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Fachkompetenz
Interkulturelle Kompetenz · Kompetenz und Performanz in der Sprachwissenschaft; Durchführungskompetenz, Führungskompetenz (Leitungskompetenz) …
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Begriff und zentrale Merkmale
Fachkompetenz, auch fachliche Kompetenz oder Sachkompetenz (englisch: Hardskill), ist die Fähigkeit von Arbeitskräften, berufstypische Aufgaben und Sachverhalte entsprechend den theoretischen Berufsbeschreibungen selbständig und eigenverantwortlich zu bewältigen. Sie ist eine Handlungskompetenz: Wissen wird in einer konkreten beruflichen Situation angewendet. Dazu gehört Kontextwissen, also Wissen über die Zusammenhänge, in denen eine Aufgabe steht.
Die Norm ISO 9000 definiert „Kompetenz“ als „Fähigkeit, Wissen und Fertigkeiten anzuwenden, um beabsichtigte Ergebnisse zu erzielen.“ Diese Definition wurde in weitere ISO-Normen übernommen. Fachliche Kompetenz kann sich dabei sowohl auf einzelne Personen als auch auf organisatorische Einheiten beziehen.
Erforderlich sind vor allem Erfahrung, das Verständnis fachspezifischer Fragen und Zusammenhänge sowie die Fähigkeit, Probleme technisch einwandfrei und zielgerichtet zu lösen. Meist setzt Fachkompetenz eine passende Ausbildung oder Qualifikation voraus. In den Curricula der Handwerkausbildungen bezeichnet Fachkunde die zugehörige Ausbildungsliteratur.
Aufgaben fachgerecht lösen
Die Kultusministerkonferenz definierte Fachkompetenz 1995 als „die Bereitschaft und Fähigkeit, auf der Grundlage fachlichen Wissens und Könnens Aufgaben und Probleme zielorientiert, sachgerecht, methodengeleitet und selbständig zu lösen und das Ergebnis zu beurteilen“.
Wichtige Bestandteile sind daher:
- Zielorientierung: Die Lösung soll ein klares Ziel erreichen.
- Sachgerechtheit oder Gegenstandsbezogenheit: Sie muss zum jeweiligen Fachgegenstand passen.
- Methodenkompetenz: Fachliche Methoden werden zur Lösung eingesetzt.
- Selbständigkeit: Aufgaben werden eigenständig bearbeitet.
- situationsgerechte Anwendung und Ergebnisbeurteilung: Wissen wird passend zur konkreten Lage eingesetzt und das Resultat wird geprüft.
Methodenkompetenz ist von Fachkompetenz zu unterscheiden, obwohl sie bei fachlichen Problemlösungen eine wichtige Rolle spielt.
Fachkunde, Sachkunde und Nachweise
Fach- beziehungsweise Sachkunde umfasst mehr als einzelnes Fachwissen. Dazu gehören die Fachsprache mit ihren Ausdrücken und Fachtermini, Kenntnisse fachspezifischer Methoden und Verfahren sowie von Arbeitsmitteln und Materialien und deren sachgemäßer Verwendung. Ebenfalls wichtig sind ein Überblick über die Themen und Sachverhalte eines Fachgebiets, Kenntnisse der geltenden Standards und des Rechtsrahmens sowie Wissen über Gefahren und Risiken. Daraus folgen notwendige Vorsichts- und Schutzmaßnahmen, Vorkehrungen sowie ein Bewusstsein für Verantwortung und Haftung.
Fachkompetenz liegt vor, wenn jemand die einschlägigen Fachkenntnisse und Fertigkeiten in sachbezogenen Fällen anwenden kann. Im deutschen Recht bedeutet Sachkunde den durch eine Kenntnisprüfung erbrachten Nachweis für ein bestimmtes Fachgebiet. Fachkunde bedeutet dagegen, dass das Wissen vorhanden sein muss, ohne zwingend durch eine Prüfung nachgewiesen zu werden.
In der Personalwirtschaft wird Fachkompetenz als Fähigkeit verstanden, berufliche Aufgaben und Sachverhalte selbständig und eigenverantwortlich gemäß den theoretischen Anforderungen zu bewältigen. Erfahrung beziehungsweise Routine, das Verständnis von Fachfragen und die technisch einwandfreie, zielgerichtete Problemlösung sind dabei wesentlich. Ein Nachweis ist wichtig, etwa durch ein Diplomzeugnis oder den erfolgreichen Abschluss zum Personalfachkaufmann. Wissenschaftliche Fachgebiete verlangen ebenfalls häufig Fachkenntnisse und eine nachgewiesene Qualifikation.
Bedeutung und Beispiele
Fachkompetenz ist in allen Berufen erforderlich und gehört nicht zur Allgemeinbildung. Im Personalwesen dient sie als Kriterium der Mitarbeiterbewertung. Sie kann die Arbeitsqualität und damit die Produktqualität erhöhen. Dadurch können Fehlproduktionen und Fehlerkosten verringert werden, was zur Gewinnmaximierung beitragen kann. Eine Bestätigung der Fachkompetenz durch Dritte kann außerdem das Selbstbewusstsein steigern.
Beispiele sind technisches Zeichnen bei technischen Zeichnern, die Einrichtung sanitärer Anlagen bei Installateuren und interdisziplinäre Fachkompetenz bei Wirtschaftsingenieuren. Fachkompetenz unterscheidet sich von Alltagskompetenz, die für die Bewältigung des täglichen Lebens nötig ist: Wer für sich selbst Brot backen kann, besitzt nicht automatisch die Fachkompetenz eines ausgebildeten Bäckers. Hygienebestimmungen und Informationen zur Haltbarkeit von Backgut sind typischerweise Teil der qualifizierten Ausbildung.
Feldkompetenz bezeichnet fundiertes Wissen in einem bestimmten Gebiet oder Fach. Neben fachlichem Grundlagenwissen gehören dazu weiterreichende Kenntnisse, die in diesem Gebiet eingesetzt werden können, beispielsweise Supervision oder Beratung bei der Ausbildung bestimmter Berufe.