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English-Only Movement
Das English-Only Movement (deutsch Nur-Englisch-Bewegung), auch bekannt als „Official English Movement“ ist eine politische Bewegung, die sich für die …
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Gegenstand und Ziel
Das English-Only Movement, auch „Official English Movement“ genannt, ist eine politische Bewegung in den Vereinigten Staaten. Sie fordert, Englisch als einzige Amtssprache festzulegen und es ausschließlich in der offiziellen Kommunikation der US-Regierung zu verwenden. Die USA hatten bisher nie eine offizielle Landessprache. Die Bewegung ist daher auf eine gesetzliche Einführung von Englisch als Amtssprache beziehungsweise auf die Einschränkung staatlicher Kommunikation in anderen Sprachen gerichtet.
Ihre Unterstützung begann 1907 unter Präsident Theodore Roosevelt und besteht bis heute fort. Besonders republikanische Kandidaten haben sie bei Wahlen unterstützt. In der Praxis geht es unter anderem um Amtstexte, staatliche Dienstleistungen, Unterricht und teilweise um Sprachkenntnisse im Einbürgerungsverfahren.
Frühe sprachpolitische Maßnahmen
Konflikte über die Verwendung des Englischen gab es bereits seit den 1750er Jahren. In Pennsylvania wurden Straßenschilder zweisprachig auf Englisch und Deutsch gestaltet, um vielen deutschen Einwanderern entgegenzukommen. Die deutsch-englische Debatte dauerte bis zum Ersten Weltkrieg. Die damalige Ablehnung deutscher Dinge führte auch zum Verbot der deutschen Sprache und deutschsprachiger Medien, darunter deutscher Bücher.
Durch den Louisiana Purchase von 1803 kamen französischsprachige Bevölkerungsgruppen in die USA. Louisiana musste zeitweise vorschreiben, dass offizielle Dokumente in der Sprache veröffentlicht wurden, „in der die Verfassung der Vereinigten Staaten verfasst ist“. Diese Regelung wurde später aufgehoben; Louisiana hat heute kein Gesetz, das Englisch als Amtssprache festlegt. Nach dem Mexikanisch-Amerikanischen Krieg (1846–1848) kamen zusätzlich zu mehreren indigenen Bevölkerungsgruppen etwa 75.000 spanischsprachige Menschen in die USA.
Louisiana erlaubte 1847 anglo-französischen Unterricht an öffentlichen Schulen. Die kalifornische Verfassung erkannte 1849 spanische Sprachrechte an; französische Sprachrechte wurden nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg abgeschafft. 1868 empfahl die Indian Peace Commission den amerikanischen Ureinwohnern ausschließlich englischsprachigen Unterricht. Die kalifornische Verfassung von 1878–79 bestimmte, dass Gesetze, offizielle Schriftstücke sowie Verfahren von Exekutive, Legislative und Judikative nur auf Englisch geführt, aufbewahrt und veröffentlicht werden durften.
In den späten 1880er Jahren regelten Wisconsin und Illinois den Unterricht an öffentlichen und konfessionellen Schulen ausschließlich auf Englisch. 1896 wurde Englisch unter der Regierung der Republik Hawaii zur Hauptsprache des öffentlichen Schulunterrichts für hawaiianische Kinder. Nach dem Spanisch-Amerikanischen Krieg wurde Englisch in Puerto Rico zur „offiziellen Unterrichtssprache“, nach dem Philippinisch-Amerikanischen Krieg auch zur offiziellen Amtssprache auf den Philippinen.
Theodore Roosevelt erklärte 1907: „In diesem Land ist nur Platz für eine Sprache, und das ist die englische Sprache.“ Während des Ersten Weltkriegs gab es eine groß angelegte Kampagne gegen Deutsch in den USA, zu der auch die Entfernung deutschsprachiger Bücher aus Bibliotheken gehörte. 1923 schlug der Kongressabgeordnete Washington J. McCormick vor, „Amerikanisch“ zur Nationalsprache zu machen, um die Sprache der USA vom britischen Englisch zu unterscheiden. Der Vorschlag wurde trotz erheblicher Unterstützung, besonders durch irische Einwanderer, nicht verabschiedet.
Organisationen und politische Entwicklung
U.S. English setzt sich für Englisch als Amtssprache ein und wurde in den 1980er Jahren von den ehemaligen US-Senatoren S. I. Hayakawa und John Tanton gegründet. ProEnglish ist eine weitere von Tanton gegründete Organisation. ProEnglish lehnt die Bezeichnung „English-only movement“ ab und verwendet stattdessen „Official English“.
Eine Rasmussen-Umfrage von 2018 ergab, dass 81 % der amerikanischen Erwachsenen Englisch als offizielle Sprache der USA befürworteten; 12 % waren dagegen. 2021 sprachen sich 73 % der Amerikaner dafür aus, 18 % dagegen.
John Tanton war außerdem ehemaliger Vorsitzender des Bevölkerungskomitees des Sierra Club und von Zero Population Growth sowie Gründer der Federation for American Immigration Reform (FAIR), einer Gruppe zur Reduzierung der Einwanderung. Nach einem 1986 veröffentlichten Memo mit von Kritikern als abfällig bewerteten Bemerkungen über Hispanics traten Walter Cronkite und die Geschäftsführerin Linda Chavez aus U.S. English zurück; Tanton löste danach seine Verbindung zur Organisation.
1986 gründete Larry Pratt English First, Lou Zaeske die American Ethnic Coalition. Mauro Mujica, ein chilenischer Einwanderer, wurde 1993 Vorsitzender und CEO. 1994 gründeten Tanton und andere ehemalige Mitarbeiter ProEnglish, um ein Gesetz in Arizona zu verteidigen.
Entscheidungen und Vorhaben seit 1980
1980 stimmten die Wähler von Miami-Dade County, Florida, einer „anti-zweisprachigen Verordnung“ zu. Die Bezirkskommission hob sie 1993 nach einem Regierungswechsel infolge einer „rassisch orientierten Neueinteilung der Wahlbezirke“ wieder auf. In Virginia wurde Englisch laut dem Artikel 1981 zur Amtssprache erklärt; die Übersicht der geltenden Regelungen nennt dagegen 1996.
Der US-Senat stimmte im Mai 2006 über zwei Änderungen zu einem Einwanderungsgesetz ab. Sie bezeichneten Englisch als „gemeinsame und verbindende Sprache“, enthielten aber widersprüchliche Vorgaben zu den Pflichten staatlicher Behörden bei nichtenglischsprachigen Veröffentlichungen. Am 6. Juni 2007 wurde über zwei ähnliche Änderungsanträge zu einem späteren Einwanderungsreformgesetz abgestimmt. Beide Einwanderungsreformgesetze von 2006 und 2007 wurden letztlich nicht verabschiedet.
Am 22. Januar 2009 lehnten die Wähler in Nashville, Tennessee, einen Vorschlag ab, der Regierung die Verwendung anderer Sprachen als Englisch grundsätzlich zu verbieten, mit Ausnahmen für Gesundheit und Sicherheit. Das Referendum scheiterte mit 57 zu 43 Prozent. 2012 kritisierten republikanische Delegierte aus Puerto Rico Rick Santorum, weil er Puerto Rico Englisch als Hauptsprache zur Bedingung für die Eigenstaatlichkeit machen wollte. 2015 sagte Donald Trump in einer Debatte: „Dies ist ein Land, in dem wir Englisch sprechen, nicht Spanisch.“
Am 6. Februar 2019 brachte der 116. Kongress den English Language Unity Act of 2019 im Repräsentantenhaus ein. Der Entwurf sollte Englisch als Amtssprache der USA festlegen und seine Durchsetzung unter anderem durch einen Englischtest im Einbürgerungsverfahren fördern. Er wurde noch nicht verabschiedet.
Kritik und Folgen
Die Linguistic Society of America lehnte 1986/87 Maßnahmen nach dem Prinzip „English only“ ab. Sie beruhten ihrer Auffassung nach auf falschen Vorstellungen über die Bedeutung einer gemeinsamen Sprache für politische Einheit und widersprächen den amerikanischen Traditionen sprachlicher Toleranz.
Der Linguist Geoffrey Pullum warf English First „Hass und Misstrauen gegenüber Ausländern und Einwanderern“ vor. Er betonte, Englisch sei in den USA keineswegs bedroht. Rachele Lawton kam mithilfe einer kritischen Diskursanalyse zu dem Schluss, die Rhetorik der Nur-Englisch-Bewegung lege als „wahre Motivation“ Diskriminierung und Entrechtung nahe.
Die American Civil Liberties Union (ACLU) hält einsprachige Gesetze für unvereinbar mit dem 1. Zusatzartikel zur US-Verfassung, insbesondere mit dem Recht, mit der Regierung zu kommunizieren oder Petitionen an sie zu richten, sowie mit Meinungsfreiheit und Gleichheitsrecht. Solche Gesetze könnten Regierungsmitarbeiter daran hindern, in anderen verbreiteten Sprachen Hilfe und Dienstleistungen anzubieten.
Am 11. August 2000 unterzeichnete Präsident Bill Clinton die Executive Order 13166 „Verbesserung des Zugangs zu Dienstleistungen für Personen mit begrenzten Englischkenntnissen“. Bundesbehörden müssen danach ihre Dienstleistungen überprüfen, den Bedarf von Personen mit begrenzten Englischkenntnissen (LEP) ermitteln und ein System für einen sinnvollen Zugang zu diesen Leistungen entwickeln und umsetzen.
Gerichte bewerteten einzelstaatliche Nur-Englisch-Gesetze weitgehend als symbolisch und nicht als Verbote. Vorgesetzte und Manager legten sie jedoch teilweise als Pflicht aus, im Alltag ausschließlich Englisch zu verwenden. Genannt werden ein Busfahrer in Colorado, der Schülern Spanisch auf dem Schulweg untersagte, eine Lehrerin in Scottsdale, die 2004 angeblich Schüler wegen Spanischgebrauchs ohrfeigte, und die Suspendierung eines Schülers in Kansas City im Jahr 2005, weil er auf dem Schulflur Spanisch gesprochen hatte.
Eine Studie zur Amerikanisierungszeit (1910–1930) ergab, dass Gesetze über Englisch als Unterrichtssprache und Schulpflicht die Alphabetisierung einiger im Ausland geborener Kinder moderat erhöhten. Sie hatten jedoch keinen Einfluss auf spätere Arbeitsmarktergebnisse oder soziale Integration. Die Autoren führten die sehr moderaten Wirkungen wahrscheinlich darauf zurück, dass Fremdsprachen ohnehin auf natürliche Weise zurückgingen.
Amtssprachen nach Bundesstaaten und Gebieten
Englisch ist laut Übersicht Amtssprache in Alabama (seit 1990), Alaska (seit 2015), Arizona (seit 2006; ein Gesetz von 1988 wurde als verfassungswidrig erklärt), Arkansas (seit 1987), Kalifornien (seit 1986 durch Proposition 63), Colorado (seit 1988), Florida (seit 1988), Georgia (seit 1996), Idaho (seit 2007), Illinois (seit 1969), Indiana (seit 1984), Iowa (seit 2002), Kansas (seit 2007), Kentucky (seit 1984), Massachusetts (seit 2002; ein Gesetz von 1975 wurde als verfassungswidrig erklärt), Mississippi (seit 1987), Missouri (seit 1998; Verfassung entsprechend 2008 geändert), Montana (seit 1995), Nebraska (seit 1920), New Hampshire (seit 1995), North Carolina (seit 1987), North Dakota (seit 1987), Oklahoma (seit 2010), South Carolina (seit 1987), South Dakota (seit 1995 sowie mit einer weiteren Angabe seit 2019), Tennessee (seit 1984), Virginia (laut Übersicht seit 1996), West Virginia (seit 2016) und Wyoming (seit 1996).
In mehreren Staaten gibt es zusätzliche sprachliche Regelungen: Alaska erkennt zahlreiche indigene Sprachen an, Hawaii Hawaiisch seit 1978, South Dakota Sioux seit 1995 beziehungsweise 2019. In Oklahoma sind die Choctaw-Sprache innerhalb der Choctaw-Nation und die Cherokee-Sprache seit 1991 unter den Cherokee und der UKB offiziell. Louisiana hat seit 1986 einen Sonderstatus für Französisch. New Mexico erkennt Spanisch seit der Staatsverfassung von 1912 besonders an und hat seit 1989 „English Plus“. Auch Oregon, Rhode Island und Washington haben „English Plus“ seit 1989. In Utah galt Englisch nur von 2000 bis 2021; danach wurde der Utah-Kodex auf offiziell Englisch, aber nicht ausschließlich Englisch geändert.
Keine Amtssprache haben Connecticut, Delaware, Maine, Maryland, Michigan, Minnesota, Nevada, New Jersey, New Mexico, New York, Ohio, Pennsylvania, Texas, Vermont und Wisconsin. Für den District of Columbia garantiert der Language Access Act von 2004 gleichberechtigten Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen, Programmen und Aktivitäten für Menschen mit keinen oder begrenzten Englischkenntnissen. Sprecher von Amharisch, Französisch, Chinesisch, Spanisch, Vietnamesisch und Koreanisch erhalten besondere Unterstützung.
In den US-Gebieten ist Englisch gemeinsam mit weiteren Sprachen offiziell: American Samoa mit Samoanisch, Guam mit Chamorro, die Northern Mariana Islands mit Chamorro und Carolinianisch sowie Puerto Rico mit Spanisch. In den U.S. Virgin Islands ist Englisch offiziell, ohne weitere in der Übersicht genannte anerkannte Sprache.