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First Lady der Vereinigten Staaten

Als First Lady der Vereinigten Staaten von Amerika (englisch: First Lady of the United States of America, Akronym FLOTUS) wird die Gastgeberin des Weißen …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Definition und heutiger Status
  2. 2. Aufgaben und Bedeutung
  3. 3. Vertretung durch andere Personen
  4. 4. Unterstützung und Initiativen
  5. 5. Titel, öffentliche Darstellung und Mode

Definition und heutiger Status

Die First Lady der Vereinigten Staaten von Amerika, kurz FLOTUS, ist die Gastgeberin des Weißen Hauses. In der Regel übernimmt die Ehefrau des amtierenden US-Präsidenten diese Rolle. Die Funktion ist nicht offiziell festgelegt und wird nicht direkt gewählt; dennoch besitzt die First Lady eine herausragende Stellung im politischen und gesellschaftlichen Leben der Vereinigten Staaten. Ihre Anrede lautet „Madam First Lady“, ihr Amtssitz ist das Weiße Haus.

Seit dem 20. Januar 2025 nimmt Melania Trump, die Ehefrau des 47. US-Präsidenten Donald Trump, die Aufgaben wahr. Als erste Amtsinhaberin gilt Martha Washington, die Ehefrau des ersten Präsidenten George Washington. Die Entstehung des Amtes wird auf den 30. April 1789 datiert, obwohl die Bezeichnung „First Lady“ damals noch nicht üblich war.

Alle bisherigen Personen in dieser Rolle waren Frauen. Der Partner oder die Partnerin des Vizepräsidenten beziehungsweise der Vizepräsidentin wird Second Lady oder Second Gentleman genannt.

Aufgaben und Bedeutung

Die First Lady erfüllt vor allem zeremonielle und repräsentative Aufgaben. Als Gastgeberin des Weißen Hauses organisiert sie offizielle Zeremonien und Staatsveranstaltungen und nimmt daran gemeinsam mit dem Präsidenten oder an seiner Stelle teil. Je nach Amtsinhaberin kann ihr Tätigkeitsbereich außerdem die Verwaltung des Weißen Hauses, die Beteiligung an Wahlkämpfen, die Vertretung des Präsidenten und die Förderung gesellschaftlicher Anliegen umfassen.

Die Ausgestaltung der Rolle hängt stark von der jeweiligen Person ab. Martha Washington prägte sie durch gesellschaftliche Veranstaltungen in New York City und Philadelphia. Dolley Madison setzte sich für Waisen und Frauen ein und rettete während des Krieges von 1812 bedeutende Gegenstände. Eleanor Roosevelt reiste viel, sprach öffentlich auch über eigene politische Ansichten, schrieb eine wöchentliche Zeitungskolumne und moderierte eine Radiosendung. Jacqueline Kennedy leitete die Renovierung und Restaurierung des Weißen Hauses.

Einige First Ladys berieten den Präsidenten und übten dadurch politischen Einfluss aus. Seit dem 20. Jahrhundert wählen sie häufig ein bestimmtes, meist wenig kontroverses gesellschaftliches Anliegen aus. Ihre öffentliche Wirkung kann über die Amtszeit hinausreichen: Memoiren gelten als Informationsquellen über die jeweilige Präsidentschaft, und manche ehemalige First Ladys übernehmen später eigene politische oder diplomatische Aufgaben. Hillary Clinton kandidierte noch während ihrer Zeit als First Lady erfolgreich für den US-Senat und war während einer siebzehntägigen Überschneidung zugleich First Lady und Senatorin. Eleanor Roosevelt leitete später die UN-Kommission, welche die 1948 verabschiedete Allgemeine Erklärung der Menschenrechte erarbeitete.

Vertretung durch andere Personen

Die First Lady muss nicht die Ehefrau des Präsidenten sein. Ist ein Präsident unverheiratet oder verwitwet oder kann seine Frau die Aufgaben nicht erfüllen, übernimmt gewöhnlich eine weibliche Verwandte die Funktion der Gastgeberin. Mindestens dreizehn Frauen dienten auf diese Weise als First Lady. Dazu gehörten Töchter, Schwiegertöchter, Nichten oder Schwestern von Präsidenten; ein bekanntes Beispiel ist Harriet Lane, die Nichte des unverheirateten Präsidenten James Buchanan.

