge bis zur Größe von Antonow An-124, Boeing 747-8 und Airbus A380-800 ausgelegt. Außerdem bestehen Wartungshallen von Hangar 901 Aircraft Maintenance und ein Tanklager für JET A-1 mit 2.100 m³ Kapazität.
Der Flughafen ist rund um die Uhr geöffnet und für Instrumenten- sowie Sichtflug zugelassen. Von 22:00 bis 06:00 Uhr gelten aus Lärmschutzgründen Beschränkungen. Zulässig sind im Wesentlichen nach ICAO Annex 16, Band 1, Kapitel 3 lärmzugelassene Strahlflugzeuge, entsprechend zugelassene Propellerflugzeuge und Sonderfälle wie Ausweich-, Hilfeleistungs- oder Katastrophenflüge.
Passagierverkehr und Ziele
Der Passagierverkehr wuchs nach Beginn der Ryanair-Verbindungen stark: von 19.026 Passagieren 1997 auf den Höchstwert von 3.955.661 im Jahr 2007. Danach sank er überwiegend. 2019 wurden 1.496.362 Passagiere gezählt; während der COVID-19-Pandemie fiel die Zahl 2020 auf 436.862. Danach stieg sie wieder auf 1.673.219 im Jahr 2023, 1.865.112 im Jahr 2024 und 2.196.229 im Jahr 2025.
Ryanair schloss seine Basis in Hahn zum 1. November 2020, bedient den Flughafen aber weiter. Stand August 2025 flogen außerdem Wizz Air beziehungsweise Wizz Air Malta, Air Serbia, Fly One und Air Arabia Hahn an. Im Sommerflugplan 2025 gab es Ziele unter anderem in England, Irland, Litauen, Marokko, Portugal, Spanien, Italien, Kroatien, Ungarn, Rumänien, der Republik Moldau, Serbien, Albanien, Nordmazedonien, Bulgarien, Griechenland und Georgien.
Typische stark genutzte Strecken waren 2018 Palma de Mallorca mit 63.291 Passagieren und London-Stansted mit 53.807 Passagieren. London-Stansted war über Jahre die passagierstärkste Verbindung, wurde aber zum Sommerflugplan 2019 gestrichen. Die Statistik nach Ländern für 2019 bis 2022 zeigt, dass Spanien und Italien zu den verkehrsreichsten Zielländern gehörten; die Tabellen erfassen dabei nur Starts, keine Landungen.
Luftfracht und Verkehrsanbindung
Die Luftfracht ist neben dem Passagierverkehr ein zentraler Bereich. Sie erreichte 2011 mit 286.416 t einen in der Tabelle ausgewiesenen Höchstwert, fiel danach deutlich und lag 2025 bei 106.640 t. 2009 führte die weltweite Wirtschaftskrise zu einem starken Einbruch; von Januar bis März wurden 18.344 t statt 29.508 t im Vorjahreszeitraum umgeschlagen. Wichtige Kunden gingen später verloren: Air Cargo Germany wurde im Juli 2013 insolvent, Qatar Airways stellte planmäßige Frachtflüge ab 27. Oktober 2013 ein, und Aeroflot Cargo beendete die Bedienung ebenfalls 2013. Nippon Cargo Airlines flog von 2012 bis 2019 viermal wöchentlich mit Boeing 747-8F.
Ein besonderes Beispiel war der 11. August 2009: Mit einer Antonow 225 wurde ein Gasgenerator für Armenien transportiert. Das Frachtstück wog einschließlich Verladegestell 189,89 t und war damals das schwerste verladenen Frachtstück in der Geschichte der Luftfracht am Flughafen.
Der Flughafen ist über die Bundesstraßen B 50, B 327 und B 421 sowie über die A 61 erreichbar. Die B 50 ist Richtung Rheinböllen teilweise vierspurig und autobahnähnlich ausgebaut. Regional- und Fernbusse verbinden Hahn unter anderem mit Koblenz, Simmern, Rhaunen, Bullay, Frankfurt am Main, Frankfurt Flughafen, Mainz, Trier, Köln, Luxemburg und Städten im Saarland. Eine direkte Bahnverbindung besteht nicht. Die Reaktivierung der stillgelegten Hunsrückquerbahn von Langenlonsheim bis zum Flughafen wird zwar seit längerem geplant, hat aber keinen absehbaren Realisierungshorizont.
Kritik und Umwelt
Kritik betrifft vor allem die abgelegene Lage, begrenzte Verkehrsanbindungen und Flugangebote. Genannt werden außerdem geringe Servicequalität, lange Wege, fehlende Annehmlichkeiten, wenig Sitzplätze, lange Wartezeiten, Verspätungen und eingeschränkte Sprachunterstützung.
Außerhalb des Flugplatzes wurden in Bächen PFAS nachgewiesen. Diese Stoffgruppe wurde unter anderem in Löschschäumen eingesetzt. Bei Untersuchungen seit 2014 wurde im Brühlbach bei Hahn ein Höchstwert von etwa 9,2 µg/l PFOS gemessen. In Rückhaltebecken auf der Ostseite und in darunter liegenden Gewässern lagen die Höchstwerte bei 1,1 µg/l PFOS, in westlich gelegenen Gewässern bei 0,23 µg/l. Untersuchungen am ehemaligen Feuerlöschübungsbecken der Hahn Air Base ergaben im tieferen Bodenbereich deutliche Belastungen, besonders durch PFOS, PFOSA und PFHxS. Kritisiert wird, dass bodenschutzrechtliche Sanierungsmaßnahmen ausbleiben. Die Flughafengesellschaft verklagte 2017 den Bund wegen Kosten für die Beseitigung von Altlasten; die aktuellen Betreiber verweisen auf eine vertragliche Vereinbarung mit Rheinland-Pfalz.