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Dukkha
Dukkha (Pali दुक्ख; Sanskrit दुःख duḥkha, „schwer zu ertragen“) ist ein Schlüsselbegriff im Buddhismus, der meist als „Leiden“ übersetzt wird.
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Grundbegriff und Bedeutung
Dukkha ist ein Schlüsselbegriff des Buddhismus und wird meist als „Leiden“ übersetzt. Gemeint sind auch Kummer, Elend, Schmerz, Unzulänglichkeit und Unbefriedigtheit. Der Gegenbegriff sukha bezeichnet Wohlsein, Behagen und Glück. Dukkha ist von dukkhatā, der „Leidhaftigkeit“, zu unterscheiden.
Dukkha gehört zusammen mit anatta („Unpersönlichkeit“ oder Wesenlosigkeit) und anicca („Unbeständigkeit“) zu den drei Daseinsmerkmalen. Zugleich bildet es den Zentralbegriff der vier edlen Wahrheiten. Es gilt als universelles Merkmal aller Phänomene im Daseinskreislauf Samsara, nicht jedoch des Nirwana: Nirwana bedeutet die Überwindung von dukkha.
Leiden hängt nach buddhistischer Lehre damit zusammen, dass Menschen an Dingen festhalten, obwohl diese unbeständig und ohne festes Wesen sind. Deshalb können sie nicht dauerhaft glücklich machen. Die Überwindung von dukkha setzt die Einsicht in diese Unbeständigkeit und Wesenlosigkeit sowie die Überwindung des Begehrens voraus.
Drei Formen des Leidens
Im Zusammenhang mit den vier edlen Wahrheiten werden drei Aspekte unterschieden:
• Dukkha-dukkha ist Leiden im gewöhnlichen Sinn. Dazu gehören leidvolle körperliche Empfindungen, Gebären und Geborenwerden, das Aufwachsen und Aufziehen von Kindern, Krankheit, Altern und Sterben sowie die Sorge für kranke, alternde und sterbende Menschen. Dieses Leiden lässt sich mildern, indem man Körper und Geist annimmt und erkennt, dass körperliche und psychische Belastungen zum menschlichen Leben gehören.
• Viparinama-dukkha ist das durch Veränderung verursachte Leiden. Alles Bedingte verändert sich, sobald sich auch nur eine seiner Bedingungen ändert. Wer diese Tatsache nicht vollständig akzeptiert, erlebt Veränderung als unvermeidliche Quelle des Leidens. Linderung entsteht, wenn Bedürfnisse und Wünsche reifen und man der Veränderlichkeit und Vergänglichkeit gelassener begegnet.
• Samkhara-dukkha ist Leiden, das mit den Willenstätigkeiten und der Vorstellung eines festen Selbst verbunden ist. Die Überzeugung, es gebe ein beständiges, substanzielles Ich, das Freude und Schmerz erlebt, gilt als „narrative Fiktion“ oder Illusion. Das Festhalten daran erhält den Leidensprozess aufrecht. Erleuchtung bedeutet, diese Selbsttäuschung loszulassen und zu erkennen, dass kein substanzielles Wesen existiert, das etwas gewinnen oder verlieren könnte.
Leiden als Qualität der Erfahrung
Im gewöhnlichen Sprachgebrauch bezeichnet dukkha Leiden, Kummer und Elend. Im übertragenen Sinn umfasst es Leidunterworfensein, Unzulänglichkeit, Übel, Schmerz, Verletzung und Unbefriedigtheit. Damit wird die spannungsreiche Qualität solcher Erfahrungen beschrieben, die von Verlangen, Anhaften und Ich-Sucht begleitet werden.
Die vier edlen Wahrheiten
Die erste edle Wahrheit beschreibt dukkha: Geburt, Altern und Tod sowie Kummer, Klagen, Schmerz, Trauer und Verzweiflung sind leidvoll. Auch nicht zu bekommen, was man sich wünscht, ist dukkha. Zusammenfassend gelten die fünf Daseinsgruppen, an denen angehaftet wird, als dukkha.
Diese fünf Daseinsgruppen oder Skandhas sind Körperlichkeit, Gefühl, Wahrnehmung, Willenstätigkeit und Bewusstsein. Sie können in Geistiges (nama) und die körperlichen fünf Sinne (rupa) eingeteilt werden. Der Buddhismus unterscheidet insgesamt sechs Sinne: die klassischen fünf Sinne und zusätzlich das Denken; alle sechs werden als mentale Vorgänge verstanden. Werden die Daseinsgruppen angeeignet, als eigenes Selbst betrachtet und zum Gegenstand des Anhaftens, heißen sie Gruppen des Anhaftens (pañca upādānaskandhāḥ). Dieses Anhaften führt zu einer verzerrten Sicht auf die Dinge.
Die zweite edle Wahrheit nennt als Ursache des Leidvollen und der Unzulänglichkeit das Begehren (tanha). Die dritte Wahrheit besagt, dass ein Ende beziehungsweise Erlöschen des Leidens möglich ist; dieses Erlöschen heißt nirodha. Die vierte Wahrheit beschreibt den Weg zur Beendigung des Leidens: den Edlen Achtfachen Pfad (magga), ein zentrales Element der buddhistischen Lehre.