Ein männliches Gegenstück wurde bisher auf nationaler Ebene nicht benötigt, da alle 46 US-Präsidenten Männer waren und jeweils eine Ehefrau oder eine andere Frau als Gastgeberin hatten. Für den Ehemann einer künftigen Präsidentin gilt „First Gentleman of the United States“ als wahrscheinlicher Titel. Als Kamala Harris 2021 als erste Frau ein national gewähltes Amt antrat, erhielt ihr Ehemann Douglas Emhoff entsprechend den Titel „Second Gentleman der Vereinigten Staaten“.

Unterstützung und Initiativen

Seit dem frühen 20. Jahrhundert wird die First Lady durch einen staatlich finanzierten Mitarbeiterstab unterstützt. Das Office of the First Lady hat seinen Sitz im East Wing des Weißen Hauses und gehört zum White House Office, das wiederum Teil des Executive Office of the President ist. Zum Stab können ein Stabschef, ein Pressesprecher, der Sozialsekretär des Weißen Hauses und ein leitender Blumendesigner gehören.

Seit den 1920er Jahren treten viele First Ladys als öffentliche Rednerinnen auf und verfolgen eigene Programme. Wichtige Beispiele sind Eleanor Roosevelts Einsatz für Frauenrechte, Bürgerrechte und humanitäre Anliegen, Lady Bird Johnsons Engagement für Umweltschutz und Verschönerung, Pat Nixons Förderung der Freiwilligenarbeit und Betty Fords Einsatz für Frauenrechte sowie gegen Drogenmissbrauch. Rosalynn Carter widmete sich der psychischen Gesundheit, Nancy Reagan mit „Just Say No“ der Drogenaufklärung und Barbara Bush der Alphabetisierung von Kindern.

Hillary Clinton setzte sich für eine Reform des US-Gesundheitssystems ein. Laura Bush förderte die Alphabetisierung von Kindern und unterstützte Frauenrechtsgruppen. Michelle Obama verband „Let’s Move!“ mit der Bekämpfung von Adipositas bei Kindern und förderte mit „Let Girls Learn“ die Bildung von Mädchen. Melania Trumps Programm „Be Best“ beschäftigte sich unter anderem mit Cybermobbing und den Folgen von Drogen. Jill Bidens Initiative „Joining Forces“ unterstützt Militärfamilien. Melania Trump war außerdem die erste First Lady, die den Vorsitz des UN-Sicherheitsrates übernahm. Seit 1964 sind die amtierende und alle lebenden ehemaligen First Ladys Ehrenmitglieder des Kuratoriums des John F. Kennedy Center for the Performing Arts.

Titel, öffentliche Darstellung und Mode

In der frühen Republik gab es keinen allgemein anerkannten Titel für die Präsidentengattin. Verwendet wurden unter anderem „Lady“, „Mrs. President“ und „Mrs. Presidentess“. Eine frühe schriftliche Verwendung von „First Lady“ findet sich 1838 in einem Zeitungsartikel über Martha Washington. Harriet Lane wurde 1860 als erste Person während ihrer tatsächlichen Amtsausübung in einer Zeitung so bezeichnet. Landesweite Bekanntheit gewann der Titel 1877 durch Berichte über Lucy Hayes; in den 1930er Jahren war er allgemein verbreitet. Die Abkürzung FLOTUS wurde laut der Nexis-Datenbank erstmals 1983 von Donnie Radcliffe in der Washington Post verwendet.

Die 1912 gegründete First Ladys Collection der Smithsonian Institution dokumentiert die inoffizielle, aber bedeutende Rolle der First Ladys. Die erste Ausstellung wurde 1914 eröffnet und gehörte zu den ersten Smithsonian-Ausstellungen, in denen Frauen deutlich vertreten waren. Die am 19. November 2011 eröffnete erweiterte Ausstellung „The First Ladys“ zeigt 26 Kleider und mehr als 160 weitere Objekte von Martha Washington bis Michelle Obama, darunter Porzellan aus dem Weißen Haus und persönliche Gegenstände.

Kleidung kann das öffentliche Bild einer First Lady und ihres Amtes prägen. Jacqueline Kennedy Onassis wurde zu einer weltweit nachgeahmten Modeikone und 1965 in die Hall of Fame der International Best Dressed List aufgenommen. Mamie Eisenhower wurde vom New York Dress Institute regelmäßig zu den zwölf bestgekleideten Frauen des Landes gezählt; ihr „Mamie-Look“ bestand unter anderem aus Kleidern mit weitem Rock, Perlen, kleinen Hüten und kurzem, auffälligem Haar. Auch Michelle Obamas Modewahl erhielt große Aufmerksamkeit und wurde als Beitrag zu einem verbesserten öffentlichen Bild des Amtes bewertet.

